GEW Thüringen
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Im Namen der LAS Diversity

Im zukünftigen „Thüringer Bildungsplan bis 18“ soll der Inklusion ein höherer Stellenwert zugerechnet werden. Ebenso will das zuständige Konsortium auf derzeitige Debatten kompetent reagieren, etwa indem geflüchtete als Zielgruppe miterwähnt und Geschlechtersensibilität so wie sexuelle Vielfalt deutscher thematisiert werden. Bisher wurde den Identifikationsaspekten Geschlecht und Sexualität nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet, weshalb sie nun verstärkt Eingang in die Bildung finden soll. Die GEW Thüringen begrüßt diesen gleichstellungsorientierten und Vielfalt wertschätzenden Schritt.

01.06.2015 - Marcus Felix (Beitrag erschien in der tz Juni 2015)

Mit Verweis auf die Menschenrechte begreigt die GEW als eine Aufgabe von Bildung, alle Junge, Mädchen, Trans*-, und Inter*- Kinder sensibel in ihrer geschlechtlichen Sozialisation zu begleiten. Auch deshalb stellen wir uns entscheidend gegen den Versuch populistischer Strömungen, die Debatte um eine Pädagogik der Vielfalt für sich zu vereinnahmen. Gerade wegen der häufig unsachlichen Debatten der letzten Monate etwa um den Bildungsplan in Baden-Württemberg und eine  zeitgemäße Sexualpädagogik, dient die Schwerpunktausgabe als Einladung zur konstruktiven Auseinandersetzung mit einem blinden Fleck in den Inklusionsdebatten: Geschlecht und Sexualität in der Bildung.

Die Ausbildung und die selbstverständliche Erwähnung in Schule, Kita und Universität muss diesbezüglich als unzureichend bezeichnet werden. Und das, obwohl das Bundesverfassungsgericht bereits 1977 die Sexualerziehung als integrativen Bestandteil der Gesamterziehung festschrieb und damit als fachübergreifendes Unterrichtsprinzip begriff. Bis heute hat die Sexualerziehung allerdings einen marginalisierten Stellenwert in der Bildung. Gerade Themen um nicht-normative Identitäten wie Lesben, Schwule, bisexuelle, Trans- und intergeschlechtliche Menschen werden oft als „sexuell“ oder für jüngere Kinder deswegen nicht altersgerecht vermutet. Dabei geht es in der Arbeit mit Schüler*innen doch um ganz andere Dinge: Um Familie und Respekt und Selbstbestimmung zum Beispiel.

Fest steht: Die geschlechtliche Sozialisation der Schüler*innen darf nicht den Medien überlassen werden. Kinder und Jugendliche möchten ein vielfältiges sexualpädagogisches Angebot und sind dankbar, diese Themen offen – und nicht hinter vorgehaltener Hand – diskutieren zu können.

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