GEW Thüringen
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Wir müssen da etwas klarstellenFalsch vermutete Expertise, ein Rückzieher und eine weiter gültige Forderung

Bei unserer gestrigen Meldung, dass tausende Impfdosen in Thüringen ungenutzt vorhanden seien, haben wir uns auf eine Meldung der SPD-Landtagsfraktion gestützt. Aus heutiger Sicht müssen wir selbstkritisch anmerken: leider. Die von uns vermutete Expertise war in dieser Frage nicht ausreichend vorhanden.

10.03.2021 - GEW Thüringen

Neben vielen, meist kritischen Rückmeldungen und Anfragen politisch Verantwortlicher des Landes Thüringen in Reaktion auf unsere Meldung möchten wir den Kommentar des Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, den er am 09.03.2021 auf seinem Facebook-Kanal veröffentlichte, exemplarisch vorstellen: 

„In den letzten Tagen häufen sich Behauptungen, dass Impfstoff gegen Covid-19 in Thüringen ungenutzt herumliegen würde oder gar weggeworfen wird. Diese Behauptungen sind falsch. In Thüringen wird kein Impfstoff eingelagert oder gar weggeworfen, es bleibt auch kein Impfstoff übrig. Alle gelieferten und angekündigten Impfdosen sind mit Terminen untersetzt. ... Nicht akzeptabel ist dagegen die zunehmende Verbreitung falscher Behauptungen über die Impforganisation. Jede Impfdosis ist wertvoll und in Thüringen wird jede Impfdosis verimpft. Wenn die Bundesregierung mehr Impfstoff nach Thüringen liefern würde, könnten bereits deutlich mehr Impfungen stattfinden.“

Wir haben uns auf ein Statement der SPD Thüringen verlassen und mussten leider feststellen, dass vieles davon nicht stimmt.

Die Aussage, dass tausende Impfdosen in Thüringen ungenutzt gelagert werden, ziehen wir explizit zurück.

An unserer Forderung, auch die Pädagog:innen und anderen Beschäftigten an weiterführenden Schulen prioritär zu impfen, halten wir aus guten Gründen jedoch fest. 

 

Und das war unsere Meldung vom 09.03.2021:

Corona

Tausende Lehrer:innen sind impfbereit, tausende Impfdosen sind ungenutzt. Die Lösung ist einfach!

Bei aktuell über 50.000 nicht verimpften Impfdosen in Thüringen sollten laut GEW Thüringen vorrangig die Beschäftigten geimpft werden, die viele Kontakte in ihrem Beruf haben. Das betrifft vor allem auch die Lehrer:innen und die anderen Beschäftigten an den weiterführenden und größtenteils wieder geöffneten Schulen.

Dazu Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen:

„Den Pädagog:innen, den Kindern und den Eltern ist am meisten geholfen, wenn der Gesundheitsschutz auch an den weiterführenden Schulen ernster als bisher genommen wird. Es ist grotesk, wenn tausende Impfdosen herumliegen und gleichzeitig tausende Pädadog:innen diese nicht bekommen dürfen, obwohl sie impfbereit sind.“

Wie die SPD-Landtagsfraktion heute hochrechnete, würden bei gleichbleibendem Impftempo Anfang nächster Woche über 90.000 Impfdosen ungenutzt herum liegen. Die Möglichkeit, die weiterführenden Schulen zu einem sichereren Arbeits- und Lernort zu machen, ist mehr als vorhanden. Es liegt an der Landesregierung, die dafür notwendigen Schritte einzuleiten.

Weiterhin muss endlich eine Teststrategie auf den Tisch, die möglichst umfassend alle Pädagog:innen und Schüler:innen erreicht. Am häufigsten wird dort die Testung genutzt, wo mobile Teams die Einrichtungen betreuen.

„Die Tests müssen von dafür ausgebildeten Personal durchgeführt werden. Wir halten nichts davon, dass Kolleg:innen neben ihrer eigentlichen Tätigkeit auch noch die Testungen ihrer Kolleg:innen übernehmen“

, so Kathrin Vitzthum.