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Keine Zensur von Kritik an Sexismus: Aufruf zur Solidarisierung

Am 19. Februar veröffentlichte der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) e.V., der überparteiliche Dachverband von Studierendenschaften in der BRD, zusammen mit anderen hochschulpolitischen Verbänden zwei Artikel gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt und „Pick-Up-Artists“.

15.04.2016 - Marcus Felix

Die Artikel sind ursprünglich in einer studentischen Zeitung der Universität Frankfurt a. M. veröffentlicht worden, woraufhin die Studierendenschaft von einem „Pick-Up-Artist“ verklagt wurde. Die juristische Beschwerde wurde zunächst vom Landgericht im Sinne des Presserechts abgelehnt. In nächster Instanz wurde jedoch eine einstweilige Verfügung gegen die Studierendenvertretung erwirkt, weil diese mit der Freigabe der Artikel Persönlichkeitsrechte verletzt haben soll und weil sie ihr Mandat überschritten hätte.

Was sind „Pick-Up-Artists“?

Als „Pick-Up-Artists“ bezeichnen sich Männer, die psychische und physische Manipulationstechniken einsetzen, um die Durchsetzungsfähigkeit und Selbstsicherheit von unsicheren Männern im Privaten wie in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Die Techniken werden u. a. gegen Frauen angewendet, ungeachtet dessen, ob dies gegen ihren Willen geschieht. Angehörige der Szene fordern z. T. die Legalisierung von Vergewaltigungen und sexualisierter Gewalt. Sensibilisierung und Aufklärung über diese Praktiken, das zugrunde liegende Frauenbild und die resultierende Gefahr für Frauen ist laut fzs dringend gefordert.Dem schließt sich der Landesausschuss Diversity an.

Als Reaktion auf die Veröffentlichung wurden beteiligte Verbände und Einzelpersonen angegriffen. Der Landesausschuss erklärt sich mit den beteiligten Studierendenvertretungen solidarisch und verurteilt die Gewalt, die Frauen durch „Pick-Up-Artists“ angetan wird,sowie die Zensur der Kritik an konkreten sexistischen Aktionen.

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