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Beteiligt Euch am Projekt „Kivobe – Kindern vorurteilsbewusst begegnen“

Mit dem Projekt „Kivobe – Kindern vorurteilsbewusst begegnen“, basierend auf dem Konzept der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung (von Fachstelle Kinderwelten entwickelt), wählt die AWO einen pädagogischen Ansatz, in dem die Bekämpfung von Diskriminierung und die Betonung (kultureller) Vielfalt integraler Bestandteil ist. Die Wertschätzung aller Kinder und ihrer Eltern unabhängig von ethnischer, sexueller, sozio-ökonomischer, religiöser oder weltanschaulicher Herkunft und/oder körperlicher Voraussetzungen umfasst dabei auch die Frage der Gleichstellung von Mann und Frau.

16.06.2017 - Katja Ludwig, AWO-Projektreferentin

  • Ausgangslage

Kindertagesstätten sind die ersten Orte öffentlicher Bildung, Erziehung und Betreuung. Daher sind KITAs gerade für die AWO – mit ca. 2500 Einrichtungen– ein zentrales Handlungsfeld. Hier werden die Grundlagen gelingender Teilhabe und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gelegt. Mit diesem inklusiven Praxiskonzept reagiert die AWO auf die Erkenntnis,dass sich Diskriminierungs- und Einseitigkeitserfahrungen bereits bei kleinen Kindern auf ihr Selbstbild und ihre Vorstellungen über andere Menschen und damit auf ihre Identität auswirken. Jedes Kind entnimmt seiner Umwelt Botschaften. Oftmals wird es dadurch mit stereotypen Vorstellungen und gesellschaftlichen Wertungen konfrontiert. Ebenso sind pädagogische Fachkräfte durch ihre biografischen Erfahrungen und Erlebnisse, durch gesellschaftliche Strukturen und institutionalisierte Formen von Diskriminierung und Ausgrenzung beeinflusst. Ihre Wertevorstellungen und Normorientierungen haben Folgen für ihre Handlungspraxis und prägen die Funktionsweisen und Regeln ihrer KITA. 

Die AWO möchte, dass sich Mitarbeiter*innen in den Kindertageseinrichtungen ihrer Vorurteile bewusst und sie somit befähigt werden,ihnen entgegenzuwirken. Alle Kinder besitzen die gleichen Rechte und haben zugleich das Recht mit ihren individuellen Voraussetzungen wahrgenommen zu werden. Eine Auseinandersetzung damit ist Grundbedingung für eine gelebte Willkommenskultur. Das Konzept der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung verbindet individuelles und organisationales Lernen in KITAs mit dem Ziel der Reflexion des pädagogischen Handelns und der strukturellen Rahmenbedingungen. Die Auseinandersetzung mit Vorurteilen und deren Auswirkungen soll auf Ebene der pädagogischen Fach-, Leitungskräfte und Fachberatungen erfolgen und anschließend für die inhaltliche und strukturelle Qualitäts- und Organisationsentwicklung des Arbeitsfeldes Kinderbetreuung genutzt werden.

Das Projekt „Kivobe“ des Bundesverbandes der AWO findet in Zusammenarbeit mit der AWO Thüringen und der AWO Oberbayern statt.

  • Ziele des Projektes und Gegenstand der Förderung

Das übergeordnete Ziel einer vorurteilsbewussten Erziehung und Bildung in den KITAs soll erreicht werden durch:

  1. eine Sensibilisierung für Vorurteile und Diskriminierungen in derLernumgebung, der Interaktion mit Kindern, im Team und in derZusammenarbeit mit Eltern
  2. eine systematische Reflexion der pädagogischen Handlungspraxisin Bezug auf Vorurteile und Diskriminierungen
  3. die Reflexion eigener Diskriminierungserfahrungen
  4. die Aneignung von fachlichem Wissen um Heterogenität und Diskriminierungund der Auswirkungen auf junge Kinder sowie die spezifischenHerausforderungen bei der Arbeit mit Kindern mit Fluchterfahrung
  5. die Entwicklung einer Handreichung für die Praxis und eines Curriculums für Fortbildungen, in dem Sie als Expert*innen ihr Erfahrungswissen einbringen können 
  • Dabei bieten wir Ihnen und Ihrer Kita als Einrichtung: 
  1. eine thematische und methodische Qualifizierung der Leiter*innender Kindergarteneinrichtungen
  2. eine kontinuierliche Prozessbegleitung vor Ort und entsprechendIhrer Bedürfnisse durch die Projektmitarbeiterin im Ansatz dervorurteilsbewussten Erziehung und Bildung
  3. eine Teamfortbildung pro Jahr in Ihrer Einrichtung
  4. Insgesamt sollen Sie als Kitaleiter*innen unterstützt werden, gemeinsam mit ihrem Team systematisch die Konzeption ihrer KITA mit besonderem Blick auf Diskriminierungen und Einseitigkeiten weiterzuentwickeln. 
  • Bewerbungsunterlagen und Voraussetzungen für die Teilnahme an der Förderphase 01.08.2017 - 30.11.2019 

Eine Bewerbung ist ab sofort möglich. Bewerbungsschluss: 30.06.2017. Das Formblatt und die Voraussetzungen für die Teilnahme finden Sie unter: www.awobildungswerk.de/projekte/vorurteilsbewusste-bildungund-erziehung

Kontakt: Für die Umsetzung des Projektes der AWO Thüringen bin ich, Katja Ludwig, als Projektreferentin zuständig. Ich stehe Ihnen per E-Mail unter katja.ludwig(at)awo(dot)org bzw. telefonisch unter 0361 · 511 50 916 gerne zur Verfügung. Mein Dienstsitz befindet sich im AWO Bildungswerk Thüringen, Am Johannestor 23, 99084 Erfurt.

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