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Sozialer Fortschritt und Regression: Rahel Jaeggi, Svenja Flaßpöhler und andere

Wege in eine solidarische Moderne

Zum Seminar:

Auf welche Bereiche der Gesellschaft man auch blickt, die Zeit scheint aus den Fugen: Aufstieg rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien, Infantilisierung, Vereinseitigung und Verrohung des öffentlichen Diskurses, Funktionsverlust und Verfall demokratischer Institutionen und Prozeduren (Postdemokratie) sowie die Rückkehr des Krieges als Mittel geopolitischer Konfliktlösungen sind nur einige der Symptome einer „großen Regression“. Während Regressionserfahrungen allenthalben namhaft gemacht werden können, sind der Glaube an ein Fortschreiten zum Besseren, ja der Fortschrittsbegriff überhaupt, notorisch hoch umstritten. Wir werden Zeugen, so scheint es, eines Zurückfallens hinter ein als gesichert geltendes Niveau unseres zivilisatorischen Standards.

Wie verhält es sich also mit dem Fortschritt? Welche Begriffe von Fortschritt und Rückschritt brauchen wir, um die sozialen Phänomene beobachten, verstehen, beschreiben und zumindest ansatzweise bewerten zu können? Anhand welcher Kriterien lassen sich progressive und regressive Entwicklungen unterscheiden?

Neben diesen grundbegrifflichen Klärungen wollen wir im Seminar auf eine aktuell kontrovers diskutierte Entwicklungstendenz – die Zunahme von Sensibilität und Empathie in der Gesellschaft – näher eingehen. Gibt es hinsichtlich der Sensibilität ein „Zuviel des Guten“? Ist die Flucht vor Mikroagressionen in sogenannte „Save Spaces“ zwar verständlich, aber durchaus nicht progressiv? Wird dadurch nicht gerade eine Ausgrenzung und Selbstausgrenzung bewirkt, die eine Kultur gelebter Pluralität und produktivem Meinungsstreites verunmöglicht? Bedarf es für den zivilisatorischen Fortschritt neben der Sensibilität nicht ebenso des positiven aber gegenteiligen Schwesterwerts der Resilienz?

Die Philosophinnen Rahel Jaeggi und Svenja Flaßpöhler haben zu diesen Fragen in jüngster Zeit grundlegende Vorträge gehalten und Publikationen vorgelegt. Im Seminar knüpfen wir deshalb vor allem an ihre Arbeiten an.

Methodisches Vorgehen:

Visualisierte Kurzvorträge mit anschließender Diskussion, Arbeit an Texten der Autorinnen zu den skizzierten Fragekomplexen in Kleingruppen, moderierte Verständigung im Plenum

Seminarleiter:innen:

Dr. Heidemarie und Dr. Werner Dießner vom Institut für SozialManagment in Markkleeberg sind schon seit einer Reihe von Jahren in der Erwachsenenbildung tätig. Besonders philosophische Fragestellungen haben es ihnen angetan, denn von Hause aus sind beide Philosophen. Aber auch Themen rund um die Neue Rechte gehören zu ihrem Spektrum.

Zur Teilnahme:

Die Anmeldung ist ausschließlich online möglich und gilt als verbindlich. Die Teilnahmegebühr wird auch erhoben, wenn eine Absage kurzfristig erfolgt oder Du nicht zum Seminar erscheinst.

Teilnahmegebühr:

90 Euro für GEW-Mitglieder, 170 Euro für Nichtmitglieder

In der Teilnahmegebühr sind die Übernachtung, die Verpflegung und die Tagungsgetränke enthalten.

Die Anmeldung ist ausschließlich online möglich.

Beginn
Ende
Veranstaltungsort
Hotel „Am Burgholz“ Bad Tabarz
Am Burgholz 30
99891 Bad Tabarz
Anmeldeschluss
04.03.2024
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Kontakt
Marlis Bremisch
Referentin für Bildung und Gewerkschaftliche Bildungsarbeit
Adresse Heinrich-Mann-Str. 22
99096 Erfurt
Telefon:  0361 590 95 21