GEW Thüringen
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Wie gut ist die Lehrer*innenausbildung in Thüringen?

Umfrage der GEW Thüringen unter den Thüringer Lehramtsanwärter*innen.

Vorab einige Beispielantworten auf die Frage, wie der Vorbereitungsdienst in Thüringen verbessert werden könnte, die bereits auf zentrale Probleme der Lehrer*innenausbildung in Thüringen hinweisen: 

  • "Durch eine Form der Ausbildung, die dem eigentlichen Sinn des Wortes Bildung auch gerecht wird, das heißt ohne Bevormundung, Denkkonventionen und seltsame Anspruchshaltungen. Mit fachbegleitenden Kolleginnen und Kollegen, die wirklich daran interessiert sind mit Berufsanfänger*innen konstruktiv zusammenzuarbeiten.“
  • „Abschaffung der Zauberstundenprüfung: ausschlaggebender für das Bestehen im späteren Beruf dürfte die Frage sein, ob jemand es schafft, alle seine Stunden in einer ökonomisch vertretbaren Zeit vorzubereiten und dann vernünftig zu halten, und nicht, ob es ihm gelingt, mit unendlichem Aufwand mit überdimensionaler Vorbereitungszeit eine Stunde didaktisch perfekt vor Publikum zu präsentieren.“
  • „Stärkere Vor-Ort-Betreuung durch Fachleiter und Studienseminar = individuelle Lösungsstrategien entwickeln; Weniger Bürokratie; Obligatorische Kommunikation zwischen Schule, Lehramtsanwärter, fachbegleitendem Lehrer, Seminar und Fachleiter; größere zeitliche Puffer für fachbegleitende Lehrer zur Betreuung während der Einstiegsphase in Klassen, z. B. Unterricht erst im Teamteaching, dann Übernahme durch Lehramtsanwärter“
  • “Verbesserung der motivationalen Unterstützung; Senkung der Arbeitsbelastung; Bewertungs- und Gesprächsführungsschulung der fachbegleitenden Lehrer; Reduzierung der Verschriftlichungen; Zukunftsperspektiven schaffen (ausbildungsbegleitend); Problemorientierte Seminare und Hilfen; Verbesserung der fachlichen und didaktischen Unterstützung (Materialien) durch Fachlehrer und fachbegleitende Lehrer“

Fakten zur Umfrage

Die GEW Thüringen hatte vom Ende Januar/Anfang Februar 2014 die Thüringer Lehramtsanwärter*innen zur Qualität ihrer Ausbildung befragt und repräsentative Ergebnisse erhalten. Der Auftrag für die Erstellung des Fragebogens, die Durchführung der Umfrage, die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse wurde durch den Landesvorstand der GEW Thüringen gegeben. Gefragt haben wir u. a. nach der Einbindung des Vorbereitungsdienstes in die gesamte Lehrer*innenausbildung, nach den Rahmenbedingungen im Studienseminar und der Ausbildungsschule, nach dem Erwerb von Kompetenzen für die Lehrer*innenarbeit, nach der Belastungssituation im Vorbereitungsdienst und nach einer persönlichen Bilanz. 

Im Umfragezeitraum befanden sich 875 Lehramtsanwärter*innen im Vorbereitungsdienst des Landes Thüringen. Von diesen beantworteten 369 Lehramtsanwärter*innen den Fragebogen ganz oder teilweise, was einer Teilnahmequote von ca. 42 % entspricht. Damit ist die gezogene Stichprobe repräsentativ.

Den Teilnehmer*innen der Umfrage, die mit ihren Antworten wertvolle Anhaltspunkte für eine umfassende Analyse zur Qualität der Lehrer*innenausbildung zur Verfügung gestellt haben, sei hiermit ebenso ausdrücklich gedankt wie den Lehrer*innen, Fachleiter*innen und Dozent*innen, die sich in der Lehrer*innenausbildung engagieren und gute Arbeit leisten. 

Zentrale Ergebnisse

Die Lehrer*innenausbildung wird in wesentlichen Teilbereichen von einem Großteil der Befragten aller Schularten und Studienseminare, inklusive Berufsbildende Schule und Förderpädagogik, durchschnittlich überwiegend positiv eingeschätzt. Die Umfrageergebnisse lassen annehmen, dass die nachfolgend genannten Teilbereiche gut durchdacht, gut strukturiert und gut durchgeführt sind. So werden vor allem die allgemeinen Rahmenbedingungen im Studienseminar (bzw. Seminarschule/-verbund), die Ansprechbarkeit von Sekretariat und Seminarleitungen und sowie die Arbeit der Fachleiter*innen überwiegend positiv bewertet. Gleiches gilt für die Unterrichtsbesuche im Allgemeinen und die Situation an der Schule. Ebenso überwiegend positiv waren die Antworten der Befragten, wenn es um ihre Begründungsfähigkeiten in fachlichen, didaktischen und pädagogischen Dingen ging und wenn es darum ging, einen konstruktiven Umgang mit eigenen Fehlern zu erlernen.

Trotz der überwiegend positiven Einschätzungen über die Qualität der Lehrer*innenausbildung haben sich einige Verbesserungsmöglichkeiten herausgestellt, von denen die wichtigsten im Folgenden vorgestellt werden sollen.

Ausbildungsstruktur, Inhaltsrelevanz und persönliche Bilanz

Quelle: GEW Thüringen

Neben einem wohl vorhandenen Vermittlungsproblem der Relevanz theoriegeleiteten Handelns in der ersten Phase scheint es zum einen auf der inhaltlichen Ebene zu wenig angelegte Verbindungen von Theorie und Praxis zu geben. Unter Verweis auf die Hauptaussage der Hattie-Studie und die darin postulierte Abhängigkeit guten Unterrichts und guter Schule von der Lehrerpersönlichkeit sollte jedoch  für den gesamten Ausbildungszyklus unserer Meinung nach die Fragestellung „Welches Wissen, welche Fertigkeiten und welche Kompetenzen benötigen angehende Lehrer*innen im Schulalltag?“ normativ sein. In diesem Sinne wäre es ratsam, wenn die Inhalte der ersten und der zweiten Phase sowohl miteinander verknüpft als auch an die tatsächlichen berufsspezifischen Bedürfnisse angepasst werden. Nicht zuletzt könnte man bei der Entwicklung von konsequent an den praxisnotwendigen Bedürfnissen orientierten Ausbildungsinhalten die angehenden Lehrer*innen selbst befragen.

Dass ein nicht unwesentlicher Anteil der Lehramtsanwärter*innen, also diejenigen, die das Thüringer Schulsystem gerade von innen kennenlernen oder kennengelernt haben, möglichst nicht in Thüringen als Lehrer*in arbeiten möchte, ist aus den Ergebnissen erkennbar. Daraus ergeben sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur Brüche in den Erwerbsbiografien der Lehramtsanwärter*innen, sondern auch vermeidbare finanzielle Belastungen für das Land Thüringen. Die ausbaufähige Attraktivität des Lehrer*innenberufs bei einem Teil der Lehramtsanwärter*innen kann mit den komplexen Anforderungen des Berufs, die aber zu spät erkannt wurden, zusammenhängen. Somit kann vermutet werden, dass vor Beginn der Ausbildung die falsche Berufs- bzw. Studienwahl getroffen wurde. Es ist jedoch nicht nur im individuellen Interesse der Lehramtsanwärter*innen und im allgemeinen Interesse der zukünftigen Schüler*innen, Kolleg*innen und Eltern, sondern vor allem auch im Interesse des Landes Thüringen, diese Quote möglichst gering zu halten. Es wäre somit ratsam, dass das Land Thüringen neben den bereits erwähnten oder noch im Detail darzustellenden inhaltlichen und strukturellen Verbesserungen den Berufs- bzw. Studienwahlprozess intensiver begleitet.

Handlungskompetenz im Schulalltag

Auf die Fragen, ob erlernt wurde, Entscheidungen zur Unterrichtsplanung und -durchführung fachlich, didaktisch und pädagogisch zu begründen, gaben nur wenige der Befragte an, dass dies überwiegend nicht oder gar nicht zutrifft.

Im Hinblick auf die möglichst große Praxisnähe der Lehrer*innenausbildung scheint es jedoch sinnvoll, den Blick zu weiten und u. a. auf das Erlernen von Kommunikationsstrategien für Gespräche mit Schüler*innen und Eltern (zwei zentrale und alltäglich benötigte Fertigkeiten in der Lehrer*innenarbeit) zu lenken.

Quelle: GEW Thüringen
Quelle: GEW Thüringen

Es ist erkennbar, dass die vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in allen Lehrplänen vorhandene und von den Lehrer*innen bei der Erteilung ihres Unterrichts eingeforderte Kompetenzorientierung bei der Ausbildung des eigenen Lehrer*innennachwuchses teils zu wenig Beachtung geschenkt wird. Dies trifft vor allem auf den Bereich der sozial-kommunikativen Kompetenz zu.

Im Bereich der pädagogischen Fertigkeiten ergeben sich durch die Antworten der Befragten weitere Möglichkeiten der Verbesserungen:

Quelle: GEW Thüringen
Quelle: GEW Thüringen

Die Befähigung zum Umgang mit Konflikten, die am Arbeitsort Schule in der Interaktion von Schulleitungen-Lehrer*innen-Schüler*innen-Eltern permanent und beinahe täglich auftreten, wird demnach in der Ausbildung tendenziell vernachlässigt. Und das, obwohl sie so wichtig für ein dauerhaft konstruktives Standing im komplexen sozialen Feld Schule und ebenso wichtig für reflektiertes berufliches Handeln ist.

Verbesserungspotenzial zeigt sich auch im Bereich der zu erwerbenden Sozial- und Selbstkompetenzen:

Quelle: GEW Thüringen
Quelle: GEW Thüringen

Auf der Ebene der persönlichen oder der Selbstkompetenz zeigten sich ebenfalls Defizite in der Ausbildung:

Quelle: GEW Thüringen
Quelle: GEW Thüringen

Beide auf dem Gebiet der Selbstkompetenz angesiedelten Fragen sind für die tägliche Arbeit von Lehrer*innen jedoch enorm wichtig. Gelingt es, mit dem Stress, der an jeder Schule vorhanden ist, konstruktiv umzugehen und das Berufs- und Privatleben ausgewogen zu gestalten, wirkt sich das auf die Gesundheit der Pädagog*innen dauerhaft positiv aus. Das Erlernen und das Beherrschen solcher Fertigkeiten ist somit gleichermaßen im Interesse von Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Wir schlagen daher vor, die Ausbildungsinhalte in beiden Phasen auf zentrale pädagogische, soziale und persönliche Kompetenzen, die für die alltägliche Arbeit bedeutsam sind, zu erweitern.

Belastungen und Zeitmangel

Die allgemeine Belastungssituation der Lehramtsanwärter*innen während ihres Vorbereitungsdienstes ist besorgniserregend. Hier einige Ergebnisse im Einzelnen:

Quelle: GEW Thüringen
Quelle: GEW Thüringen

In diese Fragen nach der allgemeinen Belastungssituation der Lehramtsanwärter*innen fließen neben speziellen Belastungen durch den Vorbereitungsdienst auch andere wie z. B. private Aspekte mit ein, aber die erhöhte Belastung wird von den Befragten mehrheitlich mit dem Vorbereitungsdienst verbunden. Es ist ablesbar, dass ein Großteil der Lehramtsanwärter*innen am Ende ihrer zeitlichen wie persönlichen Möglichkeiten hinsichtlich des Arbeitsaufwandes für den Vorbereitungsdienst steht. Die hohe Belastungssituation wird primär durch den Vorbereitungsdienst und signifikant weniger durch private Belastungen der Lehramtsanwärter*innen hervorgerufen/ begünstigt. Dies hängt eng damit zusammen, dass weder für die Erfüllung der Aufgaben aus dem Studienseminar ausreichend Zeit zur Verfügung steht noch dass die Arbeitsanforderungen an die Lehramtsanwärter*innen während der Prüfungsphasen angemessen sind.

Mit der hohen Belastungssituation geht das Empfinden von Stress und damit die Anfälligkeit für Krankheiten einher:

Quelle: GEW Thüringen

Ein Großteil der Lehramtsanwärter*innen, mithin jene, die erst am Beginn ihrer Lehrer*innenbiografie stehen, sind bereits so stressbelastet, dass sie öfter krank werden.

Ausbildungsgerechtigkeit

Durch die Antworten der Befragten wurde deutlich, dass die Lehramtsanwärter*innen aus den Seminarschulen bzw. Seminarschulverbünden ihre Betreuungs- und Lernsituation seitens der Seminarleitungen signifikant besser einschätzen. Dies könnte daran liegen, dass dort oftmals die Seminarleitungen und die Ausbildungsschule unter einem Dach organisiert sind, was zu kurzen Wegen und einer besseren Erreichbarkeit der Ausbilder*innen führt. Es scheint jedoch nicht sinnvoll, einen nur kleinen Teil der Lehramtsanwärter*innen zu privilegieren, stattdessen sollten allen angehenden Lehrer*innen gleiche Ausbildungsbedingungen geboten werden.

Empfehlungen der GEW Thüringen für die Lehrer*innenausbildung in Thüringen

Die Ergebnisse der Befragung deuten darauf hin, dass die Lehrer*innenausbildung in Thüringen von den Befragten als überwiegend gut eingeschätzt wird. Dazu beigetragen hat auch die GEW Thüringen, von deren Impulsen und Forderungen der letzten Jahre einige vom TMBJS und dessen Vorgängern umgesetzt wurden. Hierzu sei an die Angleichung der Dauer und der Gewichtung der ersten Phase für das Lehramt an Grundschulen an die anderen Lehrämter oder an die Erstattung von Reisekosten für Lehramtsanwärter*innen erinnert. Es sei darauf hingewiesen, dass sich einige der Forderungen und Verbesserungsvorschläge bereits in den Empfehlungen der Enquete-Kommission „Erziehung und Bildung in Thüringen“ aus dem Jahr 2003, so z. B. die schulstufenbezogene Ausbildung anstelle einer schulartenbezogenen, wiederfinden.

Zur Verbesserung der Lehrer*innenausbildung in Thüringen könnten eine Reihe von speziellen Maßnahmen hinsichtlich des Vorbereitungsdienstes und des Lehramtsstudiums ebenso bei wie allgemeine Maßnahmen zur Verbesserungen der Rahmenbedingungen des Thüringer Schulsystems beitragen. Dazu gehören bspw. Übernahmegarantien für die Absolvent*innen mindestens mittels befristeter Verträge, eine einheitliche tarifliche Eingruppierung, transparente und arbeitnehmerfreundliche Einstellungsprozedere, -fristen und -termine sowie eine ausgeprägte und positive Willkommenskultur an den Thüringer Schulen. Das TMBJS, dessen nachgeordnete Institutionen wie auch die GEW Thüringen und andere unterbreiten bereits jetzt über die formalen Ausbildungsinhalte hinaus Fort- und Weiterbildungsangebote, die in der Studie identifizierte Verbesserungspotenziale aufgreifen und damit einen Teil unserer Forderungen berühren (z. B. fakultative Angebote zur Elternarbeit, Informationsveranstaltungen an den Universitäten über den Übergang zum Vorbereitungsdienst).

Darüber hinaus hat die GEW Thüringen Diskussionen zur Lehrer*innenausbildung, in denen in demokratischer Weise Akteure aus allen drei Phasen beteiligt waren und sind, geführt und führt sie permanent. Dort wurden und werden Positionen, Empfehlungen und Forderungen erarbeitet, die in die Schlussbetrachtung ebenso einfließen wie die Befunde aus der vorgestellten Umfrage. Wir empfehlen daher:

  • Die Schaffung einer übergeordneten und von Hochschulen, Landesprüfungsamt und Studienseminaren unabhängigen Institution („Zentrum für Lehrer*innenbildung“) mit effektiven inhaltlichen wie personellen Kompetenzen zur Anleitung, Verknüpfung und Evaluation aller drei Phasen. Neben der verbindlichen Kooperation der an der Ausbildung beteiligten Einrichtungen in allen drei Phasen (inkl. der berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildung) könnte das Zentrum insbesondere die Evaluation der folgenden Punkte übernehmen.
  • Die konsequente Ausrichtung der ersten und der zweiten Phase der Ausbildung an der gewünschten und benötigten Handlungskompetenz. Dazu soll die Fragestellung „Welches Wissen, welche Fertigkeiten und welche Kompetenzen benötigen angehende Lehrer*innen im Schulalltag?“ normativ sein. Damit einhergehend und am Ziel einer inklusiven Schule orientiert sollte es eine Stärkung und Ausweitung förderpädagogischer Ausbildungselemente in den berufs- und allgemeinbildenden Schularten sowie anstelle einer schulartenbezogenen Ausbildung eine schulstufenbezogene (Primarschule, Sekundarschule, Berufsbildende Schule) geben. Noch besser wäre es, wenn dies innerhalb einer einphasigen Lehrer*innenausbildung stattfindet.
  • Die Sicherstellung von mehr Ausbildungsgerechtigkeit durch einen 24-monatigen Vorbereitungsdienst für alle Lehrämter. Dies könnte solange gelten, wie die zweiphasige Lehrer*innenausbildung in Thüringen existiert.
  • Die Sicherstellung von mehr Ausbildungsgerechtigkeit durch die Schaffung von zwei weiteren Studienseminaren, davon eines in Südthüringen und eines in Nordthüringen, in Letzterem könnten die dort befindlichen Seminarschulen und Seminarschulverbünde integriert werden. Dabei müsste an allen vier Studienseminaren ein besserer Betreuungsschlüssel im Verhältnis Fachleiter*innen zu Lehramtsanwärter*innen zustande kommen, als es in den Schularten Gymnasium, Regelschule und Grundschule an den Studienseminaren Erfurt und Gera aktuell ermöglicht wird.
  • Eine bessere und obligatorische Beratung und Orientierung im Berufs- und Studienwahlprozess der Lehramtsstudierenden durch verpflichtende Beratungsgespräche bzw. -verfahren, verpflichtende Gesundheitstests vor dem Studium und verpflichtendes Ausbildungsmodul zu psychosozialen Basiskompetenzen im ersten Studienjahr.
  • Die Schaffung einer größeren Transparenz gegenüber den Lehramtsstudierenden und Lehramtsanwärter*innen über zu erwartende Inhalte, Ablauf, Anforderungen, Bewertungskriterien und Bewertungen vor und während des Vorbereitungsdienstes. Die fachbegleitenden Lehrer*innen sollten ein Notenmitbestimmungsrecht haben und Teil des Prüfungsausschusses sein.
  • Die Senkung der zu hohen Belastungen und der höheren Krankheitsanfälligkeit durch die Rücknahme bzw. den Wegfall von Unterrichtsverpflichtungen während der Prüfungsphasen sowie durch die Ermöglichung von Teilzeit im Vorbereitungsdienst.
  • Die regelmäßige Durchführung der Befragung der Lehramtsanwärter*innen und anderer Akteure zur weiteren Evaluation der Lehrer*innenausbildung.

In der GEW Thüringen sind sowohl ein Großteil der aktuellen Lehramtsanwärter*innen als auch der jungen Lehrer*innen organisiert. Die GEW Thüringen ist daran interessiert, gemeinsam mit dem TMBJS einen Maßnahmeplan für kurz- wie langfristige Veränderungen der Lehrer*innenausbildung zu erarbeiten und bei der Umsetzung zu begleiten. 

Ausblick

Sich für gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen der Lehrsamtsanwärter*innen einzusetzen, ist und bleibt Ziel und Anspruch der GEW. Im Sinne einer Outputsteuerung gedacht war die Befragung der Lehramtsanwärter*innen nach der Qualität ihrer Ausbildung ein längst überfälliger Schritt und es bleibt unklar, warum dies nicht bereits durch die entsprechenden staatlichen Institutionen in systematischer Weise getan wurde. Letztlich sollen diese Umfrage und die Deutung ihrer Befunde zu einer Verbesserung der Lehrer*innenausbildung und damit indirekt auch zu besseren Arbeitsbedingungen an Thüringer Schulen führen. Die Umsetzung der – auf Grundlage der Umfrageergebnisse und der innerhalb der GEW Thüringen in den letzten Jahren geführten Diskussionen zur Lehrer*innenausbildung – entstandenen Empfehlungen werden wir systematisch erfragen und ggf. kritisch begleiten. Erste Schritte sind getan, so der Wegfall der unnötigen zweiten wissenschaftlichen Hausarbeit, viele weitere Schritte müssen jedoch folgen.

Jana Bonn
Ansprechpartner_in
Jana Bonn
Referentin für Bildung und Junge GEW
Heinrich-Mann-Str. 22
99096 Erfurt
0361 590 95 56
0178 929 89 54