GEW Thüringen - Medieninformationen https://www.gew-thueringen.de GEW Thüringen - Medieninformationen de-DE GEW Thüringen - Medieninformationen Mon, 12 Nov 2018 13:28:02 +0100 Mon, 12 Nov 2018 13:28:02 +0100 TYPO3 EXT:news news-15165 Sat, 27 Oct 2018 08:00:00 +0200 Lehrereinstellungen haben weiter oberste Priorität https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/lehrereinstellungen-haben-weiter-oberste-prioritaet/ Unterrichtsausfall erstmals in Abstimmung mit Bildungsgewerkschaften sowie Eltern- und Schülervertretung erfasst Berufliche Bildung Schule Bildung weiter denken Bildungsfinanzierung Bildungssystem Gute Arbeit Presse Förderschule Gymnasium Gemeinschaftsschule Regelschule Grundschule Thüringen news-15155 Thu, 25 Oct 2018 12:00:00 +0200 Erste Vereinbarungen zum neuen Personalentwicklungskonzept mit Bildungsministerium unterzeichnet https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erste-vereinbarungen-zum-neuen-personalentwicklungskonzept-mit-bildungsministerium-unterzeichnet/ Am 25. Oktober 2018 haben die Vorsitzenden der GEW, des tbb und des tlv erste Vereinbarungen des neu verhandelten Personalentwicklungskonzepts Schule unterzeichnet. Viele Ideen und Wünsche der Thüringer Lehrerinnen und Lehrer sind in diese Vereinbarungen eingeflossen bzw. milderten die ursprünglichen Pläne des Bildungsministeriums im Sinne guter Arbeitsbedingungen ab und sind daher ein Erfolg der Interessenvertretungen der der Beschäftigten. Studium Berufliche Bildung Schule Bildung weiter denken Bildungsfinanzierung Bildungssystem LehrerInnenbildung Gute Arbeit Presse Förderschule Gymnasium Gemeinschaftsschule Regelschule Grundschule Thüringen news-14985 Wed, 26 Sep 2018 11:00:00 +0200 Vor den Herbstferien: GEW-Schulleiter*innen ziehen Bilanz der ersten Wochen des Schuljahres 2018/19 https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/vor-den-herbstferien-gew-schulleiterinnen-ziehen-bilanz-der-ersten-wochen-des-schuljahres-201819/ GEW-Schulleiter*innen sehen deutliche Verbesserungsbedarfe und mahnen zeitnahe Verbesserungen an. Das betrifft neben dem Dauerthema des Lehrer*innenmangels vor allem das neu eingerichtete Schulbudget und den Datenschutz nach der EU-Datenschutz-Grundverordnung. Schulsozialarbeit Schule Bildungssystem Gute Arbeit Presse Schulhorte Förderschule Gymnasium Gemeinschaftsschule Regelschule Grundschule Thüringen news-14944 Sat, 22 Sep 2018 14:00:00 +0200 Kathrin Vitzthum bleibt Landesvorsitzende der GEW Thüringen https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/kathrin-vitzthum-bleibt-landesvorsitzende-der-gew-thueringen/ Auf der 9. Landesvertreterversammlung der GEW Thüringen, die seit dem 21. September 2018 in Suhl stattfindet, haben soeben die Delegierten die bisherige Landesvorsitzende Kathrin Vitzhtum in ihrem Amt bestätigt. Mit 89 Prozent der Stimmen erreichte sie ein hervorragendes Ergebnis, welches ihre bisherige Arbeit bestätigt und zugleich Auftrag für die nächsten vier Jahre ist. Schulsozialarbeit Studium Wissenschaft Kita Weiterbildung Berufliche Bildung Schule Bildung weiter denken GEW Presse Kita in freier Trägerschaft Schulhorte Förderschule Erzieher*innenbildung Gymnasium Gemeinschaftsschule Betriebsräte Regelschule Vorbildliche Bildungsräume Grundschule Personalräte Thüringen news-14915 Tue, 18 Sep 2018 13:00:00 +0200 Durchgesetzt! Regelschullehrer*innen werden ab 1.1.2020 wie ihre Gymnasialkolleg*innen bezahlt. https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/durchgesetzt-regelschullehrerinnen-werden-ab-112020-wie-ihre-gymnasialkolleginnen-bezahlt/ Auf der heutigen Regierungsmedienkonferenz wurde verkündet, dass die Regelschullehrer*innen in Thüringen ab dem 01.01.2020 in die Besoldungsgruppe A 13 bzw. in die Entgeltgruppe E 13 eingestuft werden und somit eine Gleichstellung mit ihren Kolleg*innen aus dem Gymnasium, den berufsbildenden Schulen und den Förderschulen erreicht wird. Damit wird der langjährigen Forderung der GEW, gleiches Geld für gleiche Arbeit, entsprochen. Studium Schule TV-L Beamte Presse Gymnasium Regelschule Thüringen news-14800 Fri, 07 Sep 2018 12:00:00 +0200 Erfolg der GEW Thüringen: Weiterer Schritt des Bildungsministeriums gegen den Lehrer*innenmangel an Regelschulen https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erfolg-der-gew-thueringen-weiterer-schritt-des-bildungsministeriums-gegen-den-lehrerinnenmangel-an/ Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) hat sein gegenüber der GEW Thüringen geäußertes Versprechen eingelöst und den Weg frei gemacht für die Übernahme von Lehrer*innen in das Beamtenverhältnis auf Probe, die die Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien abgelegt haben und sich bereit erklärt haben, an einer Regelschule tätig zu sein. Damit tragen diese Lehrer*innen maßgeblich dazu bei, den Lehrermangel an in dieser Schulart zu reduzieren. Bislang erfüllten sie mit der Ausbildung zum Gymnasiallehrer nicht die fachlichen laufbahnrechtlichen Voraussetzungen eines Regelschullehrers nach den Thüringer beamtenrechtlichen Bestimmungen und waren von der Verbeamtung deshalb ausgeschlossen.

Das TMBJS hat die Änderung der Thüringer Bildungslaufbahnverordnung nun vorgenommen.

Hiernach erwirbt die fachlichen Voraussetzungen für den Laufbahnzweig des Regelschullehrers auch, wer:

  1. die Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien bestanden hat oder über einen gleichwertigen Abschluss verfügt und
  2. erfolgreich eine hauptberufliche Tätigkeit von mindestens einem Jahr als Regelschullehrer an einer staatlichen Regelschule in Thüringen abgeleistet hat.

Somit können ab sofort diese Lehrer*innen an den Regelschulen verbeamtet werden.

„Wir bedauern allerdings, dass unser weitergehender Vorschlag aus unserer Stellungnahme zum Verordnungsentwurf  nicht aufgegriffen wurde. Während als Erprobungszeit sechs Monate für einen höher bewerteten Dienst reichen, soll die Befähigung für die nächstniedrigere Laufbahn erst nach einem Jahr anerkannt werden. Das ist schlichtweg unlogisch und eine ungleiche Behandlung der Kolleginnen und Kollegen“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW.

Folgende Bedenken sind hinsichtlich der jetzt in Kraft getretenen Verordnung aus Sicht der GEW Thüringen noch nicht aus dem Weg geräumt:

  • Die Bewährungszeit von einem Jahr stellt eine gewisse Hürde dar, da sich die Unterrichtstätigkeit des Lehrers auf das Schuljahr und nicht auf das Kalenderjahr bezieht. Damit würden Gymnasiallehrer*innen eine mehr als einjährige Bewährungszeit erbringen müssen, um die fachlichen Voraussetzungen zu erfüllen.
  • Für die bereits jetzt an den Regelschulen tätigen Gymnasiallehrer*innen ist ebenfalls zu prüfen, ob die Bewährungszeit von einem Schuljahr ausreichend für die Erfüllung der fachlichen Voraussetzungen und damit der Verbeamtung ist. Diese hätten sonst eine Wartezeit von anderthalb Jahren.

 

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14717 Thu, 30 Aug 2018 12:00:00 +0200 Wie gut ist die Lehrer*innenausbildung in Thüringen? Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage unter den Lehramtsanwärter*innen im Überblick https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/wie-gut-ist-die-lehrerinnenausbildung-in-thueringen-die-wichtigsten-ergebnisse-der-umfrage-unter-de/ Die GEW Thüringen befragte nach 2014 erneut die Lehramtsanwärter*innen (LAA) des Landes Thüringen zur Qualität ihrer bis dahin durchlaufenen Lehrer*innenausbildung. Im Zeitraum von 11. bis 30.04.2018 beantworteten 158 LAA den Fragebogen ganz oder teilweise, was einer Teilnahmequote von ca. 17,7 Prozent entspricht – damit sind die Ergebnisse repräsentativ. Zentralen Befunden wie die leichte Verbesserung bei der Belastung der Lehramtsanwärter*innen stehen weiterhin große Schwachstellen gegenüber – ungenügende Terminverzahnungen und mangelnde Vorbereitung auf den Berufsalltag sind zwei Beispiele davon. „Gut und realistisch vorbereitet zu werden auf den Lehrerberuf ist ein wichtiger Punkt, wenn es darum geht, dass die neuen Kolleginnen und Kollegen später gute Arbeit leisten können. Davon profitieren alle im System Schule – die Kinder und Jugendlichen, die Eltern und natürlich die Lehrerinnen und Lehrer selbst“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen, über den Grund, warum die Bildungsgewerkschaft diese großen und systematischen Umfragen durchführt.

Am 31.08.2018 stellt die GEW Thüringen die Studie zum Tag der offenen Tür in der Heinrich-Mann-Straße 22, Erfurt, ab 15 Uhr vor.

 

Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen und Empfehlungen für die Lehrer*innenausbildung

Bedeutsam für die Einstellungspolitik des Landes Thüringen bei den Lehrkräften ist die erneute Bestätigung (wie schon 2014), dass es einem Großteil der Lehramtsanwärter*innen (LAA) nur wenig auf die Verbeamtung ankommt. Sogenannte weiche Faktoren wie Familie, Freunde, Beziehungen sind deutlich wichtiger für die Entscheidung des zukünftigen Arbeitsortes, vor allem aber eine schnelle Zusage bei einer Bewerbung.

  • Struktur der Ausbildung

Für einen Großteil der Befragten ist die unfreiwillige Wartezeit auf den Beginn des Vorbereitungsdienstes (4-12 Monate nach dem Abschluss der 1. Phase) zu lang und dies vor allem bei Absolvent*innen der Universität Erfurt.

Empfehlung der GEW Thüringen: Die Termine zwischen der 1. Phase an der Uni Erfurt und der
2. Phase am Studienseminar müssen besser und überhaupt miteinander  verzahnt und aufeinander abgestimmt werden. Das Problem ist allen beteiligten Institutionen  (Bildungsministerium, Schulämter, Studienseminare, Universitäten) seit langem bekannt. Dazu ein LAA: „Start des Vorbereitungsdienstes sollte der Schuljahresbeginn sein. Es sollte ein nahtloser Übergang von Universität zu Vorbereitungsdienst möglich sein.“

Der Aussage „Die Trennung zwischen theoretischer und praxisdominierter Phase ist sinnvoll“
und „Die verschiedenen Ausbildungsphasen sind sinnvoll miteinander verbunden“ stimmen die LAA noch weniger zu als 2014. Dazu ein LAA: „Die Verantwortlichen im Studienseminar müssten sich mit unseren Studieninhalten auseinandersetzen. Über die Inhalte aus den allgemeinen Seminaren können wir nur den Kopf schütteln, weil wir das alles viel ausführlicher an der Uni gelernt haben.“

Empfehlung der GEW Thüringen: Auch inhaltlich sollten zwischen der 1. Phase der Lehrer*innenausbildung an der Universität und der 2. Phase am Studienseminar mehr und bessere Kooperationen und gegenseitige Bezüge stattfinden. Auch dieses Defizit ist seit Jahren bekannt und wird von uns erneut angemahnt.

  • Inhalte

Über 50 % der LAA fühlen sich durch den Vorbereitungsdienst nicht ausreichend mit Kommunikationsstrategien für Gespräche mit Schüler*innen ausgestattet und mehr als 60 % der LAA äußern dasselbe in Bezug zu Kommunikationsstrategien mit Eltern, mithin also auf zwei zentralen Feldern der Tätigkeit von Lehrer*innen an Schulen.

Empfehlung der GEW Thüringen: Die konsequente Ausrichtung der 1. und 2. Phase der Ausbildung an der gewünschten und benötigten Handlungskompetenz ist dringend geboten. Dazu müsste die Fragestellung „Welches Wissen, welche Fertigkeiten und welche Kompetenzen benötigen angehende Lehrer/innen im Schulalltag?“ normativ sein, denn es geht um das Fitmachen für den Berufsalltag und nicht allein um fachwissenschaftliche Kompetenzen, die weit über dem liegen, was an Schule tatsächlich benötigt wird.

  • Fachleiter*innen

Weniger als 20 % der LAA sagen, dass die Besprechungen der Unterrichtsstunden durch die Fachleiter*innen in Richtung der Stärken tendieren.  Der Aussage „Von meinen Fachleiter*innen wird Kritik konstruktiv geäußert“ stimmen dabei signifikant weniger LAA zu als 2014. Und: Der Aussage „In welchem Maß assoziieren Sie den Begriff ‚autoritär‘ mit den Unterrichtsbesuchen durch Ihre Fachleiter*innen?“ stimmen signifikant mehr LAA zu als 2014.

Empfehlung der GEW Thüringen: Der Umgang der Fachleiter*innen mit den LAA ist den Aussagen der Betroffenen nach teilweise verbesserungswürdig. Es kann vermutet werden, dass die Gründe hierfür im Bereich der Arbeitsbedingungen der Fachleiter*innen und im Bereich mangelnder Weiterbildungsmöglichkeiten liegen.

  • Belastungssituation

Insgesamt ist die Belastungssituation der LAA im Vorbereitungsdienst etwas weniger geworden (mehr Freizeit, mehr oder überhaupt Zeit für private Dinge). Der Aussage „Ich bin an der obersten Belastungsgrenze angelangt“ stimmen signifikant weniger LAA zu als 2014. Es kann ein Zusammenhang mit dem Wegfall der 2. Staatsexamensarbeit vermutet werden. Dieser Wegfall  war ein greifbares Ergebnis im Nachgang der LAA-Umfrage der GEW Thüringen aus dem Jahr 2014. Damals wurde an dieser Stelle eine besonders hohe, aber unnötige Belastung der LAA nachgewiesen. Das Bildungsministerium hat daraufhin diese unter den Fachleiter*innen und Studienseminarleiter*innen ob ihres nicht vorhanden wissenschaftlichen Wertes schon lange infrage gestellte Prüfung abgeschafft.

Dennoch fühlen sich über 70 % stark oder sehr stark durch den Vorbereitungsdienst belastet. Es schätzen über 60 % ein, das die durchschnittliche Stressbelastung im Vorbereitungsdienst stark bis sehr stark ist. Denn: Problematisch ist immer noch und vor allem die Prüfungsphase am Ende des Vorbereitungsdienstes. Über 60 % der LAA lehnen ab, dass die Arbeitsbelastung während der praktischen Prüfung angemessen sei. Ein ähnliches Bild ergibt sich zur Arbeitsbelastung zur mündlichen Prüfung, hier sagen das 66 % und 80 % der LAA sprechen sich dafür aus, dass die zu haltenden Pflichtstunden während der praktischen Prüfungsphase reduziert werden sollten. Dazu ein*e Lehramtsanwärter*in: „Eine Entlastung der LAA kann nur durch größere Zeitressourcen geschaffen werden. Routinen und Sicherheit an der eigenen Schule, die Vertrautheit mit dem Kollegium und der Seminarleitung, das Verständnis für komplexe soziale Strukturen (Kinder, Eltern, Erzieher, außerschulische Mitarbeiter,  ...) kann durch keine andere Zugangsform geschaffen werden.“

Der Normalfall während eines Studiums ist der Wegfall anderer Pflichten innerhalb des Prüfungssemesters, um sich vollständig auf die Prüfungen konzentrieren zu können. Das gibt es im Vorbereitungsdienst jedoch nicht. Von den LAA wird die Ableistung ihrer Unterrichtsverpflichtungen und die zeitgleiche Prüfungsvorbereitung und –durchführung erwartet. Freie Tage für die Prüfungsvorbereitungen gibt es nur in sehr begrenztem Maße und sind bei weitem nicht ausreichend. Eine sinnvolle Prüfungsvorbereitung ist daher nur in der Freizeit möglich, unnötig hohe Belastungen der angehenden LAA die Folge. Von ausgebrannten Berufseinsteiger*innen profitiert aber niemand, weder die Schüler*innen, die Eltern, die Kolleg*innen, die Familie und Freunde noch die/der Betroffene selbst.

Empfehlung der GEW Thüringen: Der begonnene Weg der Entlastung der LAA muss weiter gegangen werden. Eine „Normalisierung“ der Belastung in den Prüfungsphasen  im Sinne einer Möglichmachung der ausschließlichen Konzentration auf diese Prüfungen ist das Ziel.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14654 Mon, 20 Aug 2018 12:00:00 +0200 Ist das Ende des unsinnigen Personalabbaus bei den Thüringer Lehrkräften in Sicht? https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/ist-das-ende-des-unsinnigen-personalabbaus-bei-den-thueringer-lehrkraeften-in-sicht/ Die GEW Thüringen begrüßt die Überlegungen und Vorschläge der rot-rot-grünen Fraktionen des Thüringer Landtags, den geplanten Personalabbau im Lehrkräftebereich weiter auszusetzen und sogar grundsätzlich infrage zu stellen. „Das Signal wurde verstanden. Es müssen mehr Stellen ins System, das fordert die GEW Thüringen seit Jahren“, begrüßt Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen, den Vorstoß der Linksfraktion im Thüringer Landtag. Am Ende der vergangenen Woche äußerten sich dann auch die Bildungspolitiker*innen der Grünen und der SPD ähnlich hinsichtlich der Aussetzung des geplanten Stellenabbaus im Bereich des Thüringer Bildungsministeriums. Die Anerkennung des hohen Personalbedarfs im Bereich der Bildung, wie Dirk Adams von den Grünen betonte, ist eben auch eine Anerkennung der Realitäten und entsprechender Reaktion seitens der Politik. Damit treffen diese Überlegungen genau die Notwendigkeit, die von der Bildungsgewerkschaft immer wieder betont wurde.

Die ursprüngliche Planung des Finanzministeriums sah den weiteren Abbau von ca. 1.100 Stellen in den Jahren 2018 bis 2021 im Bereich des Bildungsministeriums vor – und das in Zeiten von Lehrer*innenmangel, Kürzungen von Stundentafeln und einer nicht eingelösten Unterrichtsgarantie.

„Das Personalentwicklungskonzept 2025 der Thüringer Landesregierung entpuppt sich nun als das, was wir immer kritisiert haben: Es ist ein Personalabbaukonzept, das uns zahlreiche befristete Stellen und damit unattraktive Bedingungen für die Bewerberinnen und Bewerber gebracht hat. Es ist jetzt an der Zeit, das zu ändern, der Vorstoß ist also ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so Vitzthum weiter.

Die GEW Thüringen wird die nun anstehenden Aushandlungen mit ihrer Expertise unterstützen und ihrerseits alles unternehmen, die Finanzministerin von dem Vorschlag zu überzeugen.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14597 Thu, 09 Aug 2018 13:00:00 +0200 Schuljahresauftakt: Thüringer Schüler*innen droht weiterhin Unterrichtsausfall https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/schuljahresauftakt-thueringer-schuelerinnen-droht-weiterhin-unterrichtsausfall/ Trotz erstmals und mit Erfolg durchgeführter Stellenbörsen, trotz jederzeit möglicher Einstellungen, trotz einer Rekordanzahl an Ersatz- und Neueinstellungen von Lehrer*innen gelingt es dem Bildungsministerium erneut nicht, den drohenden Unterrichtsausfall systematisch in den Griff zu bekommen. Dazu Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen: „Die Unterrichtsgarantie ist an vielen Schulen und in einigen Fächern leider weiterhin nur ein uneingelöstes Versprechen.“ Wie Bildungsminister Helmut Holter heute auf der Pressekonferenz erläuterte, gibt es für 70 unbefristete Stellen derzeit noch keine geeigneten Bewerbungen. Dazu noch einmal Kathrin Vitzthum: „Das zeigt offenbar, dass der Thüringer Schuldienst für viele nicht attraktiv genug ist. Die schlechtere Bezahlung von Grund- und Regelschullehrern spricht sich leider herum.“

Es gibt einen geringen Aufwuchs bei den Lehrer*innenstellen, der die bis Ende 2017 gerissenen personellen Lücken nicht annähernd ersetzt. Damit wird vielen Schulen die Möglichkeit genommen, den Unterricht so abzudecken, wie er nach den vom Bildungsministerium vorgegebenen Stundentafeln notwendig wäre. Es kommt somit zu geplanten Stundenausfällen, getarnt als Kürzungen der Stundentafeln, zu Klassenzusammenlegungen und zu höheren Klassenstärken.

Ein Aufwuchs wäre aus einem zweiten Grund ebenso dringend notwendig: Die Schüler*innenzahlen steigen in diesem Schuljahr gegenüber dem vorherigen um ca. 2.300. Das hieße, rund 100 Lehrer*innen zusätzlich einzustellen, um die Lehrer-Schüler-Relation stabil zu halten. In der Praxis wird seit 2018 jede*r abgehende Lehrer*in aber nur 1:1 nachbesetzt. Dazu noch einmal Kathrin Vitzthum: „Auch wenn diese Landesregierung deutlich mehr macht als ihre Vorgänger, halten wir es weiterhin für einen groben Fehler, das Personal an der Abgangszahl der Lehrerinnen und Lehrer auszurichten und nicht an der realen Schülerzahl.“

Der allergrößte Teil der befristeten Arbeitsverhältnisse wurden in unbefristete umgewandelt. Das begrüßt die GEW Thüringen ausdrücklich. Gleichzeitig bedeutet das aber, dass die Anzahl der neu als Lehrer hinzukommenden Personen sich um diese Anzahl reduziert.

Ein hausgemachtes Problem ist das im Vergleich zu anderen Bundesländern zu komplizierte und zu langwierige Einstellungsverfahren. Das führt letztlich dazu, dass beim Abspringen einer infrage kommenden Bewerberin / eines Bewerbers das ganze Verfahren von vorn gestartet werden muss. Der Zeitverlust ist immens.

Im Hortbereich gibt es massive Probleme, vor allem aufgrund der prekären Bedingungen mit Teilzeitquoten bei den Neueinstellungen von 60 Prozent und damit entsprechenden Gehältern. Das ist hoch unattraktiv und führt zum einen zu einer hohen Fluktuation bei den Erzieher*innen und zum anderen zu einem massiven Bewerber*innenmangel. In vielen Horten kann keine Rücksicht mehr auf besondere Schulkonzepte gelegt werden, es geht nur noch um die Grundabsicherung bzw. Kinderbeaufsichtigung.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14476 Fri, 29 Jun 2018 08:00:00 +0200 Bilanz des Schuljahres 2017/2018: Man war stets bemüht … https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/bilanz-des-schuljahres-20172018-man-war-stets-bemueht/ Betrachtet man das Engagement und die Bemühungen des Bildungsministeriums um eine Verbesserung der Bedingungen an Thüringer Schulen im abgelaufenen Schuljahr 2017/18, könnte man eine pädagogische Note 2 minus geben. Schaut man jedoch den teils erschreckenden Ist-Stand an, dann wird es auch unter dem neuen Bildungsminister Holter nicht besser als eine 3 minus. Die Kolleg*innen an den Thüringer Schulen gehen überwiegend erschöpft in die Sommerferien. Die Hoffnung auf bessere Arbeitsbedingungen und damit auf bessere Bedingungen für die Schüler*innen ist vor allem bei den älteren Kolleg*innen einer spürbaren Resignation gewichen. Enttäuscht sind vor allem die befristet Beschäftigten, deren Verträge auslaufen und die bei der Einstellungsrunde nicht berücksichtigt wurden. Und enttäuscht sind vor allem auch viele Schulleitungen, die nicht wissen, ob ihre aktuellen oder seit Jahren gemeldeten Bedarfe gedeckt werden können.

Die GEW Thüringen muss leider konstatieren, dass der Unterrichtsausfall nicht effektiv verhindert wurde bzw. werden konnte. Kürzungen der Stundentafeln oder Mehrarbeit für die Lehrer*innen waren die Folge. Nicht zufällig stieg die Zahl der Langzeitkranken auf einen neuen Höchstwert von 1.078  an. Dieser hohe Stand an Langzeitkranken ist eines der größten Probleme der Thüringer Schule. Bereits 2013 wurde u.a. mit der GEW Thüringen die unbefristete Einstellung von Vertretungslehrer*innen vereinbart, aber auch in diesem Schuljahr nicht in die Praxis umgesetzt. Die Reserve gibt es nur auf dem Papier, die bisher eingestellte Anzahl der Vertretungslehrer*innen ist schlichtweg zu gering.

„Hinzu kommt ein weiteres hausgemachtes Problem: Die Anzahl der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter wurde trotz Lehrkräftemangels immer noch nicht erhöht. Kurzfristiges Sparen trotz Rekordeinnahmen des Landes geht hierlangfristig auf Kosten der Gesellschaft, da hatten wir von dieser Landesregierung deutlich mehr erwartet“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen.

Positiv bleibt zum Schuljahr 2017/18 zum Beispiel die verbesserte Kommunikationskultur mit der Diskussion zum Thüringenplan zu nennen. Die Foren und Werkstätten sind bei Kolleg*innen, Eltern, Schüler*innen gut angekommen, erste Entscheidungen sind gefallen. Die Auswirkungen werden nicht sofort spürbar sein, aber es sind Schritte in die richtige Richtung. Die deutliche Erhöhung der finanziellen Mittel für Schulbauten hebt diese Landesregierung deutlich positiv ab von Vorgängerregierungen.

Die GEW Thüringen bewertet weiterhin positiv, dass sich das Bildungsministerium nun endlich gegenüber dem Finanzministerium durchsetzen konnte und seit dem 01.01.2018 eine 1:1-Nachbesetzung gilt – wenn auch leider nicht immer an derselben Schule. Wir hoffen, dass das Instrument der unterjährigen Einstellung im nächsten Schuljahr besser greifen wird als zuletzt. Dennoch bleibt die Lage kritisch: die Personalbedarfe der letzten Jahre, die viele Schulen vor sich her schleppen, werden damit nicht gestopft. Dies und die nach wie vor steigenden Schüler*innenzahlen führen bei dieser Art der 1:1-Ersatzeinstellung zu einer sich verschlechternden Schüler-Lehrer-Relation. Das ist insbesondere für die Lehrkräfte, Schüler*innen und Eltern in den großen Stadtschulen äußerst bitter.  

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14364 Thu, 14 Jun 2018 10:00:00 +0200 Ausbau der Lehramtsausbildung nur mit besserem Status der Fachleiter*innen: Thüringen darf nicht weiter am falschen Ende sparen! https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/ausbau-der-lehramtsausbildung-nur-mit-besserem-status-der-fachleiterinnen-thueringen-darf-nicht-wei/ Die GEW Thüringen und der Thüringer Landesvorstand des Bundesarbeitskreises der Seminar- und Fachleiter*innen e. V. (BAK), der lehramtsübergreifend die Interessen der Zweiten Phase der Lehrerbildung vertritt, unterstützen die Forderung der Petition an den Thüringer Landtag vom 16. Januar 2018. Diese Petition hat zum Ziel, für die Thüringer Fachleiter*innen Funktionsstellen im Besoldungsgesetz festzuschreiben und wird am 15. Juni 2018 um 14 Uhr im Thüringer Landtag behandelt. Eine große Anzahl von Lehrkräften wird in den nächsten Jahren in den Ruhestand eintreten, gleichzeitig steigen die Schüler*innenzahlen. Dadurch entsteht ein wachsender Bedarf an neu einzustellenden Lehrkräften, die u. a. an den Studienseminaren ausgebildet werden müssen. Die dort zuständigen Fachleiter*innen gewährleisten in Thüringen eine 12-, 18 oder 24-monatige Ausbildung von Lehramtsanwärter*innen in allen Schularten im Rahmen der Zweiten Phase der Lehrerausbildung. Sie leisten somit einen wesentlichen Beitrag und es kommen auf sie wachsende Ansprüche und Aufgaben zu, die zu erheblichen Belastungen innerhalb des Ausbildungssystems der Zweiten Phase führen werden.

Dabei unterscheidet sich das Aufgabenprofil der Fachleiter*innen erheblich von dem der Lehrkräfte: Es beinhaltet -neben der eigenen Unterrichtstätigkeit, die fachlich kompetente Ausbildung der zukünftigen Lehrkräfte in Ausbildungsveranstaltungen und Projekten sowie die Beratung und Begleitung dieser im Rahmen von Unterrichtsbesuchen, Ausbildungsgesprächen und Prüfungen. Die Tätigkeit der Fachleiter*innen ist unabhängig von der Schulform identisch. Alle Lehrämter arbeiten auf derselben Ausbildungsgrundlage (ThürAZSTPLVO, Ausbildungs-curricula).

Derzeit werden sie jedoch wie andere Lehrkräfte ihrer jeweiligen Schulart, also verschieden,  vergütet und erhalten eine nicht ruhegehaltsfähige Zulage. Die GEW Thüringen und der BAK Thüringen fordern daher die Schaffung von Funktionsstellen für Thüringer Fachleiter*innen, die für alle Lehrämter gleich besoldet werden sollten sowie ein, auch für Pensionsbezüge relevantes, Beförderungsamt.

 

Über den Bundesarbeitskreises der Seminar- und Fachleiter*innen e. V. (BAK):
Der Bundesarbeitskreis der Seminar- und Fachleiter/innen (BAK-Lehrerbildung) versteht sich als Forum, Interessenvertretung und Fortbildungsorgan aller in der Zweiten Phase der Lehrerausbildung Beschäftigten. Dazu gehören Seminar- und Fachleitungen ebenso wie Lehrbeauftragte bzw. Seminarlehrer. Wir treten bundesweit und in unseren Landesverbänden für eine qualitativ hochwertige Lehrerausbildung in allen Schularten ein.

Kontakt zum BAK Thüringen:
Heike Scheika
Landessprecherin
Auf dem Scheitberg 45 / 07589 Bocka
Telefon: 0365 8223 1927
Mobil: 0170 801 0045
E-Mail: scheika.bak.thueringen(at)web(dot)de

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14344 Tue, 12 Jun 2018 14:00:00 +0200 Das Bundesverfassungsgericht hat geurteilt: Beamtinnen und Beamte dürfen auch weiterhin nicht streiken https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/das-bundesverfassungsgericht-hat-geurteilt-beamtinnen-und-beamte-duerfen-auch-weiterhin-nicht-streik/ Die Richterinnen und Richter des Bundesverfassungsgerichtes haben heute, dem 12. Juni 2018, die Verfassungsbeschwerden der vier Lehrerinnen und Lehrer, die die GEW vertritt, zurückgewiesen. „Das ist ein Schwarzer Tag für Demokratie und Menschenrechte“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag in Karlsruhe in einer ersten Reaktion. Aus dem heute verkündeten Urteil geht hervor, dass Beamtinnen und Beamte sich in Deutschland zwar in Gewerkschaften zusammenschließen, aber eben nicht streiken dürfen. Das höchste deutsche Gericht hält das für verfassungsgemäß. Das Grundrecht auf Koalitionsfreiheit fände eine Schranke in den sogenannten „hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums“, begründete der Präsident des Gerichts, Andreas Voßkuhle, das Urteil.

„Das Gericht schreibt damit die bisherige Rechtsprechung fest und macht damit einen Rückschritt ins vergangene Jahrhundert. Im Gegensatz zum Bundesverwaltungsgericht sieht das Verfassungsgericht weder eine Kollision zwischen deutschem und internationalen Recht noch eine Kollision in der deutschen Rechtsprechung“, sagte Tepe und kündigte an, dass die GEW das Urteil jetzt eingehend prüfen und dann über die weiteren Schritte entscheide werde.

Statement der GEW Thüringen zum Verfassungsgerichts-Urteil:

„Das Urteil wird uns nicht davon abhalten, weiterhin tatkräftig für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu kämpfen“, zeigte sich die GEW-Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum überzeugt. „Auch in Thüringen werden die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte seit Jahren durch immer mehr Aufgaben verschlechtert. Über die Besoldung und damit auch über die zeit- und inhaltliche Übertragung von Tarifergebnissen auf Beamtinnen und Beamte entscheidet nach wie vor allein der Gesetzgeber. Deshalb wäre das Streikrecht enorm wichtig gewesen. Denn es hätte die Möglichkeit bedeutet, sich effektiv gegen Verschlechterungen zur Wehr setzen zu können“, sagte Vitzthum.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14269 Tue, 29 May 2018 14:00:00 +0200 Arbeitsprogramm Zukunft Schule: Das Finanzministerium macht die Schulpolitik, so reicht es eben nur für eine halb gute Schule https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/arbeitsprogramm-zukunft-schule-das-finanzministerium-macht-die-schulpolitik-so-reicht-es-eben-nur/ Heute hat das Kabinett der Thüringer Landesregierung den „Thüringenplan. Für eine gute Zukunft unserer Schulen“ beschlossen. Die GEW Thüringen begrüßt die Bemühungen des Bildungsministeriums um die Verbesserung der Situation an den Thüringer Schulen – und dennoch ist es kein großer Wurf. Gegenüber der Ursprungsvariante ist es deutlich weich gespült und bietet keine Planungssicherheit und auch wenig Entwicklungsperspektiven für Lehrerinnen und Lehrer, die die Gegenwart schon unter großen Belastungen stemmen. „Damit ist es lediglich ein Arbeitsprogramm für eine halb gute Schule“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. In vielen Werkstätten haben sich Pädagog*innen, Eltern, Schüler*innen, Vertreter*innen des Bildungsministeriums und der Schulträger zur Weiterentwicklung der Thüringer Schulen verständigt, teils gestritten, teils gerungen. Nun zeigt sich, dass das gesammelte Wissen um die wirklich drängenden Fragen zwar im Bildungsministerium auf durchaus offene Ohren stoßen, aber offenkundig nicht im Finanzministerium. Das Festklammern am Ziel der schwarzen Null erweist sich damit wieder einmal als Hindernis für eine gute Schule.

Insbesondere die Streichung der ursprünglich vorhandenen Verfahrensvorschläge zur Einrichtung einer effektiven und an den Schulen wahrnehmbaren Vertretungsreserve – hier war von einer Zielmarke von 550 Vollzeitstellen die Rede - wird von der GEW Thüringen deutlich kritisch beurteilt. In den parallel laufenden Verhandlungen zum Personalentwicklungskonzept zwischen dem Bildungsministerium und den Gewerkschaften und Verbänden wird aktuell über die Errichtung einer Vertretungsreserve von 10 % des Personalbestands an Lehrkräften diskutiert – und ist damit orientiert am tatsächlichen Landzeitkrankenstand. Das kostet Geld, und weil das so ist, hat sich erneut das Finanzministerium durchgesetzt und kurzerhand diese Maßnahme gestrichen. Jetzt ist weder von mobiler noch von schulinterner Reserve die Rede, dazu noch einmal Kathrin Vitzthum: „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Lehrkräfte und der Eltern, die damit die Hoffnung auf Entlastung und eine besseren Unterrichtsabsicherung verbunden hatten.“

Weiterhin fehlt im Arbeitsprogramm die konkrete Ankündigung der dringend notwendigen Erhöhung der Ausbildungskapazitäten von 500 auf 600 Lehramtsanwärter*innen pro Jahr, denn mittlerweile werde diese nicht mehr „angestrebt“, sondern nur noch „geprüft“. Auch das würde Geld kosten, auch hier ist zu vermuten, dass dies der Grund für die Abkehr von diesem Vorhaben ist.

Darüber hinaus gibt es nunmehr keine Festlegung, dass den Lehrkräften die geleistete Mehrarbeit von der ersten Stunde an vergütet werden kann, wenn die Schulleitung diese angeordnet hat. Im Rahmen des Schulbudgets war noch in der Arbeitsfassung davon die Rede. Nun ist diese Möglichkeit gestrichen, denn auch das kostet Geld.

Enttäuschend ist der nun fehlende Hinweis auf die zukünftig notwendige Erhöhung der Einstufung von Grundschullehrer*innen in die A 13 bzw. E 13. Ein „konkurrenzfähiges Besoldungssystem“ ist zwar das Ziel, aber erreicht wird es so in Thüringen nicht. Denn: Auch das kostet Geld.

Die Frage der Mindestschulgrößen und der Ausweg von Schulkooperationen sieht die GEW Thüringen nicht pauschal, aber punktuell weiterhin kritisch, denn: „Bei Kooperationsmodellen müssen entweder die Schülerinnen und Schüler transportiert werden oder die Lehrerinnen und Lehrer pendeln zwischen den Standorten hin und her. Aber Schule findet nicht auf der Straße statt!“, so Kathrin Vitzthum. Die Schulgrößen sind nach einer ersten Einschätzung zu niedrig definiert, hier müssen unbedingt noch konkrete Regelungen zu Sozialraum, Inklusion- und Migrationsquoten definiert werden sowie die besonderen Bedingungen im ländlichen Raum auch für die Regelschulen und Gymnasien berücksichtigt werden.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14130 Fri, 04 May 2018 08:00:00 +0200 Konferenz zur Arbeitszeit der GEW Thüringen: Wie das Bildungsministerium der Unterrichtsgarantie näher kommen könnte https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/konferenz-zur-arbeitszeit-der-gew-thueringen-wie-das-bildungsministerium-der-unterrichtsgarantie-naeh/ Am 3. Mai 2018 fand in Erfurt die von der GEW Thüringen organisierte Konferenz zur Arbeitszeit statt. Knapp 50 Lehrerinnen und Lehrer aus allen Teilen Thüringens und aus den verschiedenen Schularten waren der Einladung gefolgt. „Die Lehrkräfte an den Thüringern Schulen erleben die Auslegung der Regelungen zu Arbeitszeit und Mehrarbeit zugunsten der Unterrichtsabsicherung zu ihren Lasten. Wir raten dem Bildungsministerium dringend, die Arbeitszeitregelungen, die nicht nur die Pflichtstunden in den Blick nehmen dürfen, auf den Prüfstand zu stellen. Nur so gelingt es, den überhohen Langzeitkrankenstand zu verringen und somit der versprochenen Unterrichtsgarantie näher zu kommen“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer setzten sich auf dieser Arbeitszeitkonferenz mit einer aktuellen Studie der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Georg-August-Universität Göttingen zum Thema Arbeitszeit von Lehrkräften auseinander. Die Expertise, erstellt von Thomas Hardwig und Frank Mußmann im Auftrag der Max-Träger-Stiftung, zu den Zeiterfassungsstudien der Arbeitszeit von Lehrkräften in Deutschland hat u.a. Folgendes ergeben:

  • Die Arbeitszeit von Lehrkräften, und damit ist nicht nur der eigentliche Unterricht gemeint, ist gerichtsfest bestimmbar.
  • Im Vergleich der betrachteten 20 Arbeitszeitstudien ist festzustellen, dass die Ergebnisse auf alle Lehrkräfte in Deutschland anwendbar sind.
  • Lehrkräfte arbeiten in Deutschland länger als andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst, auch unter Einbeziehung von Ferienzeiten.
  • In Unterrichtswochen kommen Lehrkräfte oftmals und das über längere Zeiträume hinweg auf über 48 Stunden.
  • Sieben-Tage-Wochen, Zeitdruck und fehlende Erholungsmöglichkeiten am Tag führen  langfristig zu einer permanenten Überbelastung und damit zu einem hohen Gesundheitsrisiko.

Die GEW Thüringen fordert aus diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus das Bildungsministerium erneut auf, das Thema Arbeitszeit unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsbelastung aufzugreifen. Von den an der Arbeitszeitkonferenz teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrern wurden zudem eine ganze Reihe ganz praktischer Möglichkeiten zur Verringerung der Arbeitsbelastung gemeinsam erarbeitet. Die notwendigen Entlastungen für die Lehrkräfte müssen schnellstmöglich umgesetzt werden, denn ohne Entlastungen wird der Krankenstand weiter steigen, für die Schüler*innen bleibt zu wenig Zeit und die Qualität des Unterrichts und der Erziehung wird weiter absinken. Mögliche Entlastungen wären die Schaffung von Anrechnungsstunden für besondere Tätigkeiten, die Reduzierung der Pflichtstundenzahl oder die Erhöhung der Anzahl der Klassenleiterstunden.

Die Wertschätzung der Arbeit der Pädagog*innen in den Schulen durch das Land Thüringen als ihren Arbeitgeber bzw. Dienstherrn bedeutet eine realistische Betrachtung ihrer Arbeitszeit. Die Förderung von Teilzeit als Entlastung für die Lehrkräfte  muss endlich ermöglicht werden, auch unter Beachtung der Tatsache, dass bei Teilzeitbeschäftigten die unteilbaren Aufgaben (z. B. Klassenfahrten, Klassenleiterstunden) entsprechend zu berücksichtigen sind. Besser in Teilzeit als langzeitkrank.

Zusätzliche Belastungen durch interpretierbare Regelungen zur Arbeitszeit und Mehrarbeit müssen zeitnah abgebaut werden. Die Praxis der Mehrarbeit als unentgeltlicher  Pflichtstundenerhöhung und die damit verbundenen Verschleierungstatbestände gilt es zu ändern. Lösungen, die die GEW Thüringen dem Bildungsministerium vorgeschlagen hat, wären beispielsweise die Schaffung von Arbeitszeitkonten und die planmäßige Mehrarbeit auf freiwilliger Basis. Der Teufelskreis aus Abgeltung von Mehrarbeit durch Zeitausgleich, der wiederum Unterrichtsausfall oder Mehrarbeit produziert, muss durchbrochen werden. Mehrarbeit ist zu vergüten und das ab der ersten angeordneten Stunde. Die Schulaufsicht hat dafür Sorge zu tragen, eine verkappte Pflichtstundenerhöhung zu verhindern, indem es keine  regelmäßige Anordnung von abgeltungsfreier Mehrarbeit gibt.

Eine effektive und an den Schulen wahrnehmbare Personalreserve zur Vermeidung von Unterrichtsausfall ist zu schaffen.

Die Umsetzung der Rahmendienstvereinbarung zum Gesundheitsmanagement sollte eine Pflichtaufgabe der Schulaufsicht auf allen Ebenen werden und entsprechend personell wie finanziell abgesichert sein. Zur Umsetzung gehört, dass Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt und daraus entsprechende Maßnahmen abgeleitet und kontrolliert werden.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14083 Fri, 27 Apr 2018 11:00:00 +0200 Offener Brief der Lehrerinnen und Lehrer eines Thüringer Gymnasiums: Hilferuf an das Bildungsministerium https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/offener-brief-der-lehrerinnen-und-lehrer-eines-thueringer-gymnasiums-hilferuf-an-das-bildungsministe/ Am 16. April 2018 und damit wenige Tage vor den beginnenden Abiturprüfungen wendeten sich die Lehrer*innen eines Gymnasiums aus Thüringer mit einem offenen Brief an den Hauptpersonalrat Schule im Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS), an die Thüringer Staatskanzlei und an die bildungspolitischen Sprecher*innen. Dieser offene Brief ist ein lauter Hilferuf in Sachen Arbeitszeit und Mehrbelastung. Die GEW Thüringen sieht darin einen deutlichen Ausdruck veralteter und unzuverlässiger Regelungen auf dem Rücken der Lehrer*innen und hat dem Bildungsministerium bereits signalisiert, an der Lösung der Probleme vor Ort als Vermittler mitzuarbeiten. In diesem Brief machen sie auf die dauerhaften Belastungen der Kolleg*innen aufmerksam. „Wir werten dieses Schreiben als weiteren Beleg dafür, dass die Praxis im Umgang mit den bestehenden  Arbeitszeit- und Mehrarbeitsregelungen der Thüringer Lehrkräfte mitunter an die Grenzen der Belastbarkeit der Kolleg*innen führt und  deshalb die Regelungen selbst dringend verbessert werden müssen. Das ist ein wichtiger Schritt, um den hohen Langzeitkrankenstand in den Griff zu bekommen“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Und weiter: „Wir hoffen immer noch, dass die von Bildungsminister Holter versprochene Änderung in der Kultur des Umgangs mit Problemen seitens des Ministeriums und der Schulämter tatsächlich greift und der Überbringer der schlechten Nachricht nicht für diese verantwortlich gemacht wird. Wer einen Hilferuf absetzt, dem muss geholfen werden und der darf nicht stattdessen sanktioniert werden.“

Seit vielen Jahren weist die GEW Thüringen das Bildungsministerium darauf hin, dass die Regelungen zur Arbeitszeit und zur Mehrarbeit nicht nur präzisiert werden müssen, sondern dass aufgrund der Unklarheiten vielerorts an den Schulen von den Lehrer*innen mehr gearbeitet wird als vertraglich geregelt – und damit auch mehr als bezahlt. Die damit verbundene Verdichtung der Arbeit und der damit einhergehende Stress sind wohl eine der Ursachen für den hohen Langzeitkrankenstand und für die weitverbreitete Unzufriedenheit an den Schulen. Im November 2017 unternahm das TMBJS den Versuch, hier Klarheit hineinzubringen. Die GEW Thüringen unterstützte das und klärte ihre Mitglieder vor allem über die Frage auf, was genau denn Unterricht ist und wann genau Mehrarbeit entstehen kann. Genau hier gehen die Auffassungen auseinander. Diese Differenzen müssen im Interesse der Lehrer*innen aufgeklärt werden, damit  es gerade nicht zu ungerechtfertigter und letztlich nicht bezahlter Mehrarbeit kommt. Hier brauchen die Lehrer*innen und besonders die Schulleiter*innen verlässliche Regelungen an die Hand. Und genau darauf machten die Lehrer*innen im offenen Brief aufmerksam, wenn sie schreiben:

„Führt ein Lehrer am Gymnasium in der Zeit der ersten acht Unterrichtsstunden eines Schultages Aufsicht in Abiturprüfungen und kann deshalb in dieser Zeit seine an diesem Tage zu haltende planmäßig vorgesehene eine Unterrichtsstunde nicht halten, gilt diese eine Unterrichtsstunde … als gehalten. Klargestellt wird, dass ihm in diesem Fall eine - nicht acht - Unterrichtsstunden angerechnet werden.“ Das bedeutet in der Praxis, dass eine Lehrerin/ein Lehrer also acht Unterrichtsstunden arbeitet, aber nur eine bezahlt bekommt. Die Unlogik zu Lasten der Lehrer*innen ist offensichtlich – und letztlich nur ein Beispiel von vielen unklaren oder ungerechtfertigten Regelungen.

Oder um es noch deutlicher mit den Worten eines Kollegen dieses Gymnasiums  auszudrücken: „Am 27. April ist Deutsch-Abi, bis zur Abgabe der zweifach korrigierten Arbeiten haben die Kolleg*innen bis zum 24. Mai Zeit (an unserer Schule müssen die Erstkorrektoren auch die Zweitkorrektur stemmen, um ein ‚hohes Maß an Objektivität zu gewährleisten‘.) Sie haben also 40 Aufsätze in 27 Tagen (davon 12 reguläre halbe Arbeitstage, wenn man unterstellen würde, dass eine Lehrkraft an den Wochenenden und Feiertagen nicht arbeiten würde) neben der vollen Stelle zu korrigieren und sich mit ihrem Zweitkorrektor abzustimmen. In dieser Zeit liegt auch noch der Hauptprüfungstag für das mündliche Abitur. Wenn man pro Aufsatz mit 3 h rechnet, kann sich jeder selbst ausrechnen, wie bekömmlich das für die Gesundheit und das Wohlwollen der Kolleg*innen ist.“

Die GEW Thüringen sieht hier einen hohen Handlungsbedarf, um zu einheitlichen, verlässlichen und verbindlichen Regelungen zu kommen, die auch die Ergebnisse moderner Arbeitszeitstudien berücksichtigen. Es ist offensichtlich, dass die Frage der Arbeitszeit in Zeiten der demografischen Entwicklung im Lehrerkollegium, Stichwort Überalterung, eine immer größere Bedeutung bekommt. Deshalb lädt die GEW Thüringen alle daran interessierten Kolleg*innen zur „Konferenz zur Arbeitszeit/Mehrarbeit“ ein. Sie findet am Mittwoch, den 03.05.2018, 15:00 bis 18:00 Uhr, in der Alten Parteischule Erfurt, Hörsaal 3, Werner-Seelenbinder-Straße 14, 99096 Erfurt, statt.

Auf dieser Konferenz sollen Konsequenzen aus den Arbeitszeitstudien gezogen, mögliche Entlastungen diskutiert und erarbeitet werden, denn die Lehrkräfte arbeiten nachweislich länger als andere Beschäftigte. Problematisch ist: Es fehlen Erholungsmöglichkeiten zwischen den Unterrichtsstunden, die Sieben-Tage-Woche ist in der Schulzeit quasi obligatorisch und die Entgrenzung der Arbeitszeit ist fast die Regel. Selbst unter Einbeziehung der Ferienzeiten, die zumeist erhebliche Arbeit zu Hause bedeuten, kommen die Lehrkräfte im Mittel auf 48 Stunden und 18 Minuten – bei einer Bezahlung von 40 Stunden pro Woche. Seit rund 20 Jahren werden den Lehrkräften immer mehr Aufgaben angewiesen, die Pflichtstundenzahl wurde aber nicht entsprechend reduziert. Die Gesundheitsrisiken sind inzwischen immens, der hohe Langzeitkrankenstand spricht Bände.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14056 Tue, 24 Apr 2018 15:00:00 +0200 Erfolgreiche Petition: Viele Thüringer*innen wollen bessere Bezahlung der Grund- und Regelschullehrkräfte https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erfolgreiche-petition-viele-thueringerinnen-wollen-bessere-bezahlung-der-grund-und-regelschullehrk/ Eine am 12. März 2018 auf der Plattform des Thüringer Landtags veröffentlichte Petition „A 13 bzw. E 13 für alle Lehrämter“ hat in der sechswöchigen Laufzeit das für eine öffentliche Anhörung erforderliche Quorum von 1.500 Mitzeichnern deutlich überschritten. Insgesamt zeichneten 2.041 Personen die von der GEW Thüringen unterstützte Petition, nach Angaben der Landtagsverwaltung liegen weitere 200 Unterschriften dem Petitionsausschuss vor. „Das ist ein klares Signal, dass die Forderung nach gleicher Bezahlung für gleichwertige Arbeit berechtigt und gewollt ist“, kommentiert Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen den Zwischenbericht. „Mit unserer Kundgebung am morgigen Mittwoch werden wir das Anliegen direkt vor den Thüringer Landtag bringen. Es geht um Wertschätzung und die Anerkennung sich verändernder Ausbildungsinhalte und Tätigkeiten. Kleine Beine – kleines Gehalt, das ist schon lange nicht mehr zeitgemäß!“

Die Kundgebung „Ja 13 für alle“ der GEW Thüringen findet am 25. April 2018 von 16:00 bis 17:30 Uhr vor dem Thüringer Landtag statt. Bildungsminister Helmut Holter hat seine Teilnahme zugesagt. Solidarisch zeigt sich der DGB-Bezirk Hessen-Thüringen durch die Teilnahme des stellvertretenden Vorsitzenden, Sandro Witt.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-13937 Tue, 17 Apr 2018 08:00:00 +0200 Gewalt gegen Lehrer*innen: Hilfe statt Schuldzuweisung ist notwendig https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gewalt-gegen-lehrerinnen-hilfe-statt-schuldzuweisung-ist-notwendig/ „Die Gewaltbereitschaft nimmt zu, der Weg von verbaler zu körperlicher Gewalt scheint immer kürzer zu werden und das unabhängig von der Schulart“, konstatiert Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen nach der Veranstaltung am Abend des 12. April 2018. Heike Schiecke, Juristin der GEW-Rechtsstelle und Kai Christ, Landesvorsitzender der GdP Thüringen hatten zu einem vertrauensvollen Gespräch in die GEW-Landesgeschäftsstelle eingeladen. Die Lehrer*innen konnten aus eigenem Erleben bestehende Ängste und Sorgen berichten, Erfahrungen austauschen und eine Menge Fragen loswerden: Wie erkenne ich Gefahrensituationen? Wie kann ich mich selbst wehren? Welche Rechte habe ich? Wie erstatte ich Anzeige und was kommt nach einer Anzeige auf mich zu? Darf die Polizei in die Schule gerufen werden? Wie schaffe ich nach Gewalt den Weg zurück in den Alltag Schule?

„Beleidigungen, aber auch Gewaltandrohungen seien mittlerweile an der Tagesordnung.  Gewalttätige Übergriffe geschehen oft dann, wenn Lehrerinnen und Lehrer körperliche Auseinandersetzungen zwischen Schülerinnen und Schülern schlichten wollen“, fasst der GdP-Landesvorsitzende die Gesprächsrunde zusammen. Die Juristin der GEW Thüringen resümiert, dass Lehrer*innen eine umfassende Unterstützung brauchen und verweist auf die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

Lehrer*innen, die Gewalt erfahren haben, brauchen ebenso wie Langzeiterkrankte eine Unterstützung durch Maßnahmen des Gesundheitsmanagements und erleichterten Zugang zum schulpsychologischen Dienst. Wichtig ist aber auch, Lehrer*innen auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche hinzuweisen.

Schulleiter*innen sind verpflichtet, besondere Vorkommnisse zu melden. Hier muss jedoch ein Klimawandel einsetzen, denn wer ein Problem meldet, hat immer häufiger das Gefühl, der Verursacher des Problems zu sein. Genau daran muss sich etwas ändern: „Schulen, in denen gehäuft besondere Vorkommnisse gemeldet werden, brauchen Hilfe und keine Schuldzuweisung, dass sie die Dinge nicht mehr im Griff zu haben“, so Kathrin Vitzthum. Ziel sei, dass sich das Bildungsministerium und die nachgeordneten Schulämter schützend vor ihre Pädagog*innen stellen - und somit eine Form der Wertschätzung der Arbeit der Thüringer Lehrerinnen und Lehrer praktizieren.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-13749 Thu, 15 Mar 2018 13:30:00 +0100 Lehrkräftemangel verschärft sich in ganz Mitteldeutschland https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/lehrkraeftemangel-verschaerft-sich-in-ganz-mitteldeutschland-1/ Die Landesverbände der GEW in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sehen weiterhin mit großer Sorge auf die Entwicklung des Lehrkräftebestandes in den nächsten Jahren. Von einer auskömmlichen und normalen Situation an den Schulen kann in keinem der drei Bundesländer mehr die Rede sein. Statt wechselseitiger Abwerbungen von Lehrkräften sollten Anstrengungen, Erfahrungen und Ressourcen möglichst langfristig gebündelt werden. Die drei Vorsitzenden der GEW-Landesverbände warfen heute gemeinsam einen Blick auf die Situation und mögliche Entwicklungen an den Schulen in Mitteldeutschland. Dabei zeigen sich für die einzelnen Länder verschiedene Ausmaße und Ausprägungen des Mangels, die Ursache dafür ist aber überall gleich. Über viele Jahre wurde die Lehrkräfteausbildung aufgrund rigider Personalkürzungspolitik sträflich vernachlässigt.

In Sachsen zeigt sich das laut der Vorsitzenden, Uschi Kruse, am Fehlen von ca. 2.000 Lehrkräften im Schuljahr 2017/18, die zusätzlich notwendig wären, um allein um den zu erwartenden Krankenstand abzudecken. Zudem erreichte der Freistaat erneut einen Rekordwert bei der Einstellung von Seiteneinsteiger*innen. Zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres hatten landesweit 62 % aller Neueingestellten keine Lehrerausbildung. Besonders besorgniserregend ist die Quote der Seiteneinsteiger*innen an Oberschulen (80 %). Im ländlichen Raum lag sie in einigen Regionen sogar bei 100 %. Am 9. März 2018 hat die Staatsregierung nun ein Handlungsprogramm zur "Nachhaltigen Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen" beschlossen. Mit Verbeamtung, der Aufwertung der Grundschulen und verschiedenen anderen Maßnahmen soll ein Kurswechsel eingeleitet werden. Weil so spät reagiert wird, zu wenige Prioritäten gesetzt werden und große Ungerechtigkeiten an den Schulen in Kauf genommen werden, ist mit einer kurzfristigen Entspannung nicht zu rechnen.

Sachsen-Anhalt kämpft ebenfalls mit einem enormen Mangel an Lehrkräften, mindestens 1.000 fehlen jetzt schon für eine normale Unterrichtsversorgung. In der nächsten Zeit werden pro Jahr etwa 800 Kolleg*innen den Schuldienst verlassen. Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, sieht damit eine Verschlechterung der Lage vorprogrammiert: „Für diese absehbar hohen Abgangszahlen wurde kaum Vorsorge getroffen. Die Landespolitik steuert langsam um, aber die nächsten Lücken sind schon sichtbar. Für die 1.000 angekündigten Stellenausschreibungen im Schuldienst in diesem Jahr stehen knapp 500 Absolvent*innen im eigenen Land bereit. Die Not der Schulen droht sich damit absehbar weiter zu vergrößern.“

Auch Thüringen hat mit heftigem Unterrichtsausfall zu tun. 17.000 Unterrichtsstunden waren es beispielsweise im November 2017. In den nächsten fünf Jahren werden etwa 4.500 Lehrer*innen den Schuldienst verlassen. „Besonders prekär wird die Lage an den Thüringer Regelschulen, da die Zahl der Lehramtsstudierenden für dieses Lehramt deutlich unterhalb des Bedarfes liegen, während zu viele Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer  ausgebildet werden. Dies kann nur bedeuten, den Beruf Regelschullehrer attraktiver zu machen, zum Beispiel durch eine bessere Bezahlung“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Trotz der deutlich gestiegenen Einstellungszahlen bleibt die Lage an den Schulen angespannt, dazu trägt auch die zunehmende Zahl von befristeten Stellen bei.

Als Konsequenz aus dieser Notlage regten die drei Vorsitzenden eine enge, verlässliche und dauerhafte Abstimmung der drei Bundesländer an. Entscheidend ist, dass es auch in Mitteldeutschland gelingt, eine verlässliche und vorausschauende Personalpolitik im Schulbereich zu verankern – was gleichbedeutend mit einem planerischen Denken über Legislaturen hinweg ist. Voraussetzung dafür ist in allen drei Bundesländern, dass die zuverlässige personelle Ausstattung der Schulen staatlich und nicht betriebswirtschaftlich gedacht und unterfüttert wird. Nicht die schwarze Null ist das Ziel, sondern die Bereitstellung der staatlichen Leistung Schule in der jeweilig benötigten Qualität und Quantität. Die Bildungsministerien und nicht die Finanzministerien in allen drei mitteldeutschen Bundesländern sollen die Personalentscheidungen fällen.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW):
Die Bildungsgewerkschaft GEW ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Deutschland mit ca. 280.000 Mitgliedern. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende des Landesverbandes Thüringen ist Kathrin Vitzthum, des Landesverbandes Sachsen Uschi Kruse und des Landesverbandes Sachsen-Anhalt Eva Gerth.

 

Ansprechpartner

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news-13676 Wed, 07 Mar 2018 09:00:00 +0100 Tarifverhandlungen TVöD: GEW Thüringen ruft für den 9. März 2018 in Gotha zum Warnstreik auf https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/tarifverhandlungen-tvoed-gew-thueringen-ruft-fuer-den-9-maerz-2018-in-gotha-zum-warnstreik-auf/ Seit dem 26. Februar 2018 verhandeln die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes mit dem Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über eine Entgelterhöhung für die Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes (TVöD Bund und Kommunen). Nun gibt es erste Warnstreiks, so auch am 9. März 2018 in Gotha. Die Forderungen der GEW lauten im Einzelnen:

  • Erhöhung der Tabellenentgelte um sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten
  • Erhöhung der Entgelte für Praktikantinnen und Praktikanten sowie Auszubildende um 100 Euro monatlich

Trotz des Rekordüberschusses der öffentlichen Haushalte von mehr als 38 Mrd. Euro haben die Arbeitgeber die Forderungen der GEW als nicht finanzierbar zurückgewiesen. „Selbstverständlich lassen wir uns das nicht gefallen und setzen nun ein erstes Warnzeichen“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen.

Zur Durchsetzung ihrer Forderungen ruft die GEW ihre tarifbeschäftigten Mitglieder am Museum für Regionalgeschichte und Volkskunde und in der Stadtverwaltung sowie an den Kindertageseinrichtungen der Stadt Gotha am 09. März 2018 zu einem Warnstreik in der Zeit von 8:00 – 11:00 Uhr auf. Treffpunkt ist vor dem Neuen Rathaus, Ekhofplatz 24, Gotha.  

Für Nachfragen steht Ihnen Nadine Hübener, Referentin für Bildung, unter 01573 336 02 98 zur Verfügung. Sie wird auch beim Warnstreik vor Ort dabei sein.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Kita TVöD Presse Thüringen
news-13614 Wed, 28 Feb 2018 09:00:00 +0100 Gleichstellung von 400 Ein-Fach-Lehrer*innen ist einfacher möglich, wenn das Bildungsministerium dem Vorschlag der GEW folgt https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gleichstellung-von-400-ein-fach-lehrerinnen-ist-einfacher-moeglich-wenn-das-bildungsministerium-dem/ Auf der Sitzung des Geschäftsführenden Vorstandes der GEW Thüringen wurde die Thematik Ein-Fach-Lehrer*innen intensiv beraten und ein alternativer Vorschlag für eine mögliche Gleichstellung entwickelt. Konkret sieht der Vorschlag vor, dass für beide Gruppen von Ein-Fach-Lehrer*innen leichtere Anerkennungsmodalitäten gelten sollen. So sollen die Ein-Fach-Lehrer*innen mit einer unbefristeten Unterrichtserlaubnis in einem zweiten Fach und einer mindestens fünfjährigen Unterrichtstätigkeit an einer staatlichen Schule oder Schule in freier Trägerschaft den Zwei-Fach-Lehrer*innen einfach gleichgestellt werden. Das würde bedeuten, dass keine universitäre Prüfung mehr nötig wäre, wie es das Bildungsministerium vorsieht.

Für die andere Gruppe der Ein-Fach-Lehrer*innen, die zwar langjährig ein weiteres Fach unterrichten, dafür aber keine Unterrichtserlaubnis erworben haben, soll es ein einfacheres Verfahren der Feststellung der Lehrbefähigung geben als derzeit vom Bildungsministerium vorgesehen. Sie sollen mindestens 15 Jahre Lehrtätigkeit, eine achtjährige Unterrichtstätigkeit in diesem Fach sowie die Teilnahme an Fortbildungen nachweisen. Dann sollte es zur Feststellung reichen, eine Lehrprobe mit schriftlicher Unterrichtsvorbereitung und anschließendem Reflexionsgespräch abzulegen.

Über diesen Vorschlag hat die GEW Thüringen am 19. Februar 2018 Bildungsminister Helmut Holter informiert und setzt nun darauf, dass dieser Vorschlag in die Entscheidung einbezogen wird.

Für die rund 400 betroffenen Lehrer*innen wäre dieses Vorgehen angesichts der geleisteten Arbeit in den letzten 28 Jahren eine Form der Anerkennung. Dies gilt dann auch für die finanzielle Gleichbehandlung in der Besoldung bzw. Bezahlung. Die GEW Thüringen fordert das Ministerium auf, den Vorschlag ernsthaft zu prüfen und zeitnah umzusetzen.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Schule Bildungsgerechtigkeit Gute Arbeit TV-L Beamte Presse Thüringen
news-13606 Tue, 27 Feb 2018 08:00:00 +0100 Endlich kann in Thüringen flexibel in den Thüringer Schuldienst eingestellt werden: Die GEW Thüringen begrüßt diese Maßnahme https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/endlich-kann-in-thueringen-flexibel-in-den-thueringer-schuldienst-eingestellt-werden-die-gew-thueringe/ Gestern wurde die neue Richtlinie des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) für die Einstellung in den Thüringer Schuldienst veröffentlicht. Die GEW Thüringen begrüßt, dass nun starre Bewerbungstermine wegfallen und damit jederzeit Einstellungsverfahren zum 1.2. oder 1.8. möglich sind. „Das ist ein deutlicher Gewinn an Planbarkeit für Bewerberinnen und Bewerber – und auch für die Schulämter“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Bisher gab es zwei feste Bewerbungstermine (30. April und 30. November) und erst danach begannen die Auswahlverfahren, die leider nicht selten bis kurz vor oder sogar in das neue Schulhalbjahr (1.2.) bzw. Schuljahr (1.8.) andauerten. Im Ergebnis wurden zum einen viele der besten Bewerber*innen durch andere Bundesländer abgeworben, weil diese einfach schneller Zusagen für Stellen gaben. Und zum anderen war die notwendige Planungssicherheit für die Bewerber*innen nicht gegeben. Organisatorisches wie Umzug, Beachtung von Kündigungsfristen für beispielsweise Mietverträge oder die Suche nach einem Kindergartenplatz für das eigene Kind im neuen Wohnort waren nicht oder nur sehr spekulativ möglich.

Durch die neue Einstellungsrichtlinie ist es den Schulämtern nunmehr jederzeit möglich, das  Einstellungsverfahren mit dem Bewerber*innen durchzuführen. Wenn sich beispielsweise jemand im April bewirbt und ihm umgehend eine Stelle ab August angeboten werden kann, ist das für die Bewerberin/den Bewerber als auch für das Schulamt eine gute Sache. Einige Stellen werden im Laufe des Schuljahres durch ausscheidende Lehrkräfte frei, so bei Vertretungen für Lehrkräfte mit Beschäftigungsverbot, in Elternzeit, bei absehbar längerer Abwesenheit durch Krankheit oder bei Ersatz nach Todesfällen. Diese zeitweise oder dauerhaft offenen Stellen können nun erstmals sofort wieder besetzt werden, die sogenannte unterjährige Einstellung. Auch das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Dazu noch einmal Kathrin Vitzthum: „Als GEW Thüringen möchten wir das Bildungsministerium hierfür ausdrücklich loben. Unsere jahrelange Hartnäckigkeit hat sich an dieser Stelle ausgezahlt. Nun kommt es nur noch auf die gelebte Einstellungspraxis der Schulämter an, doch sind wir da optimistisch.“

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Studium Schule Bildungssystem Gute Arbeit Presse Thüringen
news-13592 Mon, 26 Feb 2018 00:00:00 +0100 Den öffentlichen Dienst stärken – Tarifrunde der Kommunen strahlt auch auf Entgeltniveau freigemeinnütziger Träger aus https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/den-oeffentlichen-dienst-staerken-tarifrunde-der-kommunen-strahlt-auch-auf-entgeltniveau-freigemeinn/ Am 26. Februar 2018 beginnen in Potsdam die Tarifverhandlungen für die über 37.000 Thüringer Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Kommunen. Die Gewerkschaften fordern eine Entgelterhöhung im Umfang von 6 Prozent, mindestens jedoch 200 Euro sowie eine Angleichung der Jahressonderzahlung Ost an das West-Niveau. Das Geld für eine bessere Bezahlung ist vorhanden: Im Jahr 2017 wuchsen die Steuereinnahmen des Bundes um 4,1 Prozent, im Bereich Gemeinden um 6,7 Prozent. Die steuerlichen Mehreinnahmen gingen dabei einher mit geringerer Verschuldung der Kommunen. Vor diesem Hintergrund erscheint es zwingend, den öffentlichen Dienst in seiner gesellschaftlichen Verantwortung für die Daseinsfürsorge zu stärken. In Thüringen gilt das Tarifniveau des öffentlichen Dienstes zudem als gewerkschaftliche Leitwährung im Kampf gegen Billiglöhne und Lohndumping. Dies gilt vor allem für den weit verzweigten Sozial- und Gesundheitsbereich.

So werden beispielsweise von den 1.319 Thüringer Kitas nur noch 37 Prozent durch die öffentliche Hand betrieben. Mit Blick auf das pädagogische Personal bedeutet das, dass zwar 4.635 Beschäftigte unmittelbar unter die Geltung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst fallen. Dem gegenüber stehen 9316 Beschäftigte in Kitas in freier Trägerschaft, die von diesen tariflichen Entwicklungen abgehangen wurden. „Gleichwohl bleibt der TVöD für die Erzieherinnen und Erzieher in Thüringer die Leitwährung. Auch wenn es manch freier Träger nicht offen zugibt, orientieren sich viele Thüringer Träger am öffentlichen Dienst und versuchen so, den Anschluss zu halten“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. „Kindertageseinrichtungen gehören als kommunale Pflichtaufgabe in den Bereich der Daseinsfürsorge und benötigen deshalb eine Bindung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst.“

Auch auf die ambulante und stationäre Pflege trifft das zu, obwohl hier andere Gegebenheiten wirken als im Kita-Bereich. Derzeit sorgen in Thüringen rund 19.000 Beschäftigte in Pflegeheimen und etwa 11.000 Beschäftigte in ambulanten Diensten für das Wohlergehen von 94.000 Pflegebedürftigen. Von den rund 460 Pflegeheimen befinden sich 55 Prozent in freigemeinnütziger und nur noch 6 Prozent in öffentlicher Trägerschaft1. Zwar existieren diverse tarifliche Regelungen zwischen Wohlfahrtsverbänden und Nicht-DGB-Gewerkschaften, aber ein mittleres monatliches Einkommen für Vollzeit-Pflegefachkräfte von gerade mal 2.245 Euro hält Fachkräfte nicht in Thüringen2. „Aber genau darum geht es“, betont Corinna Hersel, Bezirksgeschäftsführerin der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Thüringen, und führt aus: „Prognosen zufolge fehlen in Thüringen bis 2030 rund 8.000 zusätzliche Pflegefachkräfte. Gerade in Zeit des Fachkräftemangels sollten Kommunen und freie Träger gemeinsam mit ver.di und GEW an einem Strang ziehen, um die Arbeitsbedingungen im Sozial- und Gesundheitsbereich durch faire Einkommen attraktiver zu gestalten.“ Die Gewerkschaften legten besonderen Wert auf das Subsidiaritätsgebot und die Tarifautonomie als Grundlage ihres Handelns, so Hersel, dies dürfe aber nicht dazu führen, dass Beschäftigte der gleichen Branche über diese Mechanismen gegeneinander ausgespielt werden. „Das Gebot ‚Gleicher Lohn für vergleichbare Arbeit` gilt für uns nicht nur in Bezug auf Männer und Frauen, sondern auch für Beschäftigte im öffentlichen Dienst und bei freigemeinnützigen Trägern“, erläutert die Bezirksgeschäftsführerin abschließend.

 


1 Pflegestatistik – Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung, Ländervergleich Pflegeheime, Statistisches Bundesamt 2017
2 Entgelte von Pflegekräften – weiterhin große Unterschiede zwischen Berufen und Regionen, Holger Seibert u.v.a., IAB 2018

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Kita Tarif TVöD Presse Thüringen
news-13449 Thu, 08 Feb 2018 14:30:00 +0100 GEW: „Sechs Prozent mehr Gehalt – mindestens jedoch 200 Euro“ https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-sechs-prozent-mehr-gehalt-mindestens-jedoch-200-euro-1/ Bildungsgewerkschaft zur Tarifrunde im öffentlichen Dienst Bund und Kommunen Berlin – Sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro fordern die Gewerkschaften in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes für die bei Bund und Kommunen Beschäftigten. Zudem erwarten die Gewerkschaften, dass die Jahressonderzahlung für das Tarifgebiet Ost auch für den kommunalen Bereich an das West-Niveau angeglichen wird. Fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit zahlen die Kommunen im Tarifgebiet Ost nur 75 Prozent der Sonderzahlung West.

„Die Einkommen der Beschäftigten müssen mit den steigenden Lebenshaltungskosten und der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt halten. Deshalb ist jetzt ein kräftiger Schub bei der Steigerung der Reallöhne notwendig. Die öffentliche Hand hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 38,4 Milliarden Euro gemacht. Dafür haben die Beschäftigten mit ihrer Arbeit die Voraussetzungen geschaffen, jetzt müssen sie an dieser Entwicklung beteiligt werden“, sagte Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), während einer Pressekonferenz der Gewerkschaften ver.di, GdP und GEW sowie des Beamtenbundes am Donnerstag in Berlin. „Steigende Reallöhne sind wichtig, um die Binnenkonjunktur weiter anzukurbeln. Wir dürfen uns nicht allein auf den Export verlassen. Zudem wollen wir mit dieser Forderung den Abstand zu der Gehaltsentwicklung in der Privatwirtschaft verkürzen.“ Seit dem Jahr 2000 sind die Gehälter im öffentlichen Dienst weniger stark gestiegen als in der Gesamtwirtschaft. Die Lücke beträgt etwa vier Prozent.

Tepe forderte die Arbeitgeber auf, mit der GEW über die tarifliche Eingruppierung kommunaler angestellter Lehrkräfte zu verhandeln: „Wir brauchen endlich eine tarifliche Lösung, damit die Kommunen Lehrkräfte nicht weiterhin nach Gutdünken eingruppieren.“ In Bayern gibt es rund 9.000 Lehrkräfte an Schulen in kommunaler Trägerschaft, davon sind über 3.000 Angestellte.
„Deutschland braucht einen handlungsfähigen Staat mit hoch qualifizierten und motivierten Beschäftigten. Der öffentliche Dienst muss für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer attraktiv bleiben: Dazu gehören nicht zuletzt eine gute Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen“, betonte Tepe.

Info: Der Auftakt zur Tarifrunde findet am 26. Februar in Potsdam statt. Für den 12./13. März und den 15./16. April sind zwei weitere Verhandlungsrunden in Potsdam geplant.

Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr haben.

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Tarif TVöD Presse Thüringen
news-13351 Tue, 30 Jan 2018 13:00:00 +0100 Tausende Stellen an Grundschulen unbesetzt https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/tausende-stellen-an-grundschulen-unbesetzt-1/ Experte: Rechtsanspruch auf Ganztagsschulplatz ist „Wählerbetrug“ (Pressemitteilung der GEW zur Sendung am 30.01.2018, 21.00 Uhr im ZDF) Berlin – Der Lehrermangel an deutschen Grundschulen ist gravierender als bislang angenommen. Das ergibt eine Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für das ZDF-Magazin Frontal21. Danach fehlen deutschlandweit rund 2.000 Grundschullehrer. Außerdem mussten mehrere tausend Quer- und Seiteneinsteiger eingestellt werden, um den Unterricht gewährleisten zu können. „Das ist natürlich ein Drama, weil es zu Lasten der Schülerinnen und Schüler geht und zu Lasten der vorhandenen Lehrkräfte“, kommentierte Marlis Tepe, GEW-Vorsitzende die Ergebnisse. Die Bildungsgewerkschaft hat im Januar in allen GEW-Landesverbänden Zahlen zu unbesetzten Stellen und Nachbesetzungen abgefragt. Ohne Seiteneinsteiger sei der Grundschulunterricht in einigen Bundesländern kaum noch aufrecht zu erhalten, kritisiert Heinz-Peter Meidinger vom Deutschen Lehrerverband. „Das ist natürlich eine skandalöse Entwicklung.“ In Berlin und Sachsen seien 50 Prozent, manchmal über 80 Prozent der Neueinstellungen im Grundschullehramt keine Lehrer sondern Quereinsteiger.

Ursachen für die Misere an den Grundschulen sind nach Auffassung von Experten schlechte Planungen der Kultusmister der Länder. Trotz steigender Geburtenraten seien zu wenig Lehrer ausgebildet und eingestellt worden. Die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge an den Hochschulen habe das Problem verschärft, so Jörg Ramseger, Professor für Grundschulpädagogik an der Freien Universität Berlin: „Es hat die Kultusminister schon damals schlichtweg nicht interessiert.“ Tatsächlich wurden nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Deutschland im Jahr 2016 mehr als 100.000 Kinder mehr geboren als noch 2005. Dennoch wurde die Zahl der Studienplätze für Grundschullehrer reduziert. An der Freien Universität Berlin beispielsweise seien die Immatrikulationen von 200 pro Jahr auf zwischenzeitlich 60 bis 70 pro Jahr gesunken. „Bei 340 Grundschulen in der Stadt kann man sich ausrechnen, was passiert“, sagte Ramseger.

Angesichts dieser Zahlen hält Ramseger den im Sondierungspapier versprochenen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz für unrealistisch: „Das ist bestenfalls ein Selbstbetrug, allemal ein Wählerbetrug.“ Es sei völlig undenkbar, dass das Recht auf Ganztagserziehung in der Grundschule zu realisieren sei. „Das Personal wird nicht zur Verfügung stehen. Ich würde so etwas als Politiker nicht versprechen.“ Im Sondierungspapier haben SPD und CDU 3,5 Mrd. Euro für bessere Bildung eingeplant. Das ist aus Sicht der Bildungsgewerkschaft GEW angesichts des Lehrermangels und des Sanierungsstaus an Schulen zu niedrig. „Um den Durchschnitt der OECD-Länder zu erreichen, bräuchten wir so etwas wie 40 Milliarden.“ forderte GEW-Chefin Tepe im ZDF.

Nachfragen bitte unter:
Tel.: 030 / 2099-1251 (Christian Rohde)
Fax: 030/2099-1260

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Schule Bildung weiter denken Bildungssystem LehrerInnenbildung Presse Grundschule Thüringen
news-13304 Thu, 25 Jan 2018 13:00:00 +0100 Die Bildungsausgaben in Thüringen steigen, aber Geld allein macht nicht glücklich https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/die-bildungsausgaben-in-thueringen-steigen-aber-geld-allein-macht-nicht-gluecklich/ Heute hat die Thüringer Landesregierung den Einzelplan 04 des Doppelhaushaltes 2018/19, der für die Bildungsausgaben steht, in zweiter Lesung in den Landtag eingebracht. Die GEW Thüringen begrüßt die geplanten höheren Bildungsausgaben, sieht aber die Schaffung vieler befristeter und damit unattraktiver Stellen für Lehrkäfte kritisch und hält die versprochene Unterrichtsgarantie für weiterhin nicht erreichbar. Die Thüringer Landesregierung investiert ohne jeden Zweifel viel Geld in die Bildung. 2018 werden im Vergleich zu 2017 rund 100 Millionen Euro mehr eingeplant, im Jahr 2019 bleibt es auf ähnlich hohem Niveau. Dieser Entscheidung für die überproportionale Steigerung im Vergleich zum Gesamthaushalt gebührt Respekt.

Die GEW Thüringen erkennt an, dass die Landesregierung den Einstieg in die gebührenfreie Bildung mit dem beitragsfreien Kitajahr wagt. Sie stellt mehr Lehrer*innen und Erzieher*innen ein und erhöht die Besoldung für Regelschullehrkräfte. Sie investiert in Schulsanierung und Schulneubau. Sie erhöht die Jugendpauschale und die Mittel für die Erwachsenenbildung. Sie richtet ein Schulbudget ein, das von Schulämtern verwaltet wird.

„Die Anstrengungen der Thüringer Landesregierung gilt es zu würdigen. Dennoch gießen wir Wasser in den Wein, denn Geld allein macht nicht glücklich“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen, denn:

  • In die Zahl der Einstellungen sind die notwendigen Entfristungen bisher befristeter Stellen eingeschlossen. Damit stehen eben nicht zwingend neue Lehrer*innen vor den Schulklassen, sondern etwa 400 Menschen, die bereits im Thüringer Schuldienst arbeiten.
  • Die Einstellung weiterer Erzieher*innen wird nur durch Umschichtung von Lehrer*innenstellen möglich. Das bedeutet: um eine Lücke zu stopfen, wird eine neue aufgerissen.
  • Das Schulbudget, dass laut Aussagen des Bildungsministers Helmut Holter vom Herbst 2017 zur Absicherung des Unterrichts durch Einstellung von Honorarkräften bei Erkrankungen von Lehrkräften geplant ist, kann aus rechtlichen Gründen genau dafür nicht verwendet werden und droht nun, weitgehend ungenutzt zu bleiben.
  • Ohne Not werden die geltenden Regelungen des Personalentwicklungskonzepts Schule von 2013, das eine unbefristete Einstellung in die Vertretungsreserve vorsieht, immer noch nicht umgesetzt. Stattdessen werden insgesamt 600 Vollzeitstellen für die befristete Einstellung vorgehalten, die in Zeiten des bundesweiten Lehrkräftemangels und eines Wettbewerbs der Bundesländer um Lehrkräfte mehr als unattraktiv sind.

„Wir haben mehr erwartet: mehr Mut zur Zukunft, mehr Verantwortung für die Beschäftigten. Es geht nicht allein um die Frage, wie viel Geld die Landesregierung für Bildung ausgeben wird, sondern wie und wofür sie es einsetzt. Wir fürchten nun, dass die teils klugen Empfehlungen, die im Werkstattprozess zur Zukunft Schule entstanden sind, nicht zeitnah umgesetzt werden. Unsere aktuell laufenden Verhandlungen mit dem Bildungsministerium zur Weiterentwicklung des Personalentwicklungskonzeptes Schule, das vor allem die notwendigen personellen Ressourcen in den Blick nimmt, stoßen mit diesem Doppelhaushalt an ihre Grenzen“, kommentiert Vitzthum.

Aus Sicht der GEW Thüringen ist der vom Kabinett beschlossene Stellenabbaupfad das eigentliche Problem. Dieser bedingt, dass die rot-rot-grüne Landesregierung auf die weiter steigenden Schüler*innenzahlen zu einem großen Teil nur mit befristeten Einstellungen reagiert. Diese politische Entscheidung beachtet leider nicht die Realitäten und Bedürfnisse an Thüringer Schulen und geht zu Lasten von Schüler*innen, Eltern und Beschäftigten gleichermaßen.

Dazu Kathrin Vitzthum: „Als Gewerkschaft lehnen wir flächendeckende Befristungen und damit prekäre Beschäftigungsbedingungen ab. Wir wollen, dass Thüringens Schulen attraktiv für Bewerberinnen und Bewerber auch aus anderen Bundesländern sind. Stattdessen werden etliche Absolventinnen und Absolventen nach dem Vorbereitungsdienst das Bundesland Thüringen verlassen und dorthin gehen, wo unbefristete Stellen für Lehrkräfte angeboten werden. So werden wir dem Unterrichtsausfall nicht begegnen können. Das ist alles andere als zukunftsfest.“

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-13107 Mon, 18 Dec 2017 15:00:00 +0100 Prekäre Lage der Thüringer Horterzieher*innen hält unnötig weiter an, weil der Landtag keinen Haushalt verabschiedet https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/prekaere-lage-der-thueringer-horterzieherinnen-haelt-unnoetig-weiter-an-weil-der-landtag-keinen-hausha/ Die in den Januar 2018 verschobene Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2018/19 hat für viele Erzieherinnen und Erzieher an Grund- und Gemeinschaftsschulen Konsequenzen. Obwohl ihnen bereits im September ein verbindliches Angebot zur dauerhaften Erhöhung des Beschäftigungsumfanges auf 60 Prozent unterbreitet wurde, gehen sie nun erst einmal leer aus. Die vorläufige Haushaltsführung verhindert nach Aussage des Bildungsministeriums die Umsetzung der Erhöhung. „Wertschätzung sieht anders aus. Jahrelang haben die Erzieherinnen und Erzieher auf eine Erhöhung ihres Beschäftigungsumfangs gewartet. Als ihnen im September 2017 wenigstens 10 Prozent mehr angeboten wurde, war da schon Erleichterung zu spüren. Und nun diese Information an die Beschäftigten vor Weihnachten, das macht es noch bitterer“, erklärt Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen.

Die GEW Thüringen hält diese Entscheidung aus zwei Gründen für hochproblematisch:

  1. Die Verabschiedung des Doppelhaushaltes erst im Januar 2018 war bereits im Oktober abzusehen. Auch wenn das Bildungsministerium für die Verzögerung keine Verantwortung trägt, hätten die letzten Wochen genutzt werden müssen, gemeinsam mit dem Finanzministerium eine Lösung im Interesse der Beschäftigten zu finden.
  2. Bei einer zu erwartenden vorläufigen Haushaltsführung sind die Notwendigkeit bzw. Verpflichtung einer Ausgabe zu prüfen. Die Bedarfsmeldungen der Schulen in Verbindung mit dem Personalentwicklungskonzept 2025 deuten unserer Ansicht nach mindestens auf die Notwendigkeit hin. Dieser Spielraum wird ebenfalls nicht genutzt.

Kathrin Vitzthum abschließend: „Wer für die Verzögerung der Verabschiedung des Doppelhaushaltes die Verantwortung trägt, wissen die Beteiligten selbst am besten. Eine bessere Kommunikation mit den Beschäftigten und eine ernsthafte Suche nach Lösungen wäre vor allem nach den Erfahrungen mit der Rückführung der Horte in den Landesdienst nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig gewesen.“

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Schule Bildung weiter denken Bildungssystem Gute Arbeit Presse Schulhorte Grundschule Thüringen
news-13083 Thu, 14 Dec 2017 11:00:00 +0100 Erste Verbesserungen durch das neue Kita-Gesetz – Doch viele Erzieher*innen haben mehr erwartet https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erste-verbesserungen-durch-das-neue-kita-gesetz-doch-viele-erzieherinnen-haben-mehr-erwartet/ Die GEW Thüringen begrüßt grundsätzlich die ersten Verbesserungen durch das heute verabschiedete Thüringer Gesetz über die Neuregelung der Kindertagesbetreuung. Neben dem beitragsfreien letzten Kitajahr sieht das neue Gesetz eine schrittweise Verbesserung des Personalschlüssels für die Drei- bis Vierjährigen auf dann 1:12 vor. Wir begrüßen, dass die Landesregierung mit dieser ersten Anpassung des Personalschlüssels ihrer Verantwortung für die Bildungsqualität der Kindertageseinrichtungen nun nachkommt. Dennoch kommen wir nicht umhin zu betonen, dass sowohl der Personal- als auch der Betreuungsschlüssel, auch mit den geplanten Verbesserungen, noch nicht wissenschaftlichen Standards für die Betreuungs- und Bildungsqualität entsprechen. Zudem ist der Bandbreite des Alters der Kinder in Kindertageseinrichtungen damit nicht entsprochen. Sowohl die Altersgruppe der 0- bis 3-Jährigen als auch die der ab 4-Jährigen profitiert davon überhaupt nicht. Auch für diese Altersgruppen gilt es aber die Personal- und Betreuungsschlüssel schrittweise zu verbessern.

Eine weitere Anpassung wurde für die Bemessung der Leitungstätigkeit vorgenommen. Einrichtungen mit mehr als 100 Kindern erhalten nun weitere Stellenanteile für die Leitungstätigkeit, maximal jedoch eine weitere halbe Stelle. Berücksichtigt man allerdings das Profil der Leitung und fokussiert somit die pädagogische Qualität, ist es nicht nachvollziehbar, weshalb die Leitung erst ab einer Kinderzahl von 100 gruppenfrei gestellt werden und es weiterhin eine Kappungsgrenze geben soll. Jedes Kind einer Kindertageseinrichtung – egal ob es sich um eine kleine oder sehr große Einrichtung handelt – hat Anspruch auf eine qualitative Leitung.

Des Weiteren hat sich die GEW Thüringen von diesem Gesetzesentwurf mehr Weitsicht versprochen. Gerade im Zusammenhang mit dem drohenden Fachkräftemangel sind gute Arbeitsbedingungen, zu denen neben einem pädagogisch begründeten Personal- und Betreuungsschlüssel auch eine tarifvertragliche Entlohnung der Beschäftigten zählt, entscheidend.
Zwar wurde in der heutigen Landtagsdiskussion auf die Notwendigkeit hingewiesen, die tarifliche Situation der Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen zum Beispiel durch eine von der GEW favorisierte Tariftreueklausel zu verbessern. Nur verpasst es die Landesregierung zum Bedauern vieler Beschäftigter, die nicht im öffentlichen Dienst tätig sind, diesen Schritt mit der aktuellen Novelle des Kita-Gesetzes praktisch umzusetzen. Das Land Thüringen könnte seine Zuschüsse auch in der Kitafinanzierung an Mindestbedingungen knüpfen. Es ist der GEW Thüringen unverständlich, wie das Land Thüringen einerseits nicht unerhebliche Mittel für die übertragene Aufgabe den Kommunen zuweist, andererseits aber wenig Interesse zeigt, die Verwendung der Mittel an besondere Bedingungen zu knüpfen.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Kita Bildungsqualität Gute Arbeit Tarif Presse Kita in freier Trägerschaft Erzieher*innenbildung Betriebsräte Personalräte Thüringen
news-12979 Wed, 06 Dec 2017 09:00:00 +0100 Erfolgreiche Tarifverhandlungen der GEW mit der Volkssolidarität https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erfolgreiche-tarifverhandlungen-der-gew-mit-der-volkssolidaritaet/ Nach erfolgreichen Tarifverhandlungen der GEW Thüringen mit der Volkssolidarität Oberland e.V. steigen die Gehälter der dort angestellten Erzieherinnen und Erzieher ab Januar 2018 um bis zu 20 Prozent. Für die Erzieherinnen und Erzieher der Volkssolidarität Oberland e.V. beginnt das Jahr 2018 mit dem Einstieg in einen Tarifvertrag. Zuvor regelten allein Richtlinien des Arbeitgebers die Vergütung. Diese lag etwa ein Viertel unter den Vergütungsbedingungen des öffentlichen Dienstes. Nach drei Verhandlungsterminen im Oktober und November 2017  erzielte die GEW Thüringen ein Ergebnis, welches vorsieht, dass die Beschäftigten aus den sechs Kindertageseinrichtungen des Trägers ab dem 01.01.2018 auf der Grundlage des Tarifvertrags der Länder (TV-L) eingruppiert und bezahlt werden. Das bedeutet für die Erzieherinnen und Erzieher ein Gehaltsplus von bis zu 20 Prozent. Der Tarifabschluss sieht weitere Gehaltssteigerungen im Umfang von 2,7 Prozent in den Jahren 2019 und 2020 vor.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Kita Tarif TV-L Presse Kita in freier Trägerschaft Thüringen
news-12800 Tue, 14 Nov 2017 11:00:00 +0100 GEW: „JA13 für alle Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I“ https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-ja13-fuer-alle-lehrkraefte-an-grundschulen-und-in-der-sekundarstufe-i-1/ Aktionen der Bildungsgewerkschaft für bessere Bezahlung laufen bis zum 24. November Frankfurt a.M. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht während eines bundesweiten Aktionszeitraums weiter Druck für „JA13“, die gleiche Bezahlung aller voll ausgebildeten Lehrkräfte. Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I sollen künftig nach der Besoldungsgruppe A13 (Beamtinnen und Beamte) bzw. der Entgeltgruppe E13 (Angestellte) bezahlt werden. „Es tut sich noch zu wenig in den Landesregierungen“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag in Frankfurt a.M. mit Blick auf den Auftakt der Aktionen, die bis zum 24. November laufen. „Die bessere Bezahlung von Lehrkräften, insbesondere an Grundschulen, aber in einigen Bundesländern auch an weiterführenden Schulen, ist ein wirksames Instrument gegen den dramatischen Lehrkräftemangel. Es ist höchste Zeit, gute Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern auch gut zu bezahlen und damit die Attraktivität des Berufs zu steigern.“ Die GEW setze sich dafür ein, dass der Lehrkräfteberuf in allen Schulformen auch durch die Bezahlung als gleichwertig anerkannt wird. Vorreiter seien Berlin und Brandenburg, so Tepe. Hier würden – allerdings mit großen Einschränkungen für die Lehrkräfte, die bereits eingestellt sind, und Lehrkräfte, die eine Ausbildung in der ehemaligen DDR gemacht haben – die Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen nach A13/E13 bezahlt. Auch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen habe angekündigt, die Lehrkräfte an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I künftig nach A13 zu besolden.

„Wenn der Zusammenhalt in der Gesellschaft nicht zerbrechen soll, muss in Bildung mehr Geld als bisher investiert werden – von der frühen Kindheit bis zum Schulabschluss sowie darüber hinaus. In Kita und Grundschule wird die Basis geschaffen, damit Menschen ein selbstbestimmtes Leben in gesellschaftlicher Verantwortung führen können“, betonte Tepe. „Die Zeiten, in denen der Spruch ‚Kleine Kinder – kleines Gehalt, große Kinder – großes Gehalt‘ galt, sind historisch längst überholt. An den Schulen in Deutschland wird zwar nicht überall die gleiche Arbeit gemacht, aber es wird gleichwertige Arbeit geleistet - und die muss gleich bezahlt werden!“ Die GEW-Vorsitzende kritisierte, dass offenbar bis heute viele Politikerinnen und Politiker die pädagogische Arbeit an Grundschulen, aber auch an Haupt- und Realschulen geringer wertschätzten als den Unterricht beispielsweise am Gymnasium. „Diese Ansichten sind überholt und müssen endlich überwunden werden“, unterstrich Tepe. Sie machte zudem darauf aufmerksam, dass Grundschullehrerinnen – an dieser Schulart arbeiten zu gut 90 Prozent Frauen – durch die schlechtere Bezahlung mittelbar wegen ihres Geschlechts diskriminiert würden.

Auch die Dauer der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer sei mittlerweile kein Argument mehr, Lehrkräftegruppen wie an den Grundschulen schlechter zu bezahlen. In den meisten Bundesländern studierten alle angehenden Lehrkräfte einen Bachelor- und Masterstudiengang und kämen nach zehn Semestern in das Referendariat. „Die reformierte und verlängerte Ausbildung muss sich auch in einer besseren Bezahlung der Lehrkräfte niederschlagen“, sagte Tepe.

Info: Nicht nur in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen hat sich etwas bewegt: Auch in Schleswig-Holstein geht die Auseinandersetzung um „JA 13“ nach dem Regierungswechsel weiter. In Baden-Württemberg können sich 5.000 Lehrkräfte an Hauptschulen weiterqualifizieren und werden dann nach A13 besoldet. Rheinland-Pfalz macht 1.200 Hauptschullehrkräften ein ähnliches Angebot. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ist es schon vor mehreren Jahren gelungen, Lehrkräfte an Regional- und Mittelschulen in A13 bzw. E13 zu bringen. Auch in Thüringen ist mittlerweile eine Anhebung der Bezüge der Regelschullehrkräfte zwischen Finanzministerium und Gewerkschaften vereinbart, zunächst um 50 Prozent der Differenz von A12/A13 bzw. E11/E13. Die vollständige Bezahlung nach A13 bzw. E13 soll so schnell wie möglich kommen.

Mit dem nach 2016 zweiten bundesweiten Aktionszeitraum macht die GEW mit „JA13“ nun weiter Druck.

Hier geht´s zum Hintergrundmaterial zu „JA 13“ und der Initiative „Bildung. Weiter denken!“.

Für Rückfragen steht Ihnen Frauke Gützkow, GEW-Vorstandsmitglied für Frauenpolitik, per Mail unter: frauke.guetzkow(at)gew(dot)de oder mobil unter: 0160/97035827 zur Verfügung.

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Schule LehrerInnenbildung Gute Arbeit Gleichstellung Tarif TV-L Beamte Presse Gemeinschaftsschule Regelschule Grundschule Thüringen
news-12627 Thu, 19 Oct 2017 11:00:00 +0200 30 Organisationen fordern: „Gute Bildung für alle Menschen!“ https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/30-organisationen-fordern-gute-bildung-fuer-alle-menschen/ Breites Bündnis macht sich für mehr Geld in der Bildung stark Berlin – Mit Blick auf die jetzt beginnenden Koalitionsverhandlungen appelliert ein großes Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen und Gewerkschaften an CDU/CSU, FDP und Grüne, mehr Geld für die Bildung bereit zu stellen. „Deutschland braucht mehr und bessere Bildung für alle Menschen. So soll das Menschenrecht auf Bildung mit Leben gefüllt werden. Der Bund muss künftig zusätzliche Mittel in die Bildung investieren. Er soll Bildungsprojekte der Länder und Kommunen dauerhaft unterstützen. Dafür muss das Kooperationsverbot in der Bildung endlich komplett gestrichen werden“, betonen die 30 Bündnispartner am Donnerstag in Berlin. „Geld ist genug da: Die öffentlichen Ausgaben für Bildung verharren bei 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der OECD-Schnitt liegt bei 5,2 Prozent. Würde die Bundesrepublik so viel Geld für Bildung ausgeben wie die Staaten im OECD-Durchschnitt, stünden jährlich gut 26 Milliarden Euro mehr zur Verfügung.“

Offensive für den Ausbau des Bildungswesens

„Deutschland braucht in dieser Legislaturperiode eine Offensive für den qualitativen und quantitativen Ausbau des Bildungswesens – von der Kita über alle Schulen und Hochschulen bis zur Weiterbildung – im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Nur so ist gesellschaftlicher Fortschritt möglich“, unterstreichen die Organisationen. Dabei müsse die künftige Regierung auch international ihrer Verantwortung gerecht werden, indem sie den deutschen Beitrag zur Förderung von guter Bildung weltweit steigert und mehr für die globale Bildung tut.

Als dringende Aufgaben in Deutschland benennen die Bündnispartner den qualitativen und quantitativen Ausbau der Ganztagsangebote, ein Sanierungs- und Neubauprogramm für Schulen und Hochschulen – auch mit Blick auf Bildung in einer digitalisierten Welt –, ein Kita-Qualitätsgesetz sowie die Entwicklung eines inklusiven Bildungswesens. Für das Lernen aller Menschen Barrieren abzubauen und deren gesellschaftliche Teilhabe aktiv zu fördern, ist laut UN-Kinderrechts- und Behindertenkonvention Auftrag der politisch Verantwortlichen. Zudem sei die Weiterbildung, insbesondere in der Grundbildung und der digitalen Medienkompetenz, deutlich auszubauen. Außerschulische Bildungs- und Lernorte müssten stärker gefördert und mehr mit Schule verzahnt werden. Die Unterstützungsangebote für geflüchtete und asylsuchende Kinder, Jugendliche und Erwachsene seien zu erweitern und zu verbessern. „Gute Angebote und gute Arbeitsbedingungen der Beschäftigten sind dabei zwei Seiten einer Medaille“, sagen die Bündnispartner. „Bildung und Lernen brauchen mehr Zeit und Raum.“

Gute Bildung ist ein Eckpfeiler der Demokratie

„Gute Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Menschen oder dem Wohnort abhängig sein. Für ein hochwertiges, flächendeckendes und soziales Bildungsangebot müssen Bund, Länder und Kommunen an einem Strang ziehen. Das Grundgesetz verlange bundesweit eine gleichwertige Ausstattung der Bildungseinrichtungen. Gute Bildung ist ein Eckpfeiler der Demokratie. Sie ist Voraussetzung für eine plurale, freiheitliche Gesellschaft, die gerade jetzt gestärkt werden muss“, heben die Organisationen hervor. Bildung ermögliche den Menschen Teilhabe an der Gesellschaft, sie eröffne berufliche und persönliche Perspektiven.

Die Bündnispartner werten den wachsenden Personalmangel im Bildungsbereich als „gesamtgesellschaftliches Alarmsignal“. Er beeinträchtige zunehmend Quantität und Qualität der Angebote. Deshalb müssten die Attraktivität pädagogischer Berufe verbessert und die Ausbildungskapazitäten erhöht werden. Zudem seien die selbstständigen Lehrkräfte sowohl in der Weiterbildung als auch an der Hochschule sozial besser abzusichern sowie das Befristungsunwesen an Unis und Fachhochschulen einzudämmen. „In Bildung und Wissenschaft müssen Dauerstellen für Daueraufgaben geschaffen werden. Außerdem benötigen zusätzliche Aufgaben zusätzliches Personal. Denn: Alles beginnt mit guter Bildung!“, sagen die Organisationen.

Info: Diese Pressemitteilung wird von den folgenden 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gewerkschaften getragen:

Alevitische Gemeinde Deutschland e.V.
Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik
Attac Deutschland
Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi)
Bundesschülerkonferenz
Bundesverband der Träger Beruflicher Bildung (Bildungsverband) e.V. (BBB)
Bundesverband deutscher Schullandheime e.V.
Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte
Der Paritätische Gesamtverband
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.
Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
DIDF – Föderation Demokratischer Arbeitervereine e.V.
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
freier zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) e.V.
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
Grundschulverband e.V. (GSV)
Internationaler Bund (IB)
Mach meinen Kumpel nicht an!
NaturFreunde Deutschlands e.V.
OWUS Dachverband e.V.
Oxfam Deutschland e.V.
Pestalozzi-Fröbel-Verband e.V.
SoVD Sozialverband Deutschland
Sozialverband VdK Deutschland e.V.
Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V. (VAMV)
WUS World University Service
Zukunftsforum Familie e.V.
 

Die Daten der öffentlichen Ausgaben für Bildung in Deutschland sind der aktuellen OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2017“ entnommen.

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