GEW Thüringen - Medieninformationen https://www.gew-thueringen.de GEW Thüringen - Medieninformationen de-DE GEW Thüringen - Medieninformationen Mon, 21 May 2018 21:12:13 +0200 Mon, 21 May 2018 21:12:13 +0200 TYPO3 EXT:news news-14130 Fri, 04 May 2018 08:00:00 +0200 Konferenz zur Arbeitszeit der GEW Thüringen: Wie das Bildungsministerium der Unterrichtsgarantie näher kommen könnte https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/konferenz-zur-arbeitszeit-der-gew-thueringen-wie-das-bildungsministerium-der-unterrichtsgarantie-naeh/ Am 3. Mai 2018 fand in Erfurt die von der GEW Thüringen organisierte Konferenz zur Arbeitszeit statt. Knapp 50 Lehrerinnen und Lehrer aus allen Teilen Thüringens und aus den verschiedenen Schularten waren der Einladung gefolgt. „Die Lehrkräfte an den Thüringern Schulen erleben die Auslegung der Regelungen zu Arbeitszeit und Mehrarbeit zugunsten der Unterrichtsabsicherung zu ihren Lasten. Wir raten dem Bildungsministerium dringend, die Arbeitszeitregelungen, die nicht nur die Pflichtstunden in den Blick nehmen dürfen, auf den Prüfstand zu stellen. Nur so gelingt es, den überhohen Langzeitkrankenstand zu verringen und somit der versprochenen Unterrichtsgarantie näher zu kommen“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer setzten sich auf dieser Arbeitszeitkonferenz mit einer aktuellen Studie der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Georg-August-Universität Göttingen zum Thema Arbeitszeit von Lehrkräften auseinander. Die Expertise, erstellt von Thomas Hardwig und Frank Mußmann im Auftrag der Max-Träger-Stiftung, zu den Zeiterfassungsstudien der Arbeitszeit von Lehrkräften in Deutschland hat u.a. Folgendes ergeben:

  • Die Arbeitszeit von Lehrkräften, und damit ist nicht nur der eigentliche Unterricht gemeint, ist gerichtsfest bestimmbar.
  • Im Vergleich der betrachteten 20 Arbeitszeitstudien ist festzustellen, dass die Ergebnisse auf alle Lehrkräfte in Deutschland anwendbar sind.
  • Lehrkräfte arbeiten in Deutschland länger als andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst, auch unter Einbeziehung von Ferienzeiten.
  • In Unterrichtswochen kommen Lehrkräfte oftmals und das über längere Zeiträume hinweg auf über 48 Stunden.
  • Sieben-Tage-Wochen, Zeitdruck und fehlende Erholungsmöglichkeiten am Tag führen  langfristig zu einer permanenten Überbelastung und damit zu einem hohen Gesundheitsrisiko.

Die GEW Thüringen fordert aus diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus das Bildungsministerium erneut auf, das Thema Arbeitszeit unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsbelastung aufzugreifen. Von den an der Arbeitszeitkonferenz teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrern wurden zudem eine ganze Reihe ganz praktischer Möglichkeiten zur Verringerung der Arbeitsbelastung gemeinsam erarbeitet. Die notwendigen Entlastungen für die Lehrkräfte müssen schnellstmöglich umgesetzt werden, denn ohne Entlastungen wird der Krankenstand weiter steigen, für die Schüler*innen bleibt zu wenig Zeit und die Qualität des Unterrichts und der Erziehung wird weiter absinken. Mögliche Entlastungen wären die Schaffung von Anrechnungsstunden für besondere Tätigkeiten, die Reduzierung der Pflichtstundenzahl oder die Erhöhung der Anzahl der Klassenleiterstunden.

Die Wertschätzung der Arbeit der Pädagog*innen in den Schulen durch das Land Thüringen als ihren Arbeitgeber bzw. Dienstherrn bedeutet eine realistische Betrachtung ihrer Arbeitszeit. Die Förderung von Teilzeit als Entlastung für die Lehrkräfte  muss endlich ermöglicht werden, auch unter Beachtung der Tatsache, dass bei Teilzeitbeschäftigten die unteilbaren Aufgaben (z. B. Klassenfahrten, Klassenleiterstunden) entsprechend zu berücksichtigen sind. Besser in Teilzeit als langzeitkrank.

Zusätzliche Belastungen durch interpretierbare Regelungen zur Arbeitszeit und Mehrarbeit müssen zeitnah abgebaut werden. Die Praxis der Mehrarbeit als unentgeltlicher  Pflichtstundenerhöhung und die damit verbundenen Verschleierungstatbestände gilt es zu ändern. Lösungen, die die GEW Thüringen dem Bildungsministerium vorgeschlagen hat, wären beispielsweise die Schaffung von Arbeitszeitkonten und die planmäßige Mehrarbeit auf freiwilliger Basis. Der Teufelskreis aus Abgeltung von Mehrarbeit durch Zeitausgleich, der wiederum Unterrichtsausfall oder Mehrarbeit produziert, muss durchbrochen werden. Mehrarbeit ist zu vergüten und das ab der ersten angeordneten Stunde. Die Schulaufsicht hat dafür Sorge zu tragen, eine verkappte Pflichtstundenerhöhung zu verhindern, indem es keine  regelmäßige Anordnung von abgeltungsfreier Mehrarbeit gibt.

Eine effektive und an den Schulen wahrnehmbare Personalreserve zur Vermeidung von Unterrichtsausfall ist zu schaffen.

Die Umsetzung der Rahmendienstvereinbarung zum Gesundheitsmanagement sollte eine Pflichtaufgabe der Schulaufsicht auf allen Ebenen werden und entsprechend personell wie finanziell abgesichert sein. Zur Umsetzung gehört, dass Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt und daraus entsprechende Maßnahmen abgeleitet und kontrolliert werden.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14083 Fri, 27 Apr 2018 11:00:00 +0200 Offener Brief der Lehrerinnen und Lehrer eines Thüringer Gymnasiums: Hilferuf an das Bildungsministerium https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/offener-brief-der-lehrerinnen-und-lehrer-eines-thueringer-gymnasiums-hilferuf-an-das-bildungsministe/ Am 16. April 2018 und damit wenige Tage vor den beginnenden Abiturprüfungen wendeten sich die Lehrer*innen eines Gymnasiums aus Thüringer mit einem offenen Brief an den Hauptpersonalrat Schule im Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS), an die Thüringer Staatskanzlei und an die bildungspolitischen Sprecher*innen. Dieser offene Brief ist ein lauter Hilferuf in Sachen Arbeitszeit und Mehrbelastung. Die GEW Thüringen sieht darin einen deutlichen Ausdruck veralteter und unzuverlässiger Regelungen auf dem Rücken der Lehrer*innen und hat dem Bildungsministerium bereits signalisiert, an der Lösung der Probleme vor Ort als Vermittler mitzuarbeiten. In diesem Brief machen sie auf die dauerhaften Belastungen der Kolleg*innen aufmerksam. „Wir werten dieses Schreiben als weiteren Beleg dafür, dass die Praxis im Umgang mit den bestehenden  Arbeitszeit- und Mehrarbeitsregelungen der Thüringer Lehrkräfte mitunter an die Grenzen der Belastbarkeit der Kolleg*innen führt und  deshalb die Regelungen selbst dringend verbessert werden müssen. Das ist ein wichtiger Schritt, um den hohen Langzeitkrankenstand in den Griff zu bekommen“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Und weiter: „Wir hoffen immer noch, dass die von Bildungsminister Holter versprochene Änderung in der Kultur des Umgangs mit Problemen seitens des Ministeriums und der Schulämter tatsächlich greift und der Überbringer der schlechten Nachricht nicht für diese verantwortlich gemacht wird. Wer einen Hilferuf absetzt, dem muss geholfen werden und der darf nicht stattdessen sanktioniert werden.“

Seit vielen Jahren weist die GEW Thüringen das Bildungsministerium darauf hin, dass die Regelungen zur Arbeitszeit und zur Mehrarbeit nicht nur präzisiert werden müssen, sondern dass aufgrund der Unklarheiten vielerorts an den Schulen von den Lehrer*innen mehr gearbeitet wird als vertraglich geregelt – und damit auch mehr als bezahlt. Die damit verbundene Verdichtung der Arbeit und der damit einhergehende Stress sind wohl eine der Ursachen für den hohen Langzeitkrankenstand und für die weitverbreitete Unzufriedenheit an den Schulen. Im November 2017 unternahm das TMBJS den Versuch, hier Klarheit hineinzubringen. Die GEW Thüringen unterstützte das und klärte ihre Mitglieder vor allem über die Frage auf, was genau denn Unterricht ist und wann genau Mehrarbeit entstehen kann. Genau hier gehen die Auffassungen auseinander. Diese Differenzen müssen im Interesse der Lehrer*innen aufgeklärt werden, damit  es gerade nicht zu ungerechtfertigter und letztlich nicht bezahlter Mehrarbeit kommt. Hier brauchen die Lehrer*innen und besonders die Schulleiter*innen verlässliche Regelungen an die Hand. Und genau darauf machten die Lehrer*innen im offenen Brief aufmerksam, wenn sie schreiben:

„Führt ein Lehrer am Gymnasium in der Zeit der ersten acht Unterrichtsstunden eines Schultages Aufsicht in Abiturprüfungen und kann deshalb in dieser Zeit seine an diesem Tage zu haltende planmäßig vorgesehene eine Unterrichtsstunde nicht halten, gilt diese eine Unterrichtsstunde … als gehalten. Klargestellt wird, dass ihm in diesem Fall eine - nicht acht - Unterrichtsstunden angerechnet werden.“ Das bedeutet in der Praxis, dass eine Lehrerin/ein Lehrer also acht Unterrichtsstunden arbeitet, aber nur eine bezahlt bekommt. Die Unlogik zu Lasten der Lehrer*innen ist offensichtlich – und letztlich nur ein Beispiel von vielen unklaren oder ungerechtfertigten Regelungen.

Oder um es noch deutlicher mit den Worten eines Kollegen dieses Gymnasiums  auszudrücken: „Am 27. April ist Deutsch-Abi, bis zur Abgabe der zweifach korrigierten Arbeiten haben die Kolleg*innen bis zum 24. Mai Zeit (an unserer Schule müssen die Erstkorrektoren auch die Zweitkorrektur stemmen, um ein ‚hohes Maß an Objektivität zu gewährleisten‘.) Sie haben also 40 Aufsätze in 27 Tagen (davon 12 reguläre halbe Arbeitstage, wenn man unterstellen würde, dass eine Lehrkraft an den Wochenenden und Feiertagen nicht arbeiten würde) neben der vollen Stelle zu korrigieren und sich mit ihrem Zweitkorrektor abzustimmen. In dieser Zeit liegt auch noch der Hauptprüfungstag für das mündliche Abitur. Wenn man pro Aufsatz mit 3 h rechnet, kann sich jeder selbst ausrechnen, wie bekömmlich das für die Gesundheit und das Wohlwollen der Kolleg*innen ist.“

Die GEW Thüringen sieht hier einen hohen Handlungsbedarf, um zu einheitlichen, verlässlichen und verbindlichen Regelungen zu kommen, die auch die Ergebnisse moderner Arbeitszeitstudien berücksichtigen. Es ist offensichtlich, dass die Frage der Arbeitszeit in Zeiten der demografischen Entwicklung im Lehrerkollegium, Stichwort Überalterung, eine immer größere Bedeutung bekommt. Deshalb lädt die GEW Thüringen alle daran interessierten Kolleg*innen zur „Konferenz zur Arbeitszeit/Mehrarbeit“ ein. Sie findet am Mittwoch, den 03.05.2018, 15:00 bis 18:00 Uhr, in der Alten Parteischule Erfurt, Hörsaal 3, Werner-Seelenbinder-Straße 14, 99096 Erfurt, statt.

Auf dieser Konferenz sollen Konsequenzen aus den Arbeitszeitstudien gezogen, mögliche Entlastungen diskutiert und erarbeitet werden, denn die Lehrkräfte arbeiten nachweislich länger als andere Beschäftigte. Problematisch ist: Es fehlen Erholungsmöglichkeiten zwischen den Unterrichtsstunden, die Sieben-Tage-Woche ist in der Schulzeit quasi obligatorisch und die Entgrenzung der Arbeitszeit ist fast die Regel. Selbst unter Einbeziehung der Ferienzeiten, die zumeist erhebliche Arbeit zu Hause bedeuten, kommen die Lehrkräfte im Mittel auf 48 Stunden und 18 Minuten – bei einer Bezahlung von 40 Stunden pro Woche. Seit rund 20 Jahren werden den Lehrkräften immer mehr Aufgaben angewiesen, die Pflichtstundenzahl wurde aber nicht entsprechend reduziert. Die Gesundheitsrisiken sind inzwischen immens, der hohe Langzeitkrankenstand spricht Bände.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-14056 Tue, 24 Apr 2018 15:00:00 +0200 Erfolgreiche Petition: Viele Thüringer*innen wollen bessere Bezahlung der Grund- und Regelschullehrkräfte https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erfolgreiche-petition-viele-thueringerinnen-wollen-bessere-bezahlung-der-grund-und-regelschullehrk/ Eine am 12. März 2018 auf der Plattform des Thüringer Landtags veröffentlichte Petition „A 13 bzw. E 13 für alle Lehrämter“ hat in der sechswöchigen Laufzeit das für eine öffentliche Anhörung erforderliche Quorum von 1.500 Mitzeichnern deutlich überschritten. Insgesamt zeichneten 2.041 Personen die von der GEW Thüringen unterstützte Petition, nach Angaben der Landtagsverwaltung liegen weitere 200 Unterschriften dem Petitionsausschuss vor. „Das ist ein klares Signal, dass die Forderung nach gleicher Bezahlung für gleichwertige Arbeit berechtigt und gewollt ist“, kommentiert Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen den Zwischenbericht. „Mit unserer Kundgebung am morgigen Mittwoch werden wir das Anliegen direkt vor den Thüringer Landtag bringen. Es geht um Wertschätzung und die Anerkennung sich verändernder Ausbildungsinhalte und Tätigkeiten. Kleine Beine – kleines Gehalt, das ist schon lange nicht mehr zeitgemäß!“

Die Kundgebung „Ja 13 für alle“ der GEW Thüringen findet am 25. April 2018 von 16:00 bis 17:30 Uhr vor dem Thüringer Landtag statt. Bildungsminister Helmut Holter hat seine Teilnahme zugesagt. Solidarisch zeigt sich der DGB-Bezirk Hessen-Thüringen durch die Teilnahme des stellvertretenden Vorsitzenden, Sandro Witt.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Studium Schule Bildung weiter denken Bildungssystem Gute Arbeit TV-L Beamte Presse Förderschule Gymnasium Regelschule Grundschule Thüringen
news-13937 Tue, 17 Apr 2018 08:00:00 +0200 Gewalt gegen Lehrer*innen: Hilfe statt Schuldzuweisung ist notwendig https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gewalt-gegen-lehrerinnen-hilfe-statt-schuldzuweisung-ist-notwendig/ „Die Gewaltbereitschaft nimmt zu, der Weg von verbaler zu körperlicher Gewalt scheint immer kürzer zu werden und das unabhängig von der Schulart“, konstatiert Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen nach der Veranstaltung am Abend des 12. April 2018. Heike Schiecke, Juristin der GEW-Rechtsstelle und Kai Christ, Landesvorsitzender der GdP Thüringen hatten zu einem vertrauensvollen Gespräch in die GEW-Landesgeschäftsstelle eingeladen. Die Lehrer*innen konnten aus eigenem Erleben bestehende Ängste und Sorgen berichten, Erfahrungen austauschen und eine Menge Fragen loswerden: Wie erkenne ich Gefahrensituationen? Wie kann ich mich selbst wehren? Welche Rechte habe ich? Wie erstatte ich Anzeige und was kommt nach einer Anzeige auf mich zu? Darf die Polizei in die Schule gerufen werden? Wie schaffe ich nach Gewalt den Weg zurück in den Alltag Schule?

„Beleidigungen, aber auch Gewaltandrohungen seien mittlerweile an der Tagesordnung.  Gewalttätige Übergriffe geschehen oft dann, wenn Lehrerinnen und Lehrer körperliche Auseinandersetzungen zwischen Schülerinnen und Schülern schlichten wollen“, fasst der GdP-Landesvorsitzende die Gesprächsrunde zusammen. Die Juristin der GEW Thüringen resümiert, dass Lehrer*innen eine umfassende Unterstützung brauchen und verweist auf die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

Lehrer*innen, die Gewalt erfahren haben, brauchen ebenso wie Langzeiterkrankte eine Unterstützung durch Maßnahmen des Gesundheitsmanagements und erleichterten Zugang zum schulpsychologischen Dienst. Wichtig ist aber auch, Lehrer*innen auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche hinzuweisen.

Schulleiter*innen sind verpflichtet, besondere Vorkommnisse zu melden. Hier muss jedoch ein Klimawandel einsetzen, denn wer ein Problem meldet, hat immer häufiger das Gefühl, der Verursacher des Problems zu sein. Genau daran muss sich etwas ändern: „Schulen, in denen gehäuft besondere Vorkommnisse gemeldet werden, brauchen Hilfe und keine Schuldzuweisung, dass sie die Dinge nicht mehr im Griff zu haben“, so Kathrin Vitzthum. Ziel sei, dass sich das Bildungsministerium und die nachgeordneten Schulämter schützend vor ihre Pädagog*innen stellen - und somit eine Form der Wertschätzung der Arbeit der Thüringer Lehrerinnen und Lehrer praktizieren.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Schulsozialarbeit Schule Bildungssystem Gute Arbeit Presse Thüringen
news-13749 Thu, 15 Mar 2018 13:30:00 +0100 Lehrkräftemangel verschärft sich in ganz Mitteldeutschland https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/lehrkraeftemangel-verschaerft-sich-in-ganz-mitteldeutschland-1/ Die Landesverbände der GEW in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sehen weiterhin mit großer Sorge auf die Entwicklung des Lehrkräftebestandes in den nächsten Jahren. Von einer auskömmlichen und normalen Situation an den Schulen kann in keinem der drei Bundesländer mehr die Rede sein. Statt wechselseitiger Abwerbungen von Lehrkräften sollten Anstrengungen, Erfahrungen und Ressourcen möglichst langfristig gebündelt werden. Die drei Vorsitzenden der GEW-Landesverbände warfen heute gemeinsam einen Blick auf die Situation und mögliche Entwicklungen an den Schulen in Mitteldeutschland. Dabei zeigen sich für die einzelnen Länder verschiedene Ausmaße und Ausprägungen des Mangels, die Ursache dafür ist aber überall gleich. Über viele Jahre wurde die Lehrkräfteausbildung aufgrund rigider Personalkürzungspolitik sträflich vernachlässigt.

In Sachsen zeigt sich das laut der Vorsitzenden, Uschi Kruse, am Fehlen von ca. 2.000 Lehrkräften im Schuljahr 2017/18, die zusätzlich notwendig wären, um allein um den zu erwartenden Krankenstand abzudecken. Zudem erreichte der Freistaat erneut einen Rekordwert bei der Einstellung von Seiteneinsteiger*innen. Zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres hatten landesweit 62 % aller Neueingestellten keine Lehrerausbildung. Besonders besorgniserregend ist die Quote der Seiteneinsteiger*innen an Oberschulen (80 %). Im ländlichen Raum lag sie in einigen Regionen sogar bei 100 %. Am 9. März 2018 hat die Staatsregierung nun ein Handlungsprogramm zur "Nachhaltigen Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen" beschlossen. Mit Verbeamtung, der Aufwertung der Grundschulen und verschiedenen anderen Maßnahmen soll ein Kurswechsel eingeleitet werden. Weil so spät reagiert wird, zu wenige Prioritäten gesetzt werden und große Ungerechtigkeiten an den Schulen in Kauf genommen werden, ist mit einer kurzfristigen Entspannung nicht zu rechnen.

Sachsen-Anhalt kämpft ebenfalls mit einem enormen Mangel an Lehrkräften, mindestens 1.000 fehlen jetzt schon für eine normale Unterrichtsversorgung. In der nächsten Zeit werden pro Jahr etwa 800 Kolleg*innen den Schuldienst verlassen. Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, sieht damit eine Verschlechterung der Lage vorprogrammiert: „Für diese absehbar hohen Abgangszahlen wurde kaum Vorsorge getroffen. Die Landespolitik steuert langsam um, aber die nächsten Lücken sind schon sichtbar. Für die 1.000 angekündigten Stellenausschreibungen im Schuldienst in diesem Jahr stehen knapp 500 Absolvent*innen im eigenen Land bereit. Die Not der Schulen droht sich damit absehbar weiter zu vergrößern.“

Auch Thüringen hat mit heftigem Unterrichtsausfall zu tun. 17.000 Unterrichtsstunden waren es beispielsweise im November 2017. In den nächsten fünf Jahren werden etwa 4.500 Lehrer*innen den Schuldienst verlassen. „Besonders prekär wird die Lage an den Thüringer Regelschulen, da die Zahl der Lehramtsstudierenden für dieses Lehramt deutlich unterhalb des Bedarfes liegen, während zu viele Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer  ausgebildet werden. Dies kann nur bedeuten, den Beruf Regelschullehrer attraktiver zu machen, zum Beispiel durch eine bessere Bezahlung“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Trotz der deutlich gestiegenen Einstellungszahlen bleibt die Lage an den Schulen angespannt, dazu trägt auch die zunehmende Zahl von befristeten Stellen bei.

Als Konsequenz aus dieser Notlage regten die drei Vorsitzenden eine enge, verlässliche und dauerhafte Abstimmung der drei Bundesländer an. Entscheidend ist, dass es auch in Mitteldeutschland gelingt, eine verlässliche und vorausschauende Personalpolitik im Schulbereich zu verankern – was gleichbedeutend mit einem planerischen Denken über Legislaturen hinweg ist. Voraussetzung dafür ist in allen drei Bundesländern, dass die zuverlässige personelle Ausstattung der Schulen staatlich und nicht betriebswirtschaftlich gedacht und unterfüttert wird. Nicht die schwarze Null ist das Ziel, sondern die Bereitstellung der staatlichen Leistung Schule in der jeweilig benötigten Qualität und Quantität. Die Bildungsministerien und nicht die Finanzministerien in allen drei mitteldeutschen Bundesländern sollen die Personalentscheidungen fällen.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW):
Die Bildungsgewerkschaft GEW ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Deutschland mit ca. 280.000 Mitgliedern. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende des Landesverbandes Thüringen ist Kathrin Vitzthum, des Landesverbandes Sachsen Uschi Kruse und des Landesverbandes Sachsen-Anhalt Eva Gerth.

 

Ansprechpartner

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Studium Schule Bildung weiter denken Bildungssystem LehrerInnenbildung Presse Thüringen
news-13676 Wed, 07 Mar 2018 09:00:00 +0100 Tarifverhandlungen TVöD: GEW Thüringen ruft für den 9. März 2018 in Gotha zum Warnstreik auf https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/tarifverhandlungen-tvoed-gew-thueringen-ruft-fuer-den-9-maerz-2018-in-gotha-zum-warnstreik-auf/ Seit dem 26. Februar 2018 verhandeln die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes mit dem Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über eine Entgelterhöhung für die Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes (TVöD Bund und Kommunen). Nun gibt es erste Warnstreiks, so auch am 9. März 2018 in Gotha. Die Forderungen der GEW lauten im Einzelnen:

  • Erhöhung der Tabellenentgelte um sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten
  • Erhöhung der Entgelte für Praktikantinnen und Praktikanten sowie Auszubildende um 100 Euro monatlich

Trotz des Rekordüberschusses der öffentlichen Haushalte von mehr als 38 Mrd. Euro haben die Arbeitgeber die Forderungen der GEW als nicht finanzierbar zurückgewiesen. „Selbstverständlich lassen wir uns das nicht gefallen und setzen nun ein erstes Warnzeichen“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen.

Zur Durchsetzung ihrer Forderungen ruft die GEW ihre tarifbeschäftigten Mitglieder am Museum für Regionalgeschichte und Volkskunde und in der Stadtverwaltung sowie an den Kindertageseinrichtungen der Stadt Gotha am 09. März 2018 zu einem Warnstreik in der Zeit von 8:00 – 11:00 Uhr auf. Treffpunkt ist vor dem Neuen Rathaus, Ekhofplatz 24, Gotha.  

Für Nachfragen steht Ihnen Nadine Hübener, Referentin für Bildung, unter 01573 336 02 98 zur Verfügung. Sie wird auch beim Warnstreik vor Ort dabei sein.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Kita TVöD Presse Thüringen
news-13614 Wed, 28 Feb 2018 09:00:00 +0100 Gleichstellung von 400 Ein-Fach-Lehrer*innen ist einfacher möglich, wenn das Bildungsministerium dem Vorschlag der GEW folgt https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gleichstellung-von-400-ein-fach-lehrerinnen-ist-einfacher-moeglich-wenn-das-bildungsministerium-dem/ Auf der Sitzung des Geschäftsführenden Vorstandes der GEW Thüringen wurde die Thematik Ein-Fach-Lehrer*innen intensiv beraten und ein alternativer Vorschlag für eine mögliche Gleichstellung entwickelt. Konkret sieht der Vorschlag vor, dass für beide Gruppen von Ein-Fach-Lehrer*innen leichtere Anerkennungsmodalitäten gelten sollen. So sollen die Ein-Fach-Lehrer*innen mit einer unbefristeten Unterrichtserlaubnis in einem zweiten Fach und einer mindestens fünfjährigen Unterrichtstätigkeit an einer staatlichen Schule oder Schule in freier Trägerschaft den Zwei-Fach-Lehrer*innen einfach gleichgestellt werden. Das würde bedeuten, dass keine universitäre Prüfung mehr nötig wäre, wie es das Bildungsministerium vorsieht.

Für die andere Gruppe der Ein-Fach-Lehrer*innen, die zwar langjährig ein weiteres Fach unterrichten, dafür aber keine Unterrichtserlaubnis erworben haben, soll es ein einfacheres Verfahren der Feststellung der Lehrbefähigung geben als derzeit vom Bildungsministerium vorgesehen. Sie sollen mindestens 15 Jahre Lehrtätigkeit, eine achtjährige Unterrichtstätigkeit in diesem Fach sowie die Teilnahme an Fortbildungen nachweisen. Dann sollte es zur Feststellung reichen, eine Lehrprobe mit schriftlicher Unterrichtsvorbereitung und anschließendem Reflexionsgespräch abzulegen.

Über diesen Vorschlag hat die GEW Thüringen am 19. Februar 2018 Bildungsminister Helmut Holter informiert und setzt nun darauf, dass dieser Vorschlag in die Entscheidung einbezogen wird.

Für die rund 400 betroffenen Lehrer*innen wäre dieses Vorgehen angesichts der geleisteten Arbeit in den letzten 28 Jahren eine Form der Anerkennung. Dies gilt dann auch für die finanzielle Gleichbehandlung in der Besoldung bzw. Bezahlung. Die GEW Thüringen fordert das Ministerium auf, den Vorschlag ernsthaft zu prüfen und zeitnah umzusetzen.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Schule Bildungsgerechtigkeit Gute Arbeit TV-L Beamte Presse Thüringen
news-13606 Tue, 27 Feb 2018 08:00:00 +0100 Endlich kann in Thüringen flexibel in den Thüringer Schuldienst eingestellt werden: Die GEW Thüringen begrüßt diese Maßnahme https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/endlich-kann-in-thueringen-flexibel-in-den-thueringer-schuldienst-eingestellt-werden-die-gew-thueringe/ Gestern wurde die neue Richtlinie des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) für die Einstellung in den Thüringer Schuldienst veröffentlicht. Die GEW Thüringen begrüßt, dass nun starre Bewerbungstermine wegfallen und damit jederzeit Einstellungsverfahren zum 1.2. oder 1.8. möglich sind. „Das ist ein deutlicher Gewinn an Planbarkeit für Bewerberinnen und Bewerber – und auch für die Schulämter“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Bisher gab es zwei feste Bewerbungstermine (30. April und 30. November) und erst danach begannen die Auswahlverfahren, die leider nicht selten bis kurz vor oder sogar in das neue Schulhalbjahr (1.2.) bzw. Schuljahr (1.8.) andauerten. Im Ergebnis wurden zum einen viele der besten Bewerber*innen durch andere Bundesländer abgeworben, weil diese einfach schneller Zusagen für Stellen gaben. Und zum anderen war die notwendige Planungssicherheit für die Bewerber*innen nicht gegeben. Organisatorisches wie Umzug, Beachtung von Kündigungsfristen für beispielsweise Mietverträge oder die Suche nach einem Kindergartenplatz für das eigene Kind im neuen Wohnort waren nicht oder nur sehr spekulativ möglich.

Durch die neue Einstellungsrichtlinie ist es den Schulämtern nunmehr jederzeit möglich, das  Einstellungsverfahren mit dem Bewerber*innen durchzuführen. Wenn sich beispielsweise jemand im April bewirbt und ihm umgehend eine Stelle ab August angeboten werden kann, ist das für die Bewerberin/den Bewerber als auch für das Schulamt eine gute Sache. Einige Stellen werden im Laufe des Schuljahres durch ausscheidende Lehrkräfte frei, so bei Vertretungen für Lehrkräfte mit Beschäftigungsverbot, in Elternzeit, bei absehbar längerer Abwesenheit durch Krankheit oder bei Ersatz nach Todesfällen. Diese zeitweise oder dauerhaft offenen Stellen können nun erstmals sofort wieder besetzt werden, die sogenannte unterjährige Einstellung. Auch das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Dazu noch einmal Kathrin Vitzthum: „Als GEW Thüringen möchten wir das Bildungsministerium hierfür ausdrücklich loben. Unsere jahrelange Hartnäckigkeit hat sich an dieser Stelle ausgezahlt. Nun kommt es nur noch auf die gelebte Einstellungspraxis der Schulämter an, doch sind wir da optimistisch.“

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Studium Schule Bildungssystem Gute Arbeit Presse Thüringen
news-13592 Mon, 26 Feb 2018 00:00:00 +0100 Den öffentlichen Dienst stärken – Tarifrunde der Kommunen strahlt auch auf Entgeltniveau freigemeinnütziger Träger aus https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/den-oeffentlichen-dienst-staerken-tarifrunde-der-kommunen-strahlt-auch-auf-entgeltniveau-freigemeinn/ Am 26. Februar 2018 beginnen in Potsdam die Tarifverhandlungen für die über 37.000 Thüringer Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Kommunen. Die Gewerkschaften fordern eine Entgelterhöhung im Umfang von 6 Prozent, mindestens jedoch 200 Euro sowie eine Angleichung der Jahressonderzahlung Ost an das West-Niveau. Das Geld für eine bessere Bezahlung ist vorhanden: Im Jahr 2017 wuchsen die Steuereinnahmen des Bundes um 4,1 Prozent, im Bereich Gemeinden um 6,7 Prozent. Die steuerlichen Mehreinnahmen gingen dabei einher mit geringerer Verschuldung der Kommunen. Vor diesem Hintergrund erscheint es zwingend, den öffentlichen Dienst in seiner gesellschaftlichen Verantwortung für die Daseinsfürsorge zu stärken. In Thüringen gilt das Tarifniveau des öffentlichen Dienstes zudem als gewerkschaftliche Leitwährung im Kampf gegen Billiglöhne und Lohndumping. Dies gilt vor allem für den weit verzweigten Sozial- und Gesundheitsbereich.

So werden beispielsweise von den 1.319 Thüringer Kitas nur noch 37 Prozent durch die öffentliche Hand betrieben. Mit Blick auf das pädagogische Personal bedeutet das, dass zwar 4.635 Beschäftigte unmittelbar unter die Geltung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst fallen. Dem gegenüber stehen 9316 Beschäftigte in Kitas in freier Trägerschaft, die von diesen tariflichen Entwicklungen abgehangen wurden. „Gleichwohl bleibt der TVöD für die Erzieherinnen und Erzieher in Thüringer die Leitwährung. Auch wenn es manch freier Träger nicht offen zugibt, orientieren sich viele Thüringer Träger am öffentlichen Dienst und versuchen so, den Anschluss zu halten“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. „Kindertageseinrichtungen gehören als kommunale Pflichtaufgabe in den Bereich der Daseinsfürsorge und benötigen deshalb eine Bindung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst.“

Auch auf die ambulante und stationäre Pflege trifft das zu, obwohl hier andere Gegebenheiten wirken als im Kita-Bereich. Derzeit sorgen in Thüringen rund 19.000 Beschäftigte in Pflegeheimen und etwa 11.000 Beschäftigte in ambulanten Diensten für das Wohlergehen von 94.000 Pflegebedürftigen. Von den rund 460 Pflegeheimen befinden sich 55 Prozent in freigemeinnütziger und nur noch 6 Prozent in öffentlicher Trägerschaft1. Zwar existieren diverse tarifliche Regelungen zwischen Wohlfahrtsverbänden und Nicht-DGB-Gewerkschaften, aber ein mittleres monatliches Einkommen für Vollzeit-Pflegefachkräfte von gerade mal 2.245 Euro hält Fachkräfte nicht in Thüringen2. „Aber genau darum geht es“, betont Corinna Hersel, Bezirksgeschäftsführerin der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Thüringen, und führt aus: „Prognosen zufolge fehlen in Thüringen bis 2030 rund 8.000 zusätzliche Pflegefachkräfte. Gerade in Zeit des Fachkräftemangels sollten Kommunen und freie Träger gemeinsam mit ver.di und GEW an einem Strang ziehen, um die Arbeitsbedingungen im Sozial- und Gesundheitsbereich durch faire Einkommen attraktiver zu gestalten.“ Die Gewerkschaften legten besonderen Wert auf das Subsidiaritätsgebot und die Tarifautonomie als Grundlage ihres Handelns, so Hersel, dies dürfe aber nicht dazu führen, dass Beschäftigte der gleichen Branche über diese Mechanismen gegeneinander ausgespielt werden. „Das Gebot ‚Gleicher Lohn für vergleichbare Arbeit` gilt für uns nicht nur in Bezug auf Männer und Frauen, sondern auch für Beschäftigte im öffentlichen Dienst und bei freigemeinnützigen Trägern“, erläutert die Bezirksgeschäftsführerin abschließend.

 


1 Pflegestatistik – Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung, Ländervergleich Pflegeheime, Statistisches Bundesamt 2017
2 Entgelte von Pflegekräften – weiterhin große Unterschiede zwischen Berufen und Regionen, Holger Seibert u.v.a., IAB 2018

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Kita Tarif TVöD Presse Thüringen
news-13449 Thu, 08 Feb 2018 14:30:00 +0100 GEW: „Sechs Prozent mehr Gehalt – mindestens jedoch 200 Euro“ https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-sechs-prozent-mehr-gehalt-mindestens-jedoch-200-euro-1/ Bildungsgewerkschaft zur Tarifrunde im öffentlichen Dienst Bund und Kommunen Berlin – Sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro fordern die Gewerkschaften in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes für die bei Bund und Kommunen Beschäftigten. Zudem erwarten die Gewerkschaften, dass die Jahressonderzahlung für das Tarifgebiet Ost auch für den kommunalen Bereich an das West-Niveau angeglichen wird. Fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit zahlen die Kommunen im Tarifgebiet Ost nur 75 Prozent der Sonderzahlung West.

„Die Einkommen der Beschäftigten müssen mit den steigenden Lebenshaltungskosten und der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt halten. Deshalb ist jetzt ein kräftiger Schub bei der Steigerung der Reallöhne notwendig. Die öffentliche Hand hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 38,4 Milliarden Euro gemacht. Dafür haben die Beschäftigten mit ihrer Arbeit die Voraussetzungen geschaffen, jetzt müssen sie an dieser Entwicklung beteiligt werden“, sagte Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), während einer Pressekonferenz der Gewerkschaften ver.di, GdP und GEW sowie des Beamtenbundes am Donnerstag in Berlin. „Steigende Reallöhne sind wichtig, um die Binnenkonjunktur weiter anzukurbeln. Wir dürfen uns nicht allein auf den Export verlassen. Zudem wollen wir mit dieser Forderung den Abstand zu der Gehaltsentwicklung in der Privatwirtschaft verkürzen.“ Seit dem Jahr 2000 sind die Gehälter im öffentlichen Dienst weniger stark gestiegen als in der Gesamtwirtschaft. Die Lücke beträgt etwa vier Prozent.

Tepe forderte die Arbeitgeber auf, mit der GEW über die tarifliche Eingruppierung kommunaler angestellter Lehrkräfte zu verhandeln: „Wir brauchen endlich eine tarifliche Lösung, damit die Kommunen Lehrkräfte nicht weiterhin nach Gutdünken eingruppieren.“ In Bayern gibt es rund 9.000 Lehrkräfte an Schulen in kommunaler Trägerschaft, davon sind über 3.000 Angestellte.
„Deutschland braucht einen handlungsfähigen Staat mit hoch qualifizierten und motivierten Beschäftigten. Der öffentliche Dienst muss für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer attraktiv bleiben: Dazu gehören nicht zuletzt eine gute Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen“, betonte Tepe.

Info: Der Auftakt zur Tarifrunde findet am 26. Februar in Potsdam statt. Für den 12./13. März und den 15./16. April sind zwei weitere Verhandlungsrunden in Potsdam geplant.

Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr haben.

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Tarif TVöD Presse Thüringen
news-13351 Tue, 30 Jan 2018 13:00:00 +0100 Tausende Stellen an Grundschulen unbesetzt https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/tausende-stellen-an-grundschulen-unbesetzt-1/ Experte: Rechtsanspruch auf Ganztagsschulplatz ist „Wählerbetrug“ (Pressemitteilung der GEW zur Sendung am 30.01.2018, 21.00 Uhr im ZDF) Berlin – Der Lehrermangel an deutschen Grundschulen ist gravierender als bislang angenommen. Das ergibt eine Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für das ZDF-Magazin Frontal21. Danach fehlen deutschlandweit rund 2.000 Grundschullehrer. Außerdem mussten mehrere tausend Quer- und Seiteneinsteiger eingestellt werden, um den Unterricht gewährleisten zu können. „Das ist natürlich ein Drama, weil es zu Lasten der Schülerinnen und Schüler geht und zu Lasten der vorhandenen Lehrkräfte“, kommentierte Marlis Tepe, GEW-Vorsitzende die Ergebnisse. Die Bildungsgewerkschaft hat im Januar in allen GEW-Landesverbänden Zahlen zu unbesetzten Stellen und Nachbesetzungen abgefragt. Ohne Seiteneinsteiger sei der Grundschulunterricht in einigen Bundesländern kaum noch aufrecht zu erhalten, kritisiert Heinz-Peter Meidinger vom Deutschen Lehrerverband. „Das ist natürlich eine skandalöse Entwicklung.“ In Berlin und Sachsen seien 50 Prozent, manchmal über 80 Prozent der Neueinstellungen im Grundschullehramt keine Lehrer sondern Quereinsteiger.

Ursachen für die Misere an den Grundschulen sind nach Auffassung von Experten schlechte Planungen der Kultusmister der Länder. Trotz steigender Geburtenraten seien zu wenig Lehrer ausgebildet und eingestellt worden. Die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge an den Hochschulen habe das Problem verschärft, so Jörg Ramseger, Professor für Grundschulpädagogik an der Freien Universität Berlin: „Es hat die Kultusminister schon damals schlichtweg nicht interessiert.“ Tatsächlich wurden nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Deutschland im Jahr 2016 mehr als 100.000 Kinder mehr geboren als noch 2005. Dennoch wurde die Zahl der Studienplätze für Grundschullehrer reduziert. An der Freien Universität Berlin beispielsweise seien die Immatrikulationen von 200 pro Jahr auf zwischenzeitlich 60 bis 70 pro Jahr gesunken. „Bei 340 Grundschulen in der Stadt kann man sich ausrechnen, was passiert“, sagte Ramseger.

Angesichts dieser Zahlen hält Ramseger den im Sondierungspapier versprochenen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz für unrealistisch: „Das ist bestenfalls ein Selbstbetrug, allemal ein Wählerbetrug.“ Es sei völlig undenkbar, dass das Recht auf Ganztagserziehung in der Grundschule zu realisieren sei. „Das Personal wird nicht zur Verfügung stehen. Ich würde so etwas als Politiker nicht versprechen.“ Im Sondierungspapier haben SPD und CDU 3,5 Mrd. Euro für bessere Bildung eingeplant. Das ist aus Sicht der Bildungsgewerkschaft GEW angesichts des Lehrermangels und des Sanierungsstaus an Schulen zu niedrig. „Um den Durchschnitt der OECD-Länder zu erreichen, bräuchten wir so etwas wie 40 Milliarden.“ forderte GEW-Chefin Tepe im ZDF.

Nachfragen bitte unter:
Tel.: 030 / 2099-1251 (Christian Rohde)
Fax: 030/2099-1260

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Schule Bildung weiter denken Bildungssystem LehrerInnenbildung Presse Grundschule Thüringen
news-13304 Thu, 25 Jan 2018 13:00:00 +0100 Die Bildungsausgaben in Thüringen steigen, aber Geld allein macht nicht glücklich https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/die-bildungsausgaben-in-thueringen-steigen-aber-geld-allein-macht-nicht-gluecklich/ Heute hat die Thüringer Landesregierung den Einzelplan 04 des Doppelhaushaltes 2018/19, der für die Bildungsausgaben steht, in zweiter Lesung in den Landtag eingebracht. Die GEW Thüringen begrüßt die geplanten höheren Bildungsausgaben, sieht aber die Schaffung vieler befristeter und damit unattraktiver Stellen für Lehrkäfte kritisch und hält die versprochene Unterrichtsgarantie für weiterhin nicht erreichbar. Die Thüringer Landesregierung investiert ohne jeden Zweifel viel Geld in die Bildung. 2018 werden im Vergleich zu 2017 rund 100 Millionen Euro mehr eingeplant, im Jahr 2019 bleibt es auf ähnlich hohem Niveau. Dieser Entscheidung für die überproportionale Steigerung im Vergleich zum Gesamthaushalt gebührt Respekt.

Die GEW Thüringen erkennt an, dass die Landesregierung den Einstieg in die gebührenfreie Bildung mit dem beitragsfreien Kitajahr wagt. Sie stellt mehr Lehrer*innen und Erzieher*innen ein und erhöht die Besoldung für Regelschullehrkräfte. Sie investiert in Schulsanierung und Schulneubau. Sie erhöht die Jugendpauschale und die Mittel für die Erwachsenenbildung. Sie richtet ein Schulbudget ein, das von Schulämtern verwaltet wird.

„Die Anstrengungen der Thüringer Landesregierung gilt es zu würdigen. Dennoch gießen wir Wasser in den Wein, denn Geld allein macht nicht glücklich“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen, denn:

  • In die Zahl der Einstellungen sind die notwendigen Entfristungen bisher befristeter Stellen eingeschlossen. Damit stehen eben nicht zwingend neue Lehrer*innen vor den Schulklassen, sondern etwa 400 Menschen, die bereits im Thüringer Schuldienst arbeiten.
  • Die Einstellung weiterer Erzieher*innen wird nur durch Umschichtung von Lehrer*innenstellen möglich. Das bedeutet: um eine Lücke zu stopfen, wird eine neue aufgerissen.
  • Das Schulbudget, dass laut Aussagen des Bildungsministers Helmut Holter vom Herbst 2017 zur Absicherung des Unterrichts durch Einstellung von Honorarkräften bei Erkrankungen von Lehrkräften geplant ist, kann aus rechtlichen Gründen genau dafür nicht verwendet werden und droht nun, weitgehend ungenutzt zu bleiben.
  • Ohne Not werden die geltenden Regelungen des Personalentwicklungskonzepts Schule von 2013, das eine unbefristete Einstellung in die Vertretungsreserve vorsieht, immer noch nicht umgesetzt. Stattdessen werden insgesamt 600 Vollzeitstellen für die befristete Einstellung vorgehalten, die in Zeiten des bundesweiten Lehrkräftemangels und eines Wettbewerbs der Bundesländer um Lehrkräfte mehr als unattraktiv sind.

„Wir haben mehr erwartet: mehr Mut zur Zukunft, mehr Verantwortung für die Beschäftigten. Es geht nicht allein um die Frage, wie viel Geld die Landesregierung für Bildung ausgeben wird, sondern wie und wofür sie es einsetzt. Wir fürchten nun, dass die teils klugen Empfehlungen, die im Werkstattprozess zur Zukunft Schule entstanden sind, nicht zeitnah umgesetzt werden. Unsere aktuell laufenden Verhandlungen mit dem Bildungsministerium zur Weiterentwicklung des Personalentwicklungskonzeptes Schule, das vor allem die notwendigen personellen Ressourcen in den Blick nimmt, stoßen mit diesem Doppelhaushalt an ihre Grenzen“, kommentiert Vitzthum.

Aus Sicht der GEW Thüringen ist der vom Kabinett beschlossene Stellenabbaupfad das eigentliche Problem. Dieser bedingt, dass die rot-rot-grüne Landesregierung auf die weiter steigenden Schüler*innenzahlen zu einem großen Teil nur mit befristeten Einstellungen reagiert. Diese politische Entscheidung beachtet leider nicht die Realitäten und Bedürfnisse an Thüringer Schulen und geht zu Lasten von Schüler*innen, Eltern und Beschäftigten gleichermaßen.

Dazu Kathrin Vitzthum: „Als Gewerkschaft lehnen wir flächendeckende Befristungen und damit prekäre Beschäftigungsbedingungen ab. Wir wollen, dass Thüringens Schulen attraktiv für Bewerberinnen und Bewerber auch aus anderen Bundesländern sind. Stattdessen werden etliche Absolventinnen und Absolventen nach dem Vorbereitungsdienst das Bundesland Thüringen verlassen und dorthin gehen, wo unbefristete Stellen für Lehrkräfte angeboten werden. So werden wir dem Unterrichtsausfall nicht begegnen können. Das ist alles andere als zukunftsfest.“

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Schule Bildung weiter denken Bildungssystem Gute Arbeit Presse Thüringen
news-13107 Mon, 18 Dec 2017 15:00:00 +0100 Prekäre Lage der Thüringer Horterzieher*innen hält unnötig weiter an, weil der Landtag keinen Haushalt verabschiedet https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/prekaere-lage-der-thueringer-horterzieherinnen-haelt-unnoetig-weiter-an-weil-der-landtag-keinen-hausha/ Die in den Januar 2018 verschobene Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2018/19 hat für viele Erzieherinnen und Erzieher an Grund- und Gemeinschaftsschulen Konsequenzen. Obwohl ihnen bereits im September ein verbindliches Angebot zur dauerhaften Erhöhung des Beschäftigungsumfanges auf 60 Prozent unterbreitet wurde, gehen sie nun erst einmal leer aus. Die vorläufige Haushaltsführung verhindert nach Aussage des Bildungsministeriums die Umsetzung der Erhöhung. „Wertschätzung sieht anders aus. Jahrelang haben die Erzieherinnen und Erzieher auf eine Erhöhung ihres Beschäftigungsumfangs gewartet. Als ihnen im September 2017 wenigstens 10 Prozent mehr angeboten wurde, war da schon Erleichterung zu spüren. Und nun diese Information an die Beschäftigten vor Weihnachten, das macht es noch bitterer“, erklärt Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen.

Die GEW Thüringen hält diese Entscheidung aus zwei Gründen für hochproblematisch:

  1. Die Verabschiedung des Doppelhaushaltes erst im Januar 2018 war bereits im Oktober abzusehen. Auch wenn das Bildungsministerium für die Verzögerung keine Verantwortung trägt, hätten die letzten Wochen genutzt werden müssen, gemeinsam mit dem Finanzministerium eine Lösung im Interesse der Beschäftigten zu finden.
  2. Bei einer zu erwartenden vorläufigen Haushaltsführung sind die Notwendigkeit bzw. Verpflichtung einer Ausgabe zu prüfen. Die Bedarfsmeldungen der Schulen in Verbindung mit dem Personalentwicklungskonzept 2025 deuten unserer Ansicht nach mindestens auf die Notwendigkeit hin. Dieser Spielraum wird ebenfalls nicht genutzt.

Kathrin Vitzthum abschließend: „Wer für die Verzögerung der Verabschiedung des Doppelhaushaltes die Verantwortung trägt, wissen die Beteiligten selbst am besten. Eine bessere Kommunikation mit den Beschäftigten und eine ernsthafte Suche nach Lösungen wäre vor allem nach den Erfahrungen mit der Rückführung der Horte in den Landesdienst nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig gewesen.“

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Schule Bildung weiter denken Bildungssystem Gute Arbeit Presse Schulhorte Grundschule Thüringen
news-13083 Thu, 14 Dec 2017 11:00:00 +0100 Erste Verbesserungen durch das neue Kita-Gesetz – Doch viele Erzieher*innen haben mehr erwartet https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erste-verbesserungen-durch-das-neue-kita-gesetz-doch-viele-erzieherinnen-haben-mehr-erwartet/ Die GEW Thüringen begrüßt grundsätzlich die ersten Verbesserungen durch das heute verabschiedete Thüringer Gesetz über die Neuregelung der Kindertagesbetreuung. Neben dem beitragsfreien letzten Kitajahr sieht das neue Gesetz eine schrittweise Verbesserung des Personalschlüssels für die Drei- bis Vierjährigen auf dann 1:12 vor. Wir begrüßen, dass die Landesregierung mit dieser ersten Anpassung des Personalschlüssels ihrer Verantwortung für die Bildungsqualität der Kindertageseinrichtungen nun nachkommt. Dennoch kommen wir nicht umhin zu betonen, dass sowohl der Personal- als auch der Betreuungsschlüssel, auch mit den geplanten Verbesserungen, noch nicht wissenschaftlichen Standards für die Betreuungs- und Bildungsqualität entsprechen. Zudem ist der Bandbreite des Alters der Kinder in Kindertageseinrichtungen damit nicht entsprochen. Sowohl die Altersgruppe der 0- bis 3-Jährigen als auch die der ab 4-Jährigen profitiert davon überhaupt nicht. Auch für diese Altersgruppen gilt es aber die Personal- und Betreuungsschlüssel schrittweise zu verbessern.

Eine weitere Anpassung wurde für die Bemessung der Leitungstätigkeit vorgenommen. Einrichtungen mit mehr als 100 Kindern erhalten nun weitere Stellenanteile für die Leitungstätigkeit, maximal jedoch eine weitere halbe Stelle. Berücksichtigt man allerdings das Profil der Leitung und fokussiert somit die pädagogische Qualität, ist es nicht nachvollziehbar, weshalb die Leitung erst ab einer Kinderzahl von 100 gruppenfrei gestellt werden und es weiterhin eine Kappungsgrenze geben soll. Jedes Kind einer Kindertageseinrichtung – egal ob es sich um eine kleine oder sehr große Einrichtung handelt – hat Anspruch auf eine qualitative Leitung.

Des Weiteren hat sich die GEW Thüringen von diesem Gesetzesentwurf mehr Weitsicht versprochen. Gerade im Zusammenhang mit dem drohenden Fachkräftemangel sind gute Arbeitsbedingungen, zu denen neben einem pädagogisch begründeten Personal- und Betreuungsschlüssel auch eine tarifvertragliche Entlohnung der Beschäftigten zählt, entscheidend.
Zwar wurde in der heutigen Landtagsdiskussion auf die Notwendigkeit hingewiesen, die tarifliche Situation der Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen zum Beispiel durch eine von der GEW favorisierte Tariftreueklausel zu verbessern. Nur verpasst es die Landesregierung zum Bedauern vieler Beschäftigter, die nicht im öffentlichen Dienst tätig sind, diesen Schritt mit der aktuellen Novelle des Kita-Gesetzes praktisch umzusetzen. Das Land Thüringen könnte seine Zuschüsse auch in der Kitafinanzierung an Mindestbedingungen knüpfen. Es ist der GEW Thüringen unverständlich, wie das Land Thüringen einerseits nicht unerhebliche Mittel für die übertragene Aufgabe den Kommunen zuweist, andererseits aber wenig Interesse zeigt, die Verwendung der Mittel an besondere Bedingungen zu knüpfen.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Kita Bildungsqualität Gute Arbeit Tarif Presse Kita in freier Trägerschaft Erzieher*innenbildung Betriebsräte Personalräte Thüringen
news-12979 Wed, 06 Dec 2017 09:00:00 +0100 Erfolgreiche Tarifverhandlungen der GEW mit der Volkssolidarität https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erfolgreiche-tarifverhandlungen-der-gew-mit-der-volkssolidaritaet/ Nach erfolgreichen Tarifverhandlungen der GEW Thüringen mit der Volkssolidarität Oberland e.V. steigen die Gehälter der dort angestellten Erzieherinnen und Erzieher ab Januar 2018 um bis zu 20 Prozent. Für die Erzieherinnen und Erzieher der Volkssolidarität Oberland e.V. beginnt das Jahr 2018 mit dem Einstieg in einen Tarifvertrag. Zuvor regelten allein Richtlinien des Arbeitgebers die Vergütung. Diese lag etwa ein Viertel unter den Vergütungsbedingungen des öffentlichen Dienstes. Nach drei Verhandlungsterminen im Oktober und November 2017  erzielte die GEW Thüringen ein Ergebnis, welches vorsieht, dass die Beschäftigten aus den sechs Kindertageseinrichtungen des Trägers ab dem 01.01.2018 auf der Grundlage des Tarifvertrags der Länder (TV-L) eingruppiert und bezahlt werden. Das bedeutet für die Erzieherinnen und Erzieher ein Gehaltsplus von bis zu 20 Prozent. Der Tarifabschluss sieht weitere Gehaltssteigerungen im Umfang von 2,7 Prozent in den Jahren 2019 und 2020 vor.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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Kita Tarif TV-L Presse Kita in freier Trägerschaft Thüringen
news-12800 Tue, 14 Nov 2017 11:00:00 +0100 GEW: „JA13 für alle Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I“ https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-ja13-fuer-alle-lehrkraefte-an-grundschulen-und-in-der-sekundarstufe-i-1/ Aktionen der Bildungsgewerkschaft für bessere Bezahlung laufen bis zum 24. November Frankfurt a.M. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht während eines bundesweiten Aktionszeitraums weiter Druck für „JA13“, die gleiche Bezahlung aller voll ausgebildeten Lehrkräfte. Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I sollen künftig nach der Besoldungsgruppe A13 (Beamtinnen und Beamte) bzw. der Entgeltgruppe E13 (Angestellte) bezahlt werden. „Es tut sich noch zu wenig in den Landesregierungen“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag in Frankfurt a.M. mit Blick auf den Auftakt der Aktionen, die bis zum 24. November laufen. „Die bessere Bezahlung von Lehrkräften, insbesondere an Grundschulen, aber in einigen Bundesländern auch an weiterführenden Schulen, ist ein wirksames Instrument gegen den dramatischen Lehrkräftemangel. Es ist höchste Zeit, gute Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern auch gut zu bezahlen und damit die Attraktivität des Berufs zu steigern.“ Die GEW setze sich dafür ein, dass der Lehrkräfteberuf in allen Schulformen auch durch die Bezahlung als gleichwertig anerkannt wird. Vorreiter seien Berlin und Brandenburg, so Tepe. Hier würden – allerdings mit großen Einschränkungen für die Lehrkräfte, die bereits eingestellt sind, und Lehrkräfte, die eine Ausbildung in der ehemaligen DDR gemacht haben – die Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen nach A13/E13 bezahlt. Auch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen habe angekündigt, die Lehrkräfte an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I künftig nach A13 zu besolden.

„Wenn der Zusammenhalt in der Gesellschaft nicht zerbrechen soll, muss in Bildung mehr Geld als bisher investiert werden – von der frühen Kindheit bis zum Schulabschluss sowie darüber hinaus. In Kita und Grundschule wird die Basis geschaffen, damit Menschen ein selbstbestimmtes Leben in gesellschaftlicher Verantwortung führen können“, betonte Tepe. „Die Zeiten, in denen der Spruch ‚Kleine Kinder – kleines Gehalt, große Kinder – großes Gehalt‘ galt, sind historisch längst überholt. An den Schulen in Deutschland wird zwar nicht überall die gleiche Arbeit gemacht, aber es wird gleichwertige Arbeit geleistet - und die muss gleich bezahlt werden!“ Die GEW-Vorsitzende kritisierte, dass offenbar bis heute viele Politikerinnen und Politiker die pädagogische Arbeit an Grundschulen, aber auch an Haupt- und Realschulen geringer wertschätzten als den Unterricht beispielsweise am Gymnasium. „Diese Ansichten sind überholt und müssen endlich überwunden werden“, unterstrich Tepe. Sie machte zudem darauf aufmerksam, dass Grundschullehrerinnen – an dieser Schulart arbeiten zu gut 90 Prozent Frauen – durch die schlechtere Bezahlung mittelbar wegen ihres Geschlechts diskriminiert würden.

Auch die Dauer der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer sei mittlerweile kein Argument mehr, Lehrkräftegruppen wie an den Grundschulen schlechter zu bezahlen. In den meisten Bundesländern studierten alle angehenden Lehrkräfte einen Bachelor- und Masterstudiengang und kämen nach zehn Semestern in das Referendariat. „Die reformierte und verlängerte Ausbildung muss sich auch in einer besseren Bezahlung der Lehrkräfte niederschlagen“, sagte Tepe.

Info: Nicht nur in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen hat sich etwas bewegt: Auch in Schleswig-Holstein geht die Auseinandersetzung um „JA 13“ nach dem Regierungswechsel weiter. In Baden-Württemberg können sich 5.000 Lehrkräfte an Hauptschulen weiterqualifizieren und werden dann nach A13 besoldet. Rheinland-Pfalz macht 1.200 Hauptschullehrkräften ein ähnliches Angebot. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ist es schon vor mehreren Jahren gelungen, Lehrkräfte an Regional- und Mittelschulen in A13 bzw. E13 zu bringen. Auch in Thüringen ist mittlerweile eine Anhebung der Bezüge der Regelschullehrkräfte zwischen Finanzministerium und Gewerkschaften vereinbart, zunächst um 50 Prozent der Differenz von A12/A13 bzw. E11/E13. Die vollständige Bezahlung nach A13 bzw. E13 soll so schnell wie möglich kommen.

Mit dem nach 2016 zweiten bundesweiten Aktionszeitraum macht die GEW mit „JA13“ nun weiter Druck.

Hier geht´s zum Hintergrundmaterial zu „JA 13“ und der Initiative „Bildung. Weiter denken!“.

Für Rückfragen steht Ihnen Frauke Gützkow, GEW-Vorstandsmitglied für Frauenpolitik, per Mail unter: frauke.guetzkow(at)gew(dot)de oder mobil unter: 0160/97035827 zur Verfügung.

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Schule LehrerInnenbildung Gute Arbeit Gleichstellung Tarif TV-L Beamte Presse Gemeinschaftsschule Regelschule Grundschule Thüringen
news-12627 Thu, 19 Oct 2017 11:00:00 +0200 30 Organisationen fordern: „Gute Bildung für alle Menschen!“ https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/30-organisationen-fordern-gute-bildung-fuer-alle-menschen/ Breites Bündnis macht sich für mehr Geld in der Bildung stark Berlin – Mit Blick auf die jetzt beginnenden Koalitionsverhandlungen appelliert ein großes Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen und Gewerkschaften an CDU/CSU, FDP und Grüne, mehr Geld für die Bildung bereit zu stellen. „Deutschland braucht mehr und bessere Bildung für alle Menschen. So soll das Menschenrecht auf Bildung mit Leben gefüllt werden. Der Bund muss künftig zusätzliche Mittel in die Bildung investieren. Er soll Bildungsprojekte der Länder und Kommunen dauerhaft unterstützen. Dafür muss das Kooperationsverbot in der Bildung endlich komplett gestrichen werden“, betonen die 30 Bündnispartner am Donnerstag in Berlin. „Geld ist genug da: Die öffentlichen Ausgaben für Bildung verharren bei 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der OECD-Schnitt liegt bei 5,2 Prozent. Würde die Bundesrepublik so viel Geld für Bildung ausgeben wie die Staaten im OECD-Durchschnitt, stünden jährlich gut 26 Milliarden Euro mehr zur Verfügung.“

Offensive für den Ausbau des Bildungswesens

„Deutschland braucht in dieser Legislaturperiode eine Offensive für den qualitativen und quantitativen Ausbau des Bildungswesens – von der Kita über alle Schulen und Hochschulen bis zur Weiterbildung – im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Nur so ist gesellschaftlicher Fortschritt möglich“, unterstreichen die Organisationen. Dabei müsse die künftige Regierung auch international ihrer Verantwortung gerecht werden, indem sie den deutschen Beitrag zur Förderung von guter Bildung weltweit steigert und mehr für die globale Bildung tut.

Als dringende Aufgaben in Deutschland benennen die Bündnispartner den qualitativen und quantitativen Ausbau der Ganztagsangebote, ein Sanierungs- und Neubauprogramm für Schulen und Hochschulen – auch mit Blick auf Bildung in einer digitalisierten Welt –, ein Kita-Qualitätsgesetz sowie die Entwicklung eines inklusiven Bildungswesens. Für das Lernen aller Menschen Barrieren abzubauen und deren gesellschaftliche Teilhabe aktiv zu fördern, ist laut UN-Kinderrechts- und Behindertenkonvention Auftrag der politisch Verantwortlichen. Zudem sei die Weiterbildung, insbesondere in der Grundbildung und der digitalen Medienkompetenz, deutlich auszubauen. Außerschulische Bildungs- und Lernorte müssten stärker gefördert und mehr mit Schule verzahnt werden. Die Unterstützungsangebote für geflüchtete und asylsuchende Kinder, Jugendliche und Erwachsene seien zu erweitern und zu verbessern. „Gute Angebote und gute Arbeitsbedingungen der Beschäftigten sind dabei zwei Seiten einer Medaille“, sagen die Bündnispartner. „Bildung und Lernen brauchen mehr Zeit und Raum.“

Gute Bildung ist ein Eckpfeiler der Demokratie

„Gute Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Menschen oder dem Wohnort abhängig sein. Für ein hochwertiges, flächendeckendes und soziales Bildungsangebot müssen Bund, Länder und Kommunen an einem Strang ziehen. Das Grundgesetz verlange bundesweit eine gleichwertige Ausstattung der Bildungseinrichtungen. Gute Bildung ist ein Eckpfeiler der Demokratie. Sie ist Voraussetzung für eine plurale, freiheitliche Gesellschaft, die gerade jetzt gestärkt werden muss“, heben die Organisationen hervor. Bildung ermögliche den Menschen Teilhabe an der Gesellschaft, sie eröffne berufliche und persönliche Perspektiven.

Die Bündnispartner werten den wachsenden Personalmangel im Bildungsbereich als „gesamtgesellschaftliches Alarmsignal“. Er beeinträchtige zunehmend Quantität und Qualität der Angebote. Deshalb müssten die Attraktivität pädagogischer Berufe verbessert und die Ausbildungskapazitäten erhöht werden. Zudem seien die selbstständigen Lehrkräfte sowohl in der Weiterbildung als auch an der Hochschule sozial besser abzusichern sowie das Befristungsunwesen an Unis und Fachhochschulen einzudämmen. „In Bildung und Wissenschaft müssen Dauerstellen für Daueraufgaben geschaffen werden. Außerdem benötigen zusätzliche Aufgaben zusätzliches Personal. Denn: Alles beginnt mit guter Bildung!“, sagen die Organisationen.

Info: Diese Pressemitteilung wird von den folgenden 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gewerkschaften getragen:

Alevitische Gemeinde Deutschland e.V.
Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik
Attac Deutschland
Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi)
Bundesschülerkonferenz
Bundesverband der Träger Beruflicher Bildung (Bildungsverband) e.V. (BBB)
Bundesverband deutscher Schullandheime e.V.
Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte
Der Paritätische Gesamtverband
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.
Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
DIDF – Föderation Demokratischer Arbeitervereine e.V.
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
freier zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) e.V.
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
Grundschulverband e.V. (GSV)
Internationaler Bund (IB)
Mach meinen Kumpel nicht an!
NaturFreunde Deutschlands e.V.
OWUS Dachverband e.V.
Oxfam Deutschland e.V.
Pestalozzi-Fröbel-Verband e.V.
SoVD Sozialverband Deutschland
Sozialverband VdK Deutschland e.V.
Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V. (VAMV)
WUS World University Service
Zukunftsforum Familie e.V.
 

Die Daten der öffentlichen Ausgaben für Bildung in Deutschland sind der aktuellen OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2017“ entnommen.

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news-12458 Tue, 26 Sep 2017 16:08:25 +0200 Unverändert angespannte Personalsituation an den Thüringer Schulen: ein bisher nicht gelöstes Problem auch dieser Landesregierung https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/unveraendert-angespannte-personalsituation-an-den-thueringer-schulen-ein-bisher-nicht-geloestes-proble/ Wenige Tage vor den Herbstferien in Thüringen kann nun eine seriöse Bilanz über den Start in das Schuljahr 2017/18 gezogen werden: Leider hat das neue Schuljahr unter den gleichen prekären Bedingungen begonnen wie das letzte endete. Auch acht Wochen nach Schulstart ist die personelle Lage angespannt – zu Lasten der Beschäftigten und auch zu Lasten der Kinder. Zwar ist gelungen, die zunächst ausgeschriebenen Stellen zu besetzen. Der Nachschlag von 80 Stellen, der durch einen Vorgriff auf das Haushaltsjahr 2018 möglich wurde, ist aber noch nicht vollständig besetzt und angesichts der bestehenden personellen Lücken auch nicht ausreichend. Rein rechnerisch ist dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) dieses Jahr mit der Einstellung von geplanten 580 Vollzeitlehrkräften im Gesamtjahr ein annäherndes Ausgleichen der Altersabgänge gelungen. Aber das Halten des Status Quo verbessert die Situation an den meisten Schulen in keiner Weise: „Wenn man in der eh schon knappen Personaldecke nur die frei werdenden Löcher stopft, ist damit noch keine zusätzliche Lehrkraft im Unterricht“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. „Die Einstellungszahlen bei den Lehrkräften bilden nicht die steigenden Schülerzahlen ab und sie spiegeln auch nicht die gestiegenen Herausforderungen wider, denen sich Schulen gegenübersehen. Die personelle Lücke, die in den letzten Jahren gerissen wurde sowie Inklusion und Integration – das sind Dinge, die auf dem Rücken der Beschäftigten und damit auch auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden.“ Zwar ist richtig, dass mit dem Verlassen des Einstellungskorridors von 500 pro Jahr erstmals in 2018 deutlich höhere Einstellungszahlen erreicht werden, aber tatsächlich kommen davon nicht alle in den Schulen an bzw. sind bereits längst da. Dies gilt im Besonderen für jene Lehrkräfte, die wegen der höheren Schüler*innenzahlen und wegen des DaZ-Unterrichts zunächst nur befristet eingestellt worden waren.

Das Land Thüringen spart seit Jahren Personalkosten für den Lehrer*innen und Erzieher*innen an Thüringer Schulen ein.

Nach Berechnungen der GEW Thüringen spart das Land bei Neueinstellungen Geld. Davon ausgehend, dass Neue in aller Regel in der ersten Stufe der jeweils gültigen Tabelle eingruppiert werden und die Ausscheidenden die Endstufe der Tabelle erreicht haben, ergeben sich jährliche Einsparungen von geschätzt 5 bis 7 Millionen Euro. Darin eingerechnet ist bereits die Abführung von 5.500 Euro pro neuen Beamten, die in die Schuldentilgung fließt.

Ein Beispiel: Die Differenz des Arbeitgeberbruttos beläuft sich bei Tarifbeschäftigten auf bis zu 1.700 Euro, bei Beamten auf etwa 1.000 Euro. Setzt man 1.500 Euro als durchschnittliche Differenz an und geht von 90 % Neuverbeamtung mit der Abführung der 5.500 Euro aus, ergibt sich für das Jahr 2017 eine Einsparung von 5 bis 7 Millionen Euro durch das Ausscheiden von 720 Personen und der Einstellung von 580 Personen.

Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Personen mit Tätigkeit an Allgemein- und Berufsbildenden Schulen in Thüringen von Juni 2011 bis Juni 2016 um 2.010 Beschäftigte gesunken. Bereits mit der bisherigen Einstellungspolitik der letzten Jahre hat das Land somit erhebliche Gelder in Millionenhöhe eingespart. Das Ergebnis sind die aktuellen Löcher in der personellen Ausstattung und damit der unnötige Unterrichtsausfall sowie die sich verschlechternden Arbeitsbedingungen. „Die GEW Thüringen fordert im Interesse der Beschäftigten an den Schulen, der Eltern und der Kinder, dass das Geld teilweise genutzt werden muss, um die gerissene Lücke der letzten Jahre wieder zu schließen und weitere Stellen zu schaffen“, so Kathrin Vitzthum. Die dringend benötigte Vertretungsreserve kann damit ausgebaut werden, darüber hinaus könnten zusätzliche Stellen für Ausbildung an den Schulen, Stellen für Inklusion und Ganztag geschaffen werden – und das alles, ohne mehr Geld auszugeben.

Besorgniserregend ist die Entwicklung der Bewerber*innensituation.

Haben sich im zum August 2016 noch 2.300 Bewerber*innen auf 304 Stellen beworben, so sind es zum August 2017 trotz der Verbeamtung nur noch 900 Bewerber*innen auf 263 Stellen. Das bedeutet, dass auf eine Stellenausschreibung statt 7,6 Bewerbungen nunmehr nur noch knapp 3,4  Bewerbungen kommen. Stellenwandlungen, bei denen letztlich Bewerber*innen mit anderen Schularten oder anderen Fächerkombinationen eingestellt werden oder gar die Bewerber*innen an anderen Schulen eingesetzt werden, nützen der Schule, an welcher der spezifische Bedarf angemeldet wurde, nichts.

Das Land Thüringen hat leider viel zu lange gewartet, mit den Hochschulen über eine Neuausrichtung der Lehrer*innenausbildung zu verhandeln.

Die unzureichende oder fehlende Studienlenkung ist genauso ein Problem wie die teils fehlende Ausrichtung des Studiums auf den kommenden pädagogischen Beruf oder auch die mangelhafte Beratung der Studierenden über die spezifischen psycho-sozialen Anforderungen. Eine schon lange angeregte und in den Empfehlungen der Kommission „Zukunft Schule“ wieder aufgenommene Verbesserung ist die Ausbildung der Lehrer*innen nicht mehr nach Schularten zu strukturieren, sondern nur noch nach Schulstufen (Lehrer*in Primarstufe / Lehrer*in Sekundarstufe / Lehrer*in Berufsbildende Schule). Der unkomplizierte Einsatz von Sekundarstufenlehrer*innen an Gymnasien oder Regelschulen, je nach Bedarf, wäre dann die Regel. Aber: „Veränderungen in diesem Bereich sind bei einer Ausbildungsdauer von etwa sieben Jahren nur langsam zu erreichen. Da wird jedes weitere Jahr des Nichtstuns zu einem verlorenen Jahr und es sind bereits einige Jahre dieser Landesregierung vergangen“, betont Vitzthum. Darüber hinaus gäbe es schnellere Möglichkeiten des Gegensteuerns, die bisher vom Bildungsministerium nicht oder nur sehr unzureichend genutzt werden. Wenn beispielsweise Lehrer*innen für bestimmte Schularten oder mit bestimmten Fächern fehlen, es aber genügend ausgebildete Lehrer*innen in anderen Schularten und / oder Schulfächern gibt, wären berufsbegleitende Nachqualifizierungen in einem dritten oder gar vierten Schulfach nicht nur möglich, sondern angebracht und bringen schneller benötigte Lehrer*innen in die Klassen.

Es fehlen zunehmend Absolvent*innen des Vorbereitungsdienstes, der sich aktuell als ein selbst geschaffenes Nadelöhr in der Lehrer*innenausbildung erweist.

Trotz jahrelanger Mahnungen werden noch immer deutlich zu wenige Lehramtsanwärter*innen durch den Vorbereitungsdienst geführt. Deutlich machen das die nun vorliegenden Zahlen vom Sommer 2016: So gab es im letzten Jahr nur 319 Absolventen des 2. Staatsexamens, aber 492 Vollzeitstellen wurden besetzt. Das bedeutet, dass Thüringen deutlich weniger Lehrer*innen ausbildet, als es eigentlich benötigt. Durchschnittlich gesehen, also quer über die Schularten und Fächer hinweg, stehen jedoch deutlich mehr Absolvent*innen der 1. Phase der Lehrerausbildung nach ihrem Hochschulstudium bereit. Der Vorbereitungsdienst erweist sich daher als eine unnötige Engstelle. In Zeiten des Lehrer*innenmangels und mangelhafter Unterrichtsabsicherung ist das gegenüber den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler nicht nachvollziehbar und fahrlässig.

Eine Aufstockung der Lehramtsanwärter*innenzahlen auf mindestens die Zahl der ausscheidenden Lehrer*innen plus ca. 10 Prozent wäre notwendig. (In einer repräsentativen Umfrage von 2014 unter den Thüringer Lehramtsanwärter*innen, die durch die GEW Thüringen durchgeführt wurde, verneinten ca. 10 Prozent der Befragten, ob sie an ihrem Berufswunsch Lehrer*in festhalten wollen). Bei 580 Ersatzstellen im Jahr 2017 hätten also ca. 650 Lehramtsanwärter*innen eingestellt werden müssen, tatsächlich waren es aber nur ca. 500 und damit deutlich zu wenig. Dazu Kathrin Vitzthum: „Das Problem der unzureichenden Ausbildungskapazitäten des Vorbereitungsdienstes ist bisher auch durch die rot-rot-grüne Landesregierung nicht angegangen worden. Und das, obwohl sie bereits seit 2014 regieren. So kommt es, dass die beiden bestehenden Studienseminare und die wenigen Seminarschulen in Thüringen überfordert sind.“

Schon lange fordert die GEW Thüringen die Schaffung eines dritten Studienseminars, um eine deutlich höhere Anzahl unter guten Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen auszubilden zu können. Dazu gehört auch, dass die ausbildenden Fachleiter*innen an den Studienseminaren nicht mehr schlechter bezahlt werden als in anderen Bundesländern – auch hier gibt es selbst geschaffene und einer verkehrten Spardogmatik folgende personelle Besetzungsprobleme. Dazu noch einmal Kathrin Vitzthum: „Der Bedarf ist jetzt da und es darf keine Rolle spielen, ob am Ende des nächsten Jahrzehnts der Bedarf eventuell wieder verschwunden ist. Betriebswirtschaftliches Denken bei Bildungsfragen als einer der zentralen Staatsaufgaben eignet sich nicht, die aktuellen Gewährleistungsprobleme zu lösen. Unabhängig davon, wie hoch oder wie niedrig die Steuereinnahmen sind – an der Aufgabe der ausreichend zu finanzierenden Bildung kann sich niemand vorbeimogeln.“

Eine dramatische Entwicklung ist in den Horten zu befürchten.

Hier sind zu Beginn des Schuljahres 32 Vollzeitstellen weniger im Personalbestand als im letzten Schulhalbjahr 2016/17. Sorge bereitet besonders die Qualifikation der Bewerber*innen. Angesichts einer Teilzeit von 50 Prozent in der Entgeltgruppe E 8 TV-L finden sich kaum noch Bewerber*innen mit den anerkannten Abschlüssen. Zwar wurden Nachqualifizierungen in Aussicht gestellt, aber passiert ist bisher nichts. Damit gerät der gemeinsame Vormittag an den Grundschulen und den Gemeinschaftsschulen weiter unter Druck und kann schon jetzt nicht mehr flächendeckend realisiert werden. Die Pläne für eine Vertretungsreserve in Höhe von 50 Vollzeitstellen sind zu begrüßen, angesichts der Bewerber*innenlage bleibt aber unklar, wie die Umsetzung gelingen soll. Zudem haben viele Erzieher*innen die vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) angebotene Weiterbildung „Förderung im Kontext von Inklusion“ belegt. Im Rahmen dieser Weiterbildung wurde der Beschäftigungsumfang von 50 Prozent auf 80 Prozent aufgestockt, aber nach Beendigung der Weiterbildung dann wieder auf 50 Prozent herunter gefahren. Um mit Inklusionskindern genau die Dinge umzusetzen, die in der Weiterbildung gelehrt wurden, ist jedoch der regelmäßige und andauernde Kontakt notwendig und damit der höhere Beschäftigungsumfang. Die erreichte Qualifikation wurde damit seitens des Bildungsministeriums leider verschenkt.

Die Zahl der Langzeitkranken steigt weiter an.

Im letzten Schuljahr entwickelte sie sich von knapp 600 auf über 800, inklusive der Berufsbildenden Schulen sogar auf ca. 950. Die angedachte und bisher nur zum Teil umgesetzte Personalvertretungsreserve von 100 Vollzeitstellen läuft hier völlig ins Leere, es braucht dringend einen massiven Ausbau von mindestens 500 Stellen. „Die Vertretungsreserve ist eben keine Reserve, wenn sie vollständig in den regulären Unterricht eingestellt bzw. verplant ist. Damit verpufft die beabsichtigte Wirkung aufgrund deutlich zu weniger Stellen trotz jahrelanger Kenntnis dieser Entwicklung und der intern wie öffentlich geäußerten Kritik der GEW Thüringen daran“, so Kathrin Vitzthum.

Die Beschäftigten und die Kinder müssen zunehmend Abordnungen ertragen.

So gibt es beispielsweise an einer Grundschule in Mittelthüringen so viele Abordnungen wie noch nie. Es geht dabei nicht um eine sinnvolle Personalplanung und einen sinnvollen Personaleinsatz, sondern nur darum, bestehende Lücken, die sich aus dem Personalabbau der letzten Jahre ergeben, zu stopfen. Nach wie vor ist es nicht zufriedenstellend gelungen, die Personalsituation vor Ort (Bedarfe, Überhänge) zu regulieren und nicht durch jährlich wiederkommende Abordnungen zu Lasten der Beschäftigten und der Kinder hinterher zu reagieren. Das hat mit der Erwartungshaltung von Eltern und Kindern und von Beschäftigten an die Thüringer Schule nur wenig zu tun. Die Folge dieser zunehmenden Abordnungen ist, dass in drei Klassen dieser Grundschule planmäßig und regelmäßig an einem Tag der Woche die/der Klassenlehrer*in nicht anwesend ist. Eine zuverlässige und stabile Bindung vor allem zu Inklusionskindern aufzubauen und zu erhalten, ist damit nur schwer bis gar nicht möglich. Zugleich bekamen die Lehrer*innen am Schuljahresanfang die Anweisung, Ausfallstunden nicht mehr im Klassenbuch aufzulisten und vor allem die Eltern nicht zu informieren und damit „zu mobilisieren“. Die Frage des Kollegiums, ob es denn schon die viel erwähnte Vertretungsreserve gibt, deutet darauf hin, dass dieses Instrument nicht an der Basis ankommt.

Das Schulfach Deutsch als Zweitsprache (DaZ) kann trotz Bedarf nicht mehr systematisch angeboten werden.

So wurden in einem der fünf Thüringer Schulamtsbereiche die DaZ-Stunden um 50 Prozent gekürzt. Laut der Verwaltungsvorschrift für das Schuljahr 2017/18 steht eigentlich jeder/m DaZ-Schüler*in eine Wochenstunde Förderung zu. In der Summe wären das bei 46 Schüler*innen nichtdeutscher Sprache also 46 Wochenstunden. Mit der durchgeführten Kürzung kann die betroffene Schule jedoch nur noch 23 Stunden für den Förderunterricht aufwenden. Die geplante Unterrichtung in Leistungsgruppen entsprechend des Sprachstandes muss daher entfallen. Das Problem weitet sich aus, insbesondere in den Städten Gera und Jena wird mittlerweile gänzlich auf die DaZ-Förderung im Grundschulbereich verzichtet. Dies soll dann im regulären Unterricht geschehen, was aufgrund der spezifischen Problematik jedoch nicht möglich ist – zu Lasten der Beschäftigten, des DaZ-Kindes und der anderen Kinder.

An den Gemeinschaftsschulen kann der Ganztagsunterricht nicht mehr aufrechterhalten werden.

Zwar sind die Zuweisungen der Lehrer*innenwochenstunden ausreichend, aber alle Anrechnungsstunden über den eigentlichen Unterricht hinaus wie beispielsweise für Schulentwicklung, Ganztag usw. können an vielen Thüringer Gemeinschaftsschulen nicht gewährt werden. Der konzeptionelle Vorteil dieser Gemeinschaftsschulen bricht damit weg, es ist fraglich, ob und wann die Bedingungen wieder so sind. Das wird langfristig zu einem Problem bzw. ist an einigen Schulen bereits als Problem vorhanden.

Die sachgrundlose Befristung ist ein ungerechtes Mittel zur Behebung des Personalmangels.

In den Schuljahren 2015/16 und 2016/17 wurden aufgrund der gestiegenen Schüler*innenzahlen allgemein sowie rapide steigender Zahlen von Schüler*innen nichtdeutscher Herkunft mehr als 300 Vollzeitstellen als befristete Stellen geschaffen. Als schnelle und kurzfristige Maßnahme gedacht, wird die sachgrundlose Befristung immer noch genutzt. „Wir sind davon ausgegangen, dass die Einstellungsoffensive 2018 und 2019 den Einsatz von sachgrundlosen Befristungen beendet. Offenbar werden aber noch immer Lehrkräfte sachgrundlos beschäftigt, obwohl sie die Qualifikation gerade in Mangelfächern vorweisen. Auch vor dem Hintergrund weiter steigender Schülerzahlen ist das nicht nachvollziehbar. Attraktive Beschäftigungsbedingungen sehen anders aus“, erklärt Kathrin Vitzthum. Die Schaffung neuer Stellen und damit das Ende des Stellenabbaupfades wären die einzig richtigen Maßnahmen. Zudem verstößt das Bildungsministerium unserer Ansicht nach gegen die 2013 mit den Gewerkschaften geschlossene Vereinbarung im Personalentwicklungskonzept, dass Einstellungen in die Personalreserve unbefristet erfolgen werden und diese Lehrer*innen nach der befristeten Zeit als Vertretungslehrer*in dann auf Dauer an eine feste Einsatzschule kommen.

 

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-12154 Wed, 23 Aug 2017 09:12:21 +0200 Kita-Gesetz: Landtagsfraktionen nehmen Kritik der Beschäftigten hoffentlich ernster als das Bildungsministerium https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/kita-gesetz-landtagsfraktionen-nehmen-kritik-der-beschaeftigten-hoffentlich-ernster-als-das-bildungs/ Anlässlich der heutigen Anhörung im Thüringer Landtag bekräftigt die GEW Thüringen ihre Kritik am Entwurf des neuen Kita-Gesetzes. Wir erwarten von den Landtagsfraktionen der demokratischen Parteien, die Kritik der Beschäftigten am schlechten Personalschlüssel und an der Finanzierung der Kitas ernster als das Bildungsministerium zu nehmen und auf dem parlamentarischen Weg deutliche Nachbesserungen zu erreichen. Zwar formuliert der vorliegende Gesetzentwurf einige Verbesserungen. Zu nennen wären an dieser Stelle verschiedene Begriffsdefinitionen, die Betonung der umfassenden rechtlichen Verantwortung des Trägers sowie die Regelungen für die Fortbildung des pädagogischen Personals. Die GEW Thüringen begrüßt, dass verschiedene ihrer Forderungen in den Entwurf Eingang gefunden haben: unter anderem die dreijährige einschlägige Berufserfahrung für die Leitungsebene sowie die Erhöhung der Stellenanteile für die Leitungstätigkeit.

„Im Sinne einer Weiterentwicklung der Qualität der Thüringer Kindertagesstätten ist der Gesetzesentwurf jedoch aus unserer Sicht unzureichend. Jegliche im Vorfeld diskutierten Verbesserungen des Personal- und Betreuungsschlüssels sind im Verlauf des Prozesses unter den Tisch gefallen. Damit werden die avisierten Änderungen zu reinen Schönheitsreparaturen“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Und weiter: „Dem Rechtsanspruch auf frühkindliche Bildung muss auch durch eine den Aufgaben angepasste Personalausstattung Rechnung getragen werden. Dies tut dieser Gesetzesentwurf nicht.“
Aus Sicht der GEW Thüringen wäre es sinnvoll gewesen, den Fokus der Novellierung auf die Verbesserung der Qualität zu legen. Dazu gehört etwa, die im Gesetzesentwurf formulierte Bezugsgröße „Wahrung des Kindeswohls“ auch inhaltlich zur Anwendung zu bringen und Aspekte wie die personelle und räumliche Ausstattung daran anzupassen.

Des Weiteren hat sich die GEW Thüringen von diesem Gesetzesentwurf mehr Weitsicht versprochen. Gerade im Zusammenhang mit dem drohenden Fachkräftemangel sind gute Arbeitsbedingungen, zu denen neben einem pädagogisch begründeten Betreuungsschlüssel auch eine tarifvertragliche Entlohnung der Beschäftigten zählt, entscheidend.

Eine Tariftreueklausel gäbe dem Land Thüringen die Möglichkeit, seine Zuschüsse an Mindestbedingungen zu knüpfen wie es im Bereich der Wirtschafts- und Projektförderung bereits jetzt üblich ist. Der TVöD Sozial- und Erziehungsdienst sollte dabei als Leitwährung dienen. Dabei ist es an der Landesregierung und den örtlichen Trägern, die Finanzierung der Kindertagesstätten auf eine solide Basis zu stellen, ohne die Eltern über erhöhte Beiträge zusätzlich zu belasten.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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news-12068 Wed, 09 Aug 2017 12:00:00 +0200 Weiter angespannte Personalsituation bei den Thüringer Lehrkräften: Nun sollen es vorgezogene Einstellungen richten https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/weiter-angespannte-personalsituation-bei-den-thueringer-lehrkraeften-nun-sollen-es-vorgezogene-einste/ Wie das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) heute bekannt gab, konnte zum neuen Schuljahr 2017/18 der Großteil der 500 ausgeschriebenen Stellen für Lehrer*innen an Thüringer Schulen besetzt werden. Die Zahl der Einstellungen reicht jedoch nicht aus, um die Altersabgänge der letzten Jahre auszugleichen, so dass bei weiter steigenden Schüler*innenzahlen sich die angespannte Personalsituation an den Thüringer Schulen je nach Schulart und Region weiter verschärft. Dass 80 Stellenbesetzungen des nächsten Jahres nun in 2017 vorgezogen werden, ist Ausdruck dieser unzureichenden Personalausstattung. Neu ist, dass das TMBJS nunmehr und auf Grundlage der Empfehlungen der „Kommission Zukunft Schule“ die Probleme offen benennt und kurz- und langfristige Abhilfe bis hin zu einer Unterrichtsgarantie verspricht. Keinerlei Angaben machte das TMBJS zur Situation der Erzieher*innen an den Grundschulhorten. Aufgrund der vom Land selbst geschaffenen prekären Beschäftigungsverhältnisse konnten viele der offenen Stellen bisher nicht besetzt werden. Dazu Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen: „Das Schuljahr startet mit einigen Unwägbarkeiten. Nicht alle Stellen für Erzieherinnen und Erzieher sind besetzt und auch der eine oder andere Lehrerpult wird leerbleiben, sei es aufgrund von Langzeiterkrankung oder weil kein passender Ersatz gefunden wurde. Die von der Landesregierung ergriffenen Maßnahmen zeigen offenbar nur langsam Wirkung.“

Unklar blieb auch die Anzahl der Langzeiterkranken, zuletzt war diese Zahl auf 1.000 Lehrkräfte angestiegen, ein Ausdruck der Überlastung vieler Beschäftigter. Hoher Unterrichtsausfall und teils fehlende Zeugnisnoten waren die Folge. Die GEW Thüringen bekräftigt ihre seit Jahren vorgebrachten Verbesserungsvorschläge für bessere Arbeitsbedingungen an den Thüringer Schulen, so u.a.:

  • ein funktionierendes Gesundheitsmanagement
  • die Schaffung einer funktionsfähigen Personalreserve
  • Entbürokratisierung und Abbau von Verwaltungsaufwand
  • Förderung von Teilzeit zur Entlastung von Lehrkräften

„Eine gute Einschätzung der Lage an den Thüringen Schulen wird allerdings erst dann möglich sein, wenn alle Nachbesetzungen inklusive der vorgezogenen Stellen erfolgt sind und wir tatsächlich wissen, ob alle ausgeschriebenen Stellen auch fachlich korrekt besetzt sind. Schon jetzt wird die hohe Zahl der Langzeiterkrankten an den Schulen fehlen. Diese werden weder durch die Einstellungen noch durch die sogenannte Vertretungsreserve ersetzt. Aus unserer Sicht dürfen die angedachten Maßnahmen nicht auf die lange Bank geschoben werden, um die verkündete Unterrichtsgarantie auch wirklich einzuhalten“, so Kathrin Vitzthum.

Die Forderung des designierten Bildungsministers Helmut Holter nach mehr Geld für den Bildungsbereich, damit die großen Probleme angegangen werden können, unterstützt die GEW Thüringen ausdrücklich und hofft auf eine entsprechende Umsetzung im kommenden Doppelhaushalt 2018/19. Eine tatsächlich bessere materielle und personelle Ausstattung der Thüringer Schulen und damit eine Verringerung der vielen Probleme lassen sich nur so erreichen. Die GEW Thüringen teilt die Hoffnung Helmut Holters, dass dies zukünftig als Gesamtaufgabe der Thüringer Landesregierung aufgefasst wird.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum. 

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news-11880 Mon, 03 Jul 2017 15:02:00 +0200 Die GEW Thüringen bezieht Stellung zu einem offenen Brief einiger Tutor*innen an die Hochschulleitung der Universität Jena https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/die-gew-thueringen-bezieht-stellung-zu-einem-offenen-brief-einiger-tutorinnen-an-die-hochschulleitun/ Die GEW Thüringen unterstützt die Forderungen des offenen Briefes der Tutor*innen an die Hochschulleitung der Universität Jena. Die Tutor*innen fordern in ihrem Brief an den Präsidenten: „[…] die Universität Jena und die Institute dazu auf, ab nächstem Semester die volle Präsenz-, Vor- und Nachbereitungszeit zu bezahlen, d. h. allen Tutor*innen mindestens 20-Stunden-Verträge(pro Monat) zu geben!“ Die GEW Thüringen bemüht sich seit geraumer Zeit, eine Verbesserung der Situation der studentischen Beschäftigten an Hochschulen zu erreichen. Teilerfolge auf diesem Weg konnten bereits verbucht werden. So finden sich im Koalitionsvertrag der Thüringer Landesregierung Aussagen darüber, dass das Personalvertretungsgesetz für studentische Beschäftigte weiter geöffnet werden soll sowie das Bekenntnis, dass Gespräche übertarifvertragliche Regelungen aufgenommen werden und die Landesregierung sich bei der TdL für den Abschluss eines Tarifvertrages einsetzen will. 

Die GEW geht mit ihren Forderungen noch einen Schritt weiter und zielt darauf hin, einen Tarifvertrag für alle studentischen Beschäftigten in Thüringen nach dem Berliner Vorbild abzuschließen. D. h. konkret: In der Regel mindestens 40-Stunden-Verträge (pro Monat),einen Stundenlohn, der höher liegt als nur der Mindestlohn (s. Forderung der Berliner GEW:14,00 €), befristete Arbeitsverträge mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren (in begründeten Fällen auch weniger) und eine eigene Personalvertretung für studentische Beschäftigte, um hier nur vier Kernforderungen zu nennen. 

Die Bemühungen der Regierungskoalition zum Abschluss eines Tarifvertrages beschränkten sich bisher auf eine Anfrage bei der TdL, in Thüringen Tarifverhandlungen für diese Beschäftigtengruppe führen zu dürfen. Die TdL stimmte dem nicht zu. Auch die Hochschulen zeigen sich nicht sonderlich empfänglich für derartige Themen. Sie verweisen auf die knappen und zu kleinen Haushalte und bemängeln zu wenig Unterstützung von Seiten der Politik zu bekommen. Die andere Seite verweist jedoch immer wieder auf die Hochschulautonomie, weshalb man in Haushaltsfragen den Hochschulen nicht zu sehr vorschreiben wolle, wo und für wen sie wie viel Geld auszugeben hätten. Für studentische Beschäftigte ist diese Situation unbefriedigend, es muss endlich etwas getan werden! 

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum. 

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news-11771 Wed, 21 Jun 2017 15:02:09 +0200 Kommission „Zukunft Schule“: Erstmals realistische Darstellung der Probleme an Thüringer Schulen, aber ohne zusätzliche Finanzmittel keine schnellen Verbesserungen möglich https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/kommission-zukunft-schule-erstmals-realistische-darstellung-der-probleme-an-thueringer-schulen-ab/ Die GEW Thüringen begrüßt, dass die Kommission „Zukunft Schule“ nun erstmals eine umfangreiche und vor allem realistische Bewertung der Entwicklung und des Ist-Standes der Thüringer Schule getroffen hat. Viele der Vorhaben können allerdings nur gelingen, wenn kurzfristig zusätzliche Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Die GEW Thüringen hat auf viele der nun formulierten Lösungsansätze seit Jahren hingewiesen und wird sich konstruktiv und kooperativ in den für Herbst 2017 anberaumten Werkstattgesprächen einbringen. Es wird deutlich, dass die bereits 2013 im Personalentwicklungskonzept beschlossenen Handlungsempfehlungen, an dem die GEW Thüringen als größte Interessenvertretung der Thüringer Pädagoginnen und Pädagogen maßgeblich mitgearbeitet hat, zu einem großen Teil in den Empfehlungen der Kommission „Zukunft Schule“ auftauchen. Es ist schade, dass unter der rot-rot-grünen Landesregierung mehr als zwei Jahre vergehen mussten, bis durch die Kommission eine realistische Einschätzung der zudem seit Jahren bekannten Probleme erstellt wurde. Die GEW Thüringen hat die Hoffnung, dass die kritischen Hinweise der Bildungsgewerkschaft und der anderen Verbände sowie der Personalräte kurz- und langfristig zu spürbaren Veränderungen führen.

Ohne auf weitere Details einzugehen, begrüßt die GEW Thüringen ausdrücklich die Empfehlung der Kommission der Bezahlung der Regelschullehrer*innen nach A 13 bzw. E 13 und die sehr deutlich formulierte Notwendigkeit der Entwicklung einer arbeitsfähigen Vertretungsreserve. Es sollen 550 Vollzeitstellen als Ausgleich für langzeiterkrankte Lehrkräfte entstehen.

Kritisch sieht die GEW Thüringen, dass einige wichtige Punkte in den Empfehlungen keine oder nur eine geringe Rolle spielen:

  • die fehlende Möglichkeit für das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS), kurzfristig zusätzliche Einstellungen von Lehrer*innen und Erzieher*innen vornehmen zu können, um so den hohen Krankenstand ausgleichen zu können,
  • konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, um ihren pädagogischen Auftrag besser und stressfreier leisten zu können.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum. 

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news-11723 Fri, 16 Jun 2017 11:01:31 +0200 Geplante zeitgleiche Tarifübernahme für Beamtinnen und Beamte: Die GEW Thüringen begrüßt die Entscheidung der rot-rot-grünen Koalition https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/geplante-zeitgleiche-tarifuebernahme-fuer-beamtinnen-und-beamte-die-gew-thueringen-begruesst-die-entsche/ Im Haushalts- und Finanzausschusses wollen die Thüringer Koalitionsfraktionen DIE LINKE, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Anträge einbringen, welche die wirkungs- und zeitgleiche Anpassung an die Ergebnisse des Tarifabschlusses für die Angestellten des Landes Thüringen zum Ziel haben. Im Gegensatz zu den Vorgängerregierungen kommt damit Rot-Rot-Grün einer langjährigen Forderung der GEW Thüringen und der anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes nach. Kritisch sieht die GEW Thüringen jedoch, dass die Besoldungserhöhung von mindestens 75 Euro nicht umgesetzt werden soll. Davon würden vor allem Beamtinnen und Beamte unterer Besoldungsgruppen profitieren. Wenn auf der Plenumssitzung vom 21. bis 23. Juni 2017 diese soziale Komponente nicht verabschiedet werden sollte, bliebe die Besoldungserhöhung für die Beamtinnen und Beamten bis zur Besoldungsgruppe A 13, Erfahrungsstufe 4, unterhalb von 75 Euro. Die Einkommensunterschiede zwischen den Tarifbeschäftigten und den Beamten würden noch größer als sie ohnehin schon sind. Das Ziel des gleichen Geldes für gleiche Arbeit, das sich die rot-rot-grüne Landesregierung gestellt hat, würde damit schwerlich erreicht werden können – und das ohne finanzpolitische Not in Zeiten von Rekordsteuereinnahmen.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum. 

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news-11680 Wed, 14 Jun 2017 08:19:00 +0200 Die GEW Thüringen zieht Bilanz zum Schuljahr 2016/17 https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/die-gew-thueringen-zieht-bilanz-zum-schuljahr-201617/ Über das sich verschärfende Problem des Lehrkräftemangels, über den Rekord an Langzeiterkrankungen und über die problematische Rückführung der Horte in den Landesdienst – die GEW Thüringen zieht Bilanz zum abgelaufenen Schuljahr. Am 01.06.2017 wurde zur Bildungspolitik eine Regierungserklärung abgegeben. Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) hat eine Reihe kleiner wie großer Missstände endlich auch öffentlich anerkannt, schrittweise Behebung gelobt und gar eine Unterrichtsgarantie ausgesprochen. Das nimmt die GEW Thüringen positiv zur Kenntnis. Es fehlt jedoch bei den meisten der angesprochenen Probleme und Lösungsstrategien eine zumindest grob orientierende Zeitschiene und unklar bleibt auch, ob die dringend benötigten zusätzlichen Finanzmittel für den Schulbereich im neuen Doppelhaushalt 2018/19 Berücksichtigung finden sollen. Diese zusätzlichen Mittel aber sind notwendig, um den unnötigen Personalabbau bei den Lehrkräften verschiedener Landesregierungen in den letzten Jahren wieder rückgängig zu machen und um tatsächlich eine Garantie für Unterricht geben zu können. 

Dem Mangel an Lehrkräften wird nicht ausreichend entgegengewirkt 

Das Schuljahr 2016/2017 war durch einen hohen Personalmangel an den Thüringer Schulen gekennzeichnet. Auf diesen reagierten die Schulen vor allem mit Kürzungen der Stundentafeln und regelmäßiger Anweisung von Mehrarbeit, was im Grunde einer Pflichtstundenerhöhung entspricht. Dennoch konnte der Unterricht vielerorts nicht bedarfsgerecht abgedeckt werden. Schon zu Beginn des Schuljahres betrug der Unterrichtsausfall an Regelschulen 4,4 Prozent, an Gymnasien 3,7 Prozent und Grundschulen 2,2 Prozent. 

„Der Altersdurchschnitt der Thüringer Lehrerinnen und Lehrern liegt mittlerweile deutlich über 50 und die Zahl der Langzeitkranken ist auf ein neues Rekordniveau von mittlerweile 946 Lehrkräften gestiegen. Der Krankenstand betrug zeitweise 10 Prozent. Allein diese Faktoren zeigen, dass Thüringens Schulen derzeit mit einem großen Problem zu kämpfen haben“, kommentiert Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen, die Bilanz des vergangenen Schuljahres. „Die Beschäftigten tun, was in ihrer Macht steht, aber immer häufiger zu Lasten ihrer Gesundheit. Das muss sich ändern und die Ankündigung der Landesregierung zu weiteren Einstellungen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ 

Auf die steigenden Schüler*innenzahlen (ca. 2.300 mehr als im Schuljahr 2015/16) wurde allerdings auch in diesem Schuljahr 2016/17 nicht angemessen durch eine in gleicher Relation steigende Anzahl an Lehrer*innen reagiert. Rund 1.300 Lehrkräfte sind allein durch Altersteilzeit und Übergang in Rente bzw. Pension nicht mehr im Unterricht. Der Personalabbau der letzten Jahre, vor dem die GEW Thüringen immer wieder gewarnt hat, schlägt sich nun zu Lasten der Beschäftigten und der Schülerinnen und Schüler deutlich nieder – bis hin zu fehlenden Zeugnisnoten aufgrund fehlender Lehrer*innen. Will die Landesregierung den Unterrichtsausfall ernsthaft bekämpfen, wird sie versuchen müssen, dieses in den letzten Jahren unnötig abgebaute Lehrkräftepersonal wieder auszugleichen. 

Geplante Anzahl an Neueinstellungen führt zu weiterer Verschlechterung 

Die aktuelle Planung der Anzahl von Neueinstellungen der nächsten Jahre sieht jedoch nicht einmal einen 1:1-Ausgleich abgehender Lehrkräfte vor, so dass es weiterhin Personalabbau bei weiterhin steigenden Schüler*innenzahlen geben wird, mithin eine weitere Verschlechterung der schulischen Situation in Thüringen. Eine Unterrichtsgarantie wird so nicht umsetzbar sein. Damit sind die bildungspolitischen Herausforderungen wie Inklusion und Ganztagsschule auch weiterhin eine zusätzliche Belastung für die Beschäftigten – und damit auch für Schüler*innen und Eltern. 

Von den 500 Einstellungen in diesem Schuljahr erfolgten sehr viele über Stellenwandlungen, d. h. es fehlte an geeigneten Bewerber*innen. Damit wurden Lehrerinnen und Lehrer mit einer anderen Fächerkombination eingestellt, was das Bedarfsproblem an der jeweiligen Schule selbstverständlich nicht löste. Und es verweist darauf, dass die Zahl der Mangelfächer immer größer wird (Musik, Kunst, Sprachen und zunehmend auch naturwissenschaftliche Fächer). 

Rückführung der Horte führte teilweise zu weniger Personal 

„In diesem Schuljahr waren erstmals nach acht Jahren Modellprojekt alle Erzieherinnen und Erzieher der Grundschulhorte im Landesdienst beschäftigt. Als GEW Thüringen begrüßen wir noch immer die Entscheidung zur Rückführung. Gleichwohl müssen wir sehen, dass nicht alles so gut gelungen ist, wie wir und die Kolleginnen und Kollegen uns vorgestellt haben. Vor allem die vor Ort spürbare schlechtere personelle Ausstattung hatte zur Folge, dass viele wichtige Impulse aus dem Modellprojekt nicht weitergeführt worden sind. Hier müssen in einer gemeinsamen Kraftanstrengung die Ideen zur Ganztagsschule weiterentwickelt und entsprechend ausgestattet werden“, fasst Vitzthum die Situation an den Grundschulhorten zusammen. „Die Anhebung der Beschäftigungsumfänge lässt uns hoffen, dass es in weiteren Schritten hin zu einer bedarfsgerechten Ausstattung der Grundschulhorte kommen wird.“ 

Für das kommende Schuljahr ist besonders wichtig: 

  • Bereitstellung von zusätzlichen personellen Ressourcen für Neueinstellungen
  • jede frei werdende Stelle tatsächlich und schnellstmöglich wieder zu besetzen und zusätzliche unbefristete Stellen für die Umsetzung der Inklusion und die Entwicklung von Ganztagsschulen im Thüringer Haushaltsplan einzurichten,
  • gute Arbeitsbedingungen schaffen durch:
    • Entlastung und Entbürokratisierung des Schulalltages,
    • Umsetzung Rahmendienstvereinbarung Gesundheitsmanagement,
    • Einrichtung einer höheren Personalvertretungsreserve, d.h. mindestens in Höhe von 4 Prozent gemessen am Lehrer*innengrundbedarf (dies entspricht etwa 600 Vollzeitstellen),
    • Ermöglichung von attraktiver (Alters-)Teilzeit sowie
    • Qualifizierungs- und Ausbildungsoffensive für nicht ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher sowie für Seiten- und Quereinsteiger*innen.
  • gerechte Eingruppierung aller an Schule Beschäftigten sowie die Schaffung beruflicher Perspektiven durch Beförderung und Höhergruppierung, 
  • Weiterentwicklung der demokratischen Strukturen an Schule, Stärkung der Mitbestimmung der Örtlichen Personalräte und der Lehrerkonferenzen 

Für den Hort gilt im Besonderen:

  • Die Einstellungen sind bereits zum neuen Schuljahr und nicht erst zum nächsten Haushaltsjahr bedarfsgerecht und tatsächlich nach der Verwaltungsvorschrift des Bildungsministeriums bei einem Betreuungsschlüssel von 1:20 vorzunehmen.
  • Die Beschäftigungsumfänge sind nach dem realen Bedarf anzuheben und sollten den Anforderungen guter Arbeit entsprechen. Ungewollte Teilzeit mit 60-Prozent-Stellen entspricht jedoch prekären Arbeitsbedingungen. Insbesondere an dieser Stelle sollte die Landesregierung ihren eigenen Koalitionsvertrag und den darin formulierten Anspruch der Beseitigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse ernst nehmen.
  • Es muss endlich eine konsequente Entwicklung der Ganztagsschule und die Sicherstellung zusätzlicher Ressourcen zur Rhythmisierung und Gestaltung des gemeinsamen Unterrichts im Ganztag geben.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum. 

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news-11409 Mon, 15 May 2017 08:57:00 +0200 Kita-Gesetz der Thüringer Landesregierung: Sehenden Auges in die Qualitätsverschlechterung https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/kita-gesetz-der-thueringer-landesregierung-sehenden-auges-in-die-qualitaetsverschlechterung/ Die Landesregierung ignoriert mit dem Thüringer Kita-Gesetz nicht nur wissentlich den bereits jetzt einsetzenden und sich in den nächsten Jahren noch verschärfenden Fachkräftemangel, sondern sie nimmt damit auch Qualitätsverschlechterungen in Kauf. Wieder einmal verpasst eine Thüringer Landesregierung mit der Novellierung des Kita-Gesetzes, gute Bedingungen in Kitas herzustellen. Der stagnierend schlechte Personalschlüssel führt dazu, dass viele gut ausgebildete Erzieher*innen in Bundesländer abwandern, deren Schlüssel eine kindzentrierte, inklusive Arbeit nach dem Bildungsplan überhaupt erst ermöglichen. Darüber hinaus finden Erzieher*innen in anderen Bundesländern tarifliche Bedingungen vor, die weit über denen in Thüringen liegen. So führen ein schlechter Personalschlüssel und fehlende tarifliche Regelungen bei freien Trägern schon heute dazu, dass zu wenig ausgebildete Erzieher*innen dort anfangen wollen. Dadurch leidet die Qualität der pädagogischen Arbeit an diesen Kitas.  

Die GEW Thüringen fordert seit langem, den Betreuungsschlüssel auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zur frühkindlichen Pädagogik und der gemeinsamen Erklärung der Jugendminister*innen „Frühe Bildung – Mehr Qualität für alle Kinder“ anzupassen. „Sechzehn über Dreijährige betreut eine Erzieherin, ein Erzieher in Thüringen. Empfohlen ist aber ein Betreuungsverhältnis von einer Erzieherin oder einem Erzieher für neun Kinder. Die Konsequenz dieses schlechten Betreuungsverhältnisses bei steigenden Anforderungen an die pädagogische Arbeit ist ein spürbarer Qualitätsverlust in der Bildungsarbeit. Die Leittragenden sind neben den Beschäftigten vor allen Dingen die Kinder“, erläutert Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen.

Die GEW setzt sich seit vielen Jahren für gebührenfreie Bildung ein. Dies gilt von frühkindlicher Bildung in der Kita bis zur Berufsausbildung und Hochschulstudium. Dennoch lehnt die GEW Thüringen die Einführung eines beitragsfreien Jahres ab, sofern die über die Abschaffung des Landeserziehungsgeldes eingesparten Mittel nicht in die Personalausstattung der Thüringer Kindertagesstätten investiert werden. Dazu Kathrin Vitzthum: „Das beitragsfreie Kita-Jahr ist teuer erkauft. Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung sind gerade jetzt, in einer Zeit massiver Mehreinnahmen des Landes realisierbar. Es gibt keine besseren Investitionen als die in Bildung!“

Eine von der GEW Thüringen geforderte Tariftreueklausel gäbe dem Land Thüringen die Möglichkeit, seine Zuschüsse an Mindestbedingungen zu knüpfen wie es im Bereich der Wirtschafts- und Projektförderung bereits jetzt üblich ist. Der TVöD Sozial- und Erziehungsdienst sollte dabei als Orientierung dienen. Dabei ist es an der Landesregierung und den örtlichen Trägern, die Finanzierung der Kindertagesstätten auf eine solide Basis zu stellen, ohne die Eltern über erhöhte Beiträge zusätzlich zu belasten.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum. 

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Kita Bildungssystem Gute Arbeit Presse Kita in freier Trägerschaft Thüringen
news-11263 Sat, 06 May 2017 08:57:00 +0200 Dieser Schritt war lange überfällig: Erste Schritte des Bildungsministeriums zum Abbau prekärer Beschäftigungsbedingungen an den Thüringer Horten https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/dieser-schritt-war-lange-ueberfaellig-erste-schritte-des-bildungsministeriums-zum-abbau-prekaerer-besc/ Am heutigen Samstag, den 06.05.2017, hat das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) in einer Veröffentlichung „Thüringer Schulhorte weiterentwickeln“ eine Reihe von angedachten Maßnahmen verkündet. Die GEW Thüringen begrüßt dies als wichtigen, aber auch nur ersten Schritt hin zur Eindämmung prekärer Arbeitsverhältnisse an den Thüringer Schulhorten. Alle Erzieher*innen, deren Stellenumfang weniger als 60 Prozent umfasst, erhalten das Angebot, ihre Beschäftigungsumfänge auf 60 Prozent zu erhöhen. Dazu Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen: „Das Ministerium hat einen ersten wichtigen Schritt getan. Es erkennt endlich die prekären Beschäftigungsbedingungen in den Thüringer Horten an und ermöglicht eine Erhöhung der Beschäftigungsumfänge. Das ist gut, aber noch nicht ausreichend. Vor allem im Hinblick auf die mangelnden qualifizierten Bewerberinnen und Bewerber sind 60-Prozent-Stellen nicht attraktiv. Hier muss weiter nachgelegt werden. Unsere Forderungen haben Gehör gefunden. Das Ministerium wird den Beschäftigten in den Horten, die bislang mit 50-Prozent-Stellen zufrieden sein mussten, eine Erhöhung auf 60 Prozent anbieten. Das kann zwar nur ein erster Schritt sein, ist aber für die Geldbörsen ein sichtbares Plus. Für uns ist gute Arbeit, wenn man von ihr auch gut leben kann. Deshalb werden wir auch weiterhin für Vollzeitstellen im Grundschulhort kämpfen.“

Dass die Umsetzung dieses und der anderen Maßnahmen jedoch erst 2018 beginnen sollen, ist für die Bekämpfung der akuten Personalprobleme an den Thüringer Horten mehr als hinderlich. Nur zum 31.7. eines jeden Jahres beenden Erzieherinnen und Erzieher ihre Ausbildung und stehen somit frühestens zum 1.8.2018 dem Schulen zur Verfügung. Eine Umsetzung der Maßnahmen des TMBJS noch mit Beginn des neuen Schuljahres und somit ab dem 1.8.2017 würde den Bedürfnissen der Schulen und damit den Kindern und Eltern deutlich mehr entgegenkommen.

Das zentrale Argument des TMBJS für die bisherige Praxis von 50-Prozent-Stellen im Hortbereich war, dass bei einer Neubesetzung mit 80-Prozent-Stellen aufgrund weniger Neueinstellungen kein geregeltes Schulhortangebot mehr möglich sei. Diese personelle Knappheit ist jedoch lediglich die Folge einer rein unter fiskalischen Kriterien erfolgten Einstellungspolitik und damit hausgemacht.

Die Lösung, und darauf verweist die GEW Thüringen seit vielen Jahren, ist in einem konsequenten Ausbau von gebundenen, also tatsächlichen Ganztagsschulen, die ihr Personal mit sogenannten „schulscharfen“ Einstellungen gemäß ihres jeweiligen Konzepts selber einstellen dürfen, zu finden . Mehr Erzieherinnen und Erzieher, die den ganzen Tag und selbstverständlich in Kooperation mit der Lehrerin / dem Lehrer den Schulalltag meistern, sind  notwendig. Dazu Kathrin Vitzthum: “Das Problem ist am Ende, dass durch eine fehlende Konzeption für die Thüringer Ganztagsschule dem Finanzministerium ein Nein zu mehr Stellen leicht gemacht wird. Solange der Hort als Anschlussbetreuung missverstanden werden kann, ist eine Aufstockung schwer durchsetzbar. Erzieherinnen und Erzieher werden im rhythmisierten Unterricht aber dringend benötigt. Dazu müssen jetzt endlich die Voraussetzungen geschaffen werden.“

Die GEW Thüringen hält bei der Weiterentwicklung des Ganztagsschulangebots an ihrer Forderung nach Vollzeitbeschäftigung für die Erzieherinnen und Erzieher fest. Die vom TMBJS nun formulierte Aussage, dass in zeitnahen Schritten die Beschäftigungsumfänge weiter erhöht werden sollen, berücksichtigt die zentralen Aspekte des "Konzepts Ganztagsschule" der GEW Thüringen.

 

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news-10954 Mon, 20 Mar 2017 17:29:36 +0100 GEW Thüringen begrüßt die Ankündigung des Bildungsministeriums, einen Großteil der DaZ-Lehrer*innen unbefristet einzustellen https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-thueringen-begruesst-die-ankuendigung-des-bildungsministeriums-einen-grossteil-der-daz-lehrerinnen/ Das Bildungsministerium hat am heutigen Montag, dem 20.03.2017, verkündet, dass es den seit 2015 befristet eingestellten Lehrer*innen für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) eine unbefristete Beschäftigungsperspektive geben wird. „Damit wird nun endlich ein durch die Landesregierung hausgemachtes Problem angegangen und hoffentlich gelöst“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Vitzthum weiter: „Die GEW Thüringen geht davon aus, dass diese dauerhaften Stellen zusätzliche Stellen sind, denn andernfalls würde der Stellenabbau im Bereich der Lehrerinnen und Lehrer lediglich  fortgeschrieben. Es nützt gar nichts, wenn diese DaZ-Lehrerinnen und DaZ-Lehrer dazu eingesetzt werden, die schlechte Unterrichtsabsicherung aufzubessern, anstatt Deutsch als Zweitsprache zu unterrichten. Daran werden wir das Bildungsministerium messen.“

Damit die Ankündigung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport umgesetzt werden kann, müssen jedoch zunächst die Voraussetzungen geschaffen werden: Zum einen gilt es, die neuen Einstellungsrichtlinien in Kraft treten zu lassen. Zum anderen bedarf die zweite Voraussetzung deutlich größerer Anstrengungen. Die vom Bildungsministerium formulierte Verpflichtung zur Nachqualifikation für die DaZ-Lehrer*innen ohne abgeschlossene Lehramtsausbildung sollte eingruppierungsrelevanten sein. Momentan kann es von diesen Kolleg*innen aber überhaupt nicht geleistet werden, weil entsprechende Angebote nicht vorhanden sind. 

Daher fordert die GEW Thüringen in ihrer Stellungnahme zum erstmals vorgelegten Entwurf einer Lehrkräftenachqualifizierungsverordnung, dass nach der Prüfung der Eignung von Bewerber*innen  ein Angebot zur Nachqualifizierung durch das TMBJS verpflichtend angeboten werden muss. Das muss auch für DaZ-Lehrer*innen gelten. Im Entwurf des Ministeriums wird bisher nur die Möglichkeit in Abhängigkeit von vorhandenen Ressourcen formuliert.

 

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Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum. 

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Schulsozialarbeit Schule Bildungssystem Gute Arbeit Presse Gymnasium Gemeinschaftsschule Regelschule Grundschule Thüringen
news-10863 Fri, 10 Mar 2017 10:53:21 +0100 GEW Thüringen begrüßt zusätzliche Förderung der Integrationsarbeit und erwartet eine Verstetigung dieser Ausgaben https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-thueringen-begruesst-zusaetzliche-foerderung-der-integrationsarbeit-und-erwartet-eine-verstetigung-di/ „Dass das Land nun zwei Millionen Euro für die Integrationsarbeit an den anerkannten Einrichtungen der Erwachsenenbildung zusätzlich ausgibt, begrüßen wir sehr. Klar ist jedoch auch, dass der Integrationsbedarf nicht Ende 2017 aufhört und eine Verstetigung dieser zusätzlichen Förderung für die nächsten Jahre konsequent wäre. Und genau dieses Bekenntnis erwarten wir von der Landesregierung“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Die Aufgaben haben sich in den letzten Monaten deutlich vergrößert, insofern ist die zusätzliche Förderung ein Anerkenntnis des Bedarfes für eine gelingende Integrationsarbeit, so zum Beispiel personalintensive dauerhafte Beratungs- und Betreuungsaufgaben. Bisher war die Erfüllung dieser Aufgaben kaum leistbar, das wird sich nun voraussichtlich ändern.

Sinnvoll und notwendig ist jedoch, dass aus dieser einmaligen Investition eine dauerhafte wird, denn die Aufgabe der Integration der neuen Mitbürger*innen in Thüringen wird auch in den nächsten Jahren anstehen. Eine Förderung in gleicher Höhe wie 2017 würde auch den neu eingestellten und neu einzustellenden Integrationspädagog*innen eine berufliche Perspektive geben und zugleich prekären Beschäftigungsbedingungen vorbeugen, denn Befristungen für wenige Monate sind genau das Gegenteil der Aussagen des rot-rot-grünen Koalitionsvertrages.

 

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Weiterbildung Migration Gesellschaftspolitik Presse Thüringen
news-10818 Tue, 07 Mar 2017 09:32:09 +0100 GEW Thüringen fordert die Landesregierung auf, die Diskriminierung von Frauen durch Zwangsteilzeit im Grundschulhort zu beenden https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-thueringen-fordert-die-landesregierung-auf-die-diskriminierung-von-frauen-durch-zwangsteilzeit-i/ Anlässlich des Internationalen Frauentages fordert die GEW Thüringen die Landesregierung auf, die Praxis der Zwangsteilzeit für die Beschäftigten im Erzieherbereich in den Grundschulhorten zu beenden. „Die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse würde dem im Koalitionsvertrag formulierten Anspruch an die eigene Rolle als Arbeitgeber gerecht werden – und das wäre insbesondere für die große Anzahl von Frauen in diesem Bereich wichtig“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Denn mehr als 95 % der Beschäftigten im Hortbereich sind Frauen. Trotz der guten Vorhaben der rot-rot-grünen Landesregierung hat sich an der unwürdigen Einstellungspraxis bisher leider nichts geändert: Im Hortbereich werden weiterhin nur Beschäftigungsumfänge von 50 % angeboten - und das auch bei der Neubesetzung ehemaliger 80 %-Stellen, was einem Stellenabbau trotz steigender Schüler*innenzahlen entspricht. Das Bildungsministerium hatte bei der Überleitung der kommunalisierten Horte in den Landesdienst im Sommer 2016 jedoch zugesagt, dass Stellen adäquat wieder besetzt werden.

Die allermeisten der Beschäftigten würden gern mehr arbeiten, bekommen jedoch nicht die Gelegenheit dazu. Prekäre Arbeitsverhältnisse und damit schlechte Lebensverhältnisse werden so geschaffen und zementiert.

Die mehrfach von der GEW Thüringen vorgeschlagene Lösungsmöglichkeit liegt auf dem Tisch: Der flächendeckende Ausbau von Ganztagsschulen, denn dann werden die vielen mit Halbtagsstellen eingestellten Beschäftigten in Vollzeit benötigt. Erzieherinnen, die den ganzen Tag und als Kooperationspartnerinnen der Lehrer*innen auftreten, kann man dann nicht mehr mit 50 %-Stellen abspeisen.

 

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news-10806 Mon, 06 Mar 2017 10:15:31 +0100 Inklusives Schulgesetz: Mit Volldampf Tempo raus? https://www.gew-thueringen.de/presse/detailseite/neuigkeiten/inklusives-schulgesetz-mit-volldampf-tempo-raus/ „Erst wird hitzig über das Inklusive Schulgesetz diskutiert, jetzt kündigt Ministerpräsident Bodo Ramelow in einem Zeitungsinterview an, das Tempo bei der Inklusion rauszunehmen“, stellt Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen fest. „Unsere umfangreiche Stellungnahme zur Arbeitsfassung und die Diskussionen mit der Bildungsministerin Birgit Klaubert in Nordhausen und Staatssekretärin Gabi Ohler in Erfurt haben Wirkung gezeigt. Die GEW Thüringen hat immer gesagt: Solange die Voraussetzungen an den Schulen nicht geschaffen sind, kann Inklusion nicht flächendeckend umgesetzt werden.“ Offenbar will Ministerpräsident Bodo Ramelow mit der extra einberufenen Kommission „Zukunft Schule“ zunächst die Schulstrukturfrage klären, bevor über Investitionen in ein inklusives Schulsystem in Thüringen entschieden wird. Bereits inklusiv arbeitende Schulen sollen unterstützt werden. 

„Grundsätzlich begrüßen wir, dass das Tempo aus der Novellierung rausgenommen wird, denn zunächst müssen die Bedingungen zur individuellen Förderung aller Kinder und Jugendlichen geschaffen werden. Eine Rolle rückwärts darf das allerdings nicht bedeuten. Schon jetzt unternehmen die Pädagoginnen und Pädagogen enorme Anstrengungen, inklusiv zu arbeiten. Deren Leistung muss auch weiter unterstützt werden“, erklärt Vitzthum. 

Sorge bereitet der GEW Thüringen auch die Absage des Ministerpräsidenten an eine höhere Eingruppierung von Regelschullehrerinnen und -lehrern aller Schularten: „Wer Nachwuchs gewinnen will und zeitgleich an althergebrachten Definitionen von Anforderungsprofilen festhält, wird für Nachwuchs gerade an den Regelschulen nicht attraktiv.“ Wenn das Bildungssystem nicht permanent Frust produzieren soll, wie Bodo Ramelow am Wochenende medial verkünden ließ, dann sollte sich die Landesregierung neben strukturellen Reformen  Gedanken über die deutliche Erhöhung des Bildungsetats im Landeshaushalt machen und das auch umsetzen.

 

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