GEW Thüringen
Du bist hier:

GEW Thüringen zum Schuljahresstart: Personalprobleme und inkonsequente Pandemiemaßnahmen

Die GEW Thüringen fürchtet einen schwierigen Start ins neue Schuljahr. Das liegt nicht nur an Corona, sondern vor allem auch an der prekären Personalsituation.

31.08.2021 - GEW Thüringen

„Insbesondere an den Thüringer Grundschulen gibt es teils massive Personalprobleme. Schulleitungen beklagen nicht nur, dass ihnen Kolleg:innen fehlen, sondern dass sie selbst als Klassenlehrer:innen tätig sein müssen“, so Kathrin Vitzthum, Vorsitzende der GEW Thüringen. „Diese Mehrfachbelastung bedroht die Gesundheit der Lehrkräfte und erschwert den Start in die schulische Grundbildung.“

Das Land Thüringen hat bereits viel in das Personal investiert, mehr Stellen geschaffen und mittlerweile werden alle Lehrkräfte mit 2. Staatsexamen nach A13 bzw. E13 bezahlt. „Nach wie vor aber bildet Thüringen zu wenige Lehrkräfte aus. Die Stellen im Vorbereitungsdienst sind immer noch zu gering, als dass Thüringen aus dem eigenen Nachwuchs schöpfen könnte“, moniert Vitzthum. „Hinzu kommt, unter welchen komplizierten Arbeitsbedingungen Lehrkräfte ihren Dienst tun. Das ist nicht eben Werbung für einen der wertvollsten Berufe.“

Auch die Pandemie bereitet der GEW Thüringen Sorgen. Zwar wird es nun eine vierzehntägige Testpflicht an Schulen geben, konsequent ist das aber nicht. Denn die Androhung eines Bußgeldes verhindert nicht, dass Ungetestete die Schulen betreten und längere Zeit mit anderen verbringen. Es bleibt dabei: Wenn Schulen offen bleiben sollen, dann müssen sie sicher sein. Dazu gehören Test- und Maskenpflicht, Entzerrung des Schulverkehrs, kleinere und feste Lerngruppen, Luftfilter in allen Klassenräumen und nicht zuletzt die Aufhebung der Präsenzpflicht für vulnerable Personen. Die Idee, dass Ungetestete in eigenen Lerngruppen oder auch jahrgangsübergreifend unterrichtet werden sollen, ist nicht umsetzbar. Dazu fehlen Räume und vor allem Personal, um das abdecken zu können.

Die GEW Thüringen muss leider davon ausgehen, dass die Schulträger sich eher für CO2-Ampeln statt für Luftfilter entschieden haben und dass es auch keine Entzerrung des Schulverkehrs geben wird. Wieder einmal wird auf Seiten vieler kommunaler Schulträger lieber abgewartet, als jetzt die Voraussetzungen für sichere Schulen zu schaffen. Die Belastungen tragen die Pädagog:innen, die Kinder und nicht zuletzt die Eltern, für die jeder Quarantänefall einer zu viel sein dürfte.

 


Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte Interessenvertretung in Thüringen im Bildungsbereich. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.