GEW Thüringen
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GEW-Forderung aufgenommen: Mehr Zeit für jedes Kind

Die GEW Thüringen begrüßt die geplanten Änderungen im Kindertagesbetreuungsgesetz, welche am Freitag, den 29.03.2019, im Landtag beraten werden. Sie kommen den Kindern und den Beschäftigten zu Gute.

28.03.2019 - GEW Thüringen

Die geplanten Verbesserungen fallen unter das Bundesgesetz zur Qualitätsverbesserung in der Kindertagesbetreuung („Gute-Kita-Gesetz“), welches zum 1. Januar 2019 in Kraft trat. Die Bundesländer – und so auch Thüringen – vereinbaren mit dem Bund, in welchen Bereichen sie Qualitätsverbesserungen umsetzen wollen. Zuvor diskutieren die Bildungsministerien der Länder mit ihren Sozialpartnern - Gewerkschaften, Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, dem Städte- und Gemeindebund und der Landeselternvertretung – über deren Priorisierung. „In Thüringen haben dazu zwei Gespräche stattgefunden und das Bildungsministerium ist erfreulicherweise bei den Qualitätsverbesserungsmaßnahmen unserer Argumentation gefolgt“, so Nadine Hübener, Referentin für Bildung der GEW Thüringen. Diese sehen:

  • eine Verbesserung des Personalschlüssel, sowie
  • die Anhebung der mittelbaren pädagogischen Arbeitszeit und der Ausfallzeiten

vor.

Das bedeutet für die Kinder: die Erzieher*in hat für jedes einzelne Kind mehr Zeit und kann sich ihm individueller widmen.

Das bedeutet für die Eltern: die Erzieher*in hat mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung ihrer Bildungsarbeit und kann diese ihnen somit transparenter machen.

Das bedeutet für die Kita-Leitung und die Träger: Personalausfälle können besser kompensiert werden, da die Ausfallzeiten zunehmend den tatsächlichen Realitäten angepasst sind.

Thüringens Bildungsminister Holter sicherte den Sozialpartnern zudem zu, dass er mit ihnen weitere Verbesserungen diskutieren wird. In Thüringen befinden wir uns auf einem guten Weg, die GEW Thüringen hat ihre Ziele – Betreuungsrelationen, die wissenschaftlichen Erkenntnissen zur frühkindlichen Bildung und Bindungstheorien standhalten können – aber noch nicht erreicht.

Im Zuge des Fachkräftebedarfs, der aus den personellen Maßnahmen entsteht, ist es nur folgerichtig, dass das Thüringer Bildungsministerium neue Ausbildungsmodelle und Zugangswege zur Erzieher*innen-Ausbildung auf den Weg bringt.

Auch an dieser Stelle sind viele gewerkschaftliche Forderungen berücksichtigt worden. Dazu zählt die tariflich geregelte Ausbildungsvergütung, die Mentor*innenstunden für die Praxisanleiter in den Kitas und der Fakt, dass Auszubildende nicht auf den Personalschlüssel anzurechnen sind. „Dass auf die Bedürfnisse der Erzieherinnen und Erzieher seitens des Bildungsministeriums eingegangen wurde, ist sehr gut. Das ist Mitbestimmung, wie sie immer sein sollte“, so Nadine Hübener.

 


Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte Interessenvertretung in Thüringen im Bildungsbereich. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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