GEW Thüringen
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Gemeinsame Erklärung des tlv thüringer lehrerverband und der GEW Thüringen zur Debatte um die Öffnung der Thüringer Schulen

15.04.2020 - Kathrin Vitzthum (Landesvorsitzende GEW Thüringen) und Rolf Busch (Landesvorsitzender tlv)

Die Pandemie und die öffentliche Diskussion um eine mögliche Rückkehr in den normalen Alltag sorgen für eine starke Verunsicherung in den Schulen bei Lehrer*rinnen, Erzieher*innen, sonderpädagogischen Fachkräften, aber auch bei Eltern und Schüler*innen.

Die GEW Thüringen und der Thüringer Lehrerverband sind sich einig, dass eine vorschnelle Entscheidung zur auch schrittweisen Öffnung der Thüringen Schulen nach den Osterferien zu Lasten der Beschäftigten und der Schülerinnen und Schüler geht, wenn es keine klaren Regelungen gibt, unter welchen Bedingungen dies möglich sein kann.

Die Gesundheit und der Schutz vor Ansteckung mit dem Corona-Virus muss Grundlage jedweder Entscheidung sein. Schulen dürfen kein Experimentierfeld für den Umgang mit dem ansteckenden Virus sein. Die Öffnung der Schulen muss pragmatisch, aber auch realistisch geplant werden.

Der höhere Personalbedarf durch eine Ausweitung des Präsenzunterrichts bei weiterer Beschulung im Distanzunterricht ist nur eines der Probleme. Fehlende Regelungen zum Abstandgebot zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen, zur Maskennutzung und nicht gesicherte hygienische Bedingungen an vielen Thüringer Schulen sind weitere Fragen, auf die es vor einer Entscheidung Antworten braucht.

GEW Thüringen und Thüringer Lehrerverband fordern zudem, dass nicht nur die schulischen Voraussetzungen klar geregelt sind, sondern Maßnahmen z.B. auch für den Schülertransport und die Essenversorgung getroffen werden. Es reicht nicht aus, nur die Schulen zu betrachten.

Wir fordern daher:

  • Der Gesundheitsschutz für die Beschäftigten und die Schüler*innen geht vor.
  • Schulen müssen in ihrer Gesamtstruktur betrachtet und alle Beteiligten einbezogen werden. Das gilt auch für die Schulträger und deren Verantwortung für die Ausstattung der Schulen.
  • Pragmatische Lösungen auf der Basis realistischer Vor-Ort-Einschätzungen müssen möglich sein.
  • Ministerium und Schulen müssen entstandene Nachteile aus der Schulschließung in den kommenden Wochen und Monaten minimieren.