GEW Thüringen
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Bilanz des Schuljahres 2017/2018: Man war stets bemüht …

Betrachtet man das Engagement und die Bemühungen des Bildungsministeriums um eine Verbesserung der Bedingungen an Thüringer Schulen im abgelaufenen Schuljahr 2017/18, könnte man eine pädagogische Note 2 minus geben. Schaut man jedoch den teils erschreckenden Ist-Stand an, dann wird es auch unter dem neuen Bildungsminister Holter nicht besser als eine 3 minus.

29.06.2018 - GEW Thüringen

Die Kolleg*innen an den Thüringer Schulen gehen überwiegend erschöpft in die Sommerferien. Die Hoffnung auf bessere Arbeitsbedingungen und damit auf bessere Bedingungen für die Schüler*innen ist vor allem bei den älteren Kolleg*innen einer spürbaren Resignation gewichen. Enttäuscht sind vor allem die befristet Beschäftigten, deren Verträge auslaufen und die bei der Einstellungsrunde nicht berücksichtigt wurden. Und enttäuscht sind vor allem auch viele Schulleitungen, die nicht wissen, ob ihre aktuellen oder seit Jahren gemeldeten Bedarfe gedeckt werden können.

Die GEW Thüringen muss leider konstatieren, dass der Unterrichtsausfall nicht effektiv verhindert wurde bzw. werden konnte. Kürzungen der Stundentafeln oder Mehrarbeit für die Lehrer*innen waren die Folge. Nicht zufällig stieg die Zahl der Langzeitkranken auf einen neuen Höchstwert von 1.078  an. Dieser hohe Stand an Langzeitkranken ist eines der größten Probleme der Thüringer Schule. Bereits 2013 wurde u.a. mit der GEW Thüringen die unbefristete Einstellung von Vertretungslehrer*innen vereinbart, aber auch in diesem Schuljahr nicht in die Praxis umgesetzt. Die Reserve gibt es nur auf dem Papier, die bisher eingestellte Anzahl der Vertretungslehrer*innen ist schlichtweg zu gering.

„Hinzu kommt ein weiteres hausgemachtes Problem: Die Anzahl der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter wurde trotz Lehrkräftemangels immer noch nicht erhöht. Kurzfristiges Sparen trotz Rekordeinnahmen des Landes geht hierlangfristig auf Kosten der Gesellschaft, da hatten wir von dieser Landesregierung deutlich mehr erwartet“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen.

Positiv bleibt zum Schuljahr 2017/18 zum Beispiel die verbesserte Kommunikationskultur mit der Diskussion zum Thüringenplan zu nennen. Die Foren und Werkstätten sind bei Kolleg*innen, Eltern, Schüler*innen gut angekommen, erste Entscheidungen sind gefallen. Die Auswirkungen werden nicht sofort spürbar sein, aber es sind Schritte in die richtige Richtung. Die deutliche Erhöhung der finanziellen Mittel für Schulbauten hebt diese Landesregierung deutlich positiv ab von Vorgängerregierungen.

Die GEW Thüringen bewertet weiterhin positiv, dass sich das Bildungsministerium nun endlich gegenüber dem Finanzministerium durchsetzen konnte und seit dem 01.01.2018 eine 1:1-Nachbesetzung gilt – wenn auch leider nicht immer an derselben Schule. Wir hoffen, dass das Instrument der unterjährigen Einstellung im nächsten Schuljahr besser greifen wird als zuletzt. Dennoch bleibt die Lage kritisch: die Personalbedarfe der letzten Jahre, die viele Schulen vor sich her schleppen, werden damit nicht gestopft. Dies und die nach wie vor steigenden Schüler*innenzahlen führen bei dieser Art der 1:1-Ersatzeinstellung zu einer sich verschlechternden Schüler-Lehrer-Relation. Das ist insbesondere für die Lehrkräfte, Schüler*innen und Eltern in den großen Stadtschulen äußerst bitter.  

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum.

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