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Das Referat Erwachsenenbildung und Berufliche Fort- und Weiterbildung stellt sich vor

Uwe Roßbach über die anstehende Runderneuerung

Mit 89 Prozent der Stimmen wurde Uwe Roßbach zum Leiter des Referates Erwachsenenbildung und Berufliche Fort- und Weiterbildung gewählt. Er ist Geschäftsführer von Arbeit und Leben e.V.

Glückwunsch zur Wiederwahl an den Leiter Leiter des Referates Erwachsenenbildung und Berufliche Fort- und Weiterbildung Uwe Roßbach (links) von Kathrin Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende, auf der LVV 2018 - Foto: Alice End

Zunächst eine gute Nachricht für alle gewerkschaftlich engagierten Erwachsenenbildner*innen, die die Zukunft der Thüringer Erwachsenenbildung mitgestalten wollen: wir werden mit einer Teambildung beginnen. Wie auf der LVV angekündigt, werden wir einen Generationenwechsel organisieren. Dafür brauchen wir mehr, neue und vielleicht, nein: bestimmt auch jüngere Engagierte, die wir in die Arbeit des Referats einbinden wollen. Deshalb an alle Interessierten: Meldet euch!

In den nächsten vier Jahren wollen wir also den Generationenwechsel schaffen, sodass dann auf der nächsten LVV eine runderneuerte Referatsleitung gewählt werden kann.

  • Um was werden wir uns kümmern?

Zunächst gilt es, beharrlich in zwei wichtigen Feldern die Arbeit weiterzuführen: Einmal den Bereich der öffentlich verantworteten Erwachsenenbildung politisch sichern zu helfen. Die andere wichtige Aufgabe besteht darin, die Beschäftigungsbedingungen der Mitarbeiter*innen der Erwachsenenbildung zu verbessern. Im Einzelnen heißt das, dass über die nächste Landtagswahl hinaus der Haushalt der Erwachsenenbildung auf dem bisherigen Niveau gesichert und stetig aufgestockt werden muss. Noch sind wir weit von unserer Forderung von einem Prozent der öffentlichen Bildungsausgaben entfernt. Geschätzt liegen wir derzeit bei etwa einem halben Prozent. Sichern heißt auch, dass wir politisch herausgefordert sein werden, die überaus positive Entwicklung, die Rot-Rot-Grün angestoßen hat, auch beim Namen zu nennen und gegenüber Gegnern zu verteidigen. Ein klares Wort wird auch zu sagen sein gegen jene politischen Kräfte, die Erwachsenenbildung ausschließlich als eine  Veranstaltung für „Reichsdeutsche“ ansehen und die aus Volksbildung Volkbildung zu machen gedenken. Diese unsägliche Entwicklung hat es gerade in Thüringen schon einmal gegeben – nicht einmal neunzig Jahre ist dies her und hat mit zum Untergang der ersten deutschen Republik geführt.

  • Vielfach schlechte Arbeitsbedingungen in der Erwachsenenbildung

Wichtig ist dies aber auch, weil sich mittlerweile in Thüringen eine Integrationspolitik mit entsprechenden Institutionalisierungen etabliert hat und diese positive Wirkungen entfaltet. Die Einrichtungen der Erwachsenen sind hier sehr engagiert und alleine das ist schon ein politisches Statement, das es gilt auch politisch wirkmächtig zu machen. Gleichwohl darf nicht übersehen werden, dass vielfach die Arbeitsbedingungen in diesem Bereich nicht immer die besten sind, professionelle Standards nicht eingehalten werden und v. a. sich die Beschäftigungsverhältnisse in einem ähnlich prekären Status verbleiben wie die der migrantischen Zielgruppe. In Bezug auf die Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen haben wir uns viel vorgenommen.  Die Finanz- und Arbeitsmarktlage bringt es mit sich, dass die Durchsetzung von Beschäftigteninteressen sich günstig gestalten kann. Zum einen sollten die öffentlich finanzierten Erwachsenenbildungseinrichtungen deutlich finanziell gestärkt werden, sodass – und diese Auflage sollte man mit dieser Stärkung verbinden – die Hinwendung zu „Normalarbeitsverhältnissen“ (unbefristet, sozialversichert, tarifgebunden, mitbestimmt) möglich wird. Zum anderen sollten diese Normen auch Beachtung finden bei der Vergabe von Fördermitteln durch den Freistaat. Hier gilt es auch, gewisse Normen politisch zu vereinheitlichen und starken Lobbygruppen entgegenzutreten – etwa den Wohlfahrtsverbänden, die zwar überall die Armut im Lande beklagen, die unfair niedrige Bezahlung ihrer eigenen Beschäftigten aber nicht als einen wichtigen Moment
dieser Entwicklung sehen. 

Uwe Roßbach

Ansprechpartner_in
Uwe Roßbach
Leiter des Referats Erwachsenenbildung und berufliche Fort- und Weiterbildung
Heinrich-Mann-Str. 22
99096 Erfurt
0361 590 95 0