GEW Thüringen
Du bist hier:

Der Leiter des Referats Hochschule und Forschung stellt sich vor

Marko Hennhöfer

Mit 96 Prozent der Stimmen wurde Marko Hennhöfer zum Leiter des Referates Hochschule und Forschung gewählt. Er ist Lehrkraft für besondere Aufgaben an der TU Ilmenau.

Glückwunsch an den neuen Leiter des Referats Hochschule und Forschung Marko Hennhöfer (rechts) von Kathrin Kathrin Vitzthum auf der LVV 2018 - Foto: Alice End

Als frisch gewählter Leiter des Referates Hochschule und Forschung (HuF) möchte ich mich zunächst ausdrücklich bei den Delegierten der 9. Landesvertreterversammlung (LVV) der GEW Thüringen für das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Atmosphäre bei der diesjährigen LVV bedanken. Ganz besonderer Dank gilt auch den Kolleginnen und Kollegen im Referat HuF. Die sachliche, konstruktive und zielorientierte Zusammenarbeit im Referat erleichterte mir die Entscheidung wesentlich, für die Leitungsposition zu kandidieren.

  • Erfolge der GEW in den letzten Jahren 

Die aktuellen und auch die zukünftigen Herausforderungen sind groß - aber wie schon Konfuzius sagte, auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt. In den vergangenen Jahren wurden im Hochschulbereich einige Verbesserungen erreicht. Beispielhaft seien hier nur einige Gesetzesvorhaben genannt, die signifikanten Einfluss auf das Geschehen an den Hochschulen haben, wie z. B. das 2016 novellierte Wissenschaftszeitvertragsgesetz oder das in diesem Jahr überarbeitete Thüringer Hochschulgesetz. Dass dabei nicht alle GEW Forderungen umgesetzt wurden, liegt in der Natur der unterschiedlichen Perspektiven von Arbeitnehmern und Arbeitgebern und den daraus resultierenden Kompromissen.

  • Weiterentwicklung der GEW im HuF-Bereich gestartet

Eine Gewerkschaft kann auch immer nur so stark sein, wie ihre Mitglieder. Um bei Anhörungen, Stellungnahmen oder im Rahmen von Tarifverhandlungen entsprechend Einfluss nehmen zu können, bedarf es einer gewissen „Mächtigkeit“ der Gewerkschaft. Hier ist in den letzten Jahren bedauerlicherweise zu beobachten, dass bei vielen Menschen ein gewisses soziales und gesellschaftspolitisches Engagement häufig zu kurz kommt und mehr und mehr die Optimierung des persönlichen Umfeldes in den Vordergrund rückt. Es würde den Rahmen des Artikels sprengen, an dieser Stelle auf die mannigfaltigen Gründe hierfür einzugehen.

Im Referat HuF haben wir ein Organisationsentwicklungsprojekt gestartet, mit dem Ziel, insbesondere im Bereich der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie zukünftiger Lehrkräfte neue Mitglieder zu gewinnen. Zudem sollten wir auch nicht müde werden, uns an die unbefristet Beschäftigten an den Hochschulen zu wenden, die sich aus einer verhältnismäßig komfortablen Position – möglicherweise getragen von einem solidarischen Gedanken – für die gesamte Belegschaft und damit für die weitere Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen einsetzen könnten. 

  • Inhaltliche Herausforderungen der nächsten Zeit

Inhaltlich möchte ich auch noch einen kleinen Ausblick geben, was uns zukünftig noch beschäftigen wird. Möglicherweise schon zu Beginn des kommenden Jahres wird ein novelliertes Thüringer Personalvertretungsgesetz in Kraft treten. In mehreren Stellungnahmen und im Rahmen einer Anhörung hat die GEW zusammen mit dem DGB verschiedene Positionen eingebracht, um die Rechte der Beschäftigten zu stärken. Überwiegend wurden die Forderungen zurückgewiesen und der aktuelle Gesetzentwurf bleibt in weiten Teilen selbst hinter den Aussagen im Koalitionsvertrag zurück. Insbesondere bei den Lehrbeauftragten und für die studentischen  Beschäftigten hätten wir uns weitergehende Regelungen vorgestellt. 

Die Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder steht ebenfalls zu Beginn des Jahres auf der Agenda. Dabei verhandeln die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL). Die gewerkschaftliche Forderung entsteht aus einem Kompromiss der Einzelgewerkschaften, die teilweise unterschiedliche Beschäftigtengruppen mit verschiedenen Interessen organisieren. Unkenntnis herrscht gelegentlich darüber, welche Themen Gegenstand von Tarifverhandlungen sein können. Beispielsweise können per Tarifvertrag nicht die Befristungsregelungen des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes außer Kraft gesetzt werden.

Ein großes Fragezeichen sehe ich vor mir, wenn ich an die anstehenden Landtagswahlen im Oktober 2019 denke. Die dann gewählte Regierung wird mit der Rahmenvereinbarung V zur weiteren Finanzierung der Hochschulen ab 2020 richtungsweisende Entscheidungen treffen müssen. Auch der Abschluss neuer Ziel- und Leistungsvereinbarung zwischen dem Land und den Hochschulen wird dann erfolgen. Der Fokus sollte dabei eher auf Qualität statt auf Quantität gerichtet sein. Dabei müssen Hochschulvertreter, Personalräte und Gewerkschaften insbesondere auch in Anbetracht leicht rückläufiger Studierendenzahlen darauf hinwirken, dass angesichts steigender Anforderungen, wie z. B. der zunehmenden Heterogenität der Studierendenschaft, dem steigenden Anteil internationaler Studierender oder den aufwendiger unterstützenden digitalen Lehrangeboten, dennoch eine deutliche Steigerung der Grundfinanzierung erfolgt. Insbesondere mit Blick auf benachbarte Bundesländer gilt es hierbei für Thüringen, nicht den Anschluss zu verlieren und konkurrenzfähig zu bleiben.

  • Zum Schluss etwas Persönliches

Um noch auf den Wunsch einzugehen, auch etwas Persönliches über mich zu erfahren, habe ich ein Beispiel, mit Gemeinsamkeiten zum gewerkschaftlichen Engagement. In Tarifverhandlungen und bei Gesetzesnovellierungen brauchen wir regelmäßig eine gute Ausdauer und kämpfen mit Gegenwind – genau das bin ich von meinem Hobby als leidenschaftlicher Radfahrer gewohnt. 

Euer Marko Hennhöfer

Ansprechpartner_in
Marko Hennhöfer
Leiter des Referats Hochschule und Forschung und Betriebsverbandsvorsitzender
Heinrich-Mann-Str. 22
99096 Erfurt
0361 590 95 0