GEW Thüringen
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Die wiedergewählte Landesvorsitzende stellt sich vor

Kathrin Vitzthum

Mit 89 Prozent der Stimmen wurde Kathrin Vitzthum auf der Landesvertreterversammlung als Landesvorsitzende wiedergewählt. Wir haben gefragt nach der Bedeutung der LVV und ihren Ablauf, welche Ziele sie sich gesteckt hat und wovon sie träumt:

Glückwünsche zur Wiederwahl am 22.09.2018 (links: Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen; rechts: Marlis Tepe, Vorsitzende der GEW Bund) - Foto: Alice End
  • Warum ist die Landesvertreterversammlung für die Mitglieder der GEW Thüringen so wichtig?

Formal weil die Landesvertreterversammlung, kurz LVV genannt, das höchste Beschlussgremium der GEW Thüringen ist. Sie wählt den Vorstand und bestimmt die Themen der nächsten Jahre. 

Andererseits ist die LVV aber auch deshalb wichtig, weil sich viele Menschen treffen, die vieles miteinander teilen, die Kämpfe  ausgefochten haben und gemeinsame Visionen haben. Sich dessen zu versichern, aber auch in Diskussionen um die besten Wege zu streiten, ist ganz sicher wichtig für die Delegierten. Und mal ehrlich, von
Freitag bis Sonntag mit den besten Kolleginnen und Kollegen aus der Bildung unterwegs zu sein, das ist doch was.

  • Wie läuft eine LVV eigentlich ab?

Im Grunde ist eine LVV durchgetaktet und formalisiert. Das klingt einerseits langweilig, kann aber ganz spannend sein. Zu Beginn werden alle möglichen Kommissionen bestätigt und das Präsidium gewählt,  das dann durch die LVV leitet und darauf achtet, dass auch ja alles richtig läuft. Zuerst wird der Vorstand entlastet und danach Satzungsänderungen und Wahl- und Geschäftsordnung. Auch dies dient dem ordnungsgemäßen Ablauf der LVV.

Und dann wird es richtig aufregend. Die Wahlgänge werden aufgerufen, Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich vor, werden befragt und dann in geheimer Wahl  gewählt. Und während die Wahlkommission die Stimmen auszählt, beraten die anderen die vorliegenden Anträge. Auch da gibt es Regeln, die nicht immer einfach zu verstehen sind. Aber das Präsidium achtet darauf, alles in die richtigen Bahnen zu lenken. Ja, und zwischen all den Wahlen und Antragsberatungen gibt es viele Gelegenheiten zum Austausch zwischen den Kolleg*innen.

  • Eine LVV besteht nicht nur aus Rumsitzen, Diskutieren und ab und an die Hand zum Abstimmen heben. Warum macht es den Delegierten in der Regel Spaß, bei einer LVV dabei zu sein?

Es ist ein bisschen wie ein Familientreffen. Viele kennen sich schon lange, sehen sich aber nicht so häufig. Das gibt dann immer ein großes Hallo. Aber darüber hinaus ist es einfach ein gutes Gefühl, Gemeinschaft zu spüren, trotz aller Vielfalt und teils unterschiedlichen Perspektiven doch einen gemeinsamen Weg zu sehen,  Veränderung zu gestalten. Auf der LVV zu sein heißt auch, sich für seine GEW zu engagieren, heißt Wertschätzung, heißt Solidarität, heißt gemeinsames Erinnern an Kolleginnen und Kollegen, die nicht mehr da sein können, heißt nach vorne schauen.

  • Du bist als Landesvorsitzende wieder gewählt worden: warum hast Du Dir das noch einmal angetan?

Angetan klingt so dramatisch. Ich habe mir das wirklich gut überlegt. Ich weiß besser, was auf mich zukommt, ich fühle mich getragen von einem guten Team. Und ich bin einfach noch nicht fertig mit der GEW  Thüringen. In den letzten vier Jahren habe ich viel gelernt, aber auch lernen müssen. Es gibt ja keine Ausbildung für so einen Landesvorsitz. Ich hatte damals einiges vor und hab gemerkt, einiges hast du geschafft, anderes noch nicht. Unfertiges mag ich einfach nicht so gern. Daher habe ich entschieden, ich mache das noch einmal, wenn die Delegierten mich unterstützen. Und das haben sie, das Wahlergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

  • Welche Ziele hast Du Dir für die GEW Thüringen aber auch für Dich persönlich für die nächste Amtszeit gesteckt?

Ich möchte, dass die GEW Thüringen wächst. Wir haben ein unglaubliches Potenzial und wir müssen endlich anfangen, es noch besser zu nutzen. Ich möchte, dass die GEW Thüringen weiterhin der starke Partner in der Bildung ist, für die Kolleginnen und Kollegen aber auch für die Politik und die Eltern. Unsere Expertise und unsere Ideen sind wichtig und wir sollten mutig darum kämpfen, sie in Gesetzen, in Haushalten, in Verordnungen umzusetzen. Ich möchte, dass unsere Mitglieder stolz auf uns sind, auch wenn wir vielleicht nicht alles umsetzen, was sie uns auftragen. Aber wenn sie sehen, dass wie kämpfen und wie wir kämpfen, dann sollen sie sagen können,
„ja, das ist meine GEW!“. Ich will mehr Betriebsräte organisieren, will Tarifverträge dort verhandeln, wo der TVöD nicht gilt, will mehr Mut und Gestaltungswillen bei der Bewältigung der Herausforderungen, vor denen alle Bildungseinrichtungen stehen.

  • Bitte vollende den Satz „Ich habe einen Traum …“

Alle Menschen finden Lernräume, in denen sie individuell in der Gemeinschaft von Vielen, von gut ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen begleitet, unterstützt, gefördert und gefordert werden. Gute Bildung und gute Arbeit werden als zwei Seiten einer Medaille anerkannt und erfahren Wertschätzung durch ausreichend Ressourcen, gute Bezahlung und gesunde Arbeitsbedingungen. Aber eigentlich träume ich nachts und nicht tagsüber, deswegen ist das eher eine Vision, von der ich hoffe, dass viele sie mit mir teilen. 

  • Vielen Dank.

Die Fragen stellte Michael Kummer.

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Kathrin Vitzthum
Landesvorsitzende
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