GEW Thüringen
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Was sagt die GEW Thüringen zu Berufsbildenden Schulen?

Für eine zukunftsfähige und moderne berufliche Ausbildung müssen im Freistaat Thüringen rasch und umfassend strukturelle und Inhaltliche Veränderungen erfolgen. Die GEW Thüringen sieht in folgenden Punkten dringenden Handlungsbedarf:

  • Die Absicherung eines regional ausgewogenen, bestandsfähigen und leistungsfähigen Netzes von Berufsbildenden Schulen in Thüringen bedeutet:
  1. Es muss klare schulplanerische Vorgaben und Richtlinien für die Schulträger in Bezug auf die sachlichen Ausstattungen, Instandhaltung und Modernisierung geben.
  2. Der ortsnahe Berufsschulbesuch muss abgesichert sein, d. h. Fahrtwege möglichst nicht verlängern.
  3. Personalplanung und -entwicklung müssen den regionalen Anforderungen/ Bedürfnissen entsprechen.
  4. Die Entwicklung der einzelnen beruflichen Bildungsgänge und Vollzeitschulformen muss entsprechend des Fachkräftebedarfs erfolgen.
  5. Die Öffnung der Berufsbildenden Schulen bzw. der Ausbau zu regionalen (Berufs)Bildungszentren mit Angeboten im Rahmen des Lebenslangen Lernens ist voranzutreiben.
  • Weiterer Ausbau der Eigenverantwortung der Berufsbildenden Schulen
  1. Die Zuweisung eines eigenen Sach- und Personalkostenbudgets muss durch das durch das Land erfolgen.
  2. Wir fordern die Stärkung der Mitbestimmung der Beschäftigten im Rahmen der Personalvertretung und Schulkonferenz sowie transparente Entscheidungsstrukturen.
  3. Es muss die Durchsetzung des LEGO-Konzeptes der GEW eingefordert werden.
  • Umsetzung des Berufsbildungsgesetzes in all seinen Möglichkeiten (BBiG):
  1. Die Zulassung vollzeitschulischer oder kombinierter Maßnahmen zur Kammerprüfung muss erfolgen.
  2. Wir setzten uns für die Stärkung der dualen, ortsnahen Ausbildung in der Grundstufe ein.
  3. Die GEW- Thüringen setzt sich für eine Anerkennung vollzeitschulischer Abschlüsse bzw. von schulischen Ausbildungszeiten ein.
  4. Es soll gleiche BAFöG-Regelungen für alle Schüler geben, egal in welchen schulischen Maßnahmen sie sich befinden, Ungleichbehandlungen im dualen Bereich müssen abschafft werden-.
  5. Wir fordern ein Azubi-Ticket kostenlos und thüringenweit mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Verbesserung der Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen in berufsvorbereitenden Maßnahmen:
  1. Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) muss inhaltlich und praktisch weiterentwickelt werden, dabei müssen soziale Ganztagsbetreuung und Berufsvorbereitung im Vordergrund stehen
  • Mehr doppelqualifizierende Abschlüsse:
  1. gleichzeitiger Erwerb einer Berufsqualifikation und der Studienzugangsberechtigung
  2. Höhere Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Berufliche Gymnasien müssen stärker berufsfeldorientiert zur Nachwuchsgewinnung im ingenieurtechnischen Bereich weiterentwickelt werden. Dabei sollen die Bildungswünsche der wohnortnah Auszubildenden eine Hauptrolle spielen und nicht die Klassenmesszahlen.
  • Pädagogische und sonderpädagogische Förderung in berufsbildenden Schulen absichern
  1. An jeder Berufsbildenden Schule muss mindestens 1 Sozialarbeiter*in als Landesbedienstete*r arbeiten.
  2. Für die Umsetzung des Gemeinsamen Unterrichts muss an jeder Berufsbildenden Schule eine Sonderpädagogische Fachkraft sowie FÖS Lehrer*innen eingesetzt werden.
  • Schulartübergänge sinnvoll gestalten
  1. Übergänge sind zu straffen und übersichtlich zu organisieren.
  2. Die Kooperationsbeziehungen zwischen den Schularten sind eigenverantwortlich zu gestalten.

(aus: Bildungspolitischer Leitantrag "Gute Bildung für alle - gute Bedingungen für alle" der GEW Thüringen, verabschiedet auf der 8. Landesvertreterversammlung, September 2014).

Dieter Gebhardt
Ansprechpartner_in
Dieter Gebhardt
Referatsleitungsteam Allgemein- und berufsbildende Schulen
Heinrich-Mann-Str. 22
99096 Erfurt
0361 590 95 0