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Wie Erzieherinnen die Kita-Bildungspläne umsetzen und was sie dafür brauchen

Im Auftrag des GEW-Hauptvorstandes, der Diakonie Deutschland und des Paritätischen Gesamtverbandes und mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch haben Wissenschaftlerinnen der Alice Salomon Hochschule Berlin die Frage untersucht, wie Erzieherinnen die Anforderungen der Kita-Bildungspläne umsetzen.

05.03.2013

In der ersten Forschungsphase 2007/2008 hat das Wissenschaftsteam unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Viernickel die Kita-Bildungspläne der Länder daraufhin durchgesehen haben, welche neuen Anforderungen daraus für die Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern resultieren. Des weiteren haben Sie ein Modell entwickelt, wie man einen Fachkraft-Kind-Schlüssel berechnet. In der zweiten, jetzt abgeschlossenen Forschungsphase wurden 2.600 Kindertageseinrichtungen nach ihren Erfahrungen und ihrer Praxis der Umsetzung dieser Anforderung befragt. 26 Prozent(704 Kitas) haben sich daran beteiligt. Außerdem wurden mit 21 Kita-Teams ausführliche Gruppeninterviews durchgeführt. Im Mittelpunkt standen neben dem allgemeinen Nutzen der Bildungsprogramme die Bereiche Beobachtung und Dokumentation, Sprachförderung und Zusammenarbeit mit den Familien.

Die Ergebnisse sind in einer 160-Seiten umfassenden Broschüre veröffentlicht. Sie steht zum kostenlosen Download bereit. Die Printausgabe kann zum Preis von 4,00 Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden bei:

Zusammenfassend kann man feststellen, dass Erzieherinnen und Erzieher die Anforderungen konzeptionell angenommen haben. In der Umsetzung hapert es allerdings. Allzu oft wird auf das bekannte methodische Repertoire zurückgegriffen und Neuerungen werden nur dort realisiert, wo sie praktikabel sind. Eine grundlegende Neuorientierung der pädagogischen Arbeit scheitert zumeist, so zeigen es die Forschungsergebnisse, an schlechten Rahmenbedingungen (Zeit, Personal, Räume).

Die drei Organisationen haben daraus Schlüsse gezogen und politische Forderungen erhoben:
• Fachkraft- Kind-Relation und Leitungsfreistellung in Kindertageseinrichtungen wirksam und nachhaltig verbessern..
• Gesellschaftliche Anerkennung für pädagogische Fachkräfte fördern und unterstützen.
• Finanzierung der Kindertageseinrichtungen entsprechend der Aufgaben anpassen und sichern.
• Die Fort- und Weiterbildung systematisch ausbauen.

Die dritte Forschungsphase, die – wie bereits die erste – von der Max-Traeger-Stiftung der GEW finanziert wird, wird sich dem Thema „Inklusion“ zuwenden, d.h. der Frage, was die Umsetzung der Bildungspläne in einer „inklusiven Pädagogik“ bedeutet und wie ein „inklusiver“ Fachkraft-Kind-Schlüssel aussehen muss. Ergebnisse dieser dritten Studie sind Anfang 2014 zu erwarten.

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