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Hilfe für Lehramtsanwärter*innenWelche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf den Vorbereitungsdienst?

Einige Lehramtsanwärter*innen sind verunsichert und fragen sich etwa: „Wie geht es weiter mit dem II. Staatsexamen?“ oder „Wie sieht es mit den kommenden Einstellungsterminen aus?“ Wir sind dem nachgegangen und haben Antworten!

27.03.2020 - Jana Bonn

Die Situation an der Ausbildungsschule

Lehramtsanwärter*innen (LAA) können – wie auch Lehrer*innen – zu anderen Aufgaben an Schule herangezogen werden. Die Hauptaufgabe liegt bei den verantwortlichen Lehrer*innen. LAA können unterstützend tätig sein jedoch nicht eigenverantwortlich.

Die Zeit während der Corona-Krise kann zur Erstellung von Lernentwicklungsplänen, zur Überarbeitung von Stoffverteilungsplänen genutzt werden, Unterrichtseinheiten samt Materialien können erstellt werden, Tests und Klausuren kontrolliert werden und dann gibt es ja auch die Thüringer Schulcloud.

Die Situation an den Studienseminaren und Seminarschulverbünden

Wichtig: An den regulären Seminartagen sind LAA weiterhin nicht an Schule einzubinden! Denn: Die Ausbildungsveranstaltungen an den Studienseminaren und Seminarschulverbünden finden vielfach über Online-Module statt. Diese Online-Seminare finden in der gewohnten Qualität statt. Präsenzveranstaltungen gibt es selbstverständlich weiterhin nicht. Der Ablaufplan für die Ausbildung wird eingehalten. Der monatliche Anwärtergrundbetrag wird selbstverständlich weiterhin gezahlt.

Das bedeutet auch: Die Prüfungen im Rahmen des II. Staatsexamens können stattfinden. Günstig wirkt sich hier aus, dass die Schulferien in diesem Jahr in Thüringen erst relativ spät Mitte Juli liegen. So verfolgt das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) das Ziel, dass alle im Juli endenden Ausbildungsjahrgänge fertig werden. Selbst wenn der Schulbetrieb bis Anfang Juni eingestellt bliebe, so würden die Prüfungen aller Wahrscheinlichkeit nach im regulären Zeitrahmen abgeschlossen werden können. Fraglos führt dies zu einer herausfordernden Situation für alle Beteiligten.

Die Frage „Müssen die laufenden Jahrgänge mit einer automatischen Verlängerung des Vorbereitungsdienstes rechnen?“ ist also zu verneinen. Eine Art „Zwangsverlängerung“ wird es, laut TMBJS, nicht geben und selbstverständlich muss man auch nicht selbst den Vorbereitungsdienst verlängern.

Es besteht aber die Möglichkeit, auf Wunsch den Vorbereitungsdienst zu verlängern. Dies würde, nach Aussage eines Mitarbeiters, wohlwollend geprüft. Wissenswert ist dies auch für den Fall, dass man selbst an Covid-19 erkrankt oder unter Quarantäne steht.

Drei denkbare Szenarien. Ein grundsätzlicher Überblick

  1. Anfang Mai sind die Schulen wieder geöffnet: Die mündlichen Prüfungen könnten ab Mitte Mai stattfinden, wie es vielfach üblich ist. Danach würde der Zeitraum für die Lehrproben beginnen. Der Abschluss des Vorbereitungsdienstes ist bis 31.07. gewährleistet.

  2. Anfang Juni sind die Schulen wieder geöffnet: Sechs Wochen bis zum Schuljahresende, das sei in Absprache mit den Studienseminaren noch machbar, so das TMBJS. Der Abschluss des Vorbereitungsdienstes ist bis 31.07. gewährleistet.

  3. Sollten aber die Schulen erst Anfang Juli wieder geöffnet werden, wäre ein Abschluss des Vorbereitungsdienstes im regulären Zeitrahmen leider nicht mehr möglich. Dafür wäre einfach zu wenig Zeit gegeben – für alle am Staatsexamensprozess Beteiligten.

Wann erfahren wir also, wie es nach Ostern weitergeht?

Zu diesem Zeitpunkt lässt sich das noch nicht sagen. Wir müssen uns hier in Geduld fassen. Es ist eine schwierige Situation, in der mit Bedacht gehandelt werden muss.

So lassen sich auch seitens des Kultusministeriums keine Prognosen machen. Wann es weitergeht, sei noch völlig offen. Es handelt sich um Allgemeinverfügungen des Gesundheitsministeriums auf Basis des Infektionsschutzgesetzes. Wie es weitergehen wird, hängt dann von der aktuellen Lage ab. Wir hoffen natürlich sehr, dass sich die Lage bald deutlich bessert. In Deutschland, in Europa, weltweit.

An wen kann man sich mit Fragen rund um Vorbereitungsdienst und das II. Staatsexamen wenden?

Wende Dich an Deine GEW: Kolleginnen und Kollegen aus der Landegeschäftsstelle sind vor allem per Mail weiterhin erreichbar und wir beantworten gern Deine Anfragen.

Im TMBJS ist das Referat 3.4 von Herrn Huth oder Herr Huth selbst gerne zu Auskünften bereit. Du kannst Dich immer auch an das zuständige Studienseminar wenden, das in engem Kontakt mit dem TMBJS steht.

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