GEW Thüringen
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Was wollen wir mit 33 Millionen Euro machen?

Am 14./15.11. 2016 haben Bundesministerin Schwesig und die Jugendminister*innen der Länder die Erklärung „Frühe Bildung - Mehr Qualität für alle Kinder“ verabschiedet.

17.02.2017 - Nadine Hübener

Die gemeinsame Erklärung beinhaltet 10 Empfehlungen zur Strukturqualität und einer Vereinbarung zur Weiterarbeit, um eine „gesetzliche Regelung“ zur erzielen. Wissenschaftliche Standards und ein Finanzvolumen von ca. 10 Milliarden Euro für die Jahre 2017 bis 2020, an dem sich der Bund beteiligt, wurden festgeschrieben. Geht man von einer paritätisch organisierten, regelmäßigen Verteilung nach dem Königsteiner Schlüssel (Anteil der einzelnen Bundesländer an der finanziellen Beteiligung) aus, könnte Thüringen mit einer individuellen länderspezifischen Zielvereinbarung jährlich 33 Millionen in eine Qualitätsverbesserung der Kitas investieren: Erzieher*in-Kind- Relation, Leitungstätigkeit, Fachberatung.

Auf dem Weg zu einem Kita-Qualitätsgesetz hat die GEW somit einen Etappensieg errungen. Nun gilt es, diesen Weg zu einer gesetzlich geregelten Umsetzung zu beschreiten. Dazu haben Bund und Länder eine Arbeitsgruppe gebildet, die bis zum Frühjahr 2017 einen Vorschlag für die gesetzliche Rahmung erarbeiten soll. Der Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder - Caritas, die AWO und die GEW sind das Kita-Qualitätsbündnis und werden diesen Prozess aktiv begleiten und beeinflussen. Die bundesweit ca. 600.000 Kolleginnen und Kollegen in den Tageseinrichtungen für Kinder haben es verdient, dass nach dem Rechtsanspruch auf einen Kita- und Krippenplatz, den Ausbau der Plätze, die Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsempfehlungen, der erweiterten inklusiven Arbeit in den Einrichtungen und einer positiven Aufnahme von Kindern mit Fluchterfahrung nun die Strukturqualität in den Mittelpunkt der Kita-Politik gerückt wird. Die Bundesländer und der Bund müssen nun deutlich Schritte der Strukturqualitätsverbesserung gehen, die Finanzen zur Verfügung stellen und eine dauerhafte Regelung der Qualitätssicherung verankern.

Die GEW Thüringen wird darauf drängen, dass der Freistaat trotz Schuldenbremse seine Finanzen aufstockt, um eine Umsetzung der 10 Empfehlungen zu gewährleisten.

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