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Gastbeitrag: Aus der ProjektperspektiveWas hinter dem Projekt „Vorsicht, Demokratie!“ steckt

„Vorsicht Demokratie!“ ist keine Warnung vor der Demokratie, vielmehr soll gezeigt werden, dass sie keine Selbstverständlichkeit ist. Demokratie braucht die Stimmen, die Meinungen und das Handeln der Jugendlichen! Beteiligung an der Gesellschaft wird für junge Menschen in einer Demokratie zunehmend schwieriger. Dies liegt zum einen daran, dass unsere Demokratie stark technokratische Züge aufweist. Zum anderen haben viele das Gefühl, nur durch Wahlen mitbestimmen zu können. Deshalb machen wir Demokratie erlebbar!

11.04.2019 - Maja Kant und Toni Lütgenau - LKJ Thüringen "Vorsicht, Demokratie!"

  • Allgemeines

Das Durchschnittsalter der Gesellschaft steigt und meistens wird Politik in Parteien und Verbänden gemacht, die für Jugendliche unattraktiv wirken. Es ist auch zu beobachten, dass – laut Eurobarometer – das Vertrauen der Jugendlichen in nationale Parlamente und Regierungen weiter sinkt. Es gibt für Jugendliche zu viele Hürden, sich politisch einzubringen. Das wollen wir ändern! Mitbestimmung betrifft Menschen mit verschiedenen Perspektiven und Interessen. Menschen mit einer Fluchterfahrung bringen oft andere Eindrücke in ein Barcamp als Menschen, die an einem Ort schon lange wohnen. Wichtig ist, dass sich alle Jugendlichen gleichermaßen in der Gesellschaft verorten und diese mitgestalten. Bei uns können alle Jugendliche mitmachen und gestalten! 

  • Was bedeutet Barcamp?

Deshalb führen wir in ganz Thüringen Barcamps durch! Ein Barcamp wird auch Unkonferenz, Mitmach-Konferenz oder Ad-hoc-Konferenz genannt und ist ein offenes Veranstaltungsformat. Das bedeutet, dass die Inhalte und Teile des Ablauft sind zu Beginn offen. 

  • Wie läuft ein Barcamp ab?

Jugendliche tauschen sich im Barcamp aus und bestimmen selbst, worüber sie reden wollen. Zu Beginn werden Themen gesammelt und demokratisch abgestimmt. Diese werden später in Kleingruppen diskutiert. Diese Diskussionen finden in verschiedenen Räumen je nach Themenschwerpunkt statt, in so genannten „Sessions“. Die Jugendlichen können die Sessions nach ihrem Belieben wechseln. Das Barcamp ist ein Tag gelebte Demokratie!

Alle Ergebnisse und Diskussionen der Sessions werden online mitgeschrieben. So wissen alle Teilnehmenden, was in den einzelnen Kleingruppen passiert und auch Außenstehende können die Ergebnisse online verfolgen. Der Einsatz von sozialen Medien, Hashtags, Onlinetools, Etherpads etc. ist daher fester Bestandteil der Veranstaltung. Wir unterstützen so einen verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien!

  • Zusammenarbeit

Mitbestimmung fängt Zuhause an - im eigenen Dorf, in der eigenen Stadt, in der Heimat. Daher wollen wir Jugendliche dazu animieren, sich mit der politischen Dimension von Heimat und Partizipation auseinanderzusetzen. Denn: Jede*r kann seine Heimat mitgestalten! Alle Interessierten im Alter von 14 bis 21 Jahren können beim Barcamp mitmachen. Es geht um Austausch, Diskussion und neue Kontakte auf Augenhöhe. Es ist dabei egal, ob der Austausch ernsthaft, spielerisch oder kreativ erfolgt. Wir führen Barcamps mit Stellen, wie Schulen, Jugendclubs, Schüler- und Jugendparlamente oder kulturelle
Einrichtungen durch. Wir organisieren im Voraus alles und bringen alles für die Durchführung des Barcamps mit. Das Barcamp dauert ca. 3-6 Stunden, damit lässt sich ein Schultag gut ausfüllen.

  • Förderung

Das Projekt wird vom aktuellen Innovationsfonds des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und aus Mitteln der Thüringer Staatskanzlei unterstützt. Die Förderung aus dem Innovationsfond läuft im September 2019 aus. Wir setzen uns aber für eine Weiterförderung ein! 

  • Projektleitung

Angeleitet wird das Projekt von Toni Lütgenau und Maja Kant, die den Heranwachsenden neben einem organisierten Ablauf der Veranstaltungen auch Ansprechpartnerinnen bei Fragen und Anregungen sein werden. Toni absolviert gerade ein Masterstudium in Staatswissenschaften an der Universität Erfurt, während Maja an der FSU Jena in Philosophie promoviert. Beide Organisator*innen liegen die Themen Friedenserziehung und politische Bildung sowie Medienpädagogik sehr am Herzen.

  • Kontakt

Falls Du mit Deinen Kolleginnen und Kollegen das Barcamp an Deiner Schule stattfinden lassen möchtest, melde Dich einfach bei Maja Kant oder Toni Lütgenau.

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