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LAA-Umfrage Was das Bildungsministerium für die Lehramtsanwärter*innen schnell ändern sollte

Im diesem Brief an den Thüringer Bildungsminister Helmut Holter sind die Hauptergebnisse und die sich daraus ergebenden Forderungen der Lehramtsanwärter*innen zusammengefasst.

05.05.2020 - Kathrin Vitzthum (Landesvorsitzende) & Jana Bonn (Referentin für Bildung)

Sehr geehrter Herr Minister,

im Zeitraum vom 24. bis 28. April 2020 hat die GEW Thüringen eine Kurz-Umfrage mit dem Thema „Auswirkungen der Corona-Krise auf den Vorbereitungsdienst“ unter Lehramtsanwärter*innen durchgeführt. An der Umfrage nahmen knapp 500 Lehramtsanwärter*innen teil. Die Umfrage haben wir inzwischen ausgewertet. Aus den Umfrageergebnissen, aber auch aus Gesprächen mit Lehramtsanwärter*innenvertretungen ergeben sich erste Forderungen, die wir Ihnen gerne mitteilen möchten. Es handelt sich um Forderungen mit Maß, die den Lehramtsanwärter*innen aber entscheidend in ihrer Situation weiterhelfen können.

Aus der Umfrage lässt sich mit einer prozentualen Zustimmung von 56,8 % die Empfehlung ableiten, eine unkomplizierte Möglichkeit zu finden, den Vorbereitungsdienst zu verlängern. Bereits jetzt ist laut der Thüringer Verordnung über die Ausbildung und Zweite Staatsprüfung für die Lehrämter (ThürAZStPLVO), § 16 Abs. 3, die Möglichkeit der Beantragung einer Verlängerung grundsätzlich gegeben. Neben dieser Aussage und der Möglichkeit durch die ThürAZStPLVO sollte hier eine „Corona-Regelung“ greifen. Diese muss allen Beteiligten kommuniziert werden und unkomplizierte Wege aufzeigen sowie eine Verlängerung auf Wunsch garantieren. Gewünscht ist eine Kann-Bestimmung, keine Soll-Bestimmung.

Im Gespräch mit Anwärtervertreter*innen kristallisierte sich außerdem der Wunsch nach Erleichterung in der mündlichen Prüfung heraus. Die Anwärter*innen möchten gerne zur Unterstützung Karteikarten mitnehmen dürfen. Dies sollte in ganz Thüringen ermöglicht werden. Die Vorbereitung auf mündliche Prüfungen findet unter z. T. sehr belastenden Bedingungen und bei geschlossenen Bibliotheken statt. Dem sollte Rechnung getragen werden. [...]

Wir beide würden uns freuen, wenn Sie den Vorschlägen Gehör schenken würden. Es ist eine Gelegenheit den Lehramtsanwärter*innen in ihrer ohnehin schon herausfordernden Prüfungssituation, zu der die Belastung durch die Corona-Epidemie noch hinzukommt, ein Signal der Unterstützung und Wertschätzung zuteilwerden zu lassen. Ein Entgegenkommen, das in kleinen praktikablen Schritten umsetzbar ist.

So fühlen sich angehende Lehrer*innen ernst genommen. So wirbt man für das Lehramt in Thüringen.

An einer detaillierten Auswertung arbeiten wir derzeit noch. Gerne kommen wir mit dem dann entstandenen Empfehlungskatalog für den Vorbereitungsdienst mit Ihnen ins Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen

Kathrin Vitzthum & Jana Bonn

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