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Was bringen PISA, TIMSS & Co.?

Ob das jahrelange teure Vermessen und Testen der deutschen SchülerInnen Verbesserungen für den Schulalltag gebracht hat, wird zunehmend bezweifelt. Das Kernproblem, die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft, besteht weiter.

17.11.2016

PISA, TIMSS und IQB-Ländervergleich: Die deutsche Schule sei in Ordnung, man sei "auf einem guten Weg". So oder so ähnlich werden die Kommentare der Kultusminister lauten, wenn in den nächsten Wochen die Ergebnisse der neuen Schultests veröffentlicht werden. Doch: Vorsicht ist geboten. Dass der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin extrem abhängig von der sozialen Herkunft ist, hat erst jüngst der nationale Bildungsbericht von Kultusministerkonferenz (KMK) und Bundesbildungsministerium erneut bestätigt.

Kinder mit Migrationshintergrund nutzen demnach seltener als andere Gleichaltrige Angebote der Kindertagesbetreuung. Weitaus weniger nehmen diese Mädchen und Jungen später auch Kita-Bildungsangebote wahr. Sie haben einen höheren Sprachförderbedarf und werden häufiger als andere bei der Einschulung zurückgestellt. Später ist die Wahl der weiterführenden Schulart von den elterlichen Bildungsabschlüssen abhängig. Das Gleiche gilt beim Hochschulzugang und später beim Übergang vom Bachelor- in das Masterstudium.

Die Aussagen von Kultusministern und der von ihnen beauftragten Schulforscher, die deutsche Bildung sei seit dem PISA-Schock von 2001 "chancengerechter" geworden, sind indes mit Vorsicht zu sehen. So wurden in den ersten deutschen PISA-Auswertungen alle drei Jahre die sozialwissenschaftlichen Kriterien für die Einordnung der Schichtzugehörigkeit der Elternhäuser verändert – was einen seriösen Langzeitvergleich erschwert.          

In PISA-kritischen Veröffentlichungen wird zudem darauf verwiesen, wie sich die soziale Zusammensetzung der deutschen SchülerInnenstichprobe seit 2003 von Mal zu Mal verändert habe: Ab 2006 fanden sich unter den jeweils per Zufallsauswahl getesteten SchülerInnen weitaus weniger Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern als noch bei früheren Untersuchungen. 

Der gesamte Artikel von Karl-Heinz Reith ist in der Novemberausgabe der "E&W" veröffentlicht.

 

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