GEW Thüringen
Sie sind hier:

[UPDATE] GEW Thüringen unterstützt Petition „Funktionsstelle des Fachleiters im Besoldungsgesetz (wieder) schaffen“ an den Thüringer Landtag

27.02.2018 - GEW Thüringen

Wir haben es geschafft! Genau 1539 Unterschriften mit Stand heute wurden im Rahmen der Online-Petition an den Thüringer Landtag "Funktionsstelle des Fachleiters im Besoldungsgesetz (wieder) schaffen" abgegeben. Nun muss es eine Anhörung vor dem zuständigen Ausschuss geben und die Landtagsabgeordneten werden sich mit der Problematik befassen. Und darum geht es:

 

Ende Januar hat die GEW Thüringen dazu aufgerufen, die Online-Petition an den Thüringer Landtag "Funktionsstelle des Fachleiters im Besoldungsgesetz (wieder) schaffen" zu unterzeichnen. In der Folge hat die Bildungsgewerkschaft intensiv und mehrfach auf ihren Kanälen (Internet, Social Media, Newsletter, E-Mails) die Petition bekannt gemacht, denn das Petitionsziel ist ein Grundanliegen der GEW Thüringen seit 2011. 

Das war der Wortlaut des Aufrufs zur Unterzeichnung vom 23.01.2018:

Die GEW Thüringen setzt sich weiterhin dafür ein, dass Fachleiter*innen eine angemessene Perspektive und Bezahlung erhalten und unterstützt die bis 27.02.2018 laufenden Petition "Funktionsstelle des Fachleiters im Besoldungsgesetz (wieder) schaffen" an  den Thüringer Landtag.

Mit Inkrafttreten der Änderung des Thüringer Besoldungsgesetzes (ThürBesG) zum 1.10.2011 hatte der Thüringer Landtag die Ämter (die Funktionsbewertung) als Fachleiter in der Ausbildung von Lehramtsanwärtern für die Lehrämter aller Schularten gestrichen. Die Aufgaben der Fachleiter am Studienseminar bestehen jedoch unvermindert fort, bleiben aber im Rahmen der Lehrerausbildung zur Zweiten Staatsprüfung seitdem ohne Aussicht auf angemessene Besoldung bzw. Vergütung.

Als Ersatz wurde im ThürBesG ab 1.10.2011 eine Zulage bestimmt, die nicht an regelmäßigen tariflichen Anpassungen teilnimmt und nur vorübergehend für die tatsächliche Betreuung von Lehramtsanwärtern gewährt wird. Wird beispielsweise in einem Ausbildungsjahr in einem konkreten Fach kein Lehramtsanwärter ausgebildet, erhält der dafür zuständige Fachleiter dann auch keine Zulage. Bisher konnte das Amt des Fachleiters im Wege der Beförderung dauerhaft übertragen werden und hatte so auch Auswirkungen auf die Leistungen im Ruhestand. Das ist seit 2011 völlig anders. Die Zulage in Höhe von 219,69 Euro Brutto kann nicht annähernd den finanziellen Unterschied zu den bisherigen Ämtern ausgleichen. Auch in der Lehrerausbildung wird also auf dem Rücken der Beschäftigten gespart.

Das hat jedoch verheerende Folgen für Thüringen. Der Bedarf an jungen Lehrern ist immens, und somit auch der Bedarf an Fachleitern, die diese Lehramtsanwärter ausbilden können. Dabei müssen Fachleiter eine aufwendige Qualifizierung durchlaufen, bevor sie in der Lehrerausbildung eingesetzt werden können. Der erhebliche fachliche wie organisatorische Aufwand schlägt sich seit 2011 jedoch nicht mehr in der Besoldung bzw. Vergütung nieder.

Die GEW Thüringen setzt sich deshalb dafür ein, dass Fachleiter eine angemessene Perspektive und Bezahlung erhalten. Unerlässlich ist hierbei, dass der übertragenen Funktion eines Fachleiters auch das entsprechende Amt folgt. Eine Trennung von Statusamt und Funktion ist unzulässig.

Bitte unterstützen Sie die Online-Petition „Funktionsstelle des Fachleiters im Besoldungsgesetz (wieder) schaffen“!

  • Welches Ziel hat die Petition?

„Die Fachleiter an den Thüringer Studienseminaren und Seminarschulen gewährleisten die Ausbildung von Lehramtsanwärtern in allen Schularten im Rahmen der zweiten Phase der Lehrerausbildung. Diese endet in Thüringen mit der zweiten Staatsprüfung. Ziel der Petition ist es, für diese verantwortungsvolle Aufgabe, die Funktionsstelle im Thüringer Besoldungsgesetz der Besoldungsgruppe, entsprechend der jeweiligen Schulart A 13/ A14 zu schaffen.“

  • Wie wird die Petition begründet?

„Thüringen benötigt in den kommenden Jahren in allen Schularten zunehmend mehr Neueinstellungen von Lehrkräften, um den Unterricht an den Schulen absichern zu können. Lehramtsanwärter, die dazu ausgebildet werden müssen, absolvieren im Rahmen der 2. Phase der Lehrerausbildung einen Vorbereitungsdienst von 12-24 Monate, entsprechend der jeweiligen Schulart. Die Fachleiter an Thüringer Studienseminaren und Seminarschulen gewährleisten dazu eine fachgerechte Ausbildung entsprechend der Thüringer Ausbildungsverordnung. Das Aufgabenprofil eines Fachleiters unterscheidet sich erheblich von dem einer Lehrkraft in der jeweiligen Schulart. Es beinhaltet neben der fachlich kompetenten Begleitung der Lehramtsanwärter in Pädagogik, allgemeiner und Fachdidaktik, Psychologie, die Unterrichtstätigkeit in Schule und Studienseminar, die Begleitung, Beratung und Betreuung der Lehramtsanwärter in Lehrproben, Prüfungen und Ausbildungsgesprächen.“

  • Was tut die GEW?

Die GEW Thüringen lässt die Zulässigkeit der Änderung des Thüringer Besoldungsgesetzes (ThürBesG) und deren Verfassungsmäßigkeit vor dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) rechtlich überprüfen. Die GEW Thüringen fordert auf diesem Wege eine amtsangemessene Besoldung/ Vergütung für die Fachleiter*innen in der Ausbildung von  Lehramtsanwärter*innen. Eine Terminierung beim BVerfG steht noch aus. Der Klageweg ist lang und erfordert Geduld.

Bis zu einer Entscheidung bringt sich die GEW Thüringen auch weiterhin mit Forderungen und konkreten Stellungnahmen im Gesetzgebungsverfahren zur Änderung des ThürBesG auch für eine bessere Besoldung / Vergütung der Fachleiter*innen ein.

Zurück