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Unterstützer der Woche: Thomas Rauschenbach

"Erzieherinnen sollen heute Bildungsprozesse anregen und dokumentieren, kindliche Entwicklungsverläufe beobachten und bei Schwierigkeiten unterstützen, die herkunftsabhängigen Unterschiede in den ersten Lebensjahren ausgleichen und auf Augenhöhe mit Eltern kommunizieren." Unterstützer der Woche, Direktor des Deutschen Jugendinstituts Prof. Thomas Rauschenbach, macht deutlich, wie anspruchsvoll der ErzieherInnen-Beruf geworden ist.

30.03.2015 - Prof. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts München

"Dass die Ausbildung zur Erzieherin seit Jahrzehnten auf der gleichen Stufe des Ausbildungssystems verharrt, liegt sicherlich auch daran, dass es sich um einen (beinahe) reinen Frauenberuf handelt. Und wahrscheinlich spukt noch die Mutmaßung herum "Das kann doch jede". Aber das stimmt nicht. Erzieherinnen sollen heute Bildungsprozesse anregen und dokumentieren, kindliche Entwicklungsverläufe beobachten und bei Schwierigkeiten unterstützen, die herkunftsabhängigen Unterschiede in den ersten Lebensjahren ausgleichen und auf Augenhöhe mit Eltern kommunizieren. Nötig sind dafür Kompetenzen der Diagnose, der Gestaltung altersgerechten Lernens sowie Fähigkeiten zur wirkungsvollen Intervention; nötig ist Dialoggestaltung auch mit schwierigeren Klienten sowie ein gekonnter Umgang mit institutionellen Rahmenbedingungen. Nur so kann "frühe Bildung" gelingen. Deshalb spricht einiges dafür, den Status der Erzieherinnen zu verändern. Individuell, indem sich einzelne Beschäftigte zusätzlich akademisch qualifizieren; institutionell, indem die Ausbildungen der Erzieherinnen allmählich an das Hochschulsystem herangeführt werden. Und finanziell, indem Tarifverträge stärker anerkennen, dass Erzieherinnen längst zu wichtigen Bildungsfachkräften geworden sind."

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