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UN-Zwischenbilanz zur weltweiten Geschlechtergleichstellung

Die Zwischenbilanz zur weltweiten Geschlechtergleichstellung, einem Ziel der Agenda 2030 zur nachhaltigen Entwicklung, zeigt: Der Weg ist noch weit. UN Women fordert eine wirksame Überwachung der Fortschritte für Frauen und Mädchen.

16.02.2018

19 Prozent aller Frauen und Mädchen weltweit haben im vergangenen Jahr körperliche oder sexualisierte Gewalt von ihrem Partner erfahren. Dennoch gibt es in 49 Ländern noch nicht einmal Gesetze, die diese Form der Gewalt unter Strafe stellen. Weltweit sind zudem 750 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Mindestens 200 Millionen Frauen leben mit einer Genitalverstümmelung. 15 Millionen Mädchen im Grundschulalter werden nie die Chance erhalten, lesen oder schreiben zu lernen; das sind 50 Prozent mehr als bei gleichaltrigen Jungen. Diese Zahlen gehen aus der Zwischenbilanz zur weltweiten Geschlechtergleichstellung mit dem Titel „Den Versprechen Taten folgen lassen: Gleichstellung der Geschlechter in der Agenda 2030“ hervor, den UN Women und das Bundesentwicklungsministerium am Donnerstag in Berlin vorstellten.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte, der Bericht sei „Appell an uns alle: Wir müssen den Versprechen endlich Taten folgen lassen und Mädchen und Frauen zu ihrem Recht verhelfen! Der Bericht belegt leider allzu deutlich, wie weit der Weg noch ist.“ Am 25. September 2015 hatten die Staats- und Regierungschefs und -chefinnen im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDGs) verabschiedet. Ein Schwerpunkt der Agenda ist das Ziel, eine Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen.

UN Women fordert im aktuellen Zwischenbericht, zur wirksamen Überwachung der Fortschritte für Frauen und Mädchen innerhalb aller Ziele und Zielvorgaben die geschlechtsdifferenzierten Daten, Statistiken und Analysen zu verbessern. Geschlechtergerechte Investitionen und Programme müssten priorisiert werden, um Maßnahmen mit den Grundsätzen, Werten und Zielsetzungen der Agenda 2030 in Einklang zu bringen. Darüber hinaus sollte die Rechenschaftslegung durch geschlechtergerechte Prozesse und Institutionen gestärkt werden.

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