GEW Thüringen
Du bist hier:

Tarifverhandlungen TVöD: Bericht und Bilder vom Warnstreik in Erfurt

22.04.2016 - Michael Kummer

Am heutigen Freitag, den 22.04.2016, versammelten sich rund 500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus ganz Thüringen in Erfurt auf dem Willy-Brand-Platz und machten auf ihre Forderungen in der aktuellen Tarifauseinandersetzung aufmerksam. Angesichts von Rekordsteuereinnahmen sei es an der Zeit, einen Teil dieser Einnahmen auch an diejenigen weiterzureichen, die den reibungslosen Ablauf der öffentlichen Aufgaben garantieren: an die Beschäftigten! 

Im Anschluss an die Kundgebung vor dem Hauptbahnhof zogen die Warnstreikenden durch die Erfurter Innenstadt zum Rathaus auf dem Fischmarkt. Vor dem Amtssitz des Erfurter Oberbürgermeisters sprach auch Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen, und bekräftigte nochmals die Forderungen 

  • einer Entgelterhöhung um sechs Prozent,
  • 100 Euro mehr für Azubis und Praktikant*innen,
  • den Ausschluss sachgrundloser Befristungen.

 

Hintergrund:

Seit dem 21. März 2016 verhandeln die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes mit dem Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über eine Entgelterhöhung für die Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes (TVöD Bund und Kommunen). 

Mit einem „Angebot“ der Arbeitgeber endete die zweite Verhandlungsrunde für die über zwei Millionen Arbeitnehmer*innen von Bund und Kommunen: Zum 1. Juni 2016 soll es ein Prozent mehr Gehalt geben, zum 1. Juni des kommenden Jahres noch mal zwei Prozent. Die Arbeitgeber haben das gegenüber der Presse als Angebot von drei Prozent verkaufen wollen. Doch auf das ganze Jahr gerechnet bleiben in 2016 nur 7/12 von einem Prozent, also knapp 0,6 Prozent, und im nächsten Jahr nur 7/12 von zwei Prozent, also rund 1,2 Prozent.

Hinzu kommt gegebenenfalls eine schrittweise Erhöhung des Arbeitnehmerbeitrags zur Zusatzversorgung, mangelnde Einsicht beim Thema "Befristung" sowie wenig Entgegenkommen bei den geforderten Verbesserungen für Auszubildende und Praktikant*innen.

Zurück