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Tarifrunde TVöD 2020 Tarifrunde trotz Corona?

Die Coronapandemie hat auch Auswirkungen auf die anstehende Tarifrunde für den öffentlichen Dienst Bund und Kommunen. Wie es jetzt weiter geht.

08.06.2020

Vor dem Hintergrund der Coronapandemie kann die GEW eine mögliche Verschiebung der im Herbst 2020 turnusmäßig anstehenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst Bund und Kommunen (TVöD) nicht ausschließen. Die Möglichkeiten, den Arbeitgebern mit Aktionen und Warnstreiks Druck zu machen, werden im Herbst noch begrenzt sein. Eine Verschiebung sei für die GEW aber „nur akzeptabel, wenn die Arbeitgeber für diesen Zeitraum eine angemessene Kompensation anbieten und auslaufende Regelungen (z.B. zur Altersteilzeit) verlängern“, hieß es nach Beratungen der Tarifkommission Bund und Kommunen.

„Mit Klatschen allein ist es nicht getan, die Gehälter müssen steigen und zwar dauerhaft.“ (Daniel Merbitz)

Klar ist: „Gerade jetzt braucht es ein deutliches Signal der Anerkennung für die Leistungen der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes.“ Die vergangenen Monate hätten gezeigt, wie unverzichtbar der gesamte öffentliche Dienst sei. „Mit Klatschen allein ist es nicht getan, die Gehälter müssen steigen und zwar dauerhaft“, sagte Daniel Merbitz, im Geschäftsführenden Vorstand der GEW für Tarifpolitik zuständig. Auch die weitere Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe bleibt ein wichtiges Ziel.

 

Aktueller Fahrplan

Die Ergebnisse der GEW-Diskussion waren auch Teil der Beratungen der ver.di-Bundestarifkommission öffentlicher Dienst am 3. Juni 2020. Im Ergebnis wurde die Verhandlungsführung von ver.di beauftragt, mit den Arbeitgebern aus Bund und Kommunen am 16. Juni Sondierungsgespräche darüber zu führen, ob die Tarifrunde wie geplant im Herbst durchgeführt werden solle oder wie eine Verschiebung ohne Lohnverzicht für die Beschäftigten gestaltet werden könne. Am 18. Juni werden die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes auf dieser Grundlage entscheiden, ob die Entgelttabellen zum 31. August gekündigt werden, um im Herbst streikfähig zu sein. 

In der Tarifrunde 2018 war ein Tarifabschluss mit einer ungewöhnlich langen Laufzeit erzielt worden. Die früheste Kündigungsmöglichkeit der Entgelttabellen ist der 31. August 2020. Unter normalen Bedingungen würden die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst jetzt bereits Forderungen diskutieren und Warnstreiks vorbereiten.

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