GEW Thüringen
Du bist hier:

Praxis-Tipps: Geschlechtersensibilität und sexuelle Vielfalt

Die Möglichkeiten Geschlechter, Lebens- und Liebensweisen in der Schule oder Jugendarbeit zu berücksichtigen sind vielfältig. Zum einen kann das explizit geschehen, in dem Unterrichtsmaterialien verwendet werden, in denen auch LSBTI vorkommen, oder indem das Thema in Themen wie Vielfalt, Vorurteile und Ausgrenzung oder Liebe und Partnerschaft eingebettet wird.

01.06.2015 - Marcus Felix (Landesausschuss Diversity) (Beitrag erschien in der tz Juni 2015)

Die Berliner Bildungsinitiative „Queerformat"  (http://www.queerformat.de) ermittelte in einer Befragung, was Schüler_innen mit LSBTI-Lebensweisen sich von Lehrkräften wünschen:
  • Sensibilität dafür, Beschimpfungen und Diskriminierungen zu erkennen.
  • Den Mut, bei Beschimpfungen einzugreifen, etwa mit der Äußerung: „Das ist diskriminierend und hier nicht gewollt bzw. von mir nicht geduldet.“
  • Das Signal, dass sie unterstützt werden, durch Sätze wie: „Ich habe gesehen, was passiert ist und finde das nicht gut.“ „Ich bin auf deiner Seite, es ist okay, wie und wer du bist, ich bin ansprechbar und ich unterstütze dich.“
  • Die Thematisierung von LSBTI-Lebensweisen im Unterricht.
  • Dass sich gerade heterosexuelle Lehrkräfte und Personen einsetzen und positionieren, z.B. „Ich lebe heterosexuell und ich setze mich für Menschen mit LSBTI-Lebensweisen ein.“
  • Dass Lehrkräfte, die mit Menschen mit LSBTI-Lebensweisen befreundet sind, davon erzählen.
  • Klare Äußerungen der Schulleitung gegen Diskriminierung von LSBTI-Lebensweisen.
 Folgende Bildungsserver stellen verschiedene Methoden zum Thema Vielfalt bereit:     Weitere Links zu Materialien:  Bilderbücher für Kinder:
  • Haan, Linda De; Nijland, Stern: König und König (2001)
  • Janosch: Mutter sag, wer macht die Kinder? (2010)
  • Kuhl, Anne; Maxeiner Alexandra: Alles Famile! Vom Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten (2011)
  • Lobe, Mira: Das kleine Ich bin Ich (1972)
  • Schreiber­Wicke, Edith; Holland, Carola: Zwei Papas für Tango (2006)
  • Willhoite, Michael: Papas Freund (1994)
 Jugendbücher:
  • Funke, Cornelia: Die wilden Hühner und die Liebe (2003)
  • Bauer, Marion Dane (Hg.): Am I Blue? : 14 Stories von der anderen Liebe (1996)
  • Boyne, John: Das späte Geständnis des Tristan Sadler (2012.)
  • Cazemir, Caja: Verliebtsein ist eine Katastrophe (2004)
  • Dijk, Lutz van: Verdammt starke Liebe. Die wahre Geschichte von Stefan K. und Willi G. (2015)
  • Fessel, Karen­Susan: Steingesicht (2001)
  • Fox, John: Die Jungs auf der Klippe (1997)
  • Frey, Jana: Ich nenn es Liebe (1997)
  • Meumann, Sabine: Das Mädchen Franz (2003)
  • Vendel, Edward Van De: Spring, wenn du dich traust (2001)
 Auch externe Initiativen können an die Schule eingeladen werden, z.B. das Jenaer Aufklärungsprojekt miteinanders: http://www.miteinanders-jena.de. Lehrkräfte können auch aktiv werden, indem sie ihre Schule gegen Homo- und Transphobie durch die Initiative „Schule der Vielfalt“ auszeichnen lassen: http://www.schule-der-vielfalt.de. Weitere Infos findest du unter http://www.gew-thueringen.de/Landesausschuss_Diversity.html.

GLOSSAR

LSBTI ist die Abkürzung für Lesben, Schwule, bisexuelle, transidente und intergeschlechtliche Menschen. Die englische Bezeichnung ist dementsprechend LGBTI.

Transgeschlechtlich oder transident bezeichnen sich Personen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht überein stimmt. Manchmal wird der Begriff Trans* verwendet. Der Stern soll hierbei der Vielfalt der Identitätskonzepte gerecht werden.

Intergeschlechtlich oder inter* sind Menschen, die häufig uneindeutige primäre Geschlechtsmerkmale aufweisen. Sie leiden darunter, wenn sie ohne Einwilligung bereits kurz nach der Geburt „vereindeutigt“ werden, da hier noch nicht klar ist, welche Geschlechtsidentität die Person entwickeln wird. Zudem sind die Operationen oft mit Traumata, Folgeschmerzen und der Desensibilisierung der betroffenen Körperregionen verbunden.

Queer bezeichnen sich Menschen, die sich nicht in Schubladen einsortieren lassen wollen oder können. Queer schließt hierbei alle Identitätskonzepte mit ein.

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Begrifflichkeiten ist hier zu finden: http://www.queerhistory.de/sites/default/files/download/qhm-glossar-15102013_2.pdf

Zurück