GEW Thüringen
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Offener Brief der Beschäftigten an der Europaschule Erfurt

„Wir, die Mitglieder der GEW aus dem Bereich Hort, machen uns Sorgen um unsere Zukunft. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam beraten und bitten in Vorbereitung der kommenden Tarifverhandlung um aktive Unterstützung.

20.02.2017 - Die Mitglieder der GEW aus dem Bereich Hort der Europaschule Erfurt“

Wir Erzieher*innen sind aktiv am Ausbau der Ganztagsschulen beteiligt. Mit einer hohen Einsatzbereitschaft und Liebe zum Beruf arbeiten wir täglich mit den Kindern. Trotz der hohen und steigenden Schüler*innenzahl in den Klassen gewährleisten wir eine gute bis sehr gute Qualität. Wir
werden dem Arbeitsmarkt gerecht und decken Frühdienst, Spätdienst und die Ferienzeiten ab. Wir bieten Angebote im kreativen, musischen, sportlichen und geistigen Bereich für die Kinder. Durch Zweitbesetzung im Unterricht sind wir eine aktive Stütze der Lehrer*innen. Durch die steigende Kinderzahl sind wir erheblich belastet durch Lärm. Dies bringt auch entsprechende Schädigung am Gehör mit sich. Die Räumlichkeiten sind teilweise recht beengt. Zusätzliche psychische Mehrbelastung spüren wir durch mehr Kinder bei Erzieherausfall.

Doch wie wird unsere Arbeit anerkannt?

Wir arbeiten im Sozial- und Erziehungsdienst. Durch die geringe Stundenzahl und die entsprechend überholten Tariftabellen verfügen wir über ein Einkommen, welches uns selbst auf eine niedrige soziale Stufe stellt. Dies äußert sich bis hin zur Rente. Die betriebliche Altersvorsorge, welches ein Pflichtbeitrag ist, sollte dringend reformiert werden. Für die negative wirtschaftliche Arbeit bei der VBL kann nicht der Arbeitnehmer finanziell belastet werden.

Oder soll soziale Arbeit mit sozialem Abstieg belohnt werden?
Nicht jede/r konnte nach der Wiedervereinigung seinen Beruf durchgängig als Erzieher*in ausüben. Werden diese Erzieher*innen deshalb weiter bestraft, indem sie die bisher geleisteten Dienstjahre als
Erzieher*innen nicht mit bei der Einstufung angerechnet bekommen?

Wie sieht die Zukunft für uns Erzieher*innen in den Ganztagsschulen aus?

Immer mehr Menschen gehen einer Vollbeschäftigung nach, welches sich auch für die persönliche Rente auszahlt. Sollen wir für eine noch geringere Stundenzahl arbeiten gehen und in das soziale Abseits fallen? Spricht das für den Öffentlichen Dienst? Sollen wir so dem Bildungs- und Erziehungszielen gerecht werden? Sind dafür nicht ausschließlich
Fachkräfte notwendig?

Wir sehen das anders!

Aus diesem Grund fordern wir von unserem Arbeitgeber, dem Land Thüringen:

  1.  Eine wöchentliche Stundenzahl von mindestens 32 Wochenstunden
  2. Finanzielle Anerkennung der Sozial- und Erziehungsdienste an das Westniveau und in den öffentlichen Kitas
  3. Fachlich qualifizierte Kräfte
  4. Eine Überarbeitung der Betrieblichen Altersvorsorge
  5. Die Überarbeitung der Tariftabellen
  6. Beachtung der gesundheitlichen Aspekte, u. a. Schwerhörigkeit als Berufserkrankung
  7. Anerkennung aller geleisteten Berufsjahre im pädagogischen Bereich.
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