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OECD-Studie: Grundschullehrerinnen verdienen mehr!

Die heute vorgestellte OECD-Studie macht vor allem eines deutlich: Zu viele junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren haben keine Berufsausbildung. Aber auch das Gehalt von Grundschullehrerinnen spielt in der Studie eine große Rolle.

15.09.2016

In Deutschland gehen laut OECD-Studie überdurchschnittlich viele Jugendliche zur Schule, sind in Ausbildung oder haben einen Job. Trotzdem hätten zwei Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren keine Berufsausbildung, moniert die GEW.

Der Anteil junger Menschen ohne qualifizierten Abschluss ist in Deutschland nach Angaben der am Donnerstag veröffentlichten Studie "Bildung auf einen Blick" zwar einer der niedrigsten in den OECD-Ländern. Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe kritisiert jedoch: Bildungserfolg und soziale Herkunft hingen in Deutschland weiter so eng zusammen wie in kaum einem anderen Staat. Um das zu ändern, bräuchten die Schulen mehr personelle und materielle Ressourcen. Es sei ein gesellschaftlicher Skandal, dass 270.000 junge Menschen im sogenannten Übergangssystem zwischen Schule und Beruf steckten.

Die GEW macht sich zudem dafür stark, dass Grundschullehrkräfte besser bezahlt werden. Der Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zeigt laut Tepe, dass Grundschullehrkräfte nicht nur in Deutschland schlechter als andere Lehrkräfte bezahlt würden, sondern auch im internationalen Vergleich hinterher hinkten. In einem Beruf, in dem fast zu 90 Prozent Frauen arbeiten, sei dies eine mittelbare Diskriminierung von Frauen.

Die GEW-Vorsitzende mahnte Bund und Länder, ihre Ausgaben für Bildung zu steigern. Im internationalen Vergleich liege Deutschland 0,6 Prozentpunkte unter dem OECD-Durchschnitt von 4,8 Prozent des BIP der öffentlichen Ausgaben für Bildungseinrichtungen.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack forderte mit Blick auf die OECD-Studie: "Wir müssen mehr für die Qualität der frühkindlichen Bildung leisten und gleichzeitig die Kita-Gebühren abschaffen. Hierfür brauchen wir ein bundesweites Kita-Qualitätsgesetz." In kaum einem anderen OECD-Land würden Eltern so stark für den Besuch einer Kindertagesstätte zur Kasse gebeten wie in Deutschland.

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