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Neues aus der AGAL

Die GEW-Arbeitsgruppe AuslandslehrerInnen (AGAL) traf sich Mitte Februar in Berlin – nebenan fand die Berlinale statt – um sich mit den neuen Entwicklungen des Auslandsschulwesens zu befassen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Vorbereitung der nächsten AGAL-Tagung im November 2014.

21.02.2014 - Wolfgang Reinert

Foto: M. Brinkmann

Die AGAL ist das gewerkschaftliche Gremium der GEW für den Auslandsschuldienst und berät und unterstützt den Hauptvorstand bei der Betreuung von rund 600 GEW-Mitgliedern, die an Schulen im Ausland unterrichten. Am 14. und 15. Februar 2014 trafen sich 22 Vertreter der AGAL zu ihrer halbjährlich stattfindenden Sitzung in Berlin, um über aktuelle Entwicklungen im Auslandsschulwesen und die AGAL-Jahresplanung 2014 zu sprechen. Zunächst aber berichtete Nils Kammradt, der Leiter des Parlamentarischen Verbindungsbüros der GEW in Berlin, über Neuigkeiten aus der Bundespolitik. Er kritisierte, dass der zwischen CDU/CSU und SPD vereinbarte Koalitionsvertrag „bildungspolitischen Stillstand“ beinhaltet und deshalb als „inhaltlich enttäuschend“ bezeichnet werden muss. Der Versorgungszuschlag für Auslandslehrkräfte ist nach wie vor nur geklärt für ADLK und BPLK, aber nicht für OLK. Nils Kammradt informierte außerdem über das Inkrafttreten des Auslandsschulgesetzes am 1. Januar 2014, zu dem es jetzt auch eine „Verwaltungsvereinbarung“ zwischen Bund und Ländern gibt, die nähere Einzelheiten regelt.

Leiden an Leitung

Unter dem Motto „Leiden an Leitung“ wird vom 14. bis 18. November die nächste AGAL-Fachtagung für RückkehrerInnen stattfinden. Mit diesem Tagungsthema wollen wir nicht nur vielfältige Erfahrungen von Lehrkräften aufnehmen, die immer wieder unter wenig kompetenten Schulleitungen leiden, sondern auch Erfahrungen dieser Lei-tungspersonen selbst, die es ja in ihrer Position zwischen Kollegium, Schulvereinsvor-stand und Bundesverwaltungsamt auch nicht gerade einfach haben. Zu beachten ist auch, dass in Zukunft immer mehr ADLK auch Leitungsfunktionen werden übernehmen müssen. Erwartet werden interessante und zugkräftige ReferentInnen, so haben wir z. B. Frau Prof. Mägdefrau von der Universität Passau eingeladen, die neue Erkenntnisse aus ihrer Studie über „Gelingensbedingungen des Auslandsschuleinsatzes“ vorstellen kann. Darüber hinaus berichten natürlich auch direkt Betroffene über ihre Erfahrungen.

Inhaltliche Schwerpunktthemen werden darüber hinaus in der Genderproblematik liegen, sowie in der Schulleiterqualifizierung und der Frage der Konfliktmoderation. Des Weiteren werden – wie immer bei den AGAL-Tagungen – die zurückgekehrten Auslandslehrkräfte von ihrem zurückliegenden Einsatz berichten, und es wird eine Reihe von Arbeitsgruppen geben, in denen das Tagungsthema anhand einzelner Aspekte vertieft wird: Leitungsmissgeschicke, Bedingungen für erfolgreiche Leitung, Mitausreisende, Leiden der Fachberater und Programmlehrer, Leiden in Folge der Reformen – Auslandsschulgesetz sowie Geschichte des Auslandsschulwesens.

GEW-Informationsveranstaltungen zum Auslandsschuldienst

Für den im Juni anstehenden Weltkongress der Deutschen Auslandsschulen, der alle vier Jahre vom Weltverband der Deutschen Auslandsschulen (WDA), ZfA und Auswärtigem Amt veranstaltet wird, werden wir unsere Position zu allen wichtigen Fragen mit einbringen – ein entsprechendes Positionspapier haben wir auf der AGAL-Sitzung diskutiert, es wird vom AGAL-Vorstand überarbeitet und dann veröffentlicht. In den Landesverbänden führen die AGAL-Vertreter regelmäßig Informationsveranstaltungen für alle am Auslandsschuldienst interessierten Lehrkräfte durch. Diese stoßen in der Regel auf lebhaften Zuspruch. Angesichts der Tatsache, dass ADLK-Stellen abgebaut werden, beobachten wir z. B. die Tendenz, dass zunehmend mehr Lehrkräfte sich auch für OLK-Stellen interessieren, die wiederum von einzelnen Schulen durchaus lukrativ entlohnt werden. Unbefriedigend bleibt die Situation, dass einzelne Bundesländer für OLK die Versorgungszuschläge mit übernehmen (z. B. Hamburg), andere nicht (z. B. Bayern).

Besondere Aufmerksamkeit fand der Bericht unseres GEW-Juristen Volker Busch. Darin ging es um die Beobachtung eines Prozesses in der Türkei, wo Lehrkräfte, die gegen ein pädagogisch völlig unsinniges Gesetz der Erdogan-Regierung protestiert hat-ten, zum Teil zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden sollen. Manfred Brinkmann, Referent des GEW-Hauptvorstandes für den Bereich Internationales, wies auf die im Mai und Juni stattfindenden Aktionswochen der Globalen Bildungskampagne zum Thema ‚Inklusive Bildung für Menschen mit Behinderungen hin, die in zahlreichen Ländern stattfinden werden.

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