GEW Thüringen
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Neueinstellungen von Lehrer*innen unzureichend und zu zaghafter Aufbau der Vertretungsreserve

Trotz 500 Neueinstellungen von Lehrer*innen im Jahr 2015, so viel wie noch nie seit 1991, kritisiert die GEW Thüringen diese Zahl als zu wenig. Bereits im September 2014 forderte Thüringens Bildungsgewerkschaft von der neuen Landesregierung die Neueinstellung von mindestens 800 Lehrer*innen sowie sonderpädagogischen Fachkräften pro Jahr.

27.08.2015 - GEW Thüringen

Der drastische Generationenübergang an den Schulen und eine inklusive Bildung in allen Schularten ist nur mit einer solchen Anzahl zu bewältigen. Dazu kommt, dass für die wachsende Zahl an Flüchtlingskindern zu wenig Stellen von DaZ-Lehrer*innen geschaffen wurden.

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport berichtete, dass unterm Strich in diesem Jahr mehr Lehrer*innen in den Unterricht gebracht werden. Die GEW Thüringen warnt jedoch vor der in den nächsten Jahren anrückenden Welle an Kolleg*innen, die in den Ruhestand gehen, ob aus der aktiven Tätigkeit heraus oder aus der passiven Phase der Altersteilzeit. Eine Neueinstellung von nur 500 Lehrer*innen ist damit viel zu wenig, um das auffangen zu können, auch vor dem Hintergrund der nicht weiter gestiegenen Anzahl an Lehramtsanwärter*innen.

Zugleich verläuft der Aufbau einer wirksamen Vertretungsreserve nur schleppend. Dazu die Landesvorsitzende der GEW Thüringen, Kathrin Vitzthum: „Die Vertretungsreserve von 100 Stellen ist ein magerer und zu später Anfang. Zur Reduzierung des Unterrichtsausfalls muss eine Personalreserve von mindestens 300 Vollzeitstellen vorgehalten werden, so wie das andere Bundesländer schon lange praktizieren.“

Es ist problematisch, wenn diese Stellen nicht zusätzlich geschaffen werden: „Das ist zwar besser als nichts, aber noch besser wäre die Anwendung der Ergebnisse des bereits ausgehandelten Personalentwicklungskonzepts gewesen.“, so Kathrin Vitzthum. In diesem war zwischen dem Ministerium und der GEW Thüringen im Jahre 2013 vereinbart worden, dass die Lehrer*innen, die für den Vertretungspool zur Verfügung stehen, von Beginn an unbefristet eingestellt werden. Der Einsatz im Vertretungspool sollte jedoch nicht länger als zwei Jahre dauern, danach eine feste Einsatzschule gefunden werden.

Wie bereits in den vergangenen Monaten erneuert die GEW Thüringen ihr Angebot an die Ministerien Bildung, Jugend und Sport und Finanzen zu Gesprächen über mögliche Umsetzungsstrategien. Eine aufgabenadäquate Personalausstattung sorgt für gute Arbeitsbedingungen der Kolleg*innen an den Schulen und damit für eine gute Schule, von der dann die Kinder und Jugendlichen profitieren. 

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