GEW Thüringen
Sie sind hier:

Kraftvoll nicht trotz, sondern dank einer Krise!

Als Landessenior*innenvorsitzende konnte ich über den Bundessenior*innenausschuss der GEW (BSA) am 11. Deutschen Senior*innentag in Frankfurt/M. teilnehmen. Fünf weitere Thüringer Kolleg*innen waren ebenfalls delegiert.

04.09.2015 - Gabriele Matysik

Die Themenvielfalt im Congress Center war groß, die Messe „SenNova“ beeindruckend. Wer die Wahl hatte, hatte eben auch die Qual.

Das Wort „Resilienz“, vorher kaum davon gehört, hat mich nachdenklich und neugierig gemacht. Also ab zum Vortrag, hier nun mein Bericht darüber: Im Bereich der positiven Psychologie wird Resilienz (= psychische Widerstandsfähigkeit) seit einigen Jahren intensiv erforscht. Wissenschaftliche Studien konnten wirksame Faktoren identifizieren, die Menschen widerstandsfähiger gegen Krisen machen. In ihrem Zusammenwirken ergaben die folgenden sieben Schlüssel einen resilienten Menschen:

  1. Akzeptanz: Nehmen Sie an, was geschieht. Es ist, wie es ist.
  2. Optimismus: Vertrauen Sie darauf, dass es wieder besser wird, und zwar gerade auch dann, wenn es schwierig ist. Don’t worry, be happy.
  3. Selbstwirksamkeit: Achten Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse. … für sich und gehen Sie ihren Weg.
  4. Verantwortung: Verlassen Sie die Opferrolle, übernehmen Sie Verantwortung für sich selbst und respektieren Sie Ihre (Leistungs-)Grenzen.
  5. Netzwerkorientierung: Trauen Sie sich, andere um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen.
  6. Lösungsorientierung: Gehen Sie die Dinge an, werden Sie aktiv. Entscheiden Sie, was Ihnen wichtig ist. Realisieren Sie Ihre Lebenswünsche.
  7. Zukunftsorientierung: Planen Sie Ihr Leben und sorgen Sie für die Realisierung Ihrer Ziele.

Jedem Resilienzschlüssel kann man gezielt trainieren. Für mich habe ich entdecken können, dass manches davon bereits unbewusst abläuft und nur wenige dieser Dinge bewusst von mir gelebt werden. Als Neu-Oma eines fünf Monate alten Babys war mein Optimismus etwas untergegangen: der Haushalt blieb liegen, die GEW wollte Engagement von mir, der Förderverein einen Termin, davor einen Auftritt, usw. Ich bemerkte an mir leichte Tendenzen einer Opferrolle, aber das wollte ich nicht weiter zulassen! Ich begann, mir die positiven Momente bewusst zu machen: eine gute Tasse Kaffee, ein angenehmes Gespräch, ein kühler Morgen.

Einen Tipp fand ich besonders wirksam: sollte ich mal nichts zu lachen haben, nehme ich einfach einen Bleistift und beiße darauf! Da dieselben Muskelgruppen wie beim Lachen aktiviert werden, und der Körper beim Lachen Endorphine, also Glückshormone, ausschüttet, hilft auch das.Also, bitte lächeln (oder ggf. einen Bleistift bereit halten) und dabei heraus finden, wie resilient Ihr seid.

Eure bald resiliente Gabriele Matysik

Zurück