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Koordinationsrat der Muslime: Druck zur Anpassung steigt

Intoleranz und Menschenfeindlichkeit haben nach Ansicht vom Zekeriya Altuğ vom Koordinationsrat der Muslime in Deutschland zugenommen. Er fordert in der "E&W" mehr "Rücksicht auf die Grundwerte der jeweils anderen".

07.11.2016

Zekeriya Altuğ vom Koordinationsrat der Muslime beobachtet einen stärker werdenden Druck zur Anpassung auf neu Zugewanderte in Deutschland. "Viele wollen, dass Migranten und Flüchtlinge sich am besten von der Mehrheitsgesellschaft gar nicht mehr unterscheiden. Passiert das nicht, dann heißt es: 'Geh’ dorthin zurück, wo du herkommst!'", sagte Altuğ im Interview mit der "E&W". "Aber jeder muss Rücksicht auf die Grundwerte der jeweils anderen nehmen."

Intoleranz und Menschenfeindlichkeit hätten derweil stark zugenommen. "Das macht mir Sorgen, vor allem, weil auch Teile der etablierten Parteien die Ablehnung gegenüber den Flüchtlingen rhetorisch für Populismus nutzen, die sie als Wertedebatte verschleiern." Die Botschaft sei, "wer sich nicht an unsere Moralvorstellungen hält, muss gehen". Im Kern laufe das auf die alte Forderung hinaus: "Ausländer raus!"

Ungeachtet dessen bewertete Altuğ die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung grundsätzlich positiv: "Unsere Gesellschaft hat die Herausforderungen durch die neu Zugewanderten gut gemeistert. Ich teile die Ansicht der Merkel-Kritiker und Pessimisten nicht, die behaupten: Wir können es gar nicht bewältigen. Wir haben bereits viel geschafft."

Das vollständige Interview von Katja Irle ist in der Novemberausgabe der "E&W" abgedruckt.

 

 

 

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