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Kita-Register und Corona-Kita-Rat starten"Es ist richtig, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen"

Die GEW unterstützt die Bemühungen, die Rolle von Kitas und Kindern in der Corona-Pandemie verstärkt zu untersuchen und kündigte an, konstruktiv in dem Corona-Kita-Rat mitzuarbeiten.

10.08.2020

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt den Vorstoß von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) vom Montag, einen Corona-Kita-Rat zum 31. August ins Leben zu rufen, sowie den Plan, ein Investitionsprogramm von zusätzlich einer Milliarde Euro bereitzustellen.

GEW will sich konstruktiv einbringen

In dem Gremium sollen sich Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, Gewerkschaften, Eltern und Kindertagespflege einmal im Monat über Erfahrungen und Konzepte in den Kitas austauschen. „Es ist gut und richtig, in dieser außergewöhnlichen Situation alle an Kita Beteiligten an einen Tisch zu holen“, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Montag mit Blick auf die Pressekonferenz der Familienministerin. Sie kündigte an, dass die GEW gerne und konstruktiv in dem Corona-Kita-Rat mitarbeiten und beschlossene Maßnahmen unterstützen werde.

Tepe begrüßte zudem, dass das zusätzliche Investitionsprogramm für Hygienemaßnahmen den Trägern und Kommunen eine breite Nutzung ermögliche: vom Ausbau von Lüftungsmöglichkeiten bis zur digitalen Ausstattung, um bei einer möglichen Schließung der Kita alle Kinder und Eltern zu erreichen. Zudem sollen Ausbauprogramme, die bereits in der Schublade liegen, finanziert werden können.

„Kinder brauchen gerade in dieser schwierigen Zeit viel Unterstützung.“ (Marlis Tepe)

An diesem Dienstag soll zudem ein bundesweites Kita-Register online gehen. Kitas und Tagesmütter sollen auf der Internetplattform regelmäßig unter anderem Informationen zum Infektionsgeschehen und den Kapazitäten in ihrer Einrichtung eintragen können. „Wir hoffen auf eine hohe Beteiligung, die uns einen guten Überblick über die bundesweite Situation in der Kindertagesbetreuung verschafft“, sagte der Direktor des Deutschen Jugendinstituts, Thomas Rauschenbach.

Die GEW-Vorsitzende bat alle Kolleginnen und Kollegen in den Kitas, sich zu beteiligen, „auch wenn die Studie sicher erstmal ein wenig Arbeit macht“. Um endlich valide Daten zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder, Familien und Beschäftigte zu erhalten, sei eine hohe Beteiligung notwendig. Eine Pädagogik unter Pandemiebedingungen, so Tepe, werde mindestens in den nächsten Monaten die Regel sein: „Kinder brauchen gerade in dieser schwierigen Zeit viel Unterstützung. Dafür müssen wir wissen, wie wir sie zielgerichtet begleiten können!“

Register ist wichtige Säule der Großstudie

Mit dem Kita-Register soll die seit der stufenweisen Wiederöffnung der Kitas laufende Corona-Kita-Studie unterstützt werden. Diese Großstudie wird vom Familien- und Gesundheitsministerium finanziert und vom Deutschen Jugendinstitut (dji) und dem Robert-Koch-Institut (RKI) umgesetzt. Sie erforscht die Rolle von Kindern im Infektionsgeschehen, um für die Zukunft besser gewappnet zu sein. Um an der Studie teilzunehmen, können Kitas sich unter corona-kita-studie.de registrieren und Daten zur Verfügung stellen.