GEW Thüringen
Sie sind hier:

Jedes Kind braucht einen Lehrer

Die Globale Bildungskampagne setzt sich für das Recht auf Bildung für alle weltweit ein. Mit jährlichen Aktionswochen in etwa hundert Ländern macht sie Druck auf die Politiker, damit dieses Ziel Wirklichkeit wird.

01.11.2012 - Manfred Brinkmann

Foto: UNESCO/Abdelhak Senna

Bildung wird von Menschen gemacht. Dafür braucht es qualifizierte und engagierte ErzieherInnen und PädagogInnen. Ein guter Lehrer ist in der Lage, im Kind die Freude am Lernen zu wecken, die schlummernden Potentiale in ihm zur Entfaltung zu bringen. Doch nicht jedes Kind hat das Glück, von guten Lehrern unterrichtet zu werden. Und viele Kinder in Afrika, Asien und Lateinamerika haben noch nie eine Lehrerin oder einen Lehrer gesehen. Weltweit gehen nach Angaben der UNESCO etwa 61 Millionen Grundschulkinder nicht zur Schule, weil es an Lehrerinnen und Lehrern mangelt. Nach konservativer Schätzung werden rund 1,7 Millionen Lehrkräfte zusätzlich benötigt, um allen Kindern dieser Erde zumindest eine Primarschulbildung zu ermöglichen und ihnen Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen.

Lehrerinnen und Lehrer haben eine besondere Verantwortung: Sie unterrichten und erziehen die nachfolgenden Generationen, sind Vorbilder für unsere Kinder. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, benötigen sie eine gute Ausbildung und Unterstützung und Anerkennung durch die Gesellschaft. Qualifizierte und motivierte Lehrkräfte sind entscheidend für gute Bildung. Welchen Wert eine Gesellschaft der Erziehung und Bildung ihrer Kinder beimisst erkennt man auch daran, wie viel sie bereit ist, in Ausbildung und Bezahlung ihrer Lehrkräfte zu investieren. In vielen Entwicklungsländern fehlt es an Ausbildungsmöglichkeiten für Lehrer. Viel zu häufig werden Kinder daher von unqualifizierten oder schlecht ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet, die überfordert sind, weil es ihnen an grundlegenden pädagogischen und didaktischen Kenntnissen fehlt.

Um junge Menschen für den Lehrerberuf zu gewinnen, muss dieser attraktiv sein und den Lehrkräften und ihren Familien einen angemessenen Lebensunterhalt ermöglichen. Das Gegenteil ist leider nicht selten der Fall: Nicht nur in Entwicklungsländern sind die Gehälter von Lehrkräften an Schulen oft so niedrig, dass diese zusätzlich noch Zweit- und Drittjobs verrichten müssen, um ihr Auskommen zu bestreiten. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Qualität des Unterrichts. Sie finden dieses Thema wichtig und auch interessant für den Unterricht? Dann machen Sie mit bei den Weltklasse-Aktionswochen der Globalen Bildungskampagne vom 21. April bis 9. Juni 2013 und tragen dazu bei, dass Bildung für alle weltweit Wirklichkeit wird.

Zurück