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Filmempfehlung„Integration ist keine Einbahnstraße“

Wer genau sind eigentlich die Menschen, die nach Deutschland flüchten? Was waren Gründe für die Flucht und wie haben sie ihr Ankommen in Deutschland erlebt? Wie geht es ihnen und auf welche Schwierigkeiten stoßen sie in Deutschland? Den Versuch, Antworten auf diese Fragen zu finden, unternimmt der Dokumentarfilm „Integration ist keine Einbahnstraße – Wie Migrant*innen ihr Leben in Thüringen organisieren“ des Filmemachers Markus Schlaffke.

07.12.2020 - Katja Nonn, Mitglied im LAS Diversity

Die Schwierigkeit, sich einen abstrakten Begriff wie „Integration“ vor-zustellen und zu verstehen, was er praktisch für Menschen bedeutet, ist vermutlich das größte Problem, das man in diesem Zusammenhang erkennen kann. Konkret bedeutet das nämlich gravierende Einschnitte in das Leben und den Alltag von Geflüchteten. Mit dieser Realität setzt sich der Film auseinander. Seine Protagonist*innen werden über eine längere Zeit begleitet. Dabei schildert Amin Sarkhosh, der Hauptprotagonist des Films, gleichzeitig eindringlich und sachlich die Gründe für seine Flucht aus Afghanistan und sein Ankommen und Leben hier in Deutschland. Man bekommt im Verlauf des Films einen guten Ein-druck der Hürden, mit denen Menschen hier in Deutschland zu kämpfen haben. Mitunter beschleicht einen das Gefühl, es mit absurden Schildbürgerstreichen zu tun zu haben. Wenn Menschen demonstrieren müssen, damit sie Dokumente bekommen, die ihnen ermöglichen, eine Wohnung zu beziehen oder eine Arbeit anzunehmen, gleichzeitig eine Wohnung und eine Arbeitsstelle Voraussetzungen für ebensolche Papiere sind, dann grenzt das schon fast an eine legendäre Szene aus „Asterix erobert Rom“: Der Versuch, den berüchtigten Passierschein A38 im „Haus, das Verrückte macht“ zu erlangen.

Die Personen in diesem Film lassen sich jedoch nicht unterkriegen. Sie möchten hier leben, sie möchten Teil dieser Gesellschaft sein. Und sie organisieren Unterstützung füreinander. Auch davon berichtet diese Dokumentation: Gemeinsam kann das Zusammenleben gelingen. Aber auch die Ankunftsgesellschaft muss ihren Beitrag leisten, damit Menschen hier wirklich eine Chance haben, anzukommen. Das macht der gelungene Bericht auch bereits mit seinem Titel klar: Integration ist keine Einbahnstraße.


Der Film wurde vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und dem Landesprogramm „DenkBunt“ im Rahmen der Lokalen Partnerschaft für Demokratie gefördert. Wenn er für den Unterricht oder Veranstaltungen genutzt werden soll, kann sich an die Kolleg*innen unter lap@radio-frei.de gewendet werden.