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Globale Bildungskampagne: Erstkontakt mit Bundesregierung

Die Globale Bildungskampagne setzt sich für die Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung für alle ein. Im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fand dazu ein erstes Treffen mit dem neuen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Alice Albright, der Geschäftsführerin der Globalen Bildungspartnerschaft statt.

31.01.2014 - Manfred Brinkmann

Fotos: Mike Auerbach

Ein Erstkontakt der Globalen Bildungskampagne mit der neuen Bundesregierung fand am 30. Januar 2014 im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin statt. Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (CDU) nahm in Vertretung von Entwicklungsminister Gerd Müller zahlreiche Botschaften in Empfang, die die globale Bildungskampagne während ihrer Aktionswochen 2013 zum weltweiten Lehrermangel gesammelt hatte. Etwa 400 deutsche Schulen hatten sich daran beteiligt. Unter dem Motto "Gesucht: Weltklasse – Lehrer für alle" hatten Kinder und Jugendliche Papierlehrer gebastelt und darauf ihre Forderungen und Wünsche nach guten Lehrern aufgeschrieben.

Menschenrecht auf Bildung verwirklichen
Die Global Campaign for Education ist ein internationales Bündnis von Nichtregierungsorganisationen und Bildungsgewerkschaften, das sich für die Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung einsetzt. Die GEW ist Gründungsmitglied der Globalen Bildungskampagne in Deutschland, die seit 2003 existiert und derzeit aus elf Organisationen besteht. Mit jährlich weltweiten Aktionswochen macht die Global Campaign for Education öffentlich Druck auf die Politik, das Versprechen des Weltbildungsgipfels von Dakar im Jahr 2000 umzusetzen und bis 2015 Bildung für alle weltweit zu ermöglichen. Dass die deutschen Organisationen der Globalen Bildungskampagne mit der bisherigen Leistung ihres Landes nicht zufrieden sind und von der neuen Bundesregierung hier größeres Engagement erwarten, machte Kampagnensprecherin Sandra Dworack deutlich, als sie im Beisein von VertreterInnen der Mitgliedsorganisationen der Globalen Bildungskampagne die Botschaften der Aktionswochen 2013 in Deutschland an Staatsekretär Fuchtel überreichte.

Globale Bildungspartnerschaft
Eingeladen zur Botschaftsübergabe war auch Alice Albright, Geschäftsführerin der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE). Bei der GPE handelt es sich um einen internationalen Fonds zur Unterstützung von Entwicklungsländern, die eigene Anstrengungen zum Ausbau der Bildung in ihren Ländern unternehmen wollen, jedoch nicht in der Lage sind, die dafür notwendigen Mittel aufzubringen. Deutschland ist Gründungsmitglied der GPE. Die Finanzierung der GPE erfolgt aus staatlichen Zuschüssen reicher Länder sowie durch Mittel privater Geber. Als einzige multilaterale Initiative im Bildungsbereich ist sie sowohl Finanzierungsinstrument wie auch wichtiger politischer Akteur der globalen Bildungsförderung. GPE-Geschäftsführerin Alice Albright, Tochter der früheren US-Außenministerin Madeleine Albright, ist derzeit auf Europareise, um bei den hiesigen Regierungen für mehr Geld für die GPE zu werben. Für den 26. Juni 2014 plant die GPE in Brüssel eine ‚Wiederauffüllungskonferenz‘, bei der die Geber ihre finanziellen Zusagen für die Jahre 2015 bis 2018 mitteilen sollen.

Deutschland muss die Bildung in armen Ländern stärker fördern
Bei ihrem Gespräch mit Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel am 30. Januar 2014 in Berlin und einem gemeinsamen Abendessen am Vortag mit Vertretern der Globalen Bildungskampagne warb Alice Albright um mehr Geld aus Deutschland für die GPE. Auf die Unterstützung der Globalen Bildungskampagne kann Alice Albright und die Globale Bildungspartnerschaft dabei zählen. Die Globale Bildungskampagne fordert von der deutschen Bundesregierung, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, die Globale Bildungspartnerschaft mit jährlich 100 Millionen Euro zu fördern und zehn Prozent der Gelder für staatliche Entwicklungszusammenarbeit für Grundbildung zur Verfügung zu stellen.

 

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