GEW Thüringen
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Dauerhaft vorhanden und erfolgreichGewerkschaftliche Bildungsarbeit: Das ist doch 19. Jahrhundert?!

Die Gewerkschaftliche Bildungsarbeit ist entstanden, um in früheren Zeiten die Gewerkschaftsmitglieder zu bilden. Aber heute sind wir doch alle gebildet und brauchen das nicht mehr, oder? Falsch, sagt Marlis Bremisch, die Gewerkschaftliche Bildungsarbeit ist notwendig wie eh und je.

03.06.2019 - Marlis Bremisch Referentin für Bildung und Gewerkschaftliche Bildungsarbeit

Gewerkschaftliche Bildungsarbeit wird abgekürzt gba (manchmal auch gb@). Schon mal gesehen auf der Internetseite der GEW Thüringen? Schon mal an einer Veranstaltung teilgenommen? Die meisten GEW-Mitglieder werden jetzt wahrscheinlich mit „Nein“ antworten. Daher soll es an dieser Stelle genauer um diesen Bereich gehen.

Wer auf der Internetseite der GEW Thüringen nach diesem Begriff sucht, wird hier fündig, wenn er oder sie in der Menüleiste oben auf „GEW“ klickt. Dort findet sich der Begriff neben z. B. „Referate & Arbeitsgruppen“ oder „Kontakt“. Auch wer im Netz auf der Startseite der GEW Thüringen den roten Button „Veranstaltungen der GEW Thüringen“ drückt, findet dort u. a. Veranstaltungen der GEW Thüringen.

Einer ganzen Reihe unserer Mitglieder dürfte das GEW-Sommertreffen noch ein Begriff sein. Aus ihm ist seit drei Jahren das GEW-Gesundheitswochenende, das in diesem Jahr am 29./30. Juni stattfindet, hervorgegangen. Das waren bzw. sind Veranstaltungen der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit. Denn die Gesundheit unserer Mitglieder ist (uns) wichtig, so dass wir sie mit diesen Veranstaltungen oder auch Gesundheitstagen, die hin und wieder stattfinden, unterstützen wollen.

  • Welchen Themen stehen im Vordergrund?

Wer Mitglied der GEW wird, findet sich in ihr auch gleich zurecht? Leider falsch. Manchen reicht der Blick auf die Webseite der GEW Thüringen, manche möchten es genauer wissen. Wer ist wer und wer macht was? Wie kann ich mich einbringen, egal, ob einige Male oder regelmäßig? Wer kann mir da helfen? Und wie funktioniert die GEW eigentlich überhaupt? Alle diejenigen, die das wissen wollen, sind beim Seminar „Die GEW (neu) entdecken“ richtig. Denn es wendet sich nicht nur an neue Mitglieder; auch Diejenigen, die schon länger dabei sind und es jetzt genauer wissen wollen, sind herzlich willkommen. Und wer es noch genauer wissen will, der nutzt das Seminar „Die GEW weiter kennenlernen“, das wir in diesem Jahr zum ersten Mal angeboten haben.

Auch, wenn diese beiden Bereiche wichtige Schwerpunkte der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit sind: sie sind nicht die Einzigen. Wir widmen uns auch (gewerkschafts-)politischen Themen, z. B. zu Neuen Rechten in Deutschland und Europa, es gibt z. B. etwas zur Kommunikation, zur Organisationsentwicklung oder für die Stimme. Nicht immer gibt es jedes Seminar jedes Jahr und sie sind auch nicht immer für alle (Mitglieder) offen. Denn die gewerkschaftliche Bildung unterstützt mit ihren Angeboten verstärkt Gremien oder spezielle Gruppen in der GEW bei ihrer Arbeit.

Und gerade bei verschiedenen Treffen mit Mitgliedern auf Referatsbzw. Arbeitsgruppenebene bedienen sich unsere Kolleg*innen schon lange ohne nachzudenken ausgewählter Methoden der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit. Sei es die Moderationsmethode oder Brainstorming – so gibt es praktikable Herangehensweisen, damit GEW-Arbeit Spaß macht, kurzweilig, methodenreich und ergebnisorientiert gestaltet werden kann.  

  • Die Einbindung innerhalb der GEW

Und wie ist die gewerkschaftliche Bildungsarbeit nun in der GEW eingebunden? Gewerkschaftliche Bildungsarbeit ist ein Bereich des Referates Gewerkschaftliche Bildungsarbeit und Mitgliederbetreuung, wo verschiedene Arbeitsgruppen agieren. Ein weiterer Bereich ist die Mitgliederbetreuung, zu der die Mitgliederwerbung gehört. Seit September 2018 ist Steffi Kalupke Referatsleiterin. Hauptamtlich unterstützt werden sie und die interessierten Ehrenamtler*innen bei der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit schon seit vielen Jahren von Marlis Bremisch als Referentin.

Für den Bereich der Mitgliederbetreuung und -werbung haben wir uns über mehrere Jahre ausprobiert, haben nun mit Jana Bonn und Nadine Hübener zwei junge engagierte Referentinnen. Es steht ein großer Generationenwechsel in vielen Bildungseinrichtungen an und wir möchten unsere langjährigen Mitglieder durch tolle Bildungsangebote in den Kreis- und Betriebsverbänden halten, aber auch junge dazu gewinnen. Finanziell wird die gewerkschaftliche Bildungsarbeit durch GEW-Bundesmittel und den Thüringer GEW-Haushalt untermauert; weitere Mittel kommen z. T. auch aus Teilnahmebeiträgen.

Dass die Gewerkschaftliche Bildungsarbeit seit 1997 ein wichtiger Bereich in der Bundes-GEW darstellt, zeigt nicht nur die finanzielle Unterstützung der Landesverbände, sondern auch die regelmäßige qualitativ hochwertigen Zusammenkünfte der Bildungsarbeiter*innen auf Bundesebene. Diese ermöglichen eine interessanten Austausch, neue Impulssetzung, Erarbeitung von neuen Seminarangeboten, aber auch Formen der Zusammenarbeit über Landesverbandsgrenzen hinaus.

  • Gewerkschaftliche Bildungsarbeit macht zufrieden!

Nun wird die Eine oder der Andere doch sagen:

„Aha, da war ich ja doch schon mal bei der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, wusste es nur nicht. Die Veranstaltung hat mich tatsächlich weitergebracht, in meiner Profession und/oder als GEW-Mitglied, weil ich jetzt besser weiß, wo ich Hilfe bekomme oder wie ich mich engagieren kann.“

Somit trägt gewerkschaftliche Bildungsarbeit dazu bei, dass Mitglieder den Schritt vom einfachen Mitglied zum aktiven Mitglied und vielleicht auch zum in Gruppen oder Gremien engagierten Mitglied geht, oder einfach nur sagt:

„Hier bin ich richtig. Hier bleibe ich.“

Uns ist es dabei wichtig, dass die Veranstaltung passt. Ob die Teilnehmer*innen wissen, dass das die gewerkschaftliche Bildungsarbeit organisiert hat, ist zweitrangig.

Denn Gewerkschaft lebt von interessierten, engagierten und kenntnisreichen Mitgliedern. Einen Beitrag dazu, dass es genügend dieser Mitglieder gibt, damit wir unsere Zukunft schöpferisch gestalten können, leistet die gewerkschaftliche Bildungsarbeit und ist damit auch im 21. Jahrhundert notwendig.

Vielleicht habt ihr Lust, uns kennenzulernen. Gerade die Methoden der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit lassen sich gut auch im Unterricht ausprobieren und schnuppern kostet nichts.

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