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Gutachten „Der Zweite Bildungsweg in den Bundesländern“ GEW fordert mehr Möglichkeiten zum Nachholen schulischer Abschlüsse

Sieben Prozent der Schülerinnen und Schüler haben das Schulsystem ohne Abschluss verlassen - Tendenz steigend. „Diese Menschen brauchen dringend eine zweite Chance, um einen Abschluss zu machen“, verlangt die GEW.

23.09.2020

Die GEW fordert die Bundesländer auf, das Nachholen schulischer Abschlüsse als Teil der Erwachsenenbildung auszubauen. „Sieben Prozent der Schülerinnen und Schüler haben das Schulsystem ohne Abschluss verlassen. Dieser Anteil ist in den vergangenen Jahren laut ‚Nationalem Bildungsbericht‘ gestiegen. Diese Menschen brauchen dringend eine zweite Chance“, sagte Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für Berufs- und Weiterbildung, am Mittwoch in Frankfurt am Main bei der Vorstellung des Gutachtens „Der Zweite Bildungsweg in den Bundesländern – Strukturen und Perspektiven“ von Prof. Bernd Käpplinger.

„Das unterstreicht, wie dringend notwendig ein leistungsfähiger transparenter Zweiter Bildungsweg für die Lernenden ist.“ (Ansgar Klinger)

Der Stellenwert formaler Abschlüsse und Zertifikate sei in der Gesellschaft nach wie vor sehr hoch, betonte Klinger. „Das unterstreicht, wie dringend notwendig ein leistungsfähiger transparenter Zweiter Bildungsweg für die Lernenden ist.“ Dies sei auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels erforderlich.

Die neue Expertise zeigt derweil auf, wie unterschiedlich die Zuständigkeiten in den Landesregierungen und -verwaltungen geregelt sind. „Selbst Fachleuten aus den Landesverwaltungen fällt eine nachvollziehbare Darstellung der Möglichkeiten des Zweiten Bildungsweges schwer.“ Klinger bekräftigte auch die Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte in der Weiterbildung, die in mehreren Bundesländern prekär beschäftigt seien. „Die Länder sind gefordert, für gute und sichere Arbeitsplätze zu sorgen.“ 

Schulische Abschlüsse als Teil der Erwachsenenbildung nachzuholen, wird als Zweiter Bildungsweg (ZBW) verstanden. Die schulabschlussbezogenen Angebote des ZBW sind in der Öffentlichkeit aber kaum bekannt. Die Max-Traeger-Stiftung beauftragte daher den Bildungsforscher Prof. Bernd Käpplinger, das Gutachten „Der Zweite Bildungsweg in den Bundesländern – Strukturen und Perspektiven“ zu erstellen.