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„Bildung in der digitalen Welt“Chancen und Risiken der Digitalisierung jetzt klar benennen

Die Corona-Pandemie befeuert die Technisierung im Bildungsbereich. Das GEW-Bundesforum mahnt, dass damit auch die arbeitspolitischen, rechtlichen und pädagogischen Herausforderungen wachsen.

21.09.2020 - Katja Irle

Durch die Corona-Pandemie mit Lockdown und Hybrid-Lernen erfährt die Digitalisierung in fast allen Bildungsbereichen einen kräftigen Schub. Unter anderem wollen Bund und Länder Schulen mit dem Digitalpakt und einem Sofortprogramm besser ausstatten. Gleichzeitig wachsen überall die arbeitspolitischen, rechtlichen und pädagogischen Herausforderungen. Darauf reagiert das GEW-Bundesforum „Bildung in der digitalen Welt“, das sich im März 2019 konstituiert hat.

„Corona hat das Thema befeuert. Schulen und Lehrkräfte haben neue Erfahrungen gemacht.“ (Ilka Hoffmann)

Wie schnell und in welchem Umfang die Technisierung voranschreitet, zeigte sich beim jüngsten Treffen des Forums im hessischen Steinbach im Taunus, einer Hybrid-Tagung mit Debatten vor Ort und Videotool-Zuschaltung aus verschiedenen Bundesländern. „Corona hat das Thema befeuert. Schulen und Lehrkräfte haben neue Erfahrungen gemacht“, bilanzierte Ilka Hoffmann, im GEW-Vorstand verantwortlich für den Bereich Schule. Für umso wichtiger hält sie es, Chancen und Risiken der Digitalisierung jetzt klar zu benennen und an das Primat der Pädagogik zu erinnern.

Besser selbstbestimmt lernen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bundesforums diskutierten über Auswirkungen der Digitalisierung auf das Lernen, die Arbeitsplätze, den Datenschutz sowie die Gefahr einer Ökonomisierung und neuen sozialen Spaltung. Das Bundesforum hob aber auch hervor, dass durch Digitalisierung mehr Teilhabe und selbstbestimmtes Lernen möglich ist, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

„Wildwuchs“ der digitalen Angebote

Mehrere Landesverbände berichteten über ihre Erfahrungen mit Schul- bzw. Bildungsclouds. Neben digitalen Kommunikations- und Lernplattformen der Länder hat sich demnach „ein Wildwuchs“ verschiedener Systeme und privater Anbieter etabliert. Die Sorge der GEW: Wenn die Behörden in der Corona-Pandemie nicht so genau hinschauen, dann schränkt das auch langfristig den Datenschutz ein, mit Folgen für alle Bildungsbeteiligten.