GEW Thüringen
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Gesund bis zur Rente bzw. Pension

Wie bringt sich die GEW in die Pädagog*innengesundheit ein und was kann jeder selbst tun, um es gesund bis zur Rente oder Pension zu schaffen?

05.02.2018 - Dana Kecke

Forderungen der GEW

Die GEW bringt sich aktuell in die laufenden Diskussionen und Prozes­se „Werkstatt Schule“ und in die wiederaufgenommenen Verhand­lungen zum Personalentwicklungskonzept ein. Hier sind wir in den Arbeitsgruppen vorbereitet und federführend. Unsere Forderungen werden erhört und das TMBJS ist interessiert an einer konstruktiven Zusammenarbeit zur Umsetzung. Die Rahmendienstvereinbarung Gesundheitsmanagement bietet genug Inhalt, um Forderungen auf­zustellen, Pädagog*innen insgesamt zu entlasten, langzeiterkrankte Pädagog*innen bei ihrer Wiedereingliederung in den Schulalltag zu unterstützen und gesunde Pädagog*innen nicht zu verbrennen. Des­halb geht die GEW in die Verhandlungen mit Forderungen wie:

  • Absicherung des Lehrer*innengrundbedarfes und Schaffung einer ausreichenden Personalreserve zur Vermeidung von Unterrichts­ausfall, denn Vertretungsunterricht belastet auch gesunde Lehr­kräfte (vgl. PEK SCHULE)
  • Dauerhafte Personalbesetzung an den Schulen, d. h. Schluss mit dem Abordnungsunwesen. Die Personalzuweisung muss kontinu­ierlich an die bildungspolitischen Anforderungen und an die neuen Rahmenbedingungen angepasst werden. Daueraufgaben müssen dauerhaft besetzt werden.
  • Forderung von Teilzeit zur Entlastung von Lehrkräften/ Ausgestal­tung von Teilzeitbeschäftigung („ VV Teilzeit, d. h. Schluss mit der Mogelpackung Teilzeit bei Lehrer*innen, die sich nur auf die Pflicht­stunden bezieht.
  • Lehrkräfte und Erzieher*innen sollten in die Lage versetzt werden, individuellen Einfluss auf ihre Arbeitszeit zu nehmen. Eine Demo­grafievereinbarung „Bildung“ schafft die dafür notwendigen Vor­aussetzungen und wird der Forderung nach zeitgemäßen und mo­dernen Arbeitszeitmodellen gerecht.
  • Ein professionelles Hilfe- bzw. Unterstützungsmanagement des Schulamts in schwierigen pädagogischen Situationen an der Schule ist zu schaffen.
  • Abbau von erhöhtem Arbeitsaufwand/Entlastungen:
    • Bei der Einführung von neuen erweiterten Arbeitsaufgaben muss geprüft werden, wie bestehende Anforderungen adäquat redu­ziert werden können.
    • Konzentration auf die Kernaufgaben von Schule
    • schulartspezifische Entlastungen zu Schwerpunkten, die eine große Anzahl von Beschäftigten betreffen
    • Optimierung der Lernstandsentwicklungsgespräche (zeitlich, do­kumentarisch)
    • Konkrete Definition von Arbeitszeit/Mehrarbeit
    • Optimierung der Zeugnisbeurteilungen in der Grundschule
    • Optimierung des Arbeitsaufwandes für Projektarbeiten in der Regelschule
    • Einheitliche Anforderungen an das Seminarfach im Gymnasium erarbeiten
    • Gleichmäßige Stundenverteilung auf die Blöcke im gesamten Schuljahr an der Berufsschule
    • Entwicklung eines Zwei-Pädagogen-Systems an den Förderschulen
    • u.a.m.

Umsetzungsmöglichkeiten an der Schule

Die Rahmendienstvereinbarung soll auf allen Ebenen greifen, also auch in der Schule. Hier sind nicht nur die Örtlichen Personalräte und die Schulleitungen gefragt, sondern jeder Kollege, jede Kollegin. Hier gilt es, klug zu überlegen und gemeinsam nach Maßnahmen zu suchen, die die Kollegen, aber auch mich selbst entlasten. Folgende Ansätze stellen wir zur Diskussion:

  • Schule soll nicht nur ein Ort sein, an dem gelernt und gelehrt wird, sondern ein Ort zum sich Wohlfühlen.
  • Das Schulklima sollte geprägt sein von Kommunikation, Transpa­renz und Kompromissbereitschaft.
  • Gesunde Schule steht und fällt mit einem wertschätzenden Füh­rungsverhalten.
  • Der Schulleitung kommt eine tragende Rolle im Gesundheitsma­nagement zu. Hier kann überlegt werden, ob Vertretungsstunden und anfallende Aufgaben gerecht verteilt werden, ob z.B. das Zeit­limit bei Beratungen eingehalten wird, ob Termine optimiert wer­den, ob die E-Mail-Flut vor Weitergabe gefiltert wird, …
  • Gerechtigkeit im Lehrer*innenzimmer: alle anfallenden Aufgaben soll­ten gerecht verteilt werden, jeder nach seinen Möglichkeiten (Betreu­ung Projektarbeiten, Pausenaufsichten, Klassenleitertätigkeit, ….).
  • Schaffung von gesunden Arbeitsbedingungen, dazu gehört z.B. ein gut organisiertes Pausenmanagement, gegenseitiges Vertrauen, die Wertschätzung der Arbeit der anderen Kolleg*innen, gemein­same Stärke bei unliebsamen Entscheidungen und gemeinsame Unternehmungen. Das sind Gelingensbedingungen für ein positi­ves Schulklima.

Überlegen Sie gemeinsam, was Ihnen wichtig ist an Ihrer Schule und halten Sie es in einer schulinternen Dienstvereinbarung fest.

Selbstfürsorge

Und trotzdem ist auch jeder selbst gefragt, etwas für seine Gesunder­haltung zu tun. Gesund bis zur Rente oder Pension, das ist zu schaf­fen. Nun will nicht jeder bis 67 arbeiten, aber bis zum Eintritt in das (Un)Ruhealter müssen wir unseren Schulalltag so gestalten, dass wir genügend Freiräume für Privates lassen. Gönnen Sie sich ein Hobby, gehen Sie tanzen oder singen, unternehmen Sie Reisen oder größe­re Wanderungen oder lassen Sie Ihren Garten zur Augenweide für andere erstrahlen. Lassen Sie den Schulalltag nicht Hauptbestandteil Ihrer Freizeit werden!

Hier ein paar nützliche Tipps, mit denen auch Sie sich an der Um­setzung der Rahmendienstvereinbarung Gesundheitsmanagement beteiligen können:

  • Schalten Sie ab. Setzen Sie sich eine zeitliche Grenze zur Bearbei­tung von schulischen Aufgaben, inklusive Elterngesprächen. Der Abend gehört Ihnen und Ihrer Familie.
  • Benutzen Sie Dienst-E-Mail-Adressen und eine zweite (Dienst-)Te­lefonnummer, damit können Sie selbst entscheiden, wann Sie er­reichbar sind.
  • Etablieren Sie ein persönliches Pausenmanagement, Minuten ohne Schülergespräche (mit oder über).
  • Nehmen Sie eigene gesundheitliche Probleme ernst.
  • Nehmen Sie an externen Gesundheitsangeboten teil.
  • Wertschätzen Sie die Arbeit Ihrer Kolleg*innen. Ein Lob tut jedem gut.
  • Lachen Sie miteinander.
  • Reden Sie miteinander.
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