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Zur aktuellen Situation in ThüringenFragen über Fragen…

Worüber schreibt man, wenn der Kopf so voll ist, das man keinen Gedanken fassen kann?

25.09.2019 - Kathrin Vitzthum - Landesvorsitzende

Da stehen zum Beispiel Landtagswahlen vor der Tür. Umfragen sind keine Wahlergebnisse, ich weiß, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist völlig unklar, welche Regierungskonstellation überhaupt möglich sein kann. Die Fortsetzung von Rot-RotGrün? Dafür reicht es im Mo- ment nicht, obwohl die Zufriedenheit mit der Landesregierung mit 65 Prozent durchaus positiv ist, im übrigen parteiübergreifend. Die CDU auf Platz drei der Umfragen kann derzeit keinen Partner wählen, weil egal welche Farbe auch dafür keine Mehrheit abzusehen ist.
Wenn schon eine Dreierkoalition eine Herausforderung ist, wie soll dann eine Viererkoalition aussehen? Eine Minderheitsregierung? Diese geht nur mit einer Akzeptanz der AfD, deren Grundwerte von den demokratischen Parteien und von uns nicht geteilt werden.

In welche Richtung wird der Wahltag am 27. Oktober in Thüringen also zeigen?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass viele der Kolleginnen und Kollegen nicht schon wieder neue Gesichter brauchen, nicht schon wieder neue Schwerpunkte in der Bildungspolitik. Sie wünschen sich stattdessen, dass konsequent an den bekannten Problemen weiter gearbeitet wird. Das Prinzip „Neue Besen kehren gut“ hat in der Bildung eher selten funktioniert. Es wäre gut, wenn die begonnenen Prozesse weiter geführt und verbessert werden. Ein Zurück zu Gestern, noch schlimmer zu Vorgestern, hilft niemandem im Bildungsbereich. Bleibt also zu hoffen, dass die Thüringerinnen und Thüringer sich klar und deutlich für Demokratie, Vielfalt und Solidarität entscheiden.

Da sind zum Beispiel unsere Beschlüsse von der Landesvertreterversammlung.

Das Thema Arbeitszeit wird uns in den nächsten Monaten stark beschäftigen. Vor dem Hintergrund des massiven Fachkräftemangels ist es ein Problem, aber kein unlösbares. Dazu müssen wir miteinander ins Gespräch kommen, über das, was möglich ist, was tariflich geregelt werden kann, was über Verhandlungen zum Beamtenrecht gelingen muss. Hier stehen wir einerseits ganz am Anfang, andererseits liegt schon ganz viel auf dem Tisch.

Da sind zum Beispiel ganz grundsätzliche gesellschaftliche Fragen.

Wie wollen wir leben? Wie wollen wir arbeiten? Wie erreichen wir Menschen? Was heißt es, Fridays for Future zu unterstützen und zugleich der Schulpflicht Genüge zu tun? Wie schaffen wir als Organisation, nachhaltig zu wirtschaften? Wie gehen wir mit Ressourcen um? Wie nehmen wir die Themen der Kinder und Jugendlichen auf, die in Kindergärten, Schulen und Hochschulen immer wichtiger werden? Wie verschaffen wir uns Gehör in all den zu lösenden, existentiell wichtigen Fragen?

Da ist zum Beispiel die Frage nach Achtsamkeit.

Passen wir aufeinander auf? Sorgen wir dafür, dass wir alle mitnehmen? Niemanden überfordern? Alle ernst nehmen? Oder anders: Gelingt es uns, gemeinsam mit Vielen eine Idee zu entwickeln, wie Bildung organisiert und ausgestattet sein muss, damit wirklich alle profitieren? Nehmen wir die Neuen mit, ohne die Lebenserfahrenen zu verlieren? Kommen wir in einen fruchtbaren Dialog über das Gestern, das Heute und das Morgen?

Da sind 30 Jahre nach dem Mauerfall und mehr Fragen als Antworten.

Da sind Lebensgeschichten, da ist gelebtes Leben in verschiedenen Systemen. Da sind immer noch Ungerechtigkeiten, Kränkungen, Unaufgearbeitetes. Da sind aber auch Erfüllungen, neue Wege und Erfahrungen. Wie passt das zusammen? Wie können die Generationen einander sehen, hören, verstehen?

Was also schreiben, wenn der Kopf so voller Gedanken ist, dass man nicht weiß, welchen man festhalten will?

Drei Hinweise zum Schluss

1. Nutzt das GEW-Kino!
Auf so nette, berührende Weise kommt ihr selten zum Filmgenuss.

2. Nutzt den Bildungs-O-Mat!
Unter www.gew-thueringen.de/bildungs-o-mat findet Ihr diese kleine Wahlhilfe Eurer Bildungsgewerkschaft.

3. Lebt Eure GEW!
Wir für Euch. Ihr mit uns. Zusammen sind wir stark!

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