GEW Thüringen
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Einleitung zum tz-Schwerpunkt Pädagog*innengesundheit

Das Thema Pädagog*innengesundheit ist für die Kolleg*innen ein wichtiges und zentrales Thema ihrer Arbeits- und Lebenswelt und damit für uns als Interessenvertretung selbstverständlich auch bedeutsam. Wir hoffen immer noch (auch wenn die Hoffnung mit zunehmender Dauer der Legislaturperiode geringer wird), dass diese Thüringer Landesregierung ihren selbst gestellten Auftrag von „Guter Arbeit“ auch im Bildungsbereich ernst nimmt.

09.06.2016 - Michael Kummer

Insbesondere im Schulbereich gibt es vor dem Hintergrund überalterter Kollegien und der damit verbundenen hohen Zahl an Langzeiterkrankungen mit all ihren Folgen für die direkt wie indirekt betroffenen Kolleg*innen massiven Handlungsbedarf. Solange die rot-rot-grüne Landesregierung an der Austeritätspolitik der schwarzdominierten Vorgängerregierungen festhält, wird der unsinnige Stellenabbaupfad im Bildungsbereich mit all seinen abstrusen Folgen- weniger Lehrer*innen bei steigenden Schüler*innenzahlen, Befristungen im DaZ-Bereich trotz dauerhafter Notwendigkeit, Inklusionsbemühungen ohne personelle Unterfütterung – eingehalten. Das können und wollen wir als Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nicht unkommentiert lassen und machen das Bildungs- und vor allem auch das Finanzministerium immer wieder auf diese Missstände aufmerksam. Ein Bestandteil ist die Ihnen vorliegende Juni-tz mit dem Schwerpunkt Pädagog*innengesundheit.

Es kann vermutet werden, dass mangelhafte personelle, räumliche und sächliche Ausstattungen bei gleichzeitig steigenden Aufgaben sich früher oder später auf die Gesundheit vieler Pädagog*innen auswirken. Die statistischen Daten der größten Krankenkasse mit den meisten Mitgliedern in Thüringen, der AOK PLUS, verweisen darauf (siehe Grafik oben). 

Der Krankenstand entspricht dem Anteil der gemeldeten Arbeitsunfähigkeits-Tage an allen ersicherungstagen (inklusive Sonn- und Feiertage) in der jeweils betrachteten Population. Insbesondere in der Branche Erziehung und Unterricht stieg der Krankenstand im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr stark an. So bedeutet dies für 2015, dass im Durchschnitt jedes AOK-Mitglied mehr als 11 Tage (5,1 Prozent der 365 Tage) arbeitsunfähig war (siehe Grafik unten). 

Unabhängig von Tätigkeitsorten der Beschäftigten sind die Häufigkeiten und Anteile der Diagnosegruppen in Kitas, Schule und Hochschule jedoch ähnlich, wenn auch im Schulbereich ein Anstieg zu beobachten ist. Auf die verschiedenen Problemlagen und anstehende Aufgaben wird im Schwerpunktteil dieser tz eingegangen. Insbesondere die Erläuterungen zur Überlastungsanzeige incl. einer Musteranzeige könnten hilfreich sein, um die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern.

Die Arbeitsgruppe Thüringer Gemeinschaftsschule der GEW Thüringen hat eine Online-Umfrage zur Entwicklung von Gemeinschaftsschulen durchgeführt. In dieser tz finden Sie nun die wichtigsten Ergebnisse, die einen Rückschluss auf die Herausforderungen geben und aus denen die GEW einige wichtige Forderungen ableitet.

Drei wichtige Termine zum Vormerken:

  • Tag der Offenen Tür
  • Bildungstag
  • Gesundheitstag

Passend zum Thema dieser tz möchte ich Sie jetzt schon auf unseren Gesundheitstag am 05.11.2016 in Jena aufmerksam machen. Und zum Anderen auf den Tag der Offenen Tür am Freitag, dem 19. August. An diesem Tag gehört ab 15:00 Uhr die Landesgeschäftsstelle in Erfurt ganz ihren Mitgliedern und denen, die es vielleicht werden wollen. Und zum Anderen auf dem Bildungstag der GEW Thüringen, der sich diesmal dem Thema Willkommenskultur widmet. Spannende Workshops wollen wir an diesem 10. September in der Berufsbildenden Schule Arnstadt anbieten. Seien Sie dabei und bilden Sie sich weiter! Details finden Sie in den entsprechenden Beiträgen. 

Sie finden darüber hinaus Beiträge über unser GEW-Mitglied Burkhard Durner, der seit einigen Wochen Träger des Bundesverdienstordens ist, über die Ergebnisse der TVöD-Tarifrunde, über Kinder, die ein neues Zuhause suchen u. v. m.

Ich wünsche eine angenehme und interessante Lektüre. 

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