GEW Thüringen
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Demokratisierung und „Gute Arbeit“ an Thüringer Hochschulen

In der zweiten Phase des Thüringer Hochschuldialogs finden von April bis Juni 2016 an allen Hochschulstandorten Thüringens Regionalforen statt.

31.03.2016 - Referat Hochschule und Forschung

Thüringer Hochschuldialog

Mit einer Auftaktveranstaltung am 12. Januar 2016 im Erfurter Augustinerkloster startete das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft den Thüringer Hochschuldialog, welcher die Überarbeitungdes Thüringer Hochschulgesetzes einleiten soll. In einer nächsten Phase finden von April bis Juni 2016 an allen HochschulstandortenThüringens Regionalforen statt.

Termine der Regionalforen (incl. Links zur Anmeldung):

Alle Beschäftigten und Studierenden der Thüringer Hochschulen sind aufgerufen, sich an dieser Diskussion zu beteiligen.

Die GEW Thüringen hat als Wissenschaftsgewerkschaftbereits klare Forderungen zur Novelle des Thüringer Hochschulgesetzesaufgestellt, die dazu beitragen, sowohl die Demokratisierung der ThüringerHochschulen voranzutreiben als auch „gute Arbeit“ zu verwirklichen.

1. Demokratisierung derThüringer Hochschulen

Zur Stärkung demokratischer Strukturenan den Thüringer Hochschulen gehört aus Sicht der GEW vor allem:

  • die Wiedereinführung der Landeshochschulkonferenz,in der sich Hochschulleitungen,Personalräte und Studierendenvertretungenaustauschen und gemeinsam das für das Hochschulwesen zuständige Ministerium und die Landesregierung bei Vorhaben im Hochschul- und Wissenschaftsbereichberaten;
  • die Wiedereinführung des Konzils an allen Hochschulen, das auch mit erheblichen Kompetenzen ausgestattet sein muss;•die Erweiterung der Kompetenzen des Senats;
  • die Wahl des Leiters oder der Leiterin der Hochschule durch das Konzil oder den Senat;
  • die Beschlussfassung zu Struktur- und Entwicklungsplänensowie die Ausstattung und die Mittelvergabe durch das Konzil oder den Senat;
  • der Hochschulrat als beratendes statt als beschließendes Gremium;
  • die paritätische Besetzungder Hochschulgremien1;
  • die Novellierung des § 88 des Thüringer Personalvertretungsgesetzes, damit alle an den Hochschulen Beschäftigten in das Mitbestimmungsrechtdes Personalrats fallen

2. „Gute Arbeit“ an denThüringer Hochschulen

Qualität der Arbeit in Lehre und Forschung und gute Arbeitsbedingungen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind zwei Seiten einer Medaille. Deshalb fordert die GEW Thüringen, dass:

  • auf Landesebene ein Rahmenkodex für gute Beschäftigungsbedingungen an Hochschulen2geschaffen wird, der von den Hochschulen,den Gewerkschaften, dem Hauptpersonalratund dem Ministerium vereinbart wird;
  • an jeder Hochschule ein Hochschulkodex für gute Beschäftigungsbedingungen vereinbart wird, der insbesondere Rahmenvorgaben für den Abschluss unbefristeter und befristeter Beschäftigungsverhältnisse, zur Planbarkeit von Berufswegen, für Vergütungen und Laufzeitenvon Lehraufträgen, für Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zum Gesundheitsmanagement enthält;
  • mindestens ein Drittel der wissenschaftlichenund künstlerischen Mitarbeiter*innen unbefristet zu beschäftigen ist, um die Kontinuität von Lehre und Forschung (Daueraufgaben) zu verbessern;
  • befristete Arbeitsverhältnisse, die überwiegendaus Mitteln Dritter finanziert werden, für die gesamte Projektlaufzeit abgeschlossen werden müssen. Auch im Drittmittelbereich soll mindestens ein Drittel des Personals unbefristet beschäftigtwerden;
  • bei Qualifizierungsstellen das Qualifizierungszielim Arbeitsvertrag zu benennen ist. Die Dauer des befristeten Arbeitsverhältnissesbeträgt in diesem Fall bei der ersten Anstellung grundsätzlich drei Jahre. Das Arbeitsverhältnis wird um die erforderlicheZeit verlängert, wenn die bisher erbrachtenLeistungen positiv bewertet worden sind und zu erwarten ist, dass in dieser Zeit das Qualifikationsziel erreicht wird;
  • Lehrkräfte für besondere Aufgaben und wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiter*innen zu einer Personalkategorie „Akademische Mitarbeiter*innen“ zusammengeführt werden, deren Aufgaben je nach Arbeitsplatzgestaltung überwiegend in Lehre oder in Forschung oder zu gleichen Teilen in beidem besteht;
  • die Promotion bei unbefristet Beschäftigten akademischen Mitarbeiter*innen nur dann die Regelvoraussetzung zur Einstellung sein soll, wenn es für die Erfüllung der Dienstaufgaben erforderlich ist;
  • Lehrbeauftragte in Anlehnung an das tarifliche Niveau oder die beamtenrechtliche Regelung vergleichbarer Tätigkeiten des hauptberuflichen Hochschulpersonals vergütet werden. Dabei ist auch der Zeitaufwand für die Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen, für die Betreuung und Beratung der Studierenden, für Prüfungsverpflichtungen sowie für weitere Zusatz- und Folgeleistungen, die sich aus den Tätigkeiten der Lehrbeauftragten ergeben, bei der Berechnung der Vergütung einzuschließen;
  • klare Regelungen für studentische Beschäftigte geschaffen werden, die sicherstellen, dass weder wissenschaftliches Personal noch Beschäftigte in Verwaltung und Technik durch studentische oder wissenschaftliche Hilfskräfte verdrängt werden.

Gerne diskutieren wir mit Ihnen weiter. Interesse? Dann melden Sie sich bei uns: 

GEW Thüringen
Referat Hochschule und Forschung
Heinrich-Mann-Str. 22, 99096 Erfurt
Telefon: 0361 590 95 0
E-Mail: hochschule(at)gew-thueringen(dot)de
Internet: www.gew-thueringen.de/wissenschaft 

 

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