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Das große Lesen

Bildung für alle bis 2015 ist das Ziel der Globalen Bildungskampagne. Die Aktionswochen 2009 unter dem Motto 'Das große Lesen' stellen den Kampf gegen Analphabetismus und die Bedeutung von Lesen und Schreiben für die Entwicklung der Persönlichkeit und die Bekämpfung der Armut in den Mittelpunkt.

17.02.2009

Foto: UNESCO

Jedes Jahr veranstaltet die Globale Bildungskampagne Aktionen zum Thema ‚Grundrecht auf Bildung’ - immer unter einem etwas anderen Fokus. Im letzten Jahr haben über acht Millionen Menschen weltweit an der größten Unterrichtsstunde aller Zeiten teilgenommen. In diesem Jahr lautet der Schwerpunkt: Alphabetisierung und lebenslanges Lernen. Unter dem Motto: „DAS GROSSE LESEN - Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung!" planen wir im Zeitraum vom 20. April bis Ende Mai 2009 bundesweite Aktionswochen, welche die Bedeutung der Lese- und Schreibfähigkeit für die individuelle Entwicklung jedes Einzelnen und für die Bekämpfung der Armut in der Welt betonen sollen.

Weltweit sind mindestens 774 Millionen Erwachsene Analphabeten, davon fast zwei Drittel Frauen. Analphabetismus ist jedoch kein Problem, das auf die Dritte Welt beschränkt ist. In Deutschland können mehr als vier Millionen Erwachsene nicht richtig Lesen und Schreiben. Über 80.000 Jugendliche pro Jahr verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, hat die Globale Bildungskampagne 2009 ein Buch mit Geschichten zum Thema Bildung und insbesondere der Bedeutung von Lesen und Schreiben herausgeben. Zahlreiche international bekannte Persönlichkeiten wie Nelson Mandela, Alice Walker und Paulo Coelho haben einen Text beigesteuert. In Deutschland unterstützen der Schriftsteller Günter Grass und die Schriftstellerin Tanja Kinkel, der TV-Moderator Roger Willemsen, die Kinderbuchautorin Cornelia Funke, der Kinderbuchautor Otfried Preußler, Kay Lutter von IN EXTREMO und viele andere mehr die Aktion.

Das „Große Lesebuch“ soll weltweit in einem „Globalen Lesemarathon“ an möglichst vielen Orten (Schulen, Buchhandlungen etc.) gelesen werden, wozu auch Pressevertreter eingeladen werden können. Wie immer steht bei der Kampagne das eigenständige, kreative Mitmachen im Vordergrund. So sind beispielsweise die letzten Seiten des Buches unbedruckt. Hier können, unterstützt durch Unterrichtsmaterialien der Kampagne, eigene Geschichten in das Buch aufgenommen werden. Die besten Geschichten werden dann im „Großen Lesebuch“ für Deutschland veröffentlicht. Das Buch wird schließlich an politische Entscheidungsträger übergeben, um der Forderung nach Grundbildung für alle Nachdruck zu verleihen.

Lehrkräfte können die Aktionswochen nutzen, um in den Schulen das Thema 'Alphabetisierung’ zu behandeln, entweder als einzelne Unterrichtsstunde oder als Projektwoche. Interessierte Schulen und Gruppen können auch Politiker und Prominente zu Lesungen des Buches einladen und darüber diskutieren, wie wichtig es ist, Lesen und Schreiben zu können. Die Schülerinnen und Schüler sollen motiviert werden, sich eigene Gedanken zur Wichtigkeit von Lesen und Schreiben zu machen und selbständig Ideen zum Thema entwickeln. Hier einige Vorschläge:

  • In den Schulklassen werden eigene Geschichten geschrieben (z.B. „Was wäre aus mir geworden, wenn meine Eltern nicht lesen könnten/ mich nicht zur Schule geschickt hätten?“)
  • Spiel zum Thema „Ein Tag ohne Lesen und Schreiben“ (Hindernisparcours in der Schule, etc.)
  • Beiträge in Form von Songs (z.B als Rap), Spielen, Comics, Daumenkino, Fotogeschichten oder Filmen , ...
  • Zitate zum Thema sammeln: Wieso ist das Menschenrecht auf Bildung so entscheidend? Was bedeutet es Lesen und Schreiben zu können? Wie beeinflusst dies das eigene Leben und wie hängt Bildung mit Entwicklung und Lebensqualität zusammen?
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