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Bundesmittel für mehr Qualität in Kitas - Wofür sollen sie eingesetzt werden?

Am 15. August 2017 fand im Erfurter Augustinerkloster eine öffentliche Podiumsdiskussion des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport mit dem Titel „Mehr Qualität für unsere Kitas – Stand und Perspektiven“ statt.

16.08.2017 - Nadine Hübener

Zur Debatte stand insbesondere die Initiative des Bundes, ein Qualitätsentwicklungsgesetz für die Kindertagesbetreuung auf den Weg zu bringen. Kommt dieses Gesetz nach der im September anstehenden Bundestagswahl tatsächlich, ist der Plan, dass der Bund den Ländern für den Zeitraum 2018 bis 2022 insgesamt fünf Milliarden Euro für die Qualitätsentwicklung in den Kindergärten zur Verfügung stellt. In länderspezifischen Vereinbarungen sollen individuelle Qualitätsschritte und -ziele, welche sich an bereits erarbeiteten Eckpunkten ausrichten, vereinbart werden. Nach Berechnungen des Ministeriums würden Thüringen im Jahr 2018 auf diesem Wege 28 Millionen, in 2019 56 Millionen, 2020 84 Millionen, 2021 112 Millionen und 2022 schließlich 140 Millionen für Qualitätsverbesserungen zur Verfügung stehen. 

Bei der Veranstaltung „Mehr Qualität für unsere Kitas“ wurden diskutiert, welche Schwerpunkte seitens der Politik gesetzt, sprich: welche Qualitätsbereiche prioritär bearbeitet werden sollen. Sowohl in den Beiträgen der Podiumsteilnehmer*innen als auch des Publikums wurde die nötige Fokussierung auf die Rahmenbedingungen (Personalschlüssel, mittelbare pädagogische Arbeitszeit, Finanzierung der Kindertagesbetreuung) deutlich.

Die Gewerkschaften – ver.di und GEW – erläuterten in diesem Zusammenhang die Perspektive der Beschäftigten und betonten, dass den Erzieher*innen sowohl an einer Verbesserung der Personalschlüssels als auch an einer gerechten Bezahlung gelegen ist. Denn beide Faktoren bedingen die personelle und somit auch die qualitative Situation in den Kitas. Sehr ausführlich wurde auch darüber diskutiert, wie es Thüringen gelingen kann, den zusätzlichen Bedarf an Fachkräften zu decken. Auch dazu war die Position der Gewerkschaften klar: prekäre Beschäftigungsverhältnisse (deutlich untarifierte Löhne, Teilzeit, befristete Arbeitsverhältnisse) abschaffen sowie Bildungs- und Qualifizierungswege ermöglichen und anerkennen.

Demnach wurde die Äußerung Dr. Kleindieks vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, es müsse den Ländern bei der Qualitätsverbesserung darum gehen „die Fachkräfte zu haben und auch gut zu bezahlen“, wohlwollend und bestätigend zur Kenntnis genommen.

Es diskutierten im Podium:

  • Dr. Ralf Kleindiek, Bundesstaatssekretär für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Gabi Ohler, Thüringer Staatssekretärin für Bildung, Jugend und Sport
  • Nadine Hübener, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen
  • Denny Möller; ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Thüringen
  • Stephan Krumrey, Gemeinde- und Städtebund
  • Astrid Exel, LIGA der freien Wohlfahrtspflege
  • Ulrike Grosse-Röthig, Landeselternvertretung Kita
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