GEW Thüringen
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Brandenburg und Berlin legen vor. Und was macht Thüringen?

30.11.2017 - Kathrin Vitzthum

Am Mittwoch, dem 22.11.2017, hat das Land Brandenburg die stufenweise Hebung von über 5.000 Lehrkräften (auch denen mit Lehrerausbildung nach dem Recht der DDR) in die Besoldungsgruppe A 13 vereinbart. Am 29.11.2017 zieht das Land Berlin nach und will Grundschullehrkräfte ab 2019 unkompliziert höhergruppieren.

In Thüringen dagegen haben wir einen ersten Schritt zur Anpassung der Regelschullehrkräfte vereinbart, die sogenannte A12+. Weitere Gespräche zur Höhergruppierung in die A 13* knüpft die Finanzministerin an die Zusage der Gewerkschaft, keine weiteren Forderungen zu besoldungsrechtlichen Anpassungen zu stellen. Ein solches Ansinnen widerspricht nicht nur dem Charakter einer Gewerkschaft als Tarifpartner, sondern ist angesichts der erreichten Vereinbarungen in Brandenburg und Berlin geradezu absurd.

Thüringen leidet wie andere Bundesländer unter einem eklatanten Lehrkräftemangel. Die wieder eingeführte Verbeamtung hat an der Bewerbungssituation vor allem an Regelschulen nichts geändert. Wenn ernst gemeint ist, dass Thüringen attraktiver werden muss für den Lehrkräftenachwuchs, dann verpasst Thüringen hier gerade eine große Chance.

Bundesweit gehen Grundschullehrkräfte für JA 13 auf die Straße. Aufgrund der besonderen Situation in Thüringen hat sich die GEW Thüringen bislang nicht daran beteiligt. Das wird sich ändern. Es ist Zeit, über die Höhergruppierung der Lehrkräfte an Regelschulen zu reden und einen Stufenplan zur gleichen Bezahlung aller Lehrkräfte zu entwickeln.

Die GEW Thüringen wird sich nicht mit einem Gesprächstermin im dritten Quartal 2018 begnügen. JA 13 das ist das Gebot der Stunde. Wir haben die Finanzministerin erneut aufgefordert, zeitnah mit uns ins Gespräch zu kommen. In der Stellungnahme zur Lehrerbesoldung haben wir zudem deutlich gemacht, wofür die GEW Thüringen steht:

  • Gleiche Bezahlung aller Lehrkräfte durch A 13*
  • Anerkennung der besonderen Verantwortung von Schulleitungen durch mindestens A 14
  • Wiedereinführung des Beförderungsamts Fachleiter*in am Studienseminar
  • Weitere Funktionsstellen, die den besonderen Aufgaben in der Schule gerecht werden
  • Schaffung eines attraktiven Zulagensystems auch für Lehrkräfte ohne Funktionsstelle, die höherwertige Tätigkeiten übernehmen (in Höhe der Differenz zur nächsthöheren Besoldungsgruppe und für die Dauer der Aufgabe)

Thüringen darf nicht hinter den anderen Bundesländern zurückbleiben. Finanzschwache Bundesländer wie Brandenburg und Berlin haben es vorgemacht - und das Bundesland Thüringen muss sich in Zeiten von Rekordeinnahmen ein Beispiel nehmen. Wir werden in den nächsten Wochen Aktionen vorbereiten und setzen auf eure Unterstützung.

Mit kollegialen Grüßen

Kathrin Vitzthum
Landesvorsitzende

* gilt angewendet dann auch für Tarifbeschäftigte in die E 13

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