GEW Thüringen
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Gastbeitrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNENBildungspolitische Ziele der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Solide Rahmenbedingungen für die frühkindliche Bildung

04.09.2019

Die Menschen in Thüringen wollen gute Bildung, Erziehung und Betreuung für alle von Anfang an. Das beginnt für uns selbstverständlich bei den Kleinsten. Besonders großen Wert legen wir darauf, die Qualität unserer Kinderkrippen und Kindergärten weiter zu verbessern. Bis 2025 sollen maximal vier Kinder unter drei Jahren und maximal zehn Kinder über drei Jahren von einer pädagogischen Fachkraft betreut werden. Außerdem werden wir Multiprofessionalität ausbauen und die Sprachförderung intensivieren. Die Fachberatung werden wir stärken und das ThILLM zu einem Landesinstitut zur Qualitätsentwicklung der frühkindlichen Bildungs- und Erziehungsarbeit weiterentwickeln.

Die Erzieher*innenausbildung muss insgesamt attraktiver werden. Daher werden wir die praxisintegrierte Erzieher*innenausbildung landesweit ermöglichen und dafür sorgen, dass Erzieher*innen für ihre gute Arbeit entsprechend gut bezahlt werden. Den Weg von Beitragsfreiheit und Qualitätsverbesserungen gehen wir weiter. Eltern Kind-Zentren sollen flächendeckend ausgebaut werden. Ein gesundes, vielfältiges und warmes Mittagessen soll für alle Kinder kostengünstig und möglichst in Bio-Qualität angeboten werden.

Zukunftsgerechte, inklusive und demokratische Schule

Unser Ziel ist, dass jede und jeder den jeweils bestmöglichen Schulabschluss erreichen kann. Dazu werden wir die Qualität von Schule verbessern, indem wir die Schulentwicklung voranbringen, einen schulischen Qualitätsrahmen schaffen und die externe Evaluierung ausbauen. Programme zu gewaltfreien Konfliktlösungsstrategien sollen ausgebaut und die Stellen für Schulsozialarbeit bis 2025 verdoppelt werden, damit an jeder Schule künftig Schulsozialarbeit zur Verfügung stehen kann.

Angesichts zunehmender rassistischer und antidemokratischer Tendenzen wollen wir die fachübergreifende menschenrechtsorientierte historisch-politische Bildung stärken, Demokratiebildung fördern und das Fach Sozialkunde aufwerten. Bildung für nachhaltige Entwicklung soll zudem stärker in den Fokus gerückt werden. Die Chancen der Digitalisierung wollen wir im Sinne guter Bildung nutzen. Dazu werden wir die digitale Infrastruktur und landesweite Lernplattformen schaffen, ganz besonders aber eine grundsätzliche Neuorientierung pädagogischer Inhalte und Methoden am Leben und Arbeiten in der digitalen Welt unterstützen.

Sprache ist der wichtigste Schlüssel zu gelungener Integration. Die Kapazitäten für die schulische Sprachförderung wollen wir erhöhen, mitgebrachte Sprachkompetenzen stärker anerkennen und die Programme „Start Deutsch und Start Bildung“ in die Berufsschulen integrieren. Die Schulpflicht soll erweitert werden, bis ein erster Schulabschluss erreicht oder das 18. Lebensjahr vollendet ist. Das pädagogisch unwirksame Sitzenbleiben wollen wir abschaffen. Den Rechtsanspruch auf individuelle Förderung und das Recht auf gemeinsamen Unterricht werden wir weiter umsetzen, die Voraussetzungen für inklusiven Unterricht weiter verbessern und das Elternwahlrecht konsequent stärken. Dazu gilt es, die Lehrer*innenbildung an Inklusion auszurichten, gleichberechtigte multiprofessionelle Teams an Schulen einzurichten und den Entwicklungsplan Inklusion umzusetzen. Ganztagsschulen und Gemeinschaftsschulen sollen flächendeckend zur Verfügung stehen. Bis 2025 wollen wir gemeinsam mit den Kommunen 100 neue teilgebundene und voll gebundene Ganztagsschulen schaffen.

Einen Abbau von Lehrer*innenstellen lehnen wir ab. Wir wollen vielmehr eine 110-prozentige Personalausstattung, um Krankheitsausfälle, Fortbildungen und Stellenvakanzen abzudecken. Die Besoldung der Lehrkräfte soll generell auf A13 angehoben und für angestellte Lehrer*innen entsprechend verbessert werden. Außerdem werden wir ein Landesinvestitionsprogramm zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen auflegen, die Einstellungen beschleunigen und die Programme für Seiteneinsteiger*innen weiter professionalisieren. Erzieher*innen an den Horten sollen mindestens 80-Prozent-Stellen erhalten können.

Lebenslanges Lernen dank starker Erwachsenenbildung

Lernen begleitet uns durch das ganze Leben, schließlich ist Erwachsenenbildung die vierte Säule in der Bildung. Unseren bisherigen Kurs hin zu einer vielfältigen, wohnortnahen Bildungslandschaft für Erwachsene mit breiten, kostengünstigen Angeboten werden wir beibehalten. Den Rechtsanspruch auf Bildungsfreistellung werden wir bekannter machen, den Kreis der Anspruchsberechtigten erweitern und die Anerkennung von Maßnahmen vereinfachen. Ein ganz besonderes Anliegen ist uns dabei die Förderung der politischen Erwachsenenbildung. Wir setzen auf vielfältige Bildungsangebote und Formate in den Bereichen Grundbildung, nachhaltige Entwicklung, Umweltbildung und menschenrechtsorientierte, politische und kulturelle Bildung.

Grüne Bildungspolitik für Thüringen – Gute Bildung für alle von Anfang an!

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