GEW Thüringen
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Gastbeitrag der CDU ThüringenBildungspolitische Ziele der CDU

Beste Bildung für Thüringen

04.09.2019

Die gewachsene Thüringer Schullandschaft mit ihrem differenzierten und leistungsorientierten Schulsystem, das nicht auf eine Schule für Alle sondern auf individuelle Bildung für Jeden setzt, hat dem Freistaat stets Spitzenplätze in nationalen Vergleichsstudien eingebracht. Für diese Erfolge waren Kontinuität und Stabilität genauso wie eine gute Lehrer*innen-Schüler*innen-Relation maßgebliche Voraussetzungen. Thüringen hat, wie der aktuelle Bildungsmonitor 2019 zeigt, gegenüber dem Jahr 2018 von allen Ländern die meisten Punkte verloren.

Damit Thüringen Spitze bleibt, brauchen wir beste Bildung – sowohl in unseren Schulen als auch im Bereich der frühkindlichen Bildung und an den Berufsschulen und Universitäten. Immerhin sind Kinder und junge Menschen die Zukunft unseres Landes. Sie bedürfen bestmögliche Entwicklungschancen. Dem wollen wir mit unserem Programm zur Landtagswahl 2019 Rechnung tragen.

Wir wollen die Qualität in der Kindertagesbetreuung weiter verbessern. Deshalb werden wir über den Landeshaushalt für alle Kinder eine kostenfreie, gesunde und ganztägige Verpflegung im Kindergarten finanzieren. Für die Kindergartenbeiträge wollen wir eine Höchstgrenze verankern. Um den unter Rot-Rot-Grün gewachsenen Unterrichtsausfall zu bekämpfen und angesichts des begonnenen Generationswechsels in den Lehrerzimmern ist es entscheidend, ausreichend Lehramtsbewerber*innen auszubilden. Dem wollen wir uns stellen.

Qualifizierte und motivierte Pädagog*innen sind der Schlüssel für eine gute Schule. Thüringen steht mit anderen Ländern und vor allem mit der Wirtschaft im Wettbewerb um geeigneten Nachwuchs für den Schuldienst. Deshalb sind konkurrenzfähige Ausbildungs-, Einstellungs- und Aufstiegsmöglichkeiten unverzichtbar. Dies fängt bereits bei den Lehramtsanwärter*innen an und setzt sich bei den Lehrerinnen und Lehrern fort. Wir wollen die Einstellungsverfahren für den Schuldienst effektiver gestalten, damit Thüringen im Wettbewerb um neue Lehrer*innen für die Bewerber*innen attraktiver wird und Einstellungen schneller realisiert werden können. Schulleiter*innen wollen wir in ihrer Entscheidungsfreiheit stärken und die Möglichkeit einräumen, Lehramtsanwärter*innen frühzeitig durch Vorverträge an ihre Schule zu binden. Für die Übernahme von Funktionsämtern, den Unterricht in Mangelfächern oder in weniger nachgefragten Regionen und Schularten wollen wir Anreize schaffen. Entsprechende Steuerungsmöglichkeiten sehen wir in Einstellungsgarantien, Boni für MINT-Fächer oder anderen Zulagen. Hier sind andere Länder bereits mit gutem Beispiel vorangegangen. Darüber hinaus muss es unabhängig von Funktionsämtern die Aussicht auf Beförderungen geben.

Einheitsschulen lehnen wir ab. Wir wollen allen weiterführenden Schulen gleichwertige Entwicklungsmöglichkeiten bieten – von den Regelschulen über die Gemeinschaftsschulen bis zu den Gymnasien. Das schließt ausdrücklich die Schulen in freier Trägerschaft und die Spezialgymnasien ein, die wesentlich zur Vielfalt der Thüringer Schullandschaft beitragen. Die Thüringer Regelschulen sind dabei für uns das Herzstück unseres Bildungssystems. Sie bereiten unsere Schüler*innen auf den für sie optimalen Abschluss oder auf den gestuften Weg zum Abitur vor. Leistungsfähige Regelschulen schaffen das Fundament für die Sicherung des Fachkräftenachwuchses in Thüringen. Den Regelschulen werden wir daher höchste Aufmerksamkeit widmen.

Inklusion im schulischen Alltag erfordert Augenmaß. Wo es pädagogisch sinnvoll ist, werden wir den inklusiven Unterricht weiterentwickeln. Das heißt vor allem, für die entsprechenden organisatorischen, räumlichen und personellen Voraussetzungen zu sorgen. Ebenso müssen Förderschulen als professioneller Lernort flächendeckend erhalten und wieder personell gestärkt werden. Für uns steht in der Debatte um eine inklusive Beschulung neben dem Kindeswohl auch der Elternwille im Mittelpunkt.

Wir wollen zudem eine Integrationsquote an Thüringer Schulen. An einer Grundschule sollen mindestens dreiviertel der Kinder Deutsch als Muttersprache sprechen, damit Integration gelingen kann. Diese Integrationsquote soll die Chancen der Kinder verbessern und qualitative Förderung aller im Unterricht ermöglichen.

Gut ausgestattete Schulen sind für uns ein weiterer Schlüssel für beste Bildung. Wir wollen, dass jede Schule aus den Mitteln des Digitalpaktes der Bundesregierung bis 2024 mit kostenfreiem W-LAN ausgestattet wird. Wir setzen uns für eine bessere Lehrer*innenqualifizierung und -weiterbildung bei digitalen Medien ein. Wir sprechen uns für mehr Schulsozialarbeit aus, auch an den Gymnasien. Den Schulträgern wollen wir die nötigen Mittel für die Personalkosten zur Verfügung stellen. Damit geht auch eine bessere Versorgung mit Schulpsycholog*innen einher.

Thüringen soll auch in der weiteren Ausbildung – ob beruflich oder akademisch – wieder an die Spitze gelangen. Daher bekennen wir uns zu einer verlässlichen Ausfinanzierung unserer Hochschulen und zur dualen Ausbildung. Rückgrat einer hochwertigen Berufsausbildung ist ein flächendeckendes Berufsschulnetz. Das wollen wir mit Schulträgern, Kammern und der Allianz für Ausund Weiterbildung im Rahmen eines Berufsschulpaktes sichern und optimieren. Auch im Bereich der beruflichen und akademischen Ausbildung setzen wir auf die Digitalisierung.

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