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Informationen zur schrittweisen Öffnung von Schulen und KindergärtenBildungsminister Holter über die Öffnung von Schulen und Kindergärten

Die GEW Thüringen begrüßt, dass nun langsam klarer wird, was die Beschäftigten und die Schüler*innen erwartet, auch wenn noch nicht alle Details auf dem Tisch liegen. Was wir wissen, was wir noch nicht wissen und was wir schwierig finden.

21.04.2020 - Kathrin Vitzthum

Bildungsminister Helmut Holter hat heute die Pläne zur schrittweisen Öffnung von Schulen und Kindergärten in einer Pressekonferenz vorgestellt. Hier geht es zur Veröffentlichung des Bildungsministeriums.

Was wir wissen:

  • Es wurde festgelegt, was unter Risikogruppe beim pädagogischen Personal zu verstehen ist. Dieses wird nicht im Präsenzunterricht eingesetzt, sondern unterstützt weiterhin das Distanzlernen. Auf freiwilliger Basis kann aber auch ein Einsatz in der Schule erfolgen.
  • Für Schüler*innen aus der Risikogruppe oder aus entsprechenden Elternhäusern wird weiterhin Distanzlernen möglich sein. Sie müssen über ein entsprechendes Attest ihre Zugehörigkeit nachweisen.
  • Die Klassen- und Gruppengröße wird auf maximal 10 begrenzt.
  • Pädagogisches Personal, das in Notbetreuung oder Präsenzunterricht tätig ist, hat nun auch selbst das Recht auf Notbetreuung.
  • Die BLF wird nicht ausgesetzt, aber deutlich reduziert und erst später im Schuljahr durchgeführt.
  • Die Hygienestandards sind beschrieben.
  • Neben der schrittweisen Beschulung von Schüler*innen aller Abschlussklassen an den weiterführenden Schulen wird ab 7. Mai auch die Beschulung von Schüler*innen mit besonderem Unterstützungsbedarf und ab 11. Mai auch für die 4. Klassen der Grundschulen stattfinden.
  • Es findet keine reguläre Hortbetreuung statt.
  • Für die Kindergärten gilt: ab Mai wird eine schrittweise Öffnung realisiert, Details dazu will das TMBJS am 30. April vorlegen.
  • Für Lehramtsanwärter*innen gilt: Das 2. Staatsexamen wird an fehlenden Lehrproben nicht scheitern, die Bewerbung in den Thüringer Schuldienst ist also möglich.

Was wir noch nicht wissen:

  • Sind die Schulträger in der Lage, die geforderten Hygienestandards umzusetzen? Wenn nein, wer entscheidet dann über die Öffnung der Schule?
  • Wer entscheidet über den besonderen Unterstützungsbedarf, auf welcher Grundlage findet diese Entscheidung statt?
  • Die schulorganisatorischen Herausforderungen (Personaleinsatz, Unterrichtsplanung im Schichtsystem bzw. in der Parallelität von Präsenz- und Distanzunterricht, Raumaufteilung, Beurteilung der Risikogruppen, Beaufsichtigung der Einhaltung von Hygienemaßnahmen und v.a.m.) liegen in der Verantwortung der Schulleitungen. Wie und durch wen genau erhalten diese Unterstützung?
  • Wie wird tatsächlich der Schülerverkehr unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften organisiert?

Was wir schwierig finden:

  • Der Einsatz von Lehramtsstudierenden und Referendar*innen (über ihre Pflichtstunden hinaus) ist bedenklich. Die Krisenbewältigung ist für bereits gestandene Lehrer*innen eine immense Herausforderung. Diese kennen jedoch ihre Schüler*innen und deren Bedürfnisse. Zudem gilt weiterhin das Prinzip der Kontaktbeschränkung, in diesem Sinne ist die Erweiterung des Personenkreises keine gute Lösung.
  • Die Einhaltung der Hygienestandards soll nicht von der Gesundheitsbehörde überprüft werden. Damit liegt die Entscheidung über die Öffnung einer Schule im Ermessen der Schulleitung oder des Schulträgers. Für die Sicherheit der Beschäftigten und der Schüler*innen wäre hier die klare Zuständigkeit der Gesundheitsbehörde von großer Bedeutung.

Die GEW Thüringen wird die morgen stattfindende Telefonkonferenz mit dem Bildungsminister nutzen, um offene Fragen anzusprechen und konkrete Antworten zu erhalten. Darüber werden wir in geeigneter Weise informieren.

Eure GEW Thüringen

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Kommentare
Name: Karina Lovsky
Schüler / Risikogruppe /
Für mich stellt sich die Frage, wie gehen wir mit unseren geistig behinderten Schülern/innen um, die in den Einrichtungen, auch im GU beschult werden? Das Verständnis zur Beachtung hygienischer Maßnahmen, Abstand halten ist für diese Schüler/innen sehr schwierig. Oft speicheln sie, nehmen alles in den Mund.... Auch das Abstandhalten des pädagogischen Personals gestaltet sich hierbei sehr schwierig, denn sie brauchen im Alltag häufig Hilfen. Konkrete Aussagen zu diesem Thema wären sehr wichtig. Karina Lovsky
22.04.2020 - 10:52
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